Odfried Hepp
Odfried Herbert Hepp (* 18. April 1958 in Achern) ist ein ehemaliger deutscher Neonazi. Anfang 1982 gründete er mit Walter Kexel die rechtsterroristische Hepp-Kexel-Gruppe. Deren sechs Mitglieder verübten bis zum Jahresende mindestens fünf Banküberfälle und insgesamt elf Anschläge auf Angehörige und Einrichtungen der US-Armee in Deutschland. Von 1982 bis 1985 war Hepp zudem Informant der DDR-Staatssicherheit. Er ist unter anderem wegen eines Mordversuchs, schweren Raubs und Bildung einer terroristischen Vereinigung vorbestraft.
Jugend
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Odfried Hepp war das fünfte und jüngste Kind des Ehepaars Armin und Lotte Hepp.[1] Sein Vater (1925–2014) war Bauingenieur in Achern und trat auch als Heimatkundler hervor. Er war aktives Mitglied der antisemitischen und völkisch-rassistischen Vereine Germanische Glaubensgemeinschaft und Deutschgläubige Gemeinschaft,[2] die in der Zeit des Nationalsozialismus als Deutsche Glaubensbewegung erfolglos eine germanische Staatskirche anstrebten. Letzterer Verein wurde 1950 wiedergegründet.[3]
Schon als Zehnjähriger lernte Hepp antisemitische Hetzlieder von Altnazis, darunter ehemaligen SS-Angehörigen, und Mitgliedern des Wandervogel und der Bündischen Jugend, die sein Vater ins Elternhaus eingeladen hatte. Befreundete Nachbarsjungen gehörten zum NPD-Jugendverband Junge Nationaldemokraten.[4] Wegen Uneinigkeit über die politische Erziehung der Kinder und Alkoholexzessen des Vaters ließ sich dessen Ehefrau 1971 von ihm scheiden. Während die älteren Geschwister zur Mutter zogen, entschied sich Hepp für den Verbleib beim Vater.[5]
Im Sommer 1970 veranlasste Armin Hepp seinen damals zwölfjährigen Sohn Odfried zum Eintritt in den Bund Heimattreuer Jugend (BJH) in Sinzheim. Dort nahm er an Herbst- und Winterlagern und einer Fahrt nach Flandern teil und wurde ideologisch zur NS-Zeit indoktriniert. Er stieg zum Unterführer, Jugendscharführer und 1975 zuletzt zum Standortführer Schwarzwald des BHJ auf. Zum 20. April 1974 (dem „Führergeburtstag“) hielt er als BHJ-Standortführer einen Vortrag über Adolf Hitler und die Frage „Welche Vorteile bringt der Nationalsozialismus dem deutschen Volke?“ Er zeigte den Jugendlichen den Nazi-Propaganda-Film „Triumph des Willens“. 1975 organisierte er eine der jährlichen BHJ-Gedenkfeiern in Schönau im Schwarzwald für den dort geborenen Albert Leo Schlageter, einen früheren Freikorps-Kämpfer, der 1923 hingerichtet und von der NSDAP zum Märtyrer stilisiert worden war.[4] Ostern 1976 nahm er am zentralen Lehrgang ausgewählter BHJ-Funktionäre in Dimhausen teil.[6] Beim BHJ kam Hepp bereits in Kontakt mit terrorbereiten Neonazis wie Manfred Roeder, Heinz Lembke und dem Ehepaar Ursula und Curt Müller.[7]
Im Mai 1977 bestand Hepp sein Abitur und leistete danach seinen Wehrdienst in Nagold ab.[8]
Radikalisierung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Juni 1977 organisierte Hepp in Kinzigtal (Wolfach) ein Sommerlager des BHJ-„Standorts Schwarzwald.“ Wegen Spannungen mit anderen BHJ-Anführern, die sich stärker vom militanten Neonazismus abzugrenzen versuchten, wechselte Hepp dann vom BHJ zur Wiking-Jugend. Er suchte Kontakt zur Wehrsportgruppe Hoffmann (WSG) und gründete nach deren Vorbild mit anderen Mitgliedern der Wikingjugend die Wehrsportgruppe Schlageter.[9] Sie hatte Stützpunkte in Achern, Appenweier, Renchen, Offenburg und Karlsruhe.[10]
Im Herbst 1978 schrieb Hepp sich an der Technischen Hochschule Karlsruhe für das Fach Bauingenieurwesen ein, brach das Studium jedoch nach zwei Semestern ab.[11]
Im Januar 1979 wurde die Fernsehserie Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss in der Bundesrepublik ausgestrahlt. Daraufhin trat Hepps Wehrsportgruppe in Offenburg mit Eselsmasken und Schildern auf, auf denen die kaum verklausulierte Holocaustleugnung stand: „Ich Esel glaube, was in der Hetzserie Holocaust gezeigt wurde.“[7]
Im März 1979 wurde die Wehrsportgruppe Schlageter in den neugegründeten Verband „Horst Ortenau“ der Wikingjugend integriert. Hepp wurde erst zu dessen Führer, im Juni 1979 zum Führer des „Gaus Schwaben“ der Wikingjugend ernannt.[6] Im Herbst 1979 gründete Hepp eine „Kampfgruppe Schwarzwald“ bzw. benannte die Wehrsportgruppe Schlageter entsprechend um.[12]
Wegen neonazistischer Propagandadelikte durchsuchte die Polizei im September 1979 Hepps Wohnung und fand dort eine Adressenliste mit rund 200 Namen, darunter Gundolf Köhler. Auf einem Zettel stand die Notiz „WSG (testen)… 3. Gundolf Köhler“ – „Mitglied an 2 Übungen teilgenommen, letzter Kontakt 19.5.77.“ Die Liste lag in einem Koffer, der dem vorigen „Gauführer Schwaben“ der Wikingjugend Helmut Dieterle gehörte, einem Vertrauten des WSG-Gründers Karl-Heinz Hoffmann. Demnach hatte Hepp seit 1977 enge Kontakte zur WSG und mit Köhler, dem späteren Haupttäter des Oktoberfestattentats von 1980, an deren Übungen teilgenommen.[13] Im August 1980 ernannte Hoffmann Hepp zu seinem Stellvertreter in der WSG.[1]
Hepps eigene Wehrsportgruppe hatte unter anderem von Gary Lauck große Vorratsmengen Flugblätter und Aufkleber mit Parolen wie „Kauft nicht bei Juden“ und „Rotfront verrecke“ bezogen und versteckt[14] und ein Pamphlet des Holocaustleugners Robert Faurisson verbreitet. Wegen „zusammenhängender Straftaten“ dieser Art wurde Hepp im September 1979 in Untersuchungshaft genommen.[11]
Im Januar 1980 wurde die WSG bundesweit verboten. Darum wollte Hoffmann sie in den Libanon verlegen und suchte dafür Rekruten. Im Februar 1980 wurde Hepp aus der Untersuchungshaft entlassen und nahm direkten Kontakt mit Hoffmann auf. Wie spätere Ermittlungsprotokolle nahelegen, hatte der Verfassungsschutz Bayern Hepp eventuell während seiner Haft als V-Mann angeworben.[15] Er wohnte dann mit Frank Schubert von der Volkssozialistischen Bewegung Deutschlands (VSBD) beim Ehepaar Müller in Mainz-Gonsenheim.[14]
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart klagte Hepp und drei seiner Kameraden wegen Mitgliedschaft in der Wehrsportgruppe Schlageter und Plänen für Anschläge auf Fahrzeuge von US-Soldaten und Geiselnahmen an.[16] Zudem wurden er und sechzehn Kameraden wegen des Aufbaus einer NSdAP-Nachfolgeorganisation, geplanter Banküberfälle, Anschlägen auf KZ-Gedenkstätten und US-Einrichtungen angeklagt.[17]
Libanon-Aufenthalt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 3. Juli 1980 überfiel Hepp mit Frank Schubert in Bad Homburg erstmals eine Bank. Er wollte mit dem erbeuteten Geld in den Libanon ausreisen und das Ehepaar Müller für ihre Herberge entlohnen.[18]
