Im Jahr 640 soll von Iduberga oder Itta, der Ehefrau Pippins des Älteren und Mutter der zweiten ÄbtissinGertrud im Gebiet der heutigen Stadt das Kloster Nivelles gegründet worden sein; eine Gründungsurkunde existiert nicht. Die „Vita Sanctae Geretrudis“, 670/680 von einem Mönch geschrieben, berichtete, dass Gertrud nach dem Tod Ittas 652 die zweite Äbtissin des jungen Frauenklosters wurde.[1] In frühen Quellen wird weder die Gründung noch der Stabwechsel von 652 noch Gertrudes Tod 659 erwähnt. Nach 659 könnte Nivelles zum Wallfahrtsort geworden sein, worüber aber auch keine frühen Urkunden berichten. Die urkundlich gesicherte Geschichte beginnt erst mit dem Jahr 864, als König Karl der Kahle dem nordfranzösischen Kloster Saint-Amand Besitz in „Nivella“ schenkte.[2] 870 erschien die „abbatia Niella“ im Teilungsvertrag von Meerssen.[3] 877 schenkte Karl der Kahle dem Kloster einige Dörfer der Umgebung.[4] 897 bekam die Abtei sogar königlichen Besuch: Zwentibold war dort und urkundete für das Kloster, dem er weiteren Besitz vermachte.[5] König Ludwig das Kind bestätigte 906 diesen Besitz.[6] Auch die ottonischen Herrscher beschenkten die Abtei, so OttoI. in den Jahren 966/967 und Otto II. im Jahr 978.[7] Ein Denar oder Heller (denier) mit der Inschrift NIVIELLA VICU... beweist, dass hier eine westfränkischeMünzstätte war.[8]
Im 12. Jahrhundert wurde um Nivelles eine Stadtmauer gebaut, am Anfang des 16. Jahrhunderts betrug die Einwohnerzahl ca. 20.000. Im Jahre 1789 wurde das Kloster aufgelöst, was einen wirtschaftlichen Niedergang verursachte.
Im Jahre 1940 wurde die Altstadt durch deutsche Bomben, die dem nahegelegenen Militärflughafen galten,[9] weitgehend zerstört.
Das Gemeindemuseum für Archäologie, Kunst und Geschichte war der Zufluchtsort im Priorat „Trinitaires d’Orival“. Das Gebäude des Museums stammt aus dem 18. Jahrhundert. Gezeigt wird prähistorische und galloromanische Archäologie aus Nivilles und Umgebung.
Ehemaliges Kloster Couvent des Récollets de Nivelles
Der Dodaine-Park ist der Stadtpark und dient als Naherholungsgebiet.
Collégiale Sainte-Gertrude von Südosten
Couvent des Récollets de Nivelles
Place Lambert Schiffelers mit dem Palais de Justice