Mackinawit ist ein Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“, das an verschiedenen Fundorten zum Teil reichlich vorhanden sein kann, insgesamt aber wenig verbreitet ist. Es kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung (Fe,Ni)9S8[4] und entwickelt manchmal dünne, tafelförmige Kristalle bis zu 1mm Größe von bronzener oder weiß-grauer Farbe. Viel häufiger ist es allerdings in Form winziger, unregelmäßiger Flitter bzw. Einschlüsse in Chalkopyrit oder Pentlandit zu finden.[5]
Mackinawit wurde erstmals in der Mackinaw-Mine im Snohomish County im US-Bundesstaat Washington entdeckt. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte 1963 von Howard T. Evans Jr., Charles Milton E. C. T. Chao, Isidore Adler, Cynthia Mead, Blanche Ingram und Richard A. Berner, die das Mineral nach dessen Typlokalität benannten.
Mackinawit wurde während der Gründungsphase der International Mineralogical Association (IMA) erstbeschrieben und hat daher noch keine IMA-Nummer, sondern erhielt zusammen mit anderen Mineralen eine nachträgliche Anerkennung von mehr als 60% der Kommissionsmitglieder für neue Minerale, Nomenklatur und Klassifikation (CNMNC). In einem zusammenfassenden Report wurde die Anerkennung 1967 publiziert.[6] Infolgedessen wird das Mineral unter der Summenanerkennung „1967s.p.“ (special procedure) geführt.[1]
Mackinawit wurde früher häufig mit dem sehr ähnlich aussehenden Valleriit verwechselt. Die Ähnlichkeit und auch die Verbreitung sind so ähnlich, dass die beiden Minerale für ein Mineral gehalten wurden. Valleriit besitzt jedoch eine andere chemische Zusammensetzung und ist auch weicher als Mackinawit.[5]
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[8]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Mackinawit in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze (Sulfide, Selenide, Telluride, Arsenide, Antimonide, Bismutide, Sulfarsenide, Sulfantimonide, Sulfbismutide)“ und dort in die Abteilung „Metallsulfide, M: S = 1: 1 (und ähnliche)“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „mit Nickel (Ni), Eisen (Fe), Cobalt (Co) usw.“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 2.CC.25 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Mackinawit die System- und Mineralnummer 02.07.02.01. Das entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfidminerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Seleniden und Telluriden – mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit (m+n):p=9:8“ in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 02.07.02, in der auch Sugakiit eingeordnet ist.
Mackinawit bildet sich hydrothermal in Mineralablagerungen und während der Serpentinisierung von Peridotit. Auch in Gewässerschlämmen unter reduzierenden Bedingungen kann sich Mackinawit bilden, wobei auch eine Beteiligung von Sulfat-reduzierenden Bakterien vermutet wird. Daneben findet man ihn selten in manchen Meteoriten, den Kohligen Chondriten.
Insgesamt konnte Mackinawit bisher (Stand: 2011) an rund 230 Fundorten nachgewiesen werden. In Deutschland trat das Mineral bei Hagendorf (Waidhaus) in Bayern und am Rammelsberg in Niedersachsen auf.
Howard T. Evans Jr., Charles Milton E. C. T. Chao, Isidore Adler, Cynthia Mead, Blanche Ingram und Richard A. Berner:Valleriite and the new iron sulfide, mackinawite. In: U.S. Geological Survey Professional Paper. 475-D, 1964, S.64–69 (englisch, rruff.info[PDF; 848kB; abgerufen am 13.November 2024]).
Mackinawite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 50kB; abgerufen am 13.November 2024]).
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International Mineralogical Association: Commission on new minerals and mineral names. In: Mineralogical Magazine. Band36, März 1967, S.131–136 (englisch, rruff.info[PDF; 210kB; abgerufen am 13.November 2024]).
↑Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.