NetApp, Inc., zuvor bekannt als Network Appliance, Inc., ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das im Bereich der Datenspeicherung, des Cloud Computing und des Datenmanagements arbeitet. Es hat seinen Sitz seit 2021 in San José im US-Bundesstaat Kalifornien.
Geschichte
Logo bis zum Jahr 2008Logo bis zum Jahr 2020
NetApp wurde 1992 unter dem Namen Network Appliance von David Hitz, James Lau und Michael Malcolm gegründet. Im Jahr 1995 erfolgte der Börsengang an der amerikanischen Technologiebörse NASDAQ unter dem Tickersymbol NTAP.
Das Unternehmen firmierte zwar stets unter dem Namen Network Appliance, wurde aber im Markt häufig als NetApp bezeichnet. Am 10. März 2008 benannte sich das Unternehmen dann offiziell in NetApp um.[2] In Deutschland repräsentiert die NetApp Deutschland GmbH mit Sitz in Dornach (Aschheim) das Unternehmen. Eine weitere Geschäftsstelle in Deutschland befindet sich in Düsseldorf.
Am 1. März 2021 wurde eine Partnerschaft mit dem Aston Martin F1 Team bekanntgegeben. NetApp übernimmt dabei die Datenbereitstellung sowie Clouddienste für das Rennteam.[3] Eine ähnliche Partnerschaft existiert seit 2018 mit dem MotoGP-Team Ducati Corse[4], sowie seit Juli 2022 mit dem TAG Heuer Porsche Formula E Team.[5]
Geschäftsentwicklung
Das Geschäftsjahr von NetApp endet jeweils am letzten Arbeitstag im April. Entsprechen beginnt das neue Fiskaljahr am ersten Arbeitstag im Mai.
Machte NetApp im Geschäftsjahr 1995 noch 15 Millionen USD Umsatz, so wurde im Jahr 2004 die erste Milliarde überschritten. Im Geschäftsjahr 2025/2026 erreichte der Umsatz 6,93 Milliarden USD.
NetApp beschäftigt weltweit circa 11.700 Mitarbeiter. Ca. 500 davon arbeiten in Deutschland für die NetApp Deutschland GmbH mit Sitz in Dornach (Aschheim). Vice President Area Germany der NetApp Deutschland GmbH ist Begoña Jara.[6]
Produkte
NetApp bietet unter dem Schlagwort intelligente Dateninfrastruktur Speicherlösungen an. Das Portfolio umfasst einheitliche Speicherlösungen („Unified Storage“), SAN-Speicherlösungen, Software und Dienstleistungen. Kunden weltweit sind Service Provider und Unternehmen wie T-Systems, SAP, Lockheed, Siemens Healthineers, Oracle, Dreamworks, Computacenter und Mercedes-Benz.
Die NetApp-Speicherlösungen basieren überwiegend auf dem hauseigenen ONTAP Betriebssystem, das über die Modellpalette hinweg die gleichen Funktionen ermöglicht. 2002 stellte NetApp als erster Storage-Hersteller weltweit Speichersysteme vor, die unterschiedlichste Arten der Datenspeicherung bieten: File-Ablage, Block-Storage, Objektspeicher. Gartner klassifizierte universelle Speichergeräte in der Folge als „Unified Storage“.[7]
Eine aktuelle Übersicht seiner Hard- und Softwarelösungen stellt NetApp auf seiner Website bereit.[1] Kernprodukte sind All-flash Storage Arrays, Speichermöglichkeiten in Public Clouds, sowie Software für das Datenmanagement. Diese Software unterstützt unter anderem folgende Aufgaben:
Verwaltung von Speichernetzwerken für unterschiedlichste Anwendungen wie künstliche Intelligenz oder Datenbanken
Sicherstellung der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften
Software-Integrationen
NetApp Produkte, vor allem auf Basis von ONTAP, können mit vielen verschiedenen Softwareprodukten zusammenarbeiten. Nachfolgend einige Beispiele:
Automatisierung
NetApp bietet eine Reihe von Automatisierungsdienste direkt für seine Produkte über das HTTP-Protokoll, RESTful API oder über Middleware-Software an.
Docker
Die NetApp Trident Software bietet ein spezielles Volume-Plugin für Docker-Container an, das ONTAP, SolidFire, E-Series und andere unterstützt.
CI/CD
Das NetApp Jenkins Framework integriert sich mit ONTAP Storage für DevOps und beschleunigt Entwicklungsprozesse.
Sicherung und Wiederherstellung
Verschiedene Sicherungs- und Wiederherstellungssoftware wie CommVault und Veeam können mit NetApp Storage-Systemen zusammenarbeiten.
Anwendungen für Unternehmen
NetApp Systeme können mit Unternehmensanwendungen wie Oracle DB, Microsoft SQL, und anderen integriert werden, um Backup, Klonen und zusätzliche Sicherungen zu ermöglichen.
OpenStack
NetApp Systeme sind in verschiedene Open-Source-Projekte wie OpenStack Cinder und Manila integriert.
NetApp Cloud Technologien
NetApps Technologie für die Private-, Public- und Hybrid Cloud umfasst unter anderem:
Aufbau, Schutz und Verwaltung von hybriden Multi-Cloud Datenbeständen mit BlueXP Backup and Recovery (inklusive Tiering, Datenklassifizierung und Infrastruktur-/Applikationsmonitoring)[8]
NetApp bietet verschiedene Integrationen zur Optimierung von Generative AI, Retrieval-Augmented Generation, KI-Training, sowie Data Lakes. Außerdem besteht eine enge Technologiepartnerschaft mit NVIDIA.[13][14]
Datendienste
NetApp Daten-Services überwachen Dateninfrastrukturen, optimieren deren Auslastung und helfen mit Hilfe künstlicher Intelligenz bei Datenklassifizierung und Governance.[15][16]
Akquisitionen
2014 – SteelStore: NetApp übernimmt die SteelStore Produktlinie für Datensicherung und -schutz von Riverbed Technology[17], die später in AltaVault[18] und dann in Cloud Backup umbenannt wird.
2015 – SolidFire: Im Dezember 2015 (Abschluss im Januar 2016) übernahm NetApp den 2009 gegründeten Flash-Speicher-Anbieter SolidFire für 870 Millionen US-Dollar.[19]
2017 – Greenqloud wurde mit seinem Produkt Qstack übernommen. Greenqloud war ein privates Startup-Unternehmen, das Cloud-Services, Orchestrierungs- und Verwaltungsplattformen für Hybrid-Cloud- und Multi-Cloud-Umgebungen entwickelte.[20]
2020 – Talon: Cloud Data Storage-Unternehmen, das Datenkonsolidierung und -sicherheit für Unternehmen ermöglicht.[21]
2020 – Spot: Verwaltung von Rechenleistung und Kostenoptimierung in den öffentlichen Cloud.[22]
2022 – Fylamynt: Unternehmen für CloudOps-Automatisierungstechnologie.[23]
NetApp beteiligt sich bei World’s Largest Lesson, einem Programm von Project Everyone in Partnerschaft mit UNICEF und mit Unterstützung der UNESCO.[25]
Kritik
Über das italienische Unternehmen Area SpA gelangten NetApp-Produkte trotz Sanktionen nach Syrien, wo sie der Regierung helfen, die Bewegung von Beteiligten des Aufstands in Syrien 2011 zu verfolgen.[18]