Godlevskit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem, konnte jedoch bisher nur in Form von körnigen und meist komplex verzwillingtenKristallen bis etwa einem Millimeter Größe sowie körniger Aggregate gefunden werden. Die Farbe der undurchsichtigen Kristalle gleicht einem bronzeähnlichen Gelb mit Metallglanz auf den Oberflächen.[7] In polierten Dünnschliffen ist er eher hellgelb.[5]
Erstmals entdeckt wurde Godlevskit in der Kupfer-Nickel-Lagerstätte zwischen Norilsk und Talnach (englisch Talnakh) in Russland (Ostsibirien). Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch E. A. Kulagow, T. L. Jewstignejewa und O. Je. Juschko-Sacharowa (russischЭ. А. Кулагов, Т. Л. Евстигнеева, О. Е. Юшко-Захарова), die das Mineral nach dem russischen Geologen Michaila Nikolajewitscha Godlewskogo (russischМихаила Николаевича Годлевского; 1902–1984)[8] benannten.
Kulagow, Jewstignejewa und Juschko-Sacharowa sandten ihre Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1968 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangs-Nr. der IMA: 1968-032[1]), die den Godlevskit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Publikation der Erstbeschreibung folgte ein Jahr später im russischen Fachmagazin Геология Рудных Месторождений (deutsche Transkription: Geologija Rudnych Mestoroschdeni). Die Anerkennung des Minerals wurde 1970 mit der Publikation der New mineral names im englischsprachigen Fachmagazin American Mineralogist bestätigt.
Die von der International Mineralogical Association (IMA) verwendete 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Godlevskit ebenfalls in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort in die Abteilung der „Metallsulfide, M: S > 1: 1 (hauptsächlich 2: 1)“ ein. Diese Abteilung ist allerdings weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „mit Nickel (Ni)“ zu finden ist, wo es als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 2.BB.15b bildet.
Als seltene Mineralbildung konnte Godlevskit bisher (Stand: 2012) nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden, wobei rund 20 Fundorte als bekannt gelten.[9] Neben seiner Typlokalität Norilsk-Talnach fand sich das Mineral in Russland bisher nur noch im Yoko-Dovyrensky Massiv nahe dem Baikalsee in der Republik Burjatien.
Э. А. Кулагов, Т. Л. Евстигнеева, О. Е. Юшко-Захарова:Новый Сульфид никеля – Годлевскит. In: Геология Рудных Месторождений. Band11, 1969, S.115–121 (russisch, rruff.info[PDF; 916kB; abgerufen am 7.Dezember 2022] englische Übersetzung: E. A. Kulagov, T. L. Evstigneeva, O. E. Yushko-Zakharova: The new nickel sufide godlevskite. In: Geologiya Rudnykh Mestorozhdenii.).
Michael Fleischer:New mineral names. In: American Mineralogist. Band55, 1970, S.317–323 (englisch, rruff.info[PDF; 544kB; abgerufen am 7.Dezember 2022]).
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.70 (englisch).
1234
Godlevskite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 51kB; abgerufen am 7.Dezember 2022]).
↑Hans Jürgen Rösler:Lehrbuch der Mineralogie. 4. durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S.319.
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑Godlevskite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 7.Dezember 2022(englisch).
↑Localities for Godlevskite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 7.Dezember 2022(englisch).
↑
Fundortliste für Godlevskit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 7. Dezember 2022.