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Nalanda

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Ausgrabungsstätte von Nalanda Mahavihara
UNESCO-Welterbe

Stupa von Sariputta bei Nalanda
Vertragsstaat(en): Indien Indien
Typ: Kultur
Kriterien: iv, vi
Referenz-Nr.: 1502
UNESCO-Region: Asien und Pazifik
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung: 2016  (Sitzung 40)

Nalanda (Hindi: नालन्दा, Nālandā) ist eine 15 km nördlich von Rajgir (im heutigen indischen Bundesstaat Bihar) gelegene Ruinenstätte eines „großen Klosters“ (mahavihara).[1] Hier befand sich die im 5. Jahrhundert gegründete größte buddhistische Universität Indiens, an der zeitweise über 10.000 Studenten und 1.000 Professoren studierten und lehrten. Im Juli 2016 nahm die UNESCO Nalanda in die Liste des Weltkulturerbes auf.[2]

Sariputta, einer der Hauptschüler Buddhas, wurde im 6. oder 5. Jahrhundert v. Chr. in Nalanda geboren und starb dort. König Ashoka soll zu seinen Ehren den Sariputta-Stupa in Nalanda errichtet haben. Sariputtas Reliquien wurden auch in Stupas in Sanchi und Mathura aufbewahrt.[3]

Das buddhistische Kloster von Nalanda wurde im Jahr 427 n. Chr. von Kumaragupta aus der Dynastie des Gupta-Könige gegründet.[4.1] Zudem bestätigen numismatische Funde aus Nalanda, dass Kumaragupta I. der Gründungsstifter der Klosteruniversität von Nalanda war.[5.1][6.1] Seine Nachfolger bauten die Einrichtung später durch die Errichtung weiterer Klöster und Tempel aus und erweiterten sie.[7.1] So erlebte Nalanda unter den Guptas im 5. und 6. Jahrhundert eine Blütezeit.[8] Diese Beiträge der Gupta-Ära zu Nalanda werden durch die zahlreichen buddhistischen und hinduistischen Siegel, Kunstwerke, Ikonografien und Inschriften bestätigt, die in Nalanda entdeckt wurden und im Gupta-Stil sowie in den Schriftarten der Gupta-Ära verfasst sind.[5.2] Während dieser Zeit waren die Gupta-Könige nicht die einzigen Förderer von Nalanda. Sie spiegeln eine breite und religiös vielfältige Gemeinschaft von Unterstützern wider. Es ist bemerkenswert, so Scharfe, dass „viele Spender keine Buddhisten waren; die Embleme auf ihren Siegeln zeigen Lakshmi, Ganesha, Shivalinga und Durga“.[4.2] Herrscher im Nordosten Indiens vermachten Dörfer, um die Finanzierung von Nalanda zu unterstützen; der König von Sumatra steuerte Dörfer zur Stiftung des Klosters bei. Außerdem wurde ein Sonderfonds eingerichtet, um Gelehrte aus China zu unterstützen.[9]

1202 plünderte der turkmenische Heerführer und Usurpator Muhammad bin Bakhtiyar Khalji das Mahavihara.[10] Die vielzitierten Gräueltaten und Ausschweifungen Bakhtiyars basieren auf einem Verweis von Minhaju-s Siraj in der „Tabaqat-i Nasiri“, der unter Gelehrten häufig falsch interpretiert wurde und eine „westliche Sichtweise“ gegen den Islam förderte. Sie werden nicht durch archäologische Funde und zeitgenössische Aufzeichnungen belegt.[11.1] Obwohl Bakhtiyars Rolle bei der Plünderung des Mahavihara unbestritten ist, werden weitere Ursachen für den Untergang vermutet. Der tibetische Mönch Taranatha beschreibt in seiner „Geschichte des Buddhismus in Indien“ Auseinandersetzungen während der Weihezeremonie eines neu erbauten Tempels, als junge Schamanen brahmanische Bettler mit Abfällen bewarfen[12] und hinduistische Fanatiker die Bibliothek in Brand setzten.[13] Zusätzlich verstärkten der Untergang der Pala-Dynastie und deren Bevorzugung der Universitäten in Vikramashila und Ottantapuri den Niedergang Nalandas.[11.2] Danach wurde das Mahavihara nicht wieder aufgebaut und verfiel in den folgenden Jahrhunderten.[14]

Der indische Archäologie Alexander Cunningham erfasste das im 13. Jahrhundert verfallene Areal erstmals 1861, systematische Ausgrabungen erfolgten erst durch die Archaeological Survey of India (ASI) im Zeitraum 1915 bis 1937 sowie 1974 bis 1982.[15] Inschriften bestätigten den Status als „großes Kloster“ (mahavihara), das eine Fläche von einem Quadratkilometer einnahm und über sechs mächtige Ziegeltempel und elf Kloster verfügte.[2][15]

Blick über mehrere Klöster (viharas)
Sockelrelief an Tempel 2

Klosteranlage (Mahavihara)

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Zur aus Ziegelsteinen errichteten Klosteranlage (Bruchsteine dienten manchmal als Füllmaterial) gehörten in ihrer Blütezeit 9-stöckige Bauten sowie zahlreiche Tempel und Klöster. Die Bibliothek soll mehrere hunderttausend Bücher umfasst haben.[16] Sie war damit zugleich das größte Lehrzentrum der antiken Welt überhaupt.

