Die Schaalbeke entspringt auf einer hochgelegenen Grundmoränenplatte. Ab Diekhof wird das Gewässer als Korleputer Mühlenbach bezeichnet. Nach Erreichen des Recknitzurstromtales bei Liessowbifurkiert der Bach und fließt als Recknitz nach Nordosten und als Augraben nach Südwesten. Der Augraben mündet bei Güstrow in die Nebel.
Seit Beginn des 20.Jahrhunderts wurde die Recknitz weitestgehend begradigt und das Stromtal umfangreich melioriert. Die letzten Begradigungen fanden 1959 statt. Durch diese Maßnahmen wurde die ursprüngliche Flusslänge von 122,2km auf 68,7km reduziert. Der Flusslauf unterhalb der Stadt Marlow bis zur Mündung war von der Begradigung nicht betroffen. In den Jahren 2000/2001 wurde die Recknitz zwischen Bad Sülze und Dudendorf auf einer Länge von 9,4km wieder in ihr altes Flussbett gelegt.
Ab Bad Sülze fließt die Recknitz in einem Urstromtal, dem Mecklenburgisch-Vorpommerschen Grenztal. Ihre Gewässersohle liegt hier unter dem Meeresspiegel, wie in Trebel und Peene ab dem nur 6km von Bad Sülze entfernten Trebelbogen bei Tribsees – und wie in den Tiefs an der Nordseeküste. Zwischen Bad Sülze und Marlow hat die Recknitz Tiefen von ca.1,5m. Unterhalb der Stadt Marlow ist sie bis über 4m tief. Von Bad Sülze bis zur Mündung hat die Recknitz auf einer Strecke von 20km nur ein Gefälle von 30cm. Hohe Wasserstände im Saaler Bodden machen sich daher bis Bad Sülze bemerkbar. Die mittlere Abflussmenge am Pegel Bad Sülze beträgt 3,1m³/s.
Der Fluss wurde im Jahr 1250 als Reknicza urkundlich erstmals erwähnt. Der Name leitet sich vom slawischen Wort rêka für Fluss ab und bedeutet so viel wie „Kleiner Fluss“.[5]
Einige Hypothesen sehen die Recknitz als identisch mit dem 955 erwähnten Fluss „Raxa“ an, siehe Schlacht an der Raxa.
Ab Tessin ist es das ganze Jahr möglich, die Recknitz mit dem Kanu zu befahren. In den letzten Jahren sind im Flussverlauf im Rahmen des Programms Natura 2000 viele Renaturierungsmaßnahmen vollzogen worden, die zum einen das Gebiet landschaftlich erheblich attraktiver gestalteten, zum anderen aber dazu führen, dass der Fluss als geplantes Vogelschutzgebiet auf vielen Abschnitten zu einer Sumpf- und Schilfwildnis zuwachsen wird.
Der Recknitzlauf, das Stromtal und die Flussterrassen sind auf 5450ha als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.
Beim Oderhochwasser 1997 konnte daher das Wasser der Oder die Peene und Trebel flussaufwärts fließen, über die Gräben des Grenztalmoores in die Recknitz gelangen und somit in die Darß-Zingster Boddenkette fließen. Hier befinden sich auch die Torfkuhlen Bad Sülze. Dieses vom Oderwasser durchflossene Wassernetz stellt vermutlich den westlichsten Arm des historischen Oderdeltas dar.[6]
In den Jahren 1998 bis 2001 wurden im Rahmen eines LIFE-Projektes umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen im Bereich Dudendorf bis Bad Sülze vollzogen mit dem Ziel, natürliche Wasserverhältnisse zu erhalten und die trockengelegten Moore wieder zu vernässen.[7]
↑Minister für Bau, Landesentwicklung und Umwelt (Hrsg.): Gewässergütebericht 1994, Schwerin 1996, S. 18 (Quelle für Einzugsgebiet)
↑Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN0259-7772, S. 3–168, hier S. 116.