Am 27. Juli 1980, kurz vor der Hauptverhandlung zur Stuttgarter Anklage, floh Hepp mit seinen Komplizen Peter Hamberger, Steffen Dupper und Kay Uwe Bergmann in den Libanon. Daraufhin stellten die deutschen Behörden internationale Haftbefehle für sie aus. Das Quartett überbrachte gebrauchte Militärfahrzeuge in das Lager Bir Hassan der Al Fatah. Dort hatte Hoffmann nach dem deutschen WSG-Verbot die „WSG Ausland“ aufgebaut. Insgesamt 15 westdeutsche Neonazis schlossen sich ihm an, um sich von der Fatah militärisch für Terroranschläge ausbilden zu lassen.[16]
Die Ausbildung verlief anders als erhofft, so dass Hepp mit seinen drei Begleitern bald in die Bundesrepublik zurückkehren wollte. Laut Rainer Fromm scheiterte sein Versuch, „die Abenteurer der Hoffmann-Truppe politisch neonazistisch zu beeinflussen“.[19] Nach anderen Angaben bezog die Fatah die Neonazis nicht in ihre eigenen Anschlagspläne ein. Ab Sommer 1980 zerfiel die WSG Ausland. Hepp und drei Kameraden versuchten im September 1980 erfolglos, aus dem Lager zu fliehen, und sollen danach tagelang von ihren Kameraden gefoltert worden sein.[20]
Am 22. September 1980 erschienen Hepp, Bergmann, Dupper und Hamberger in der deutschen Botschaft in Beirut, beantragten Ersatz für ihre angeblich gestohlenen Reisepässe und Flugtickets in die Bundesrepublik und erhielten diesen trotz der vorliegenden Haftbefehle problemlos. Am 24. September 1980 wurden sie jedoch auf dem Weg zum Flughafen von Unbekannten entführt und in den von der christlichen Phalange kontrollierten Teil Beiruts gebracht. Nach dem Oktoberfestattentat vom 26. September 1980 bestritt die PLO ihre Beteiligung daran. Sie und die Phalange bezichtigten sich gegenseitig, die vier Neonazis entführt und so an der Ausreise gehindert zu haben. Bundesdeutsche Ermittler vermuteten, dass die Entführung vorgetäuscht worden war, um den vier ein Alibi für die Tatzeit des Attentats zu verschaffen.[16]
Am 15. Juni 1981 meldeten sich Hepp, Hamberger und Fraas erneut in der deutschen Botschaft in Beirut und berichteten umfassend über Hoffmanns Libanon-Aktivitäten.[21] Nach ihren Aussagen überwachten drei von Hoffmann ernannte Aufseher die WSG Ausland streng und erzwangen gewaltsam den Zusammenhalt der Gruppe, etwa durch militärischen Drill, schwere Bauarbeiten für die PLO, sinnlose Waffenübungen und sadistische Strafen. Hoffmann habe sie um den versprochenen Sold und die Beteiligung an Verkaufserlösen für die überbrachten Militärfahrzeuge betrogen. Seine Aufseher hätten alle Reisepässe einbehalten und Straftätern unter den Kameraden mit Denunziation bei deutschen Behörden gedroht. Kay Uwe Bergmann sei nach seinem weiteren Fluchtversuch verschwunden und wahrscheinlich tot.[22] Er wurde im Februar 1981 wohl von Hoffmann, Uwe Behrendt und weiteren Kameraden zu Tode gefoltert.[20] Aufgrund der Aussagen Hepps und seiner Begleiter nahm das Bundeskriminalamt (BKA) Hoffmann am 16. Juni 1981 fest.[20]
Erste Haftstrafe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am selben Tag flog die Dreiergruppe um Hepp zurück nach Deutschland, wurde am Flughafen Frankfurt verhaftet und unter anderem wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung angeklagt. Doch das Oberlandesgericht Stuttgart hielt die beschlagnahmten Dokumente für die früheren Pläne von Hepps Wehrsportgruppe (etwa eine Geiselnahme zur Befreiung von Rudolf Heß, ein Anschlag auf die Berliner Mauer) für „allgemeine Schwätzereien“ und ließ den Hauptanklagepunkt fallen.[22]
Im Schlusswort vor Gericht kündigte Hepp weitere nazistische Aktionen an: Durch nichts werde sich „die kämpferische deutsche Jugend von ihrem Weg zur Befreiung Deutschlands abbringen lassen. Kein Opfer wird sie scheuen, um das unterdrückte und erniedrigte Vaterland wieder groß, stark und frei zu machen.“[9] Am 26. Oktober 1981 verurteilte das Landgericht Karlsruhe ihn jedoch nur für das Verbreiten und Vorrätighalten von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen, das Verwenden ihrer Kennzeichen und Aufstachelung zum Rassenhass zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten. Darauf wurden rund neun Monate Untersuchungshaft angerechnet. Nach Verbüßen von zwei Dritteln der Reststrafe (rund 2,5 Monaten) wurde er im Dezember 1981 vorzeitig aus der Haft in Frankenthal (Pfalz) entlassen.[18]
Hepp-Kexel-Gruppe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Entstehung und Programm
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei einer Feier zur Winter-Sonnenwende am 21. Dezember 1981 in Mainz lernte Hepp den VSBD-Angehörigen Walter Kexel kennen. Beide teilten dieselbe Skepsis gegenüber traditionellen Neonazibünden und suchten neue Handlungsmöglichkeiten. Nur Wochen später zogen sie in Offenbach in eine gemeinsame Wohnung und bildeten die (erst nachträglich so genannte) „Hepp-Kexel-Gruppe“. Anstöße dazu waren drei Ereignisse im Januar 1982: Frank Schuberts Suizid, das bundesweite Verbot der VSBD und der Beginn des Strafprozesses gegen Manfred Roeders Deutsche Aktionsgruppen.[7]
Darum lud der Rechtsterrorist Peter Naumann gewaltbereite Neonazis damals zu einem Strategietreffen nach Wiesbaden ein. Dort verabredeten Hepp und Kexel mit ihm den Plan, den Kriegsverbrecher Rudolf Heß am 8. Mai 1982 (dem Jahrestag der Kapitulation der Wehrmacht) aus dem Kriegsverbrechergefängnis Spandau zu befreien. Nach späteren Eigenangaben Hepps wollten sie am Eingang des Wachgebäudes eine militärische Sprengbombe deponieren und damit beim Wachwechsel möglichst viele britische Soldaten töten.[23] Naumann bot den beiden dazu eine Sprengausbildung an. Kurz vor dem 8. Mai zogen Hepp und Kexel sich jedoch plötzlich von dem Plan zurück, begründeten dies als Abkehr vom Hitlerkult und erklärten Rudolf Heß zu einem politischen Gegner.[7]
Am 30. Juni 1982 veröffentlichten sie gemeinsam ihren Programmtext Der Abschied vom Hitlerismus.[24] Darin forderten sie einen „Dritten Weg“ mit dem Ziel eines blockfreien Gesamtdeutschlands und beriefen sich auf „volkssozialistische“ Ideen des angeblich „linken“ Flügels der NSDAP um die Brüder Georg und Otto Strasser, die SA-Führer Ernst Röhm[25] und Walter Stennes sowie auf den Nationalbolschewisten Ernst Niekisch. Niekisch war seit etwa 1970 in der Neuen Rechten wiederentdeckt worden und diente dazu, eine „antifaschistische“ Tradition im deutschen Rechtsextremismus zu behaupten. Dagegen betonten Hepp und Kexel, sie verträten den unverfälschten „linken“ Nationalsozialismus.[26]
