Der RM-51 (Raketomet Vzor 1951) ist ein in der Tschechoslowakei entwickelter und produzierter Mehrfachraketenwerfer. Er verschießt Raketen mit Kaliber 128mm. Weitere Bezeichnungen lauten M-51 und VZ-51.
Der RM-51 entstand auf Grund einer Bedarfsforderung der Tschechoslowakischen Volksarmee, welche die sowjetischen BM-13 (Kaliber 132mm) durch eigene Mehrfachraketenwerfer ersetzen wollten. Die Entwicklung des RM-51 begann 1949 in Zusammenarbeit zwischen Škoda und Zbrojovka Brno. Zwischen 1954 und 1955 wurden Feldtests und Truppenerprobungen durchgeführt. Im Jahr 1956 war der RM-51 in der Tschechoslowakischen Armee operationell. Ab dann erfolgten auch Exporte an verschiedene Streitkräfte des Warschauer Paktes sowie in weitere Staaten. Basierend auf dem RM-51 entstand in Jugoslawien der Mehrfachraketenwerfer M-63 Plamen.[1][4][5]
Als Fahrgestell werden für den RM-51 verschiedene Lastkraftwagen verwendet. Dazu zählen der Steyr 680M, ZIS-151, ZIL-157 oder Praga V3S. Standardmäßig wird letzterer verwendet. Der RM-51 mit dem Praga V3S-Lastkraftwagen nutzt die Radformel 6×6. Das Fahrzeug hat eine Besatzung von sechs Mann. Der Kommandant und der Kraftfahrer sind im Führerhaus untergebracht und der Richtkanonier und die drei Ladeschützen sitzt auf der Pritsche. In der Mitte der Pritsche ist ein auf einem Kasten, ein horizontal und vertikal schwenkbarer Werferrahmen montiert. In diesem sind 32 Abschussrohre mit Kaliber 128mm in vier Lagen zu je 8 Rohren angeordnet. Die 1m langen Rohre sind glatt und haben für den Drall und die Führung der M51-Rakete eine verwundene Nut eingearbeitet. Der Seitenrichtbereich des Werferrahmens beträgt in der Fahrtrichtung je Seite 120°. Der Höhenrichtbereich liegt bei 0° bis +50°. Das Richten des Werferrahmen geschieht hydraulisch oder von Hand. Für das Richten sind auf der linken Seite des Fahrgestells die Richtmittel sowie eine Visiereinrichtung angebracht. Für Indirektes Feuer wird eine Visieranlage mit dem Vz.38/50-Kollimator verwendet und mit dem Zielfernrohr können Ziele im Direktschuss bekämpft werden. Im Kasten unter dem Werferrahmen befindet sich ein Magazin mit weiteren 32 Raketen.[2][3]
Der RM-51 wird von einem luftgekühlten V-6-Dieselmotor Tatra-912-6 angetrieben. Dieser hat bei einer Drehzahl von 2100/min eine Leistung von 72kW (98PS). Der Kraftstofftank fasst 120Liter. Das Fahrzeuggetriebe hat vier Vorwärts- und zwei Rückwärtsgänge. RM-51 erreicht auf der Straße eine maximale Fahrgeschwindigkeit von 62km/h und im Gelände rund 20km/h. Das Fahrzeug hat eine Reichweite von etwa 445km. Der Mehrfachraketenwerfer ist geländegängig. Die Bodenfreiheit des Fahrzeugs beträgt 40cm, die Kletterfähigkeit 46cm, die maximale Wattiefe 0,8m und die maximale Steigfähigkeit 60%.[2][6]
Die M51-Raketen haben ein Kaliber von 128,27mm und sind drallstabilisiert. Sie bestehen aus dem Gefechtskopf im vorderen Teil der Rakete sowie dem dahinter verbauten Feststoffraketentriebwerk. Dieses hat eine Brenndauer von 0,7 Sekunden. Am Raketenheck sind um die Hauptantriebsdüse acht schräge Düsen verbaut, welche die Rakete im Flug in 16.000/min um die Längsachse versetzt, was die Raketenflugbahn stabilisiert. Die maximale Schussdistanz der M51-Rakete beträgt 8,28km bei einer Brennschlussgeschwindigkeit von 415m/s. Die Rakete hat eine Länge von 0,8095m und ein Startgewicht von 24,22kg. Der Splitter-Sprenggefechtskopf wiegt 7,5kg und enthält 2,33kg TNT. Bezündert ist die Rakete mit dem NZ-60v-Aufschlagzünder in der Raketenspitze. Bei der Detonation zerlegt sich der Gefechtskopf in etwa 1400 Splitter. Dabei beträgt der Splitterwirkungsradius gegen lebende Ziele rund 15m.[5][7][8]
Der RM-51 kann einzeln oder im Verbund mit 3 bis 6 anderen RM-51-Mehrfachraketenwerfern in Batterien eingesetzt werden. Bei den Streitkräften des Warschauer Paktes waren den Panzerdivisionen und mot. Schützendivisionen eine Abteilung mit 18 RM-51 zugeteilt. Die Startvorbereitungen mit dem RM-51 dauern in einer vorgängig eingemessenen Feuerstellung drei bis fünf Minuten. Die Raketen werden elektrisch, mit einer kabelgebundenen Bedienkonsole aus einer Entfernung von 50m gestartet. Die Raketen werden einzeln oder in einem Zeitintervall von 0,3Sekunden abgefeuert. So kann eine Salve mit 32 Raketen innerhalb von 12,4Sekunden abgefeuert werden. Nach dem Abfeuern der Raketen werden die leeren Abschussrohre von den Ladeschützen mit neuen Raketen beladen. Dies dauert zwei bis drei Minuten. Für den Munitionsnachschub werden weitere Lkw‘s mit jeweils 98 Ersatzraketen verwendet.[2][4][5][8]
Shelford Bidwell: Brassey’s Artillery of the World. Brassey’s, Vereinigtes Königreich, 1981, ISBN 978-0-08-027035-7.
Terry Gander & Ian Hogg: Jane’s Ammunition Handbook 1994–1995, Third Edition. Jane’s Information Group, Vereinigtes Königreich, 1994, ISBN 0-7106-1207-9.
↑Terry Gander & Ian Hogg: Jane’s Ammunition Handbook 1994–1995. 1994, S. 457.
12Adrian Stroea & Gheorghe Bãjenaru:Artileria română în date şi imagini.(PDF)In:worldwar2.ro.Editura Centrului Tehnic-Editorial al Armatei,abgerufen am 4.Juni 2026(rumänisch).
↑Trade Register auf sipri.org, abgerufen am 4. Juni 2026
↑The International Institute for Strategic Studies (IISS): The Military Balance 2026. Routledge Revivals, Vereinigtes Königreich, 2026, ISBN 978-1-003-77897-4.