Nalanda – Grundriss eines Teils der Anlage mit Tempeln (T) und Klöstern (M)
Tempel 3 im heutigen Zustand und Rekonstruktion
Tempel 3 im heutigen Zustand und Rekonstruktion
Tempel 3 im heutigen Zustand und Rekonstruktion

Die Überreste von Nalanda erstrecken sich heute über eine Länge von etwa 500 m von Nord nach Süd und etwa 250 m von Ost nach West. Ausgrabungen haben elf Klöster (auch als „vihara“ bekannt) und sechs große Backsteintempel zutage gefördert. Ein 30 m breiter Durchgang verläuft von Nord nach Süd, wobei sich die Tempel westlich und die Klöster östlich davon befinden.[15] Die meisten Bauwerke weisen Spuren mehrerer Bauphasen auf, wobei neue Gebäude auf den Ruinen alter errichtet wurden. Viele der Gebäude zeigen zudem Anzeichen dafür, dass sie mindestens einmal durch einen Brand beschädigt wurden.[7.2]

Die Karte zeigt die Anordnung der ausgegrabenen Bauwerke. Tempel 3 im Süden war das imposanteste Bauwerk. Die Tempel 12, 13 und 14 liegen gegenüber den Klöstern und sind nach Osten ausgerichtet. Mit Ausnahme der als 1A und 1B bezeichneten Klöster sind alle nach Westen ausgerichtet, wobei die Abflüsse nach Osten münden und die Treppen im südwestlichen Eckbereich der Gebäude positioniert sind.[7.3] Tempel 2 befand sich im Osten.

Mehrere tausend Mönche und Laien studierten auf dem Gelände der Klosteranlage buddhistische Philosophie, aber auch nichttheologische Fächer wie Logik, Grammatik, Astronomie[17] und Medizin.

Die Universität erlebte die erste Blütezeit unter der Gupta-Dynastie (271–562). Aber auch Harsha von Kannauj, König von Nordindien (606–647), förderte die Bildungsstätte. Das Kloster und die mit ihm verbundene Universität zogen Schüler aus weiten Teilen Asiens an; so z. B. hielten sich im 7. Jahrhundert die chinesischen Pilger Xuanzang und Yi Jing einige Zeit hier auf und verfassten Berichte, aus denen das Vorherrschen des Mahayana-Buddhismus hervorgeht.[2] Unter der Pala-Dynastie (752–1162) hielt die Blütezeit zunächst noch an, aber mit dem Untergang der Dynastie, begann auch der Niedergang von Nalanda. Es ist umstritten, ob der Niedergang allmählich durch Vernachlässigung oder plötzlich durch Angriffe von außen erfolgte.

Der Religionswissenschaftler Johan Elverskog wies darauf hin, dass die Universität noch bis weit ins 13. Jahrhundert hinein einige Studenten hatte. Er stützte sich auf Arthur Waleys Abhandlung von 1932 und erklärte, dies werde durch die Tatsache bestätigt, dass ein im 13. Jahrhundert in Nalanda ordinierter Mönch an den Hof von Kublai Khan reiste. Er fügte hinzu, dass der Buddhismus in Indien nicht um das 13. oder 14. Jahrhundert oder früher untergegangen sei, da „[Buddhas] Dharma in Indien mindestens bis ins 17. Jahrhundert überlebte“.[18]

Am 25. November 2010 „wiederbelebte“ die indische Regierung die alte Universität durch ein Gesetz des Parlaments, den „Nalanda University Bill“, mit dem sie die neue Nalanda-Universität in relativer Nähe gründete. Sie wurde als „Internationale Universität von nationaler Bedeutung“ ausgewiesen und unterliegt dementsprechend einer intensiven staatlichen Aufsicht. Beide bisherigen Kanzler führten ausdrücklich Maßnahmen der Regierung als Grund für ihren Rücktritt an, und Studiengänge wurden geschlossen, weil Mitglieder der Regierungspartei diese ablehnten.