Sie grenzten sich also keineswegs von der NS-Ideologie ab, sondern nur von Teilen der Politik Hitlers, nämlich dem Röhm-Putsch 1934 und dem Überfall auf die Sowjetunion 1941. Diese deuteten sie als Annäherung Hitlers an den Westen.[7] Sie stellten den „Hitlerismus“ als Ursache für Deutschlands Weg ins „Verderben“ der Teilung und Besetzung dar, kritisierten den Hitlerkult im Neonazismus als religiöses Sektierertum, forderten einen „undogmatischen antiimperialistischen Befreiungskampf“ gegen den „Amerikanismus“ und Offenheit gegenüber gleichgesinnten linken Gruppen.[27] Sie propagierten einen nationalrevolutionären Kampf, um Deutschland von der angeblich noch bestehenden US-amerikanischen „Besatzung“ zu befreien. Die Methoden dazu thematisierten sie nicht.[28]
Die Ideen des Textes waren nicht neu. Deutsche Neonazis sahen die in Westdeutschland stationierten US-Streitkräfte schon seit Jahren als verhasste „Besatzer“. Ihre Kontakte zur PLO waren durch die gemeinsamen Feindbilder USA und Israel zustande gekommen. Von der PLO stammte Hepps betont antiamerikanischer, nicht jedoch antisowjetischer Antiimperialismus.[29]
Der Text löste in der deutschen Neonaziszene zeitweise eine hitzige interne Debatte um das Verhältnis zum historischen Nationalsozialismus aus, führte aber insgesamt keinen ideologischen Bruch damit herbei.[30] Michael Kühnen, der damals die Führungsrolle im deutschen Neonazismus beanspruchte, bekannte sich gegenüber Hepp und Kexel explizit zu Hitler und zum 25-Punkte-Programm der NSDAP. Er nannte jedoch die Ermordung der SA-Führung 1934 einen „Fehler“ und kritisierte die SS.[31] Kühnen hatte sich in seiner eigenen Programmschrift von 1979 ebenfalls positiv auf Ernst Röhm bezogen, Antiamerikanismus und Antiimperialismus propagiert und die Vereinigung der „gewaltigen revolutionären Ströme von rechts und links“ zur Vertreibung der „Besatzerknechte“ in Bonn (der gewählten Bundesregierung) erhofft. Doch er verstand Hepps und Kexels Kritik am „Uniformfetischismus“ als Angriff auf den Neonazismus insgesamt. Damit hätten sich die beiden von einer „sinnvollen politischen Gestaltung und Zukunftsbewältigung“ abgewandt. Ein Antiimperialismus „im Bündnis mit dem derzeit größten Imperium der Erde“ (der Sowjetunion) sei widersinnig. Zudem sei nur eine „legale Revolution“ taktisch aussichtsreich. – Daraufhin dankten ihm Hepp und Kexel sarkastisch dafür, dass er ihnen die „Hitler-Fetischisten vom Halse“ halte. Nur wenige Neonazis begrüßten ihren Vorstoß, darunter das Paar Christine und Klaus-Dieter Hewicker. In einem offenen Brief aus ihrer damaligen Haft erklärten sie Hepp und Kexel ihre Solidarität und plädierten mit ähnlichen Argumenten für eine terroristische Strategie.[32]
Die Abgrenzung vom „Hitlerismus“ und Übernahme des bis dahin vor allem im Linksextremismus vertretenen Antiimperialismus sollten eine Querfront mit den linksterroristischen Gruppen Rote Armee Fraktion (RAF) und Revolutionäre Zellen (RZ) ermöglichen, um die vermeintliche Besatzungsmacht USA gemeinsam mit Anschlägen aus Westdeutschland zu vertreiben. Damit reagierten Hepp und Kexel auf den RAF-Aufruf „Guerilla, Widerstand und antiimperialistische Front“ vom Mai 1982, durch alle politischen Bereiche hindurch eine gemeinsame „Front mit der RAF“ zu organisieren. Hepps späterer Vorschlag, eine „nationale Superopposition“ zwischen RAF, RZ, der DDR und der eigenen Gruppe zu bilden, ging auf Manfred Roeders Idee einer „Superopposition“ deutscher Nationalisten mit der Sowjetunion gegen die USA zurück.[33]
Mit dem Programm suchte Hepps Gruppe also Anschluss an den westdeutschen Linksterrorismus. Hepp betrachtete die RAF wegen der gemeinsamen antiamerikanischen Grundhaltung und gleichen Angriffsziele als Verbündete. Die Rechtsextremistin Christine Hewicker (VSBD) freundete sich in ihrer Haft in Köln mit der Linksextremistin Verena Becker (RAF) an und vermittelte Walter Kexel über herausgeschmuggelte Dossiers Kontakte zur Führungsebene der RAF, um eine Zusammenarbeit von Rechts- und Linksterroristen in der Bundesrepublik zu beginnen. Nach Hewickers Angaben hatten Führungsmitglieder der zweiten RAF-Generation wie Christian Klar, Brigitte Mohnhaupt und Adelheid Schulz „grundsätzlich keine Einwände“ gegen solche Kontakte und lehnten sie nur wegen des damaligen starken Fahndungsdrucks durch das BKA ab.[6]
Am 11. April 1983, nachdem die Hepp-Kexel-Gruppe bereits zerschlagen und Hepp geflohen war, druckte die taz Auszüge des Programmtextes ab und löste damit auch auf linker Seite eine Debatte aus.[34]
Raubüberfälle und Terroranschläge
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auch methodisch orientierte sich die Hepp-Kexel-Gruppe an der RAF und verschaffte sich wie diese das für ihr Leben im Untergrund und ihre Anschläge nötige Geld durch Raubüberfälle.[35]
Im Januar 1982 hatten Hepp und Kexel eine Tankstelle in Frankfurt am Main überfallen. Für weitere Raubüberfälle nahmen sie schrittweise vertraute Kameraden in ihre Gruppe auf: im April 1980 Hans-Peter Fraas, im August Helge Blasche, dann Dieter Sporleder und Ulrich Tillmann. Zwischen April und Dezember 1982 raubten jeweils zwei Gruppenmitglieder paarweise Banken aus,[29] so in Hungen, Ortenberg (Hessen) / Nidda, Nidderau, Nürnberg und Friedberg (Hessen). Alle Beteiligten hatten sich in westdeutschen Neonazigruppen der 1970er Jahre politisch radikalisiert und zuvor schon Straftaten verübt.[36]
Bei den Überfällen erbeutete die Gruppe insgesamt 630.000 DM.[37] Damit besorgte sie sich Sprengstoff, baute Sprengsätze und testete sie in der Lüneburger Heide. Dort hatte die WSG ein Waffenlager angelegt und dazu eventuell 1978 einen Waffenraub auf dem Truppenübungsplatz Bergen verübt. Ein Teil der Sprengsätze konnte auch aus Waffenlagern Heinz Lembkes stammen.[6]
Am 10. Oktober 1982 in Ginnheim (Frankfurt am Main) und am 31. Oktober 1982 in Gießen explodierten Sprengsätze der Gruppe auf Parkplätzen von Wohnsiedlungen der US-Armee und zerstörten dutzende Pkws. Im November deponierte die Gruppe in Eschborn in einer Tiefgarage unter einem Wohnkomplex nahe dessen Hauptgasleitung einen Sprengsatz. Dessen Zündleitung versagte; sonst hätte die Explosion viele Menschen getötet.[38] Danach plante die Gruppe einen gleichzeitigen Mehrfachanschlag nach dem Vorbild der IRA. Zur Vorbereitung reisten sie nach Belfast und trafen sich mit IRA-Mitgliedern.[39] Am 13. Dezember 1982 deponierten je zwei Gruppenmitglieder unter den Fahrersitzen von Pkws von US-Soldaten in Butzbach, Darmstadt und Frankfurt-Fechenheim Sprengsätze.[38] Zwei davon explodierten am nächsten Tag, als die Soldaten einstiegen, und verletzten einen davon (Ricky S.) schwer, den anderen (Howard B.) leicht; die dritte Bombe detonierte nicht. Tote wurden also gezielt angestrebt oder in Kauf genommen und nur durch Zufälle vermieden. Eine Bombe in einem Wohnhaus wurde rechtzeitig entdeckt und entschärft.[40]
