Rustenburgit kristallisiert im kubischen Kristallsystem und entwickelt bis zu 100μm große Körner oder tropfenartige Einschlüsse von zinnweißer Farbe. Das Mineral ist in jeder Form undurchsichtig (opak) und zeigt auf den Kornoberflächen einen metallischen Glanz.[3]
Das Mineral wurde erstmals in der Rustenburg Town & Townlands Mine bei Rustenburg in der Provinz Nordwest in Südafrika entdeckt. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch P. Mihálik, S. A. Hiemstra und Johan P. R. De Villiers, die das Mineral nach dessen Typlokalität (Erstfundort) benannten.
Das Mineralogenteam sandte seine Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1974 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 1974-040[1]), die den Rustenburgit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Erstbeschreibung wurde im Folgejahr im Fachmagazin The Canadian Journal of Mineralogy and Petrology (ehemals The Canadian Mineralogist) veröffentlicht.[3]
Ein Aufbewahrungsort für das Typmaterial des Minerals ist nicht dokumentiert.[8]
Die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Rustenburgit ebenfalls in die Abteilung „Metalle und intermetallische Verbindungen“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen, die entsprechend ihrer verwandten Eigenschaften in Metallfamilien eingeteilt wurden. Hier ist das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „PGE-Metall-Legierungen“ zu finden, wo es zusammen mit Atokit und Zvyagintsevit die „Zvyagintsevit-Gruppe“ mit der Systemnummer 1.AG.10 bildet.[5]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Rustenburgit die System- und Mineralnummer 01.02.05.02. Auch dies entspricht der Klasse und gleichnamigen Abteilung „Elemente“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Elemente: Platingruppenmetalle und -legierungen“ in der „Isoferroplatingruppe (Raumgruppe Pm3m)“, in der auch Atokit, Chengdeit, Isoferroplatin, Yixunit und Zvyagintsevit eingeordnet sind.
Rustenburgit bildet eine lückenlose Mischkristallreihe mit Atokit (Pd3Sn).[6] Die Mikrosondenanalyse am Typmaterial aus dem Merensky Reef ergab eine durchschnittliche Zusammensetzung von 53,44% Platin (Pt), 28,28% Palladium und 17,70% Zinn (Sn). Aus den Daten wurde die empirische Zusammensetzung Pt0,398Pd0,386Sn0,217 abgeleitet und zu (Pt,Pd)3Sn vereinfacht.[3]
P. Mihálik, S. A. Hiemstra, Johan P. R. De Villiers:Rustenburgite and atokite, two new platinum-group minerals from the Merensky Reef, Bushveld igneous complex. In: The Canadian Mineralogist. Band13, 1975, S.146–150 (englisch, rruff.info[PDF; 403kB; abgerufen am 31.Mai 2025]).
Michael Fleischer, George Y. Chao, J. A. Mandarino:New mineral names. In: American Mineralogist. Band61, 1976, S.338–341 (englisch, rruff.info[PDF; 543kB; abgerufen am 31.Mai 2025]).
Rustenburgite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 48kB; abgerufen am 31.Mai 2025]).
123456789101112131415P. Mihálik, S. A. Hiemstra, J. P. R. De Villiers:Rustenburgite and atokite, two new platinum-group minerals from the Merensky Reef, Bushveld igneous complex. In: The Canadian Mineralogist. Band13, 1975, S.146–150 (rruff.info[PDF; 403kB; abgerufen am 31.Mai 2025]).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
123456K. L. Shelton, P. A. Merewether, B. J. Skinner:Phases and phase relations in the system Pd-Pt-Sn. In: The Canadian Mineralogist. Band19, 1981, S.599–605 (arizona.edu[PDF; 496kB; abgerufen am 3.Juni 2025]).
1234Roger H. Mitchell, Mark D. Welch, Anton R. Chakhmouradian:Nomenclature of the perovskite supergroup: A hierarchical system of classification based on crystal structure and composition. In: Mineralogical Magazine. Band81, Nr.3, 2017, S.411–461, doi:10.1180/minmag.2016.080.156 (englisch, rruff.info[PDF; 2,2MB; abgerufen am 31.Mai 2025]).