Zum Inhalt springen

Robert Molfenter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Robert Molfenter (* 10. Dezember 1901 in Ulm; † 7. Juli 1988 in Winnenden) war ein deutscher Verwaltungsjurist. Er leitete das Oberamt Oberndorf und war Präsident des Landesamts für Flurbereinigung und Siedlung Baden-Württemberg.

Molfenter war evangelischer Konfession und Sohn eines Gastwirts aus Ulm. Er studierte Rechtswissenschaften in München und Tübingen. Er legte 1925 die erste und 1928 die zweite höhere Justizdienstprüfung ab. In Tübingen wurde er 1928 zum Doktor der Rechte promoviert.

Anfang 1929 trat Molfenter in die württembergische Innenverwaltung ein. Ende 1929 wurde er Amtsverweser des Landrats beim Oberamt Oberndorf und übernahm im März 1930 vorübergehend auch die Vertretung des Amtsverwesers in Sulz. Anschließend war er bis April 1931 beim Oberamt Oberndorf beschäftigt.

Im Mai 1933 wechselte er zum Oberversicherungsamt Stuttgart. Ab November 1933 war er beim Technischen Landesamt in Ludwigsburg tätig. Er gehörte seit 1933 der NSDAP an.

Im Mai 1934 wurde Molfenter erneut zum Amtsverweser des Oberamts Oberndorf bestellt und erhielt dabei die Befugnisse eines Landrats. Im Dezember 1935 wurde er zum Landrat ernannt.

Ab November 1935 erfolgte wiederum die Verwendung beim Technischen Landesamt. 1939 wurde er Oberregierungsrat beim württembergischen Wirtschaftsministerium. Am 23. August 1945 wurde er auf Anordnung der US-amerikanischen Militärregierung vom Dienst suspendiert.

Ab Ende 1946 war er beim Landwirtschaftsministerium Württemberg-Baden beschäftigt. 1954 übernahm er die Leitung des Landesamts für Flurbereinigung und Siedlung Baden-Württemberg als Präsident. Ende 1966 trat er in den Ruhestand.

Veröffentlichungen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • mit Hubert Diem: Das Flurbereinigungsrecht. 6. Auflage, Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005767-7.
  • Wolfram Angerbauer (Redaktion): Die Amtsvorsteher der Oberämter, Bezirksämter und Landratsämter in Baden-Württemberg 1810 bis 1972. Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft der Kreisarchive beim Landkreistag Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 1996, ISBN 3-8062-1213-9, S. 411.
  • Frank Raberg: Biografisches Lexikon für Ulm und Neu-Ulm 1802–2009. Süddeutsche Verlagsgesellschaft im Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2010, ISBN 978-3-7995-8040-3, S. 278.
  • Michael Ruck: Korpsgeist und Staatsbewußtsein. Beamte im deutschen Südwesten 1928 bis 1972. Oldenbourg, München 1996, ISBN 978-3-486-56197-5, S. 245 f.