Insgesamt verübte die Gruppe von Oktober bis Dezember 1982 im Rhein-Main-Gebiet elf Sprengstoffanschläge auf Soldaten und Einrichtungen der US-Armee.[41] Intern bewertete Hepp auch die gescheiterten Anschläge als Erfolg, weil sie die angestrebte Verunsicherung des US-Militärs erreichten.[38] Bis zur Selbstenttarnung der ähnlich handelnden klandestinen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) im November 2011 galt die Hepp-Kexel-Gruppe als die professionellste rechte Terrorgruppe der bundesdeutschen Geschichte.[42]
Ermittlungen und Festnahmen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Spätestens seit dem Oktoberfestattentat 1980 kannten die westdeutschen Sicherheitsbehörden die tödliche Terrorgefahr von Rechts. 1982 erfolgten insgesamt rund 60 Bombenanschläge auf Pkws, Wohnbereiche und Einrichtungen der US-Armee in Deutschland. Die Anschläge der Hepp-Kexel-Gruppe erfolgten ohne Bekennerschreiben und zielten auf die wahllose Tötung von US-Amerikanern, auch Zivilisten. Anschläge der „Revolutionären Zellen“ dagegen erfolgten stets mit Bekennerschreiben und vermieden die Gefährdung von Menschenleben. Dennoch verdächtigten die Ermittler zunächst wie in den 1970er Jahren traditionell Linksextreme als Täter der Anschlagsserie in Hessen. Die „Sonderkommission Rhein-Main“ beobachtete um die Jahreswende 1982/1983, dass die westdeutsche Neonazi-Szene sich stark radikalisierte und gegen den „Amerikanismus“ mobilisierte, etwa beim Aufmarsch der Aktionsfront Nationaler Sozialisten/Nationale Aktivisten (ANS/NA) im Januar 1983.[43]
Dieter Sporleder, Helge Blasche und Hans-Peter Fraas hatten in Frankfurt am Main eine gemeinsame Wohnung zur Planung ihrer Taten gemietet. Als ein Nachbar die Polizei alarmierte, nebenan werde ein Bankraub vorbereitet, ließ die hessische Polizei die Wohnung observieren. Bald darauf nahm sie die drei Neonazis vorläufig fest und verhörte sie. Dabei gestand Sporleder die Banküberfälle. Durch seine Hinweise entdeckte die Polizei in Dietzenbach ein Depot der Gruppe für das geraubte Geld, Waffen und Munition. Sporleders Geständnis führte dann auch zur Festnahme von Walter Kexel und Ulrich Tillmann.[44] In der konspirativen Frankfurter Wohnung fanden die Ermittler jenes Pflanzengift, aus dem der Sprengstoff der in Butzbach, Darmstadt und Frankfurt-Fechenheim verwendeten Bomben hergestellt worden war, und Masken. Daraufhin ließ Generalbundesanwalt Kurt Rebmann die drei Neonazis am 15. Februar 1983 wegen mutmaßlicher Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und versuchten Mordes verhaften; Kexel und Tillmann wurden einige Tage später in London verhaftet. Damit erschien die hessische Anschlagsserie aufgeklärt.[43]
Hepp wusste seit Juli 1982, dass seine Offenburger Wohnung mit Kexel observiert wurde. Daraufhin war er im Oktober 1982 nach Dietzenbach, nach den Anschlägen im Dezember 1982 nach West-Berlin gezogen.[38] Dort hatte er mit dem geraubten Geld eine kleine Druckerei für seine Gruppe gekauft. Er wollte nach dem Vorbild der PLO eine „Deutsche Befreiungsorganisation“ gründen und von West-Berlin aus den „Kampf gegen den Amerikanismus“ führen. Am 19. Februar 1983 frühmorgens erfuhr er von der Festnahme Kexels, entschloss sich daraufhin zur Flucht nach Ost-Berlin und entkam der West-Berliner Polizei knapp über den Hinterhof seines Hauses.[45]
Das BKA setzte ein Kopfgeld von 50.000 DM für Hepps Festnahme aus und ließ ihn über die TV-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ suchen.[1]
Stasi-Informant
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bis 1978 hatte Hepp seine Großmutter Anna Hepp in der DDR rund fünfzehn Mal besucht. Nachdem die Zeitschrift Der Stern 1980 berichtet hatte, er plane als Anführer einer neonazistischen Gruppe Anschläge gegen die innerdeutsche Grenze, führte das MfS eine Akte über ihn, seit 1981 auch über seinen Mitstreiter Walter Kexel. Die zur Bekämpfung des Rechtsterrorismus zuständige MfS-Abteilung XXII legte einen Maßnahmenplan fest, um Hepp für eine Zusammenarbeit zu gewinnen.[46]
Am 14. Januar 1982 war Hepp von sich aus nach Ost-Berlin gefahren und hatte sich dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) als Informant angeboten. Er berichtete von einem geplanten Raketenanschlag auf die MfS-Zentrale durch seinen Bekannten, den Neonazi Werner Kley. Dieser habe ihn zum Mitmachen aufgefordert, doch er habe abgelehnt. Denn inzwischen schätze er „die DDR wegen ihrer Unterstützung für nationale Befreiungsbewegungen in der Dritten Welt“ und wolle den Anschlag auf das MfS „als Deutscher“ verhindern. Weil er dem MfS Anschlagspläne westdeutscher Neonazis auf die DDR verriet, stellte es ab dem zweiten Treffen im Februar 1982 einen „operativen Kontakt“ mit ihm her. Seitdem kam er regelmäßig alle zwei bis drei Monate nach Ost-Berlin und wurde im MfS zunehmend geschätzt.[46] Zunächst unter dem Tarnnamen „Adler II“, später „Friedrich“, wurde er in kurzer Zeit zum wichtigsten MfS-Informanten (kein Inoffizieller Mitarbeiter) zur bundesdeutschen Neonaziszene. Sein Kontaktoffizier war Eberhard Böttcher, damals Leiter der MfS-Abteilung XXII/1. Wegen Hepps Informationen wurde Böttcher mit dem hohen DDR-Orden „Banner der Arbeit“ ausgezeichnet und zum Oberstleutnant befördert.[47]
Wie aus den Stasiakten hervorgeht, war das MfS früh umfassend über Hepp informiert. Es besaß Kopien seines Abiturzeugnisses, seiner Konten in Offenbach und Berlin/West, seiner Abstammungsurkunde und Dokumente zu seiner Laufbahn im BHJ. Das MfS schätzte seine Persönlichkeit und Weltanschauung positiv ein. Es kannte die Programmschrift seiner Gruppe, deren interne Struktur und langfristiges Ziel, einen NATO-Austritt der Bundesrepublik herbeizuführen und ein neutrales Gesamtdeutschland zu schaffen. Es kannte alle Mitglieder der Gruppe und fast alle Details ihrer Banküberfälle und Terroranschläge, darunter die genaue Bauart der benutzten Bomben und wo diese gebaut, getestet und deponiert worden waren. Das MfS wusste, dass Hepp die „politische und agitatorische“, Kexel die „militärische“ Leitung der Gruppe innehatte, dass diese sich am Vorbild der PLO orientierte und teilweise mit arabischen Decknamen arbeitete. Hepp informierte das MfS bereitwillig und umfangreich über die ideologischen Ziele und terroristischen Mittel seiner Gruppe.[6]
Im April 1982 berichtete er erstmals von deren Plan, gegen die „Besatzer“ vorzugehen. Laut einer MfS-Notiz wurde er daraufhin belehrt: Die DDR lehne derartige Pläne und Schritte ab, „da dies nicht im Sinne der Entspannungsbestrebungen der sozialistischen Länder liege“.[48] Dies blieb jedoch folgenlos für ihre Zusammenarbeit.