Prajnaparamita und Szenen aus dem Leben Buddhas (oben), Maitreya und Szenen aus dem Leben Buddhas (unten), Blätter aus einem Dharanisamgraha, Handschrift aus Nalanda, um 1075
Der Bodhisattva Avalokiteshvara, eine Handschrift des „Ashtasahasrika Prajñāpāramitā-Sūtra“ aus der Pala-Zeit in Nalanda

Aus der großen Zahl an Texten, die der chinesische Mönch Yi Jing nach seinem zehnjährigen Aufenthalt in Nalanda mit sich zurückbrachte, geht hervor, dass das Mahavihara über eine gut ausgestattete Bibliothek verfügt haben muss. Traditionelle tibetische Quellen erwähnen die Existenz einer großen Bibliothek in Nalanda namens Dharmaganja (Markt der Frömmigkeit), die aus drei großen mehrstöckigen Gebäuden bestand: dem Ratnasagara (Ozean der Juwelen), dem Ratnodadhi (Meer der Juwelen) und dem Ratnaranjaka (Mit Juwelen geschmückt). Ratnodadhi war neun Stockwerke hoch und beherbergte die heiligsten Manuskripte, darunter das Prajñāpāramitā-Sūtra und das Guhyasamāja.[6.2][4.3]

Die genaue Anzahl der Bände in der Bibliothek von Nalanda ist nicht bekannt, wird jedoch auf mehrere Hunderttausend geschätzt.[16] Wenn ein buddhistischer Gelehrter in Nalanda starb, wurden seine Manuskripte der Bibliothekssammlung hinzugefügt.[17] Die Bibliothek sammelte nicht nur religiöse Manuskripte, sondern verfügte auch über Texte zu Themen wie Grammatik, Logik, Literatur, Astrologie, Astronomie und Medizin.[19] Die Bibliothek von Nalanda muss über ein Klassifizierungsschema verfügt haben, das möglicherweise auf einem vom Sanskrit-Linguisten Panini entwickelten Textklassifizierungsschema basierte.[20] Buddhistische Texte wurden höchstwahrscheinlich in drei Klassen unterteilt, basierend auf den drei Hauptteilen des Tripitaka: dem Vinaya, dem Sutra und dem Abhidhamma.[21]

Wahrscheinlich wurde die Bibliothek durch Brandstiftung hinduistischer Fanatiker zerstört.[13]

In seiner Biografie über Xuanzang berichtet Hwui-Li, dass alle Studenten von Nalanda sowohl das „Große Fahrzeug“ (Mahayana) als auch die Schriften der achtzehn Nikaya-Traditionen des Buddhismus studierten. Darüber hinaus studierten sie weitere Fächer wie die Veden, Hetuvidyā (Logik), Shabdavidya (Grammatik und Philologie), Chikitsavidya (Medizin), die Werke über Magie (den Atharvaveda) und Samkhya.[5.3] Die vedischen Studien umfassten vedische Texte und Rituale, aber auch verschiedene theoretische Disziplinen, die mit den Veden verbunden waren, darunter Linguistik, Recht, Astronomie und Argumentation.[22]

Xuanzang selbst studierte eine Reihe dieser Fächer in Nalanda unter Shilabhadra und anderen. Neben Theologie und Philosophie erforderten häufige Debatten und Diskussionen Kenntnisse in Logik. Ein Student am Mahavihara musste mit den Logiksystemen aller Denkschulen der Zeit bestens vertraut sein, da von ihm erwartet wurde, buddhistische Systeme gegen die anderen zu verteidigen. Zu den weiteren Fächern, die vermutlich in Nalanda unterrichtet wurden, gehören Rechtswissenschaften, Astronomie und Stadtplanung.[22]

Die tibetische Überlieferung besagt, dass es „vier Doxographien“ (Standard-Tibetisch: grub mtha’) gab, die in Nalanda gelehrt wurden:[23]

  1. Sarvastivada Vaibhashika
  2. Sarvastivada Sautrantika
  3. Madhyamaka, die Mahayana-Philosophie von Nagarjuna
  4. Cittamatra, die Mahayana-Philosophie von Asanga and Vasubandhu

Im 7. Jahrhundert gab Xuanzang die Zahl der Lehrer in Nalanda mit etwa 1510 an. Von diesen waren etwa 1000 in der Lage, 20 Sammlungen von Sutras und Shastras zu erläutern, 500 konnten 30 Sammlungen erläutern, und nur 10 Lehrer waren in der Lage, 50 Sammlungen zu erläutern. Xuanzang gehörte zu den wenigen, die 50 oder mehr Sammlungen erläutern konnten. Zu dieser Zeit hatte nur der Abt Shilabhadra alle wichtigen Sammlungen von Sutras und Shastras in Nalanda studiert.[24]

