Positionen der Besatzungsmitglieder in den BTR-60-Varianten BTR-60P, ohne Waffenanlage (oben) und BTR-60PB, mit Waffenanlage (unten):
1. Kommandant des Fahrzeuges/Führer der Infanteriegruppe
2. Fahrer
3. Richtschütze
4. Infanteristen
Das gepanzerte Standardradfahrzeug zum Truppentransport der Sowjetarmee war seit 1951 der BTR-152. Zu den Erprobungsmustern, die für eine mögliche Nachfolge in Betracht gezogen wurden, gehörte der ZIL-153; ein Fahrzeug mit drei Radpaaren, im gleichen Abstand zueinander montiert, kombiniert mit einer Wanne mit viel Bodenfreiheit und Schwimmfähigkeit. Das von einem 180-PS-Motor angetriebene Muster war ab 1957 unter Leitung von L. I. Orlow entwickelt worden, wurde aber um 1960 zu Gunsten des BTR-60 abgelehnt.[4]
Der Nachfolger für den BTR-152 wurde schließlich von den Entwicklern entworfen, die zuvor den BRDM-2-Spähpanzer erdacht hatten. Sie versuchten, einen Dieselmotor zu verwenden, der verfügbare JaAZ-206B war jedoch zu schwer und hätte das Fahrzeug zu hecklastig gemacht.[5] Die Entwickler um W. A. Dedkow bauten so zwei 66-kW-GAZ-49B-Ottomotoren in eine schwimmfähige Wanne mit acht Rädern ein.[4] Frühe Fahrzeuge wurden auch mit Motoren des Baumusters GAZ-40P ausgerüstet. Die grundlegenden Maße der Motoren (Bohrung und Hub) entsprachen jenen der gängigen Sechszylinder von GAZ. Um eine höhere Leistung zu erreichen und weniger Spezialteile fertigen zu müssen, wurden jedoch Einzelteile aus verschiedenen Ausbaustufen des Blocks bzw. aus der zivilen Produktion verwendet, z. B. aus dem GAZ-51, GAZ-52, GAZ-M20 Pobeda und auch der Vorkriegsvariante GAZ-11 aus dem GAZ-11-73. Der Zylinderblock selbst war ursprünglich für den BTR-40 entwickelt worden.[6][7]
Der rechte Ottomotor trieb das erste und dritte Räderpaar an, der linke Motor das zweite und vierte Paar. Jedem Motor war ein Getriebe mit Viergangschaltung vorgeschaltet, beide Getriebe konnten vom Motor entkoppelt werden, so dass das Fahrzeug auch betrieben werden konnte, wenn ein Motor ausfiel. Die Geschwindigkeit lag bei bis zu 80 km/h auf der Straße. Im Wannenbug wurde eine Winde mit 44 kN Zugkraft installiert, die über das rechte Differentialgetriebe betrieben wurde. Das Fahrzeug wog 9,5 Tonnen und konnte mit zwei Besatzungsmitgliedern bis zu vierzehn Soldaten transportieren. Die Wanne selbst war nach oben offen, zur Selbstverteidigung konnte ein Maschinengewehr montiert werden.[4]
Gelenkt wurde auf der Straße und im Gelände nur über die zwei vorderen Radpaare. Für amphibische Einsätze war ein Wasserstrahlantrieb im Heck eingebaut, bei dem ein 60-cm-Propeller Wasser durch eine Öffnung im Boden ansaugte und am Heck aus dem Panzer drückte. Gesteuert wurde hier mit zwei kleinen Rudern, die mit dem normalen Lenkrad vom Fahrer ausgerichtet wurden. Geschwindigkeiten von bis zu 10 km/h konnten so erreicht werden; die sich drehenden Räder allein genügten im Wasser ohne den Wasserstrahlantrieb für etwa 4 km/h Vorwärtsbewegung.[4] Die leichte Panzerung besteht aus geschweißten Stahlplatten.
Das Fahrzeug war das erste einer Reihe von vierachsigen gepanzerten Truppentransportern, die für die sowjetischen Landstreitkräfte und die Armeen des Warschauer Pakts entwickelt wurden.