Rothselberg
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 33′ N, 7° 36′ O | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Kusel | |
| Verbandsgemeinde: | Lauterecken-Wolfstein | |
| Höhe: | 343 m ü. NHN | |
| Fläche: | 8,75 km² | |
| Einwohner: | 618 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 71 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 67753 | |
| Vorwahl: | 06304 | |
| Kfz-Kennzeichen: | KUS | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 3 36 087 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Schulstraße 6a 67742 Lauterecken | |
| Website: | www.vg-lw.de | |
| Ortsbürgermeister: | Christian Hemmer | |
| Lage der Ortsgemeinde Rothselberg im Landkreis Kusel | ||
Rothselberg ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die achtgrößte Ortsgemeinde ist.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Rothselberg befindet sich im Nordpfälzer Bergland. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Rutsweiler an der Lauter, Kreimbach-Kaulbach, Frankelbach, Sulzbachtal, Erzenhausen, Kollweiler, Jettenbach und Eßweiler. Zu Rothselberg gehören zusätzlich die Wohnplätze Hasselbacherhof, Sonnenhof und Achtfelderhof.[2]
Erhebungen und Gewässer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ort liegt am Fuß des Selbergs (545,1 m ü. NHN).
Westlich des Siedlungsgebiets fließt in Süd-Nord-Richtung der Talbach. Mitten durch den Ort verläuft der Breitenbach; dessen Mündung in den Talbach liegt bereits jenseits der Gemeindegemarkung.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Rothselberg wurde im Jahr 1377 erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte zum kurpfälzischen Amt Wolfstein und war Gerichtsort.
Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war der Ort in den Kanton Wolfstein eingegliedert. 1815 gehörte die Gemeinde zunächst zu Österreich. Nach dem Wiener Kongress wurde er ein Jahr später dem Bayern zugeschlagen. Von 1818 bis 1862 gehörte Rothseelberg – so die damalige Bezeichnung – weiterhin dem Kanton Wolfstein an und war Bestandteil des Landkommissariat Kusel, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.
1939 wurde der Ort in den Landkreis Kusel eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Rothselberg innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die Gemeinde 1972 Bestandteil der Verbandsgemeinde Wolfstein. Seit 2014 gehört der Ort zur Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein.
Religion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Katholiken gehören zum Dekanat Kusel im Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche der Pfalz. Die evangelische Pfarrei, die zusätzlich die Gemeinden Essweiler und Kreimbach-Kaulbach umfasst, hat in Rothselberg ihren Sitz.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Gemeinderat in Rothselberg besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[3]
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Christian Hemmer wurde am 7. Oktober 2024 Ortsbürgermeister von Rothselberg. Da bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 kein Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat. Nachdem dieser auf seiner konstituierenden Sitzung zunächst kein Bewerber finden konnte, wurde Christian Hemmer im Oktober gewählt.[4][5]
Sein Vorgänger Rainer Mohr hatte das Amt seit 2009 inne.[6] Zuletzt war er im Juni 2019 vom damaligen Gemeinderat einstimmig für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt worden.[7] Bei der Wahl 2024 trat er nicht mehr als Ortsbürgermeister an.[5] Mohrs Vorgänger Edgar Klein hatte das Amt 23 Jahre ausgeübt.[6]
Kultur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kulturdenkmäler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zwei Objekte in Rothselberg stehen unter Denkmalschutz: die protestantische Pfarrkirche, die in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut wurde, und das Kriegerdenkmal in der Hauptstraße.[8]
Sonstige Bauwerke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf dem Selberg stand seit 1914 ein Aussichtsturm aus Holz, der 1969 durch eine Stahlkonstruktion ersetzt wurde. Dieser Selbergturm ist etwa 18 Meter hoch. Von seiner Plattform aus bietet sich ein weiter Blick über das Nordpfälzer Bergland.[9]
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Rothselberg war ein Zentrum des Westpfälzer Wandermusikantentums. Zeitweise lebten in der Gemeinde mehr als 200 Musikanten. Am 11. Januar 2019 öffnete letztmals das über 200 Jahre von sechs Generationen familiengeführte Gasthaus Hebel, genannt „Zum Spielmann“. Der Name erinnerte vermutlich an die Musikalität der ersten Hebel-Wirte.[10][11]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Durch Rothselberg verlaufen die Landesstraßen 370 und 372. Im Osten verläuft die Bundesstraße 270. Rothselberg ist über die Buslinie 274 des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar, die den Ort mit Kusel und Wolfstein verbindet, an das Nahverkehrsnetz angeschlossen. In Kreimbach-Kaulbach ist ein Haltepunkt der Lautertalbahn.
Tourismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Selbergverein betreibt die im Gemeindegebiet liegende Selberghütte, die seit 1962 existiert und am 1. und 3. Sonntag im Monat geöffnet hat. Er ging nach 2010 aus der Rothselberger Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins hervor. Eine Vorgängerhütte gab es ab 1914. Durch das Gemeindegebiet verläuft der Pfälzer Höhenweg.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Rothselberg geboren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Wilhelm Weißmann (1856–1937), Politiker
- Friedrich Wilhelm Hebel (1875–1931), Pädagoge, Volkskundler und Pfälzer Sagenforscher
- Otmar Hornbach (1930–2014), Unternehmer
Mit Rothselberg verbunden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Johannes Müller, reformierter Pfarrer, Sohn des Pfälzer Täufers Johann Peter Müller (1709–1796), war von 1707 bis 1714 in Rothselberg Pfarrer.
- Rudolf Henn (1880–1955), Bildhauer, schuf das örtliche Kriegerdenkmal.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ortsgemeinde Rothselberg auf den Seiten der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein
- Website des Fördervereins historische Dorfkirche Rothselberg e. V.
- Website des Selbergvereins
- Eintrag bei regionalgeschichte.de
- Literatur über Rothselberg in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand 31. Dezember 2025 von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2026. S. 155 (PDF; 1,9 MB).
- ↑ Mohr (Wahlleiter): Bekanntmachung des Ergebnisses der Wahl zum Gemeinderat Rothselberg am 9. Juni 2024. In: Rundschau für das Glan- und Lautertal, Ausgabe 26/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, 19. Juni 2024, abgerufen am 19. Juli 2026.
- ↑ Rainer Mohr (Ortsbürgermeister): Bekanntmachung: Sitzung des Ortsgemeinderates Rothselberg am 7. Oktober 2024. In: Rundschau für das Glan- und Lautertal, Ausgabe 40/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 19. Juli 2026.
- 1 2 Eric Sayer: Christian Hemmer ist neuer Ortsbürgermeister. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, Ludwigshafen, 9. Oktober 2024, abgerufen am 19. Juli 2026.
- 1 2 Das do is net mei Wetter. Redaktion vor Ort in Rothselberg. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, Ludwigshafen, 25. Juni 2016, abgerufen am 2. Mai 2020.
- ↑ Eric Sayer: Rothselberg: Rat wählt Rainer Mohr erneut zum Ortsbürgermeister. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, Ludwigshafen, 30. Juni 2019, abgerufen am 2. Mai 2020.
- ↑ Christian Schüler-Beigang (Bearb.): Kreis Kusel (= Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 16). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1999, ISBN 3-88462-163-7.
- ↑ Selbergturm, Rothselberg. Pfalzwein e. V., abgerufen am 11. Dezember 2025.
- ↑ Rothselberg: Gasthaus der Familie Hebel nach mehr als 200 Jahren geschlossen. In: Die Rheinpfalz. 4. März 2019, abgerufen am 3. Mai 2020.
- ↑ Paul Engel: Das Wandermusikantentum in Nord- und Westpfalz. Ortsgemeinde Eßweiler, abgerufen am 3. Mai 2020 (dritter Absatz).
