Ober-Moos
Ober-Moos Gemeinde Freiensteinau | |
|---|---|
| Koordinaten: | 50° 27′ N, 9° 22′ O |
| Höhe: | 463 m ü. NHN |
| Fläche: | 9,26 km² [LAGIS] |
| Einwohner: | 224 (30. Juni 2017)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 24 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1971 |
| Postleitzahl: | 36399 |
| Vorwahl: | 0 66 44 |
Ober-Moos | |
Ober-Moos ist ein Ortsteil der Gemeinde Freiensteinau im mittelhessischen Vogelsbergkreis.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ober-Moos liegt an den südlichen Ausläufern des Vogelsbergs.
Nachbarorte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ober-Moos grenzt im Norden an den Ort Crainfeld, im Nordosten an den Ort Nieder-Moos, im Südosten an den Ort Gunzenau, im Süden an die Orte Freiensteinau und Salz, im Südwesten an den Ort Lichenroth und im Nordwesten an den Ort Bermuthshain.
Ortsgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mittelalter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Ersterwähnung datiert aus den Jahren 927–956 während der Amtszeit des Fuldaer Abtes Hadamar. Im Codex Eberhardi, dem berühmten Kopiar des Klosters Fulda, heißt es: „... in Slirefe ... et in loco Musah ...“ (in Schlirf und im Ort Moos).[2] Grundherrschaft und Grundbesitzer war das Kloster Fulda. Auch eine Fälschung um das Jahr 1160, datiert aber auf 1011, nennt „... inde in Mosam ...“(Dann in Moos).[3] Im Codex Eberhardi wird 1020 erneut „Mosaha“ erwähnt.[4] Erst im 14. und 15. Jahrhundert wird der Ortsname differenziert nach „Windischen-Mose“ (14. Jahrhundert), „Nydderen Mose“ (1447) und „Obernmose“ (1482). Der älteste der Moos-Orte war Kirch-Moos, der später wüst fiel.[5] Dagegen wird Nösberts-Weidmoos nicht zu den Moos-Orten gezählt. Ober-Moos zählte zur Pfarrei Nieder-Moos.
Der Ortsname leitet sich von dem Gewässernamen Moosbach ab. Das ahd. und mhd. Wort „mos“ bedeutet Moor, Sumpfland, Moos ab. Deshalb deutet die Namenskunde den Ortsnamen als „Bach, dessen Ufer versumpft sind“.[6]
Neuzeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit der Reformation erfolgte ein Bekenntniswechsel. Als Filialkirche von Nieder-Moos geschah die Einführung der Reformation vermutlich unter dem Nieder-Mooser Pfarrer Johannes von Lindau ab 1528.
1787 zählte es zum Territorium der Freiherren von Riedesel zu Eisenbach, Gericht Moos (Mannlehen von Kurpfalz).
Am 31. März 1945, als die rund 250 Einwohner von Ober-Moos das Ende des Zweiten Weltkrieges erwarteten, nahmen alliierte Panzer und Jagdbomber das Dorf unter Beschuss.
Neugliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 31. Dezember 1971 wurde der Ort in die Gemeinde Freiensteinau eingegliedert.[7]
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ortsvorsteher ist Marco Karl.[8]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Daten & Fakten – Einwohnerzahlen im Internetauftritt der Gemeinde Freiensteinau
- ↑ Ernst Friedrich Johann Dronke: Traditiones et antiquitates Fuldenses. Fulda 1844. Kap. 42, Nr. 310.
- ↑ Manfred Stimmig: Mainzer Urkundenbuch. Band 1 (bis 1137). Darmstadt 1932. Nr. 251, S. 156.
- ↑ Ernst Dronke, Traditiones, Kap. 19, Nr. 58.
- ↑ Lutz Reichardt, Siedlungsnamen, S. 260.
- ↑ Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 259 f.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 367.
- ↑ Ortsvorsteher und Ortsbeiräte. In: Internetauftritt der Gemeinde Freiensteinau. Abgerufen am 25. Dezember 2017.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur über Ober-Moos nach Register nach GND In: Hessische Bibliographie
- Suche nach Ober-Moos. In: Archivportal-D der Deutschen Digitalen Bibliothek
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ortsteil Ober-Moos im Internetauftritt der Gemeinde Freiensteinau.
- Ober-Moos, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 22. Juli 2015). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
