Palarstanid (IMA-Symbol Pls[2]) ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze. Es kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Pd8(Sn, As)3 und bildet hexagonale Prismen oder langgestreckte, rechteckige, seltener wellenförmige Körner von bis zu 1,5mm Größe von stahlgrauer Farbe.
Das Mineral wurde 1981 von W. D. Begisow, Je. N. Sawjalow, Je. G. Pawlow (russischВ. Д. Бегизов, Е. Н. Завьялов, Е. Г. Павлов) in seiner Typlokalität, der Majak-Mine in der Nähe von Norilsk in Russland gefunden. Es wurde nach den enthaltenen Elementen Palladium, Arsen und Zinn (lat. stannum) benannt.
Da der Palarstanid erst 1976 als eigenständiges Mineral anerkannt und dies erst 1981 publiziert wurde, ist er in der seit 1977 veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet.
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[6]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Palarstanid dagegen in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort in die Abteilung der „Legierungen und legierungsartige Verbindungen“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Legierungen von Halbmetallen mit Platin-Gruppen-Elementen (PGE)“ zu finden ist, wo es als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 2.AC.20b bildet.
Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Palarstanid in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort in die Abteilung der „Sulfidminerale“ ein. Hier ist er zusammen mit Stibiopalladinit in der unbenannten Gruppe 02.03.03 innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Selenide und Telluride – mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit (m+n):p=5:2“ zu finden.
Von dem sehr selten vorkommenden Mineral sind nur wenige Fundorte bekannt. Neben seiner Typlokalität fand man Palarstanid nur noch im Stillwater-Komplex im US-Bundesstaat Montana.
В. Д. Бегизов, Е. Н. Завьялов, Е. Г. Павлов:Паларстанид Pd8(Sn,As)3 – Новый Минерал. In: Записки Всесоюзного Минералогического Общества. Band110, Nr.3, 1981, S.487–492 (russisch, rruff.info[PDF; 840kB; abgerufen am 23.Dezember 2022] englische Übersetzung: V. D. Begizov, E. M. Zav’yalov, E. G. Pavlov: Palarstanide, Pd8(Sn,As)3, a new mineral. In: Zapiski Vsesoyuznogo Mineralogicheskogo Obshchestva).
Michael Fleischer, G. Y. Chao, J. A. Mandarino:New mineral names. In: American Mineralogist. Band67, 1982, S.854–860 (englisch, rruff.info[PDF; 604kB; abgerufen am 23.Dezember 2022]).
John Leslie Jambor:New mineral names. In: American Mineralogist. Band74, 1989, S.1215–1220 (englisch, rruff.info[PDF; 577kB; abgerufen am 23.Dezember 2022]).
T. L. Evstigneeva, A. D. Genkin:The Pd, Sn, Sb, and As minerals, their relationships and crystal chemistry. In: Proceedings of the 13th General Meeting of the IMA, Varna, Sept. 19-25, 1982. 1986, S.165–174 (russisch).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
123Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.59 (englisch).
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Palarstanide. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 50kB; abgerufen am 23.Dezember 2022]).