Putoranit kristallisiert im kubischen Kristallsystem, entwickelt aber nur selten idiomorphe Kristalle. Meist findet er sich in Form von bis zu 0,1mm großen messingfarbenen Körnern, die mit Mooihoekit verwachsen sind.
Erstmals entdeckt wurde Putoranit in der Kupfer-Nickel-Sulfid-Lagerstätte des Grubenreviers „Oktyabr'skoye“ (auch Oktyabrsky, Oktyabr'sky oder Oktyabr'skoe) bei Talnach (seit 2004 Stadtteil des südwestlich gelegenen Norilsk) am Nordwestrand des Putorana-Gebirges in der russischen Region Krasnojarsk. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch A. A. Filimonowa, T. L. Jewstignejewa und I. P. Laputina (russischА. А. Филимонова, Т. Л. Евстигнеева, И. П. Лапутина, wiss. TransliterationA. A. Filimonova, T. L. Evstigneeva, I. P. Laputina), die das Mineral nach dem Gebirge benannten.
Das Mineralogenteam sandte seine Untersuchungsergebnis und den gewählten Namen 1979 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangs-Nummer der IMA: 1979-054[1]), die den Putoranit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Erstbeschreibung wurde anschließend 1980 im russischen Fachmagazin Sapiski Wsessojusnogo Mineralogitscheskogo Obschtschestwa (russischЗаписки Всесоюзного Минералогического Общества) veröffentlicht. Die Bestätigung der Freigabe folgte 1981 mit der Publikation der New Mineral Names im englischsprachigen Fachmagazin American Mineralogist. Die ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Putoranit lautet „Put“.[2]
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[8]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Putoranit in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze (Sulfide, Selenide, Telluride, Arsenide, Antimonide, Bismutide, Sulfarsenide, Sulfantimonide, Sulfbismutide)“ und dort in die Abteilung „Metallsulfide, M: S = 1: 1 (und ähnliche)“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „mit Zink (Zn), Eisen (Fe), Kupfer (Cu), Silber (Ag) usw.“ zu finden, wo es zusammen mit Haycockit, Mooihoekit und Talnakhit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 2.CB.10b bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Putoranit die System- und Mineralnummer 02.09.07.01. Das entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfidminerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Selenide und Telluride – mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit (m+n):p=1:1“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 02.09.07.
Außer an seiner Typlokalität in der Region Krasnojarsk fand sich das Mineral in Russland noch in der Lagerstätte „Lovnoozero“ südwestlich vom See Lovno und nahe Montschegorsk in der Oblast Murmansk.
Daneben trat Putoranit bisher nur noch in der „Hamutenha-Intrusion“ nahe Chibia in Angola sowie in den Chromit-Gruben „Dağküplü“ und „Kavak“ bei Eskişehir in der Türkei auf.[9]
А. А. Филимонова, Т. Л. Евстигнеева, И. П. Лапутина:Путоранит и Никелистый Путоранит – Новые Минералы из Группы Халькопирита. In: Записки Всесоюзного Минералогического Общества. Band109, Nr.3, 1980, S.335–341 (russisch, rruff.info[PDF; 872kB; abgerufen am 6.August 2023] englische Übersetzung: A. A. Filimonova, T. L. Evstigneeva, I. P. Laputina: Putoranite and nickel-bearing putoranite, new minerals of the chalcopyrite group. In: Zapiski Vsesoyuznogo Mineralogicheskogo Obshchestva.).
Michael Fleischer, Louis J. Cabri:New mineral names. In: American Mineralogist. Band66, 1981, S.637–639;hier:638 (englisch, rruff.info[PDF; 489kB; abgerufen am 6.August 2023]).
123456Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.80 (englisch).
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Putoranite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 50kB; abgerufen am 6.August 2023]).
↑Putoranite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy;abgerufen am 6.August 2023(englisch).