Am 19. Februar 1983 floh Hepp vor der West-Berliner Polizei nach Ost-Berlin und bat das MfS um Schutz. Dort war man zunächst skeptisch und wollte ihn zurücksenden. Doch MfS-Vizechef Gerhard Neiber ordnete Hepps Aufnahme an.[49] Das MfS brachte ihn zunächst in einen Bungalow bei Groß Köris, ab März 1983 in ein Forsthaus bei Briesen, wo es zuvor auch RAF-Terroristen beherbergt hatte. Dort blieb Hepp einige Monate und schrieb detailliert seine Kenntnis über westdeutsche Rechtsextreme auf. Er half der Abteilung XXII unter anderem, Peter Naumann und Bernhard Archner als Täter eines Sprengstoffanschlags von 1979 auf die DDR-Grenze zu identifizieren. Danach versuchten Hepps MfS-Betreuer, besonders Böttcher, ihn von der DDR-Staatsideologie zu überzeugen und von „perspektivlosen“ individuellen Terroranschlägen abzubringen. Hepp zeigte sich laut den MfS-Akten lernwillig; er soll „Gemeinschaftsdenken“, „preußische Werte“, „nichtamerikanisierte Kultur“ und den straffen „Staatsaufbau“ der DDR gelobt und sich mit ihr als seinem „neuen Vaterland“ identifiziert haben.[45]
Nach einem als „streng geheim“ eingestuften MfS-Bericht vom Mai 1983 hatte Hepp dem MfS bis dahin Namen und Daten von BKA-Mitarbeitern, Agenten unter westdeutschen Neonazis und Beobachtungsfahrzeugen gegeben. Darum schätzte das MfS ihn nicht als agent provocateur und nicht als Doppelagenten ein. Seine politische Grundhaltung sei vom „Haß gegenüber den Machtverhältnissen der BRD“ und Vertrauen zum MfS geprägt. Demnach sah dieses keine Widersprüche zwischen Hepps neonazistischem Weltbild und der DDR-Staatsideologie. Man lobte seine „Bescheidenheit in seinem gesamten Verhalten, Fleiß und Gründlichkeit“; er sei charakterlich „kontaktfreudig und anpassungsfähig […], mutig, operativ geschickt“, besitze „ein gutes Allgemeinwissen“, sei in „einer körperlich sehr guten Verfassung, ist stark belastbar und verfügt über ein angenehmes äußeres Erscheinungsbild“. Der Bericht empfahl, ihm „die Ausreise in ein arabisches Land seiner Wahl zu ermöglichen“, und empfahl „für die anzustrebende stabile Verbindung zum MfS“ für Ende Mai 1983 die Ausreise in die Syrische Arabische Republik. Dazu passte man sein Aussehen (Frisur, Vollbart, Brille) an und gab ihm einen gefälschten BRD-Reisepass auf den Namen „Dieter Erich Wilhelm Kersten“.[6]
Am 27. Juli 1983 ließ die DDR Hepp nach Damaskus ausfliegen. Dort sollte er die Arabische Sprache lernen, eine bürgerliche Existenz aufbauen und auf Aufträge warten.[50] Er wurde zeitweise von 15 weiteren MfS-Mitarbeitern überwacht.[51]
Im Dezember 1983 nahm Hepp in Absprache mit dem MfS Kontakt zur Terrorgruppe Palästinensische Befreiungsfront (PLF) in Tunesien auf, schloss sich ihr im Juli 1984 an, führte dort den Kampfnamen „Taarig Omar Saád“ und bezog ein Monatsgehalt von 400 US-Dollar. In den Jahren 1983 und 1984 ließ er sich oft in der DDR ärztlich behandeln und blieb in fortlaufendem Kontakt zum MfS. Er informierte es über ein Gelddepot in der Lüneburger Heide und die dafür tätigen Kuriere Ingrid und Andreas Hagen. Ingrid Hagen arbeitete damals im Uwe Berg-Verlag in Toppenstedt. Gemeinsam mit einer Französin sollte Hepp für die PLF und andere palästinensische Terrorgruppen Stützpunkte in Westeuropa aufbauen und dort weitere PLF-Mitglieder führen. Für seine dauerhafte Tarnung erwog er, seine damalige Freundin in Tunis zu heiraten. Bei einem konspirativen Treffen in Budapest im Herbst 1984 berichtete er dem MfS, der hochrangige PLF-Offizier Mohamad Ghadban habe ihn angewiesen, Kontakte zur rechten Szene der Bundesrepublik herzustellen. Das habe er jedoch abgelehnt, da ihm eine Einreise dort als zu riskant erschien. Die PLO, die Hepp 1980 ausgebildet hatte, schätzte ihn als „umsichtigen und intelligenten“ Menschen mit „bürgerlich-nationalen Ansichten“ und dem Ziel eines „einheitlichen Deutschlands“ mit einer „stark anti-amerikanischen“ Ausrichtung, ohne feindliche Haltung gegenüber der DDR und der UdSSR.[6]
In der PLF stieg Hepp rasch in den inneren Kreis auf und sollte für die PLF ein Netz von Waffendepots in Europa anlegen. Im April 1985 wollte er sich dazu unter seinem Decknamen „Dieter Kersten“ in Paris mit dem PLF-Funktionär Mohamad Ghadban in Paris treffen. Unmittelbar vor ihrem Treffen nahm der französische Abwehrdienst Direction de la surveillance du territoire (DST) die beiden nacheinander wegen illegalen Besitzes von Waffen und Dokumenten fest. Bei seiner Festnahme hatte Hepp seinen gefälschten westdeutschen Reisepass dabei.[6]
Laut dem Sozialwissenschaftler Samuel Salzborn zeigt die fortlaufende umfangreiche Unterstützung Hepps beispielhaft die ideologische Übereinstimmung und rein instrumentelle Haltung der DDR-Staatssicherheit zum deutschen Neonazismus. Weil das MfS Hepp während der Anschläge seiner Gruppe aktiv unterstützt und ihn der Strafverfolgung zeitweise entzogen hatte, war es laut Salzborn für den westdeutschen Rechtsterrorismus moralisch und politisch mitverantwortlich. Insofern sei der proklamierte Antifaschismus der DDR ein Mythos gewesen.[6]
Weitere Haftstrafen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im März 1985 verurteilte das Oberlandesgericht Frankfurt am Main die fünf inhaftierten Gruppenmitglieder zu mehrjährigen Freiheitsstrafen. Ulrich Tillmann, zur Tatzeit 17 Jahre alt, erhielt fünf, Dieter Sporleder sieben, Hans-Peter Fraas achteinhalb, Helge Blasche zehn und Walter Kexel als Anführer der Gruppe vierzehn Jahre Haft. Er erhängte sich kurz darauf in seiner Zelle.[44]
