Orneta
| Orneta | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Ermland-Masuren | |
| Powiat: | Lidzbarski | |
| Gmina: | Orneta | |
| Fläche: | 9,63 km² | |
| Geographische Lage: | 54° 6′ N, 20° 8′ O | |
| Einwohner: | 8007 (2024[1]) | |
| Postleitzahl: | 11-130 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 55 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NLI | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | DW 507: Braniewo ↔ Dobre Miasto | |
| DW 513: Pasłęk ↔ Wozławki | ||
| DW 528: Morąg – Miłakowo – Orneta | ||
| Eisenbahn: | PKP-Linie 221: Bahnstrecke Olsztyn Gutkowo–Braniewo | |
| Nächster int. Flughafen: | Danzig | |
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1802 | 2251 | [10] |
| 1810 | 1793 | [10] |
| 1816 | 2016 | davon 1904 Katholiken, 88 Evangelische und 24 Juden[10] |
| 1821 | 2372 | [10] |
| 1852 | 3800 | [11] nach anderen Angaben am Jahresende 3796 Einwohner[12] |
| 1858 | 4314 | davon 3748 Katholiken, 452 Evangelische, 110 Juden und vier Mennoniten[13] |
| 1875 | 4637 | [14] |
| 1880 | 4720 | [14] |
| 1890 | 5118 | davon 4404 Katholiken, 551 Evangelische und 159 Juden[14] |
| 1905 | 5593 | davon 690 Evangelische und 87 Juden[7] |
| 1910 | 5559 | [15] |
| 1933 | 6813 | [14] |
| 1939 | 7816 | [14] |
| 2024 | 8007 | [1] |




Religionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Christentum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in Wormditt ein katholisches und ein evangelisches Kirchspiel.
Die Geschichte des römisch-katholischen Kirchspiels, das sich aus einer Stadt- und Landgemeinde zusammensetzte, geht auf den Anfang des 14. Jahrhunderts zurück. Einem Kirchenbuch zufolge war 1312 ein Henricus Pfarrherr in Wormditt, 1406 wird ein Pfarrer namens Katti erwähnt. Von 1715 bis zum Frühjahr 1738 wirkte Erzpriester Johann Michael Braun als Seelsorger, der der Gemeinde ein bedeutendes Vermögen hinterließ. Um 1823 hatte Erzpriester Sigmanski das Amt inne.[16]
Das evangelische Kirchspiel in Wormditt verfügte seit Ende 1830 über ein neues Kirchengebäude.[17] Die ehemalige evangelische Kirche und heutige orthodoxe St.-Nikolaus-Kirche wurde in den Jahren 1829 und 1830 im spätklassizistischen Stil erbaut, der Turm in den Jahren 1905 und 1906. Das Innere der Kirche ist den Bedürfnissen der orthodoxen Liturgie angepasst.
Judentum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahre 1890 erhielt die Stadt Wormditt eine neue Synagoge. 1938 wurde sie innen total zerstört. Das Gebäude ist aber als Wohnhaus bis heute erhalten.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Johanniskirche, 14. Jahrhundert, nach dem Frauenburger Dom die älteste Kirche Ermlands, chorlose dreischiffige Backsteinbasilika, architekturgeschichtlich bedeutsam, wertvolle Ausstattung. An der Fassade finden sich als Formziegel seltene gotische Figurendarstellungen.
- Rathaus, erbaut 1384, gotisch, mit Treppengiebel, teilweise von Hakenbuden (Markthäusern) umgeben
- Marktplatz mit zahlreichen Laubenhäusern
- Jerusalemskapelle, 19. Jahrhundert, mit wertvoller Ausstattung
- Speicher aus dem 18. Jahrhundert in der ulica Browarna
- Reste der Stadtmauer
- Fundamente und Keller der Bischofsburg unter den Bauten der städtischen Volksschule.
- St.-Nikolaus-Kirche einst evangelische Kirche aus dem Umkreis von Karl Friedrich Schinkel, Mitte des 19. Jahrhunderts, heute orthodox.
- Neue Synagoge
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Bahnhof Orneta liegt an der von Olsztyn-Gutkowo nach Braniewo verlaufenden Eisenbahnstrecke.
Gmina
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stadt-und-Land-Gemeinde Orneta hat insgesamt 10.912 Einwohner (1. Januar 2024).
Partnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2001 wurde ein Städtepartnerschaftsvertrag mit der thüringischen Stadt Bleicherode im Südharz unterzeichnet. Seit 2006 besteht eine Partnerschaft mit der Samtgemeinde Herzlake.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Söhne und Töchter der Stadt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Petrus Zwicker († 1403), Cölestiner und Inquisitor
- Katharina Braunschmidt (1865–1923), Rot-Kreuz-Schwester, Oberin in Eberswalde und Lübeck
- Hugo Liedmann (1879–1963), Theologe, 1921–1960 Oberpfarrer an St. Quirin in Neuss
- Toni Koy (1896–1990), deutsche Goldschmiedin und Bernsteinbearbeiterin
- Jochen Schmauch (1924–1984), deutscher Pädagoge, Entwicklungshelfer und Sachbuchautor
- Joachim Konrad (1924–2017), deutscher Schauspieler, Synchron- und Hörspielsprecher
- Hans Joachim Albrecht (1938–2025), deutscher Bildhauer, Kunsthistoriker und Hochschullehrer
- Anatol Feid (1942–2002), Dominikaner und Schriftsteller
- Tomasz Karwowski (1960–2018), Politiker
- Adrian Kasnitz (* 1974), deutscher Schriftsteller
- Krzysztof Jotko (* 1989), MMA-Kämpfer
Mit der Stadt verbunden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ferdinand von Schau (1768–1840), Offizier und Landrat, auf dem Rittergut Korbsdorf bei Wormditt geboren
- Carl Gotthilf Büttner (1848–1893), deutscher Missionar und Sprachwissenschaftler, von 1880 bis 1886 Pastor in Wormditt
- Hans Schmauch (1887–1966), deutscher Historiker und Lehrer am Progymnasium in Wormditt
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Paul Plieth: Wormditt. Eine ermländische Kleinstadt in Ostpreußen. Meerbusch 1994.
- Gerhard Reifferscheid: Die St. Johannis-Basilika in Wormditt, 1379–1979. Kirchspiel, Stadt und Dekanat. Luthe, Köln 1979.
- Hans Schmauch: Zur Geschichte der St. Johannispfarrkirche zu Wormditt. Zum 550jährigen Jubiläum. Verlag F. Majewski, A. Dargel Nachf., Wormditt 1929.
- Erich Weise (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Band: Ost- und Westpreußen (= Kröners Taschenausgabe. Band 317). Unveränderter Nachdruck der 1. Auflage 1966. Kröner, Stuttgart 1981, ISBN 3-520-31701-X.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Wormditt (Territorial.de)
- Historia Ornety. orneta.net (polnisch).
- Geschichte von Orneta – Wormditt. ostpreussen.net
Fußnoten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Powierzchnia i ludność w przekroju terytorialnym w 2024 roku, abgerufen am 21. Januar 2025.
- Franz Buchholz: Bilder aus Wormditts Vergangenheit. Verlag Bruno Kraft, Wormditt 1931.
- ↑ Rozalia Przybytek: Ortsnamen baltischer Herkunft im südlichen Teil Ostpreußens (= Hydronymia Europaea, Sonderband 1). Steiner, Stuttgart 1993, ISBN 3-515-06449-4, S. 198.
- ↑ Ewa Żebrowska: Die Entstehung des hochpreußischen Dialekts in Ermland und sein Schicksal nach dem Zweiten Weltkrieg. In: Acta Neophilologica, Bd. 3 (2001). ISSN 1509-1619, S. 127–142, hier S. 131.
- ↑ Art. Wormditt (Ermland/Ostpreußen). In: Klaus-Dieter Alicke: Lexikon der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum, Band 3: Ochtrup – Zwittau. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2008, ISBN 978-3-579-08079-6, Sp. 4509–4510, hier Sp. 4509.
- ↑ Neueste Mittheilungen vom 9. Oktober 1884.
- 1 2 Wormditt, Lexikoneintrag in: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, band 20, Leipzig und Wien 1909, S. 750
- ↑ Art. Wormditt (Ermland/Ostpreußen). In: Klaus-Dieter Alicke: Lexikon der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum, Band 3: Ochtrup – Zwittau. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2008, Sp. 4509–4510, hier Sp. 4510.
- ↑ Gerhard Reifferscheid: Die St. Johannis-Basilika in Wormditt, 1379–1979. Kirchspiel, Stadt und Dekanat (Ostpreußische Kirchen: Ermland, Bd. 1). Luthe, Köln 1979, S. 9.
- 1 2 3 4 Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 410–411, Ziffer 826.
- ↑ Leopold Kraatz: Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 692; Textarchiv – Internet Archive.
- ↑ Uebersicht des Flächenraums und der Einwohnerzahl des Preussisches Staates, und Alphabetisches Verzeichniss der Städte in demselben, mit Angabe der Civil-Einwohnerzahl am Schlusse des Jahres 1852. Decker, Berlin 1854, Tabelle 28.
- ↑ Adolf Schlott: Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Königsberg, nach amtlichen Quellen. Hartung, Königsberg 1861, S. 46, Ziffer 194.
- 1 2 3 4 5 Michael Rademacher: Landkreis Braunsberg. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
- ↑ Landkreis Braunsberg. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 16. April 2023; abgerufen am 16. Februar 2026. (Einwohner Wormditt 1. Dezember 1910).
- ↑ Sigmanski: Verzeichnis der im katholische Kirchspiel Wormditt Geborenen, Getrauten und Gestorbenen in den nachstehenden Jahren. In: Preußische Provinzial-Blätter, Band 14, Königsberg 1835, S. 68–70.
- ↑ Nachricht von der Einweihungs-Feierlichkeit der neuen Kirche zu Wormditt am 19. Dezember 1830. In: Preussische Provinzial-Blätter, 5. Band, Königsberg 1831, S. 143–146.