Der chinesische Mönch Yi Jing schrieb, dass Angelegenheiten der Beratung und Verwaltung in Nalanda eine Versammlung sowie einen Konsens bei den Entscheidungen aller Anwesenden und der ansässigen Mönche erforderten:[25]

Wenn die Mönche etwas zu besprechen hatten, versammelten sie sich, um die Angelegenheit zu erörtern. Dann wiesen sie den Beamten Vihārapāla an, herumzugehen und den ansässigen Mönchen die Angelegenheit nacheinander mit gefalteten Händen zu berichten. Bei Einwand eines einzigen Mönchs wurde der Beschluss nicht gefasst. Es war nicht üblich, durch Schläge oder Klopfen auf sich aufmerksam zu machen. Falls ein Mönch etwas ohne die Zustimmung aller ansässigen Mönche tat, wurde er gezwungen, das Kloster zu verlassen. Gab es Meinungsverschiedenheiten zu einem bestimmten Thema, legten sie Gründe dar, um (die andere Gruppe) zu überzeugen. Es wurde keine Gewalt oder Zwang angewendet, um zu überzeugen.

Xuanzang merkte an:[26]

Das Leben all dieser tugendhaften Männer war selbstverständlich von Gewohnheiten höchster Feierlichkeit und strengster Disziplin geprägt. So hat seit Bestehen des Klosters noch nie ein Mann gegen die Regeln der Disziplin verstoßen. Der König überschüttet es mit Zeichen seiner Hochachtung und Verehrung und hat die Einkünfte aus hundert Städten für den Unterhalt der Ordensbrüder bestimmt.

Einfluss auf den Buddhismus

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Ein Großteil dessen, was später den tibetischen Buddhismus ausmachte – sowohl die Mahayana- als auch die Vajrayana-Tradition –, geht auf die Lehrer und Traditionen von Nalanda zurück. Shantarakshita, der im 8. Jahrhundert Pionierarbeit bei der Verbreitung des Buddhismus in Tibet leistete, war ein Gelehrter aus Nalanda. Er wurde vom tibetischen König Khri-sron-deu-tsan eingeladen und gründete das Kloster in Samye und war dessen erster Abt. Er und sein Schüler Kamalashila (der ebenfalls aus Nalanda stammte) lehrten die Tibeter im Wesentlichen, wie man Philosophie betreibt. Padmasambhava, der 747 n. Chr. ebenfalls vom König aus dem Mahavihara von Nalanda eingeladen wurde, gilt als Begründer des tibetischen Buddhismus.[7.4]

Der Gelehrte Dharmakirti (ca. 7. Jahrhundert), einer der buddhistischen Begründer der indischen philosophischen Logik sowie einer der wichtigsten Theoretiker des buddhistischen Atomismus, lehrte in Nalanda.[27]

Andere Formen des Buddhismus, wie der Mahayana-Buddhismus, der in Vietnam, China, Korea und Japan praktiziert wird, blühten innerhalb der Mauern der alten Schule auf. Eine Reihe von Gelehrten hat einige Mahayana-Texte wie das Shurangama-Sutra, ein wichtiges Sutra im ostasiatischen Buddhismus, mit der buddhistischen Tradition in Nalanda in Verbindung gebracht.[5.4] Ron Epstein merkt zudem an, dass die allgemeine Lehrposition des Sutras tatsächlich mit dem übereinstimmt, was über die buddhistischen Lehren in Nalanda gegen Ende der Gupta-Periode bekannt ist, als es übersetzt wurde.[28]

Mehrere buddhistische Einrichtungen im Ausland haben sich für den Namen „Nalanda“ entschieden, um dessen Einfluss zu würdigen. Dazu gehören die Nalanda Buddhist Society in Malaysia[29] und das Nalanda College in Colombo, Sri Lanka,[30] die Nalanda Buddhist Education Foundation in Indonesien sowie das Nalanda Buddhist Institute in Bhutan.

UNESCO-Welterbe

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Im Juli 2016 nahm die UNESCO die Überreste der archäologischen Stätte Nalanda in die Liste des Weltkulturerbes auf. Dazu gehören auf einer Fläche von 23 Hektar Stupas, Schreine, Viharas (Wohn- und Lehrgebäude) sowie bedeutende Kunstwerke aus Stuck, Stein und Metall.[31] Die Begründung lautete wie folgt:

Das Nalanda Mahavihara markiert als Zentrum höherer Bildung den Höhepunkt in der Entwicklung des Sangharama (Klosters) hin zur frühesten Hochschule des frühen mittelalterlichen Indiens. Sein leistungsorientierter Ansatz soll alle