Hepp blieb ab 1985 zwei Jahre lang in Frankreich inhaftiert. Die dortigen Behörden warfen ihm illegalen Waffenbesitz und den Gebrauch gefälschter Papiere vor. Zeitweise vermuteten sie seine Teilnahme an zwei Terroranschlägen in Paris (August 1982, März 1985). Laut Hepps Pariser Verteidigerin hatte er sich jedoch bereits 1980 im Libanon ideologisch vom Neonazismus zu lösen begonnen. Das BKA durfte ihn nicht vernehmen, beantragte aber seine Auslieferung. In einem Interview mit dem Spiegel im Oktober 1985 behauptete Hepp, der Bundesnachrichtendienst (BND) habe deutsche Neonazigruppen unterwandert. Kexels Suizid sei vorgetäuscht, dessen Abschiedsbrief sei gefälscht. Er erwarte, dass man auch ihn nach seiner Auslieferung zu töten versuchen werde. Darum habe er politisches Asyl in Frankreich beantragt.[52] 2009 nahm Hepp seine These, Kexel sei in Haft ermordet worden, öffentlich zurück.[18]
Am 7. Oktober 1985 entführte die PLF das Kreuzfahrtschiff Achille Lauro und versuchte damit, 50 inhaftierte terrorverdächtige Palästinenser und Hepp als einzigen nichtpalästinensichen PLF-Offizier freizupressen.[23] Hepp lehnte dies jedoch ab.[47]
Im Februar 1987 wurde er an die Bundesrepublik Deutschland ausgeliefert. Im Strafprozess behauptete er, die ersten Anschläge seiner Gruppe hätten seine Kameraden Fraas und Kexel ohne sein Wissen geplant und ausgeführt.[38] Er sagte umfassend, teilweise als Kronzeuge, gegen ehemalige Kameraden aus und belastete unter anderen Peter Naumann als Planer jenes unausgeführten Bombenanschlags auf das Kriegsverbrechergefängnis Spandau. Jedoch verschwieg er seine jahrelange Zusammenarbeit mit dem MfS.[53] Aufgrund seiner Aussagen wurde Naumann 1988 unter anderem wegen Verstößen gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt.[1]
Am 27. Oktober 1987 wurde Odfried Hepp wegen eines versuchten Mordes, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Beteiligung an einem Sprengstoffanschlag und vier Banküberfällen zu zehneinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.[54] Er wurde als einziger seiner Gruppe gemäß § 129a StGB verurteilt; bei den übrigen fünf Mitgliedern hielt das Gericht diesen Tatbestand für nicht erwiesen, eine Terrorgruppe also für nicht gegeben.[55]
Hepps volles Geständnis, seine Herkunft aus einem rechtsradikalen Elternhaus,[17] seine Aussagen zu Mittätern und glaubhafte Lossagung von der Neonaziszene wirkten strafmildernd. Erst im Juli 1990, nachdem die bundesdeutsche Polizei acht frühere, in die DDR geflohene RAF-Mitglieder verhaftet hatte, offenbarte Hepp der Bundesanwaltschaft seine eigenen früheren Stasi-Kontakte.[53] Ab dann wurden die MfS-Akten über Hepp öffentlich bekannt; sie umfassten 15 Bände.[48]
Nach der Haft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach seiner Haftentlassung 1993 baute sich Hepp eine neue Existenz als freiberuflicher Übersetzer für Arabisch und Französisch auf.[1]
Für die ARD-Dokumentation Nach Hitler - Radikale Rechte rüsten auf vom 13. Juni 2001 trat er unter seinem früheren Decknamen „Dieter Kersten“ erstmals vor eine Fernsehkamera und äußerte sich kurz zu seiner Rolle als Stasi-Informant, schwieg aber über die von ihm aufgebauten Neonazigruppen und Terroranschläge.[48]
2004 veröffentlichte Yury Winterberg eine Biografie über Hepp; auf dieser beruht der gleichnamige Dokumentarfilm Der Rebell von 2006.[56] Darin sagte Hepp:
„Unter keinen Umständen ist es zu tolerieren, dass anderen Menschen […] das Menschsein und die damit verbundenen Rechte abgesprochen werden. […] Für jene, die immer noch mit solchen Mitteln arbeiten, bin ich ein Verräter. […] Jede Handlung gegen […] die Menschlichkeit verdient nichts anderes, als verraten zu werden.“[57]
2009 vor einer Burschenschaft in Bielefeld sprach Hepp über seinen Werdegang und distanzierte sich klar vom Nationalismus: Die Neonazis seien „die einzigen, die mit Sicherheit keine Patrioten sind, sondern eine Schande für das wahre, das humanistische Deutschland.“ Vaterländische Parolen seien „das tödlichste Gift der Weltgeschichte“, das die weitaus meisten Opfer gefordert habe. Er zitierte aus dem Werk von Kurt Eggers Der Vater aller Dinge – ein Buch des Krieges (ein Jugendgeschenk seines Vaters) und fragte die Zuhörer: „…ein junger Mensch, der an eine gerechte Sache glaubt und dessen Denken auf diese perverse Art und Weise programmiert wurde und der diese Inhalte ernst nimmt, was soll der anderes als Bombenleger oder Selbstmordattentäter werden?“[58] Das MfS habe ihm 1983 erstmals ein deutsches Konzentrationslager gezeigt; damit habe seine Loslösung vom Neonazismus begonnen.[4]
Am 31. März 2012 nahm Hepp mit Karl-Heinz Hoffmann in dessen früherem Wohnsitz Schloss Ermreuth an einer nichtöffentlichen Diskussion zum Thema „Aussteiger? Verräter? Oder Recht auf gewandelte Überzeugung?“ teil.[59]
Im Oktober 2021 schenkte Hepp seinen Nachlass dem Generallandesarchiv Karlsruhe.[57]
Der Historiker Robert Wolff interviewte Hepp im August 2021 für seine Forschung zum bundesdeutschen Rechtsterrorismus. In einem Vortrag von 2022 erklärte Wolff Entstehung, Ideologien und Strategien der Hepp-Kexel-Gruppe und erinnerte an deren weithin vergessene Opfer unter den US-Soldaten.[60]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Sascha Schmidt, Yvonne Weyrauch: Rechter Terror in Hessen: Geschichte, Akteure, Orte. Wochenschau Verlag, Frankfurt am Main 2023, ISBN 978-3-7566-1562-9, S. 75–80 (Professionalisierung des Rechtsterrorismus: die „Hepp-Kexel-Gruppe“.)
- Robert Wolff: Die „Abkehr vom Hitlerismus“ als Neupositionierung einer bewaffneten antiimperialistischen Avantgarde? Die Hepp-Kexel-Gruppe und ihre Folgen. In: Hendrik Puls, Fabian Virchow (Hrsg.): Rechtsterrorismus in der alten Bundesrepublik. Historische und sozialwissenschaftliche Perspektiven. Springer VS, Wiesbaden 2023, ISBN 978-3-658-40504-5, S. 129–154; Quellen
- Bernhard Blumenau: Unholy alliance: The connection between the East German Stasi and the right-wing terrorist Odfried Hepp. Taylor & Francis, London 2018, ISSN 1057-610X DOI:10.1080/1057610X.2018.1471969.
- Samuel Salzborn: Die Stasi und der westdeutsche Rechtsterrorismus. Drei Fallstudien (Teil II). In: Martin H. W. Möllers, Robert Chr. van Ooyen (Hrsg.): Jahrbuch Öffentliche Sicherheit 2016/2017. Verlag für Polizeiwissenschaft, Frankfurt am Main 2023, ISBN 978-3-86676-785-0, S. 252ff.: Der Fall Hepp: Das MfS als aktiver Unterstützer des neonazistischen Rechtsterrorismus. (Volltzext online bei Bundeszentrale für politische Bildung (BpB), 19. April 2016)
- Yury Winterberg: Der Rebell: Odfried Hepp – Neonazi, Terrorist, Aussteiger. Gustav Lübbe, Bergisch Gladbach 2004, ISBN 3-7857-2160-9.
- Uwe Backes: Terroristen-Biographien: Odfried Hepp. In: Uwe Backes: Bleierne Jahre: Baader-Meinhof und danach. Straube, Erlangen 1991, ISBN 3-927491-36-5, S. 155–157
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Jan Peter, Yury Winterberg: Neonazi und Stasi-Informant: Der „Rebell“ – Neonazi, Terrorist, Aussteiger. Arte, 2005
- Robert Wolff: Im Fadenkreuz rechter Gewalt. Gedenkstätte Point Alpha, Vortrag vom November 2022
- Hessische Landeszentrale für politische Bildung, Dezember 2022:
- Themenwoche „Die vergessene Geschichte der Hepp-Kexel-Gruppe – Gründung und Anschlagsserie gegen US-Soldaten im Rhein-Main-Gebiet 1982“.
- „Vorwärts im antiimperialistischen Befreiungskampf“ – Entstehungsgeschichte und Gründung der Hepp-Kexel-Gruppe 1982.
- Die Gewaltstrategie der Hepp-Kexel-Gruppe und die Anschlagsserie 1982.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 Thomas Klaus: Der Rebell – Odfried Hepp. Neonazi, Terrorist, Aussteiger. Endstation Rechts, 3. Februar 2005
- ↑ Friedrich-Wilhelm Haack: Wotans Wiederkehr: Blut-, Boden- und Rasse-Religion. Claudius-Verlag, München 1981, S. 102
- ↑ Jens Mecklenburg (Hrsg.): Handbuch Deutscher Rechtsextremismus. Elefanten Press, Berlin 1996, ISBN 3-88520-585-8, S. 380f.
- 1 2 3 Daniel Drepper: Wie Odfried Hepp zum Terroristen wurde. Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), 18. Februar 2013
- ↑ Bernhard Rabert: Links- und Rechtsterrorismus in der Bundesrepublik Deutschland von 1970 bis heute. Bernard & Graefe, Bonn 1995, ISBN 3-7637-5939-5, S. 290
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Samuel Salzborn: Der Fall Hepp, BpB 2016
- 1 2 3 4 5 Sascha Schmidt, Yvonne Weyrauch: Rechter Terror in Hessen, Frankfurt am Main 2023, S. 75f.
- ↑ Uwe Backes, Eckhard Jesse: Politischer Extremismus in der Bundesrepublik Deutschland. 4. Auflage, Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn 1996, ISBN 3-89331-260-9, S. 353–355
- 1 2 Niklas Krawinkel: Rechter »Rand« und demokratische »Mitte«: Radikalisierung und Legitimation extrem rechter Politik nach 1945. Wallstein, Göttingen 2025, ISBN 978-3-8353-8933-5, S. 269
- ↑ Peter Dudek: Jugendliche Rechtsextremisten: zwischen Hakenkreuz und Odalsrune 1945 bis heute. Bund-Verlag, Köln 1985, ISBN 3-7663-0897-1, S. 138
- 1 2 Uwe Backes, Eckhard Jesse: Politischer Extremismus in der Bundesrepublik Deutschland Band 3: Dokumentation. Verlag Wissenschaft und Politik, Köln 1989, ISBN 3-8046-8728-8, S. 293–295
- ↑ Peter Wichmann: Al-Qaida und der globale Djihad: Eine vergleichende Betrachtung des transnationalen Terrorismus. Springer VS, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-658-05674-2, S. 98, Fn. 308
- ↑ Ulrich Chaussy: Das Oktoberfest-Attentat und der Doppelmord von Erlangen. 3. Auflage, Christoph Links, Berlin 2020, ISBN 978-3-96289-1008, S. 49f. und 247
- 1 2 Neonazis: „Thors Hammer“ im Libanon. Der Spiegel, 18. Januar 1981
- ↑ Ulrich Chaussy: Das Oktoberfest-Attentat und der Doppelmord von Erlangen. Berlin 2020, S. 299
- 1 2 3 Erich Schmidt-Eenboom, Ulrich Stoll: Die Partisanen der NATO: Stay-Behind-Organisationen in Deutschland 1946–1991. 2. Auflage, Christoph Links, Berlin 2016, ISBN 978-3-86153-889-9, S. 208f.
- 1 2 Über zehn Jahre für Ex-Neonazi Hepp. taz, 28. Oktober 1987
- 1 2 3 Anton Maegerle, Linda Roth: Vom Rechtsterroristen zum Mahner gegen Rechtsextremismus: Odfried Hepp. In: Landesarchiv Baden-Württemberg, Dokumentationsstelle Rechtsextremismus: Rechts.Geschehen 7, Januar bis März 2023. PDF S. 10–16, hier S. 12
- ↑ Rainer Fromm: Die „Wehrsportgruppe Hoffmann“: Darstellung, Analyse und Einordnung: ein Beitrag zur Geschichte des deutschen und europäischen Rechtsextremismus. Peter Lang, Bern 1998, ISBN 3-631-32922-9, S. 468
- 1 2 3 Barbara Manthe: Terror von rechts: Die Geschichte einer andauernden Gefahr. Beck, München 2026, ISBN 978-3-406-84625-0, S. 104
- ↑ Rainer Fromm: Die „Wehrsportgruppe Hoffmann“, Bern 1998, S. 455
- 1 2 Neonazis in Nahost - »betrogen und reingelegt«. Spiegel, 28. Juni 1981
- 1 2 Olaf Sundermeyer: Rechter Terror in Deutschland: Eine Geschichte der Gewalt. Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-63845-9, S. 21
- ↑ Bernhard Rabert (Hrsg.): Links- und Rechtsterrorismus in der Bundesrepublik Deutschland von 1970 bis heute. Bonn 1995, S. 397–399; Odfried Hepp, Walther Kexel: Abschied vom Hitlerismus. Offenbach 30.6.1982. Bundesarchiv (BArch), AOPK 7896/91, Band 1, Blatt 26–29
- ↑ Sebastian Gräfe: Fünf Jahrzehnte Rechtsterrorismus in der Bundesrepublik Deutschland: Von der „Europäischen Befreiungsfront“ bis zum „Nationalsozialistischen Untergrund“. In: Jannis Jost, Joachim Krause, Stefan Hansen (Hrsg.): Jahrbuch Terrorismus 2017/2018. Barbara Budrich, Leverkusen 2018, ISBN 978-3-8474-1234-2, S. 231–249, hier S. 238
- ↑ Klaus Schönekas: Bundesrepublik. In: Franz Greß, Hans-Gerd Jaschke, Klaus Schönekäs (Hrsg.): Neue Rechte und Rechtsextremismus in Europa: Bundesrepublik, Frankreich, Großbritannien. Springer VS, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-322-94353-8, S. 218–249, hier S. 312, Fn. 5
- ↑ Armin Pfahl-Traughber: Rechtsextremismus in Deutschland: Eine kritische Bestandsaufnahme. Springer VS, Wiesbaden 2019, ISBN 978-3-658-24276-3, S. 244f.
- ↑ Gideon Botsch: Die extreme Rechte. BpB, Bonn 2012, ISBN 978-3-8389-0283-8, S. 83
- 1 2 Sascha Schmidt, Yvonne Weyrauch: Rechter Terror in Hessen, Frankfurt am Main 2023, S. 78
- ↑ Martin Thein: Wettlauf mit dem Zeitgeist: Der Neonazismus im Wandel. Cuvillier Verlag, Göttingen 2009, ISBN 3-7369-2686-3, S. 44
- ↑ Ann-Kathrin Mogge: Michael Kühnen (1955–1991). In: Christoph Kopke, Gideon Botsch, Karsten Wilke (Hrsg.): Rechtsextrem: Biografien nach 1945. De Gruyter, Berlin 2023, ISBN 978-3-11-101212-4, S. 211–234, hier S. 218f.
- ↑ Christoph Schulze: Bomben gegen das US-Imperium: Abschied vom Hitlerismus 1982. radikale-rechte.de, 2023
- ↑ Christoph Schulze: Juni 1982: 40. Jahrestag „Abschied vom Hitlerismus“ und die Entstehungsgeschichte der Hepp-Kexel-Gruppe. Hessische Landeszentrale für politische Bildung, 2022
- ↑ Vojin Saša Vukadinović: Rassismus: Von der frühen Bundesrepublik bis zur Gegenwart. De Gruyter, Berlin 2022, ISBN 978-3-11-070272-9, S. 27 und Fn. 174
- ↑ Steffen Kailitz: Politischer Extremismus in der Bundesrepublik Deutschland: Eine Einführung. Springer VS, Wiesbaden 2004, ISBN 3-531-14193-7, S. 97
- ↑ Sebastian Gräfe: Rechtsterrorismus in der Bundesrepublik Deutschland: Zwischen erlebnisorientierten Jugendlichen, „Feierabendterroristen“ und klandestinen Untergrundzellen. Nomos, Baden-Baden 2017, ISBN 978-3-8487-4515-9, S. 142–150
- ↑ Rainer Fromm: Die „Wehrsportgruppe Hoffmann“, Bern 1998, S. 469
- 1 2 3 4 5 Sascha Schmidt, Yvonne Weyrauch: Rechter Terror in Hessen, Frankfurt am Main 2023, S. 79f.
- ↑ Olaf Sundermeyer: Rechter Terror in Deutschland, München 2012, S. 19f.
- ↑ Antiamerikanische Anschläge der Hepp-Kexel-Gruppe. Themenportal Rechte Gewalt, Stichtag 14. Dezember 1982
- ↑ Sebastian Gräfe: Rechtsterrorismus in der Bundesrepublik Deutschland, Baden-Baden 2017, S. 150ff.
- ↑ Niklas Krawinkel: Rechter »Rand« und demokratische »Mitte«, Göttingen 2025, S. 332
- 1 2 Rechtsradikale: Machtvolle Kader. Spiegel, 20. Februar 1983
- 1 2 Sascha Schmidt, Yvonne Weyrauch: Rechter Terror in Hessen, Frankfurt am Main 2023, S. 81
- 1 2 »Du bist jetzt einer von uns«. Spiegel, 17. November 1991
- 1 2 Anja Thiele: Antizionistische Allianzen: Das MfS und der westdeutsche Rechtsterrorismus. In: Wissen schafft Demokratie 2019/06, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) Jena, PDF S. 67f.
- 1 2 Anton Maegerle, Linda Roth: Vom Rechtsterroristen zum Mahner gegen Rechtsextremismus: Odfried Hepp. In: Rechts.Geschehen 7, Januar bis März 2023, PDF S. 13
- 1 2 3 Der nützliche Nazi. Berliner Zeitung, 13. Juni 2001
- ↑ John O. Koehler: Stasi: The Untold Story Of The East German Secret Police. Basic Books, New York 2008, ISBN 0-7867-2441-2, S. 473
- ↑ Hans-Gerd Jaschke, Birgit Rätsch, Yury Winterberg: Nach Hitler: Radikale Rechte rüsten auf. Goldmann, München 2003, ISBN 3-442-15206-2, S. 76
- ↑ Heike Hupertz: Fernsehen: Ein Links-rechts-Terrorist packt aus: „Der Rebell“ bei Arte. Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), 7. November 2005
- ↑ Terroristen: Analyse gewechselt. Spiegel, 6. Oktober 1985
- 1 2 Martin Stingl: Zur Biografie von Odfried Hepp. Landesarchiv Baden-Württemberg, Oktober 2021
- ↑ Richard Stöss: Die extreme Rechte in der Bundesrepublik: Entwicklung - Ursachen - Gegenmassnahmen. Westdeutscher Verlag, Opladen 1989, ISBN 3-531-12124-3, S. 166
- ↑ Bernd Siegler, Oliver Tolmein, Charlotte Wiedemann: Der Pakt: Die Rechten und der Staat. Die Werkstatt, Bielefeld 1993, ISBN 3-923478-72-0, S. 99
- ↑ Anton Maegerle, Linda Roth: Vom Rechtsterroristen zum Mahner gegen Rechtsextremismus, in: Rechts.Geschehen 7, Januar bis März 2023, PDF S. 6
- 1 2 Martin Stingl: »Deutschlands meistgesuchter Neonazi«, Stasi-Informant und Aussteiger: Der Nachlass Odfried Hepp im Generallandesarchiv Karlsruhe. Archivnachrichten 64/2022 (PDF-Download), S. 1
- ↑ Anton Maegerle, Linda Roth: Vom Rechtsterroristen zum Mahner gegen Rechtsextremismus, in: Rechts.Geschehen 7, Januar bis März 2023, PDF S. 9
- ↑ Anton Maegerle: Veteranen der Terror-Szene. Endstation Rechts, 23. März 2012
- ↑ Gefahr aus dem rechten Milieu: Historiker referierte über die Hepp-Kexel-Gruppe und Opfer rechter Attentate. Osthessen News, 10. Dezember 2022; Die Gefahr aus dem rechten Milieu und die vergessenen Opfer. Point-Alpha-Gedenkstätte, 30. November 2022
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hepp, Odfried |
| ALTERNATIVNAMEN | Hepp, Odfried Herbert (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher rechtsextremer Terrorist |
| GEBURTSDATUM | 18. April 1958 |
| GEBURTSORT | Achern |