Die Siedlung Ringheim hat eine Fläche von 1,32 km²[3] und liegt auf 135mü.NHN[4] auf der Gemarkung von Großostheim. Sie befindet sich unmittelbar an der Kreisstraße AB8 zwischen Schaafheim (Hessen) und Großostheim, westlich der Siedlung verläuft die Landesgrenze zu Hessen. Im Osten verläuft die Bundesstraße 26, welche das oberfränkischeBamberg mit dem hessischen Wolfskehlen verbindet.
Der Ort hat seinen Namen von dem Anfang des 16. Jahrhunderts ausgestorbenen selbständigen Dorf Ringheim übernommen. Frühere Schreibweisen sind „Ringelheim“ und „Ringenheim“. Der Name ist vermutlich alemannischer Herkunft und endete ursprünglich auf -ingen.
Das ausgestorbene Dorf lag westlich von Großostheim. Es wurde im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Archäologische Grabungen bestätigten, dass dort schon in vorgeschichtlicher Zeit eine Siedlung bestand. Bereits im 16. Jahrhundert fiel der Ort nach einer Pestepidemiewüst. Ringenheim wurde im Jahre 1499 das letzte Mal schriftlich genannt. Die Ringheimer Mühle ⊙49.9175129.060652330 ist das letzte noch bestehende Anwesen des alten Ringheims.
In der ehemaligen Waldabteilung Ringheimer Schlag lag am Rand des Großostheimer Unterwaldes nahe der früheren gemeindlichen Sandgrube der sogenannte Hexenkirchhof. Auf dem Sandgrubengelände befindet sich heute das Vereinsgebäude des TSV Ringheim.
Das neue Ringheim entstand nach 1945 als Vertriebenensiedlung auf dem Gelände des früheren Luftwaffenflugplatzes Großostheim etwa 2km nordwestlich des ursprünglichen Dorfes. Nach mehrjährigen Verhandlungen wurde der aufgestellte Siedlungsplan mit dem Bau von 230 Häusern genehmigt. Am 7. Juli 1950 bekam die neue Siedlung in Erinnerung an das mittelalterliche Dorf, auf dessen Gemarkung sie entstanden war, den offiziellen Namen Ringheim. Kirche und Schule wurden dort zunächst in Notunterkünften eingerichtet. 1974 wurde die Piuskirche geweiht. Eine rasche Bebauung mit Industrieansiedlung hat aus dem anfänglich kleinen Ortsteil heute eine ansehnliche Siedlung gemacht.
Bis in die 1990er Jahre prägte die Textilindustrie das Bild, inzwischen haben sich zahlreiche Firmen aus verschiedenen Wirtschaftsbranchen niedergelassen. Neben der Großostheimer Eder & Heylands Brauerei, welche seit 2010 die komplette Logistik nach Ringheim auslagert[5], haben sich Nahrungsmittelhersteller wie die Bio-Marke Dennree oder die Salomon Foodworld, aber auch Automobilzulieferer wie die Mahr-Gruppe niedergelassen. Zahlreiche kleinere und größere Unternehmen runden das Portfolio des einstigen Barackendorfes ab.
Ringheim verfügt über ein Kindertageszentrum mit Hort und Krippe sowie über eine Grundschule. Ebenso ist eine Grundschule mit den Jahrgängen 1 bis 4 angesiedelt.
Mit der Buslinie 53 der VAB, welche den Ort durchquert, besteht an den Bahnhöfen in Babenhausen und Aschaffenburg Anschluss an das Regional- und Fernverkehrsnetz des RMV bzw. der Deutschen Bahn. Über die nahegelegenen Bundesstraßen B 26 und B 469 ist der Gemeindeteil an das Fernstraßennetz angebunden.
Etwa 1km östlich der Siedlung, am Rande des Unterwaldes, liegt der Flugplatz Aschaffenburg, ein Verkehrslandeplatz für Flugzeuge bis zu 5700kg. Seit Dezember 2014 ist auf dem Flugplatz ein Hubschrauber der Bundespolizei stationiert.[6][7] Bis 1976 befand sich der Flugplatz direkt neben den Wohngebieten, 1977 wurde er an die heutige Stelle verlegt.[8] Das alte Flugplatzgelände ist heute Industriegebiet.
Sehr gut erhalten ist im heutigen Ringheimer Industriegebiet „Am Nordring“ ein ehemaliger Forschungsbunker (1943–44) der Luftwaffe, welcher heute zu einer Dokumentations- und Begegnungsstätte umgebaut ist.[9] Außerdem gibt es eine private Galerie, deren Schwerpunkt auf der sogenannten Verschollenen Generation, dem Expressiven Realismus sowie dem deutschen Expressionismus liegt.