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Pope Ladies

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Pope Ladies sind traditionelle Gebildbrote der Stadt St. Albans, Hertfordshire. Sie werden warm zu Punsch oder heißem Gewürz-Apfelwein bei einer Silvesterfeier oder mit Fruchtaufstrich zum Kaffee oder Tee am Neujahrstag serviert.[1] Ursprung und Namensherkunft sind unklar, das Wort wurde später zu „Popladies“ verballhornt.[2] Die Figuren aus Hefeteig sind in groben Umrissen einer menschlichen Gestalt nachgeformt: Ein runder Teigklumpen mit Korinthen als Augen bildet den Kopf, der längliche Körper ohne Beine läuft spitz aus, und erinnert eher an einen Sarkophag, während zwei Teigklumpen an den Seiten die Arme andeuten.[1][3]

Gebäckstücke in Menschengestalt sind aus dem 7. Jahrhundert aufgrund der formellen Verbote gegen ihre Herstellung bekannt. Im 13. Jahrhundert findet sich ein solches Verbot in Norwegen, und 1607 in Delft, wo es den Verkauf von Lebkuchen und Gebäck in Form von Menschenköpfen betraf.[4] Die in Europa am häufigsten anzutreffende Variante ist das sogenannte „Männele“: Eine Kugel Briocheteig wird so geformt, dass Kopf und Körper entstehen; anschließend werden Arme und Beine eingeschnitten und Augen aus Rosinen gesteckt.[4] Diese kleinen Figuren gibt es in ganz Europa, in England gab es bis Anfang des 20. Jahrhunderts die sogenannten „yule-doos“ und „pope ladies“.[4]

Die Gebäckfiguren aus St. Albans weisen Ähnlichkeiten mit der ebenfalls in England bekannten Gebäckfigur „Yule-doo“ auf, die man im Durham des 19. Jahrhunderts im Dezember fand.[5] Es handelte sich um Hefeteiggebäck mit Korinthen in der Form eines Wickelkindes – traditionell als Darstellung des in seiner Krippe in Windeln gewickelten Jesus gedeutet. Ursprünglich wurden sie in Bergbaugemeinschaften hergestellt.[5]

Die Almosenverteilung endete mit der Reformation, doch örtliche Bäckereien in St. Albans führten den Brauch fort. Eine „Pop-Lady-Gebäckfigur“ ist im Herts County Museum in St. Albans zu sehen. Sie ist mit Korinthen versehen, die Augen, Nase und Mund darstellen.[6]

Die Gebäckstücke sollen früher am „Lady Day“ (Mariä Verkündigung) verkauft worden sein, was ihnen zu ihrem Namen verholfen habe.[7] Kinder sollen um 1819 an Silvester auf der Straße "Pop(e)-ladies! Pop(e)-ladies!" geheischen haben.[1][3]

Eine der Legenden führt den Ursprung auf eine vornehme Lady zurück, die mit ihrem Gefolge auf dem Weg nach St. Alban’s von der Dunkelheit überrascht wurde. Sie folgten dem Licht im Uhrturm auf dem Hügel und erreichten das Kloster, wo sie Unterkunft erhielten. Aus Dankbarkeit habe die Dame eine Geldsumme gestiftet, um am „Lady Day“ alljährlich Gebäck in Frauengestalt an die arme Bevölkerung der Umgebung verteilen zu lassen. Da diese Gaben von den Mönchen verteilt wurden, erhielten die Gebäckstücke vermutlich auf diese Weise ihren Namen „Pope Ladies“.[7]

Einer anderen Überlieferung zufolge soll ein Zusammenhang mit dem Mythos von der Päpstin Johanna bestehen.[1][7] Eine eher abenteuerliche Theorie besagt, dass die Gebäckstücke als Effigies der Päpstin Johanna gedacht waren, die einen Bezug zu St. Albans gehabt haben soll – aus welchem Grund, blieb ebenfalls ein Rätsel.[2]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 Liturgical Year : Recipes : Pope Ladies. Abgerufen am 19. Oktober 2026.
  2. 1 2 Wine and Food. Wine and Food Society, 1954, S. 256.
  3. 1 2 Steve Roud: The English Year. Penguin UK, 2008, ISBN 978-0-14-191927-0 (Ebook).
  4. 1 2 3 Christine Armengaud, Etablissement public du parc et de la grande halle de La Villette: Manger le petit homme. In: Le diable sucré. Martinière, 2000, ISBN 978-2-7324-2498-9, S. 16.
  5. 1 2 Lally MacBeth: The Lost Folk: From the Forgotten Past to the Emerging Future of Folk. Faber & Faber, 2025, ISBN 978-0-571-38832-5 (google.de [abgerufen am 20. Oktober 2026]).
  6. ↑ Cecil Hunt: British Customs and Ceremonies: When, Where, and Why: an Informative Guide. Benn, 1954, S. 163.
  7. 1 2 3 T. F. (Thomas Firminger) Thiselton-Dyer: British Popular Customs, Present and Past Illustrating the Social and Domestic Manners of the People. Arranged According to the Calendar of the Year. Abgerufen am 19. Oktober 2026 (englisch).