Die Stadt liegt im kroatischen Teil von Istrien in der Gespanschaft Istrien. Der Ort Pazin hat 4386 Einwohner, die Gemeinde, die auch zahlreiche umliegende Ortschaften umfasst, hat 8638 Bewohner (Volkszählung 2011). Aufgrund seiner zentralen Lage und seiner historischen Bedeutung als Hauptort der alten Markgrafschaft Istrien ist Pazin/Pisino Sitz des Regionalparlaments der Gespanschaft, das offiziell zweisprachig, kroatisch und italienisch, verhandelt.
1374 gelangte Pisino in den Besitz der Habsburger. Von 1805 bis 1814 stand die Stadt unter napoleonischer Herrschaft und war dabei zuerst Teil des Königreichs Italien; ab 1809 gehörte sie zu den Illyrischen Provinzen. Nach 1815 war Pisino erneut Teil der Habsburgermonarchie und Tagungsort des istrischen Landtags. Nach dem Ersten Weltkrieg kam die Stadt 1918 zu Italien.
Während des Zweiten Weltkriegs ereignete sich 1943 das Massaker von Pazin. 1945 wurde Pisino von Jugoslawien besetzt und in Pazin umbenannt. Die italienische Bevölkerung der Stadt wurde vertrieben. Seit 1991 ist Pazin Teil des unabhängigen Kroatien.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Burg Montecuccoli zu einem Museum umgestaltet. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die aus dem 13. Jahrhundert stammende Abtei des hl. Nikolai, das dort im 15. Jahrhundert erbaute Franziskanerkloster, das Rathaus und der Karstfluss Pazinčica, der unter dem Schloss, das einst den Grafen von Montecuccoli gehörte, in einer Karsthöhle verschwindet. Dem französischenSchriftstellerJules Verne diente der Abgrund von Pisino als Inspiration für seinen Roman Mathias Sandorf. Diese geologische Besonderheit wurde 1896 erstmals erforscht.
Nördlich des bebauten Stadtgebiets, bereits im Bergland und noch teilweise auf dem Gemeindegebiet von Pazin befindet sich der Butoniga-Stausee. Er wird zur Trinkwassergewinnung genutzt und versorgt Städte südlich des Limski-Kanal.[3][4]