Peter Faller
Peter Faller (* 22. Februar 1931 in Lörrach; † 31. Dezember 2025[1][2]) war ein deutscher Architekt, Autor und Universitätsprofessor.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Faller studierte von 1951 bis 1958 Architektur an der Technischen Hochschule in Stuttgart, unter anderem bei Günter Wilhelm. Anschließend war er als Assistent bei Rolf Gutbrod am Lehrstuhl tätig. 1965 gründete er zusammen mit Hermann Schröder die Bürogemeinschaft Faller + Schröder in Stuttgart.[3] Von 1983 bis 1990 führte er die Bürogemeinschaft mit Christian Muschalek. Faller wurde 1974 in den Bund Deutscher Architekten berufen. 1996 folgte die Mitgliedschaft in der Alvar-Aalto-Gesellschaft Helsinki.
Faller war 1960 für ein Jahr Gastlehrer an der Kingston-School of Art[3] und 1962 für ein Jahr als Gastlehrer an der School of Architecture der University of Virginia tätig. 1975 wurde er zum Thomas Jefferson Professor in Architecture an der University of Virginia ernannt. Von 1977 bis 1996 hatte er die Professur für Gebäudelehre und Entwerfen an der Universität Stuttgart inne und leitete dort das Institut für Wohnen und Entwerfen (IWE). Zwischen 1970 und 1973 forschte Faller an einer städtebaulichen Verdichtung durch terrassierte Bauten in der Ebene (Beispiel: Wohnhügel) und von 1978 bis 1979 für die Bauen und Wohnen FBW Planungsbeteiligung im Geschossbau (Beispiel: Schnitz).
Er galt als Visionär des „demokratischen Wohnens“. Gemeinsam mit Hermann Schröder realisierte er in der Bürogemeinschaft Faller + Schröder (seit 1965) zahlreiche Projekte, die oft durch terrassierte Strukturen und innovative Grundrisse bestachen. Neben seiner praktischen Arbeit war Faller ein renommierter Architekturtheoretiker. Sein Standardwerk „Der Wohngrundriss“ (erstmals 1996 erschienen) analysiert die Entwicklung von Wohnformen und gilt bis heute als wichtiges Lehrbuch in der Architekturausbildung.
Faller heiratete 1980 die finnische Textildesignerin und Handweberin Arja Nenonen (1936–2011). Sie hatte zwei Söhne aus erster Ehe.[3]
Bauten
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als Mitglied der Architektengemeinschaft Faller + Schröder:
- 1964–1968: Wohnhügel in Marl mit Roland Frey und Claus Schmidt[4][5] ⊙
- 1965–1968: Terrassenwohnanlage Tapachstraße in Rot[6][7] (mit Kit Allsopp) ⊙
- 1968–1970: Wohnungsbau in Wiblingen
- 1969–1970: Demonstrativbauvorhaben Hochberg I in Ravensburg (Peter Faller, Hermann Schröder) ⊙[8]
- 1969–1971: Split-Level-Terrassenhäuser in Stuttgart Neugereut[9][10]
- 1973–1974: Terrassenhaus Schnitz in Stuttgart-Neugereut (Peter Faller, Hermann Schröder und Claus Schmidt, mit Reinhold Layer) ⊙[11]
- 1972–1975: Terrassen- und Hügelhäuser in der Wohnanlage Oberer Lyngsberg in Bad Godesberg-Lyngsberg[12] ⊙⊙
Auszeichnungen und Preise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1965: 2. Preis – Deutscher Pavillon für die Weltausstellung, Montreal
- 1968: Paul-Bonatz-Preis der Stadt Stuttgart
- 1969: Hugo-Häring-Preis für den Wohnhügel in Marl
- 1971: Paul-Bonatz-Preis der Stadt Stuttgart
- 1972: Internationaler Architekturpreis des Institute Nat. du Logement, Brüssel
- 1972: Hugo-Häring-Preis für die Wohnanlage Tapachstraße in Stuttgart-Rot
- 1974: Hugo-Häring-Preis für die Terrassenhäuser in Stuttgart-Neugereut
- 1975: Paul-Bonatz-Preis der Stadt Stuttgart
- 1975: Architekturpreis Beton für die Terrassenhäuser in Stuttgart-Neugereut
- 1978: Internationaler Architekturpreis des Institute Nat. du Logement, Brüssel
- 1978: Hugo-Häring-Preis für Mehrfamilienwohnhaus „Schnitz“ in Stuttgart-Neugereut
Vorträge
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1980: South London Polytechnic
- 1984: Universität Hefei (V.R. China Austauschprogramm mit der Uni Stuttgart. Mehrwöchige Vortragsreihe zu Wohnbauthemen)
- 1986: Goethe-Institut Montevideo, Uruguay
- 2002: Vorträge an vier chinesischen Hochschulen anlässlich der Buchvorstellung „Der Wohngrundriss“
Publikationen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Peter Faller (Hrsg.): Der Wohngrundriss. Wüstenrot Stiftung und Deutsche Verlags-Anstalt, 1996, ISBN 3-421-03211-4. (wissenschaftlicher Mitarbeiter: Eberhard Wurst)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- DNB 1051529034
- Peter Faller. In: archINFORM.
- Kurzbiografie Peter Faller (KIT Karlsruhe)
- Kurzbiografie Faller+Schröder (KIT Karlsruhe)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Nicole Golombek: Architekt aus Stuttgart: Visionär und Menschenkenner – Peter Faller ist tot. In: stuttgarter-zeitung.de. Stuttgarter Zeitung Verlagsgesellschaft mbH, 16. Januar 2026, abgerufen am 16. Januar 2026.
- ↑ Traueranzeige von Peter Faller. In: zeit-des-gedenkens.de. Südwest Media Network GmbH, 14. Januar 2026, abgerufen am 16. Januar 2026.
- ↑ a b c Das Institut Wohnen und Entwerfen. Universität Stuttgart Institut Wohnen und Entwerfen, abgerufen am 4. Oktober 2020.
- ↑ German Post-War Modern. Abgerufen am 24. November 2020.
- ↑ German Post-War Modern. Abgerufen am 24. November 2020.
- ↑ Peter Faller / Hermann Schröder: Residential Complex Tapachstraße, 1969?–1971. In: #SOSBrutalism. Abgerufen am 4. Oktober 2020 (englisch).
- ↑ German Post-War Modern. Abgerufen am 24. November 2020.
- ↑ 100 Jahre Bau- und Sparverein Ravensburg eG (Digitalisat).
- ↑ Architekturspaziergang – Architektur in Neugereut. In: Frischer Wind in Neugereut. Abgerufen am 4. Oktober 2020.
- ↑ German Post-War Modern. Abgerufen am 24. November 2020.
- ↑ Denkmalporträt: Selbstbestimmung im Geschosswohnungsbau. Das Terrassenhaus „Schnitz“ in Stuttgart (Digitalisat).
- ↑ Dr. Martin Bredenbeck: Gutachterliche Stellungnahme zum Denkmalwert. LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland 2025 (Digitalisat).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Faller, Peter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt, Autor und Universitätsprofessor |
| GEBURTSDATUM | 22. Februar 1931 |
| GEBURTSORT | Lörrach |
| STERBEDATUM | 31. Dezember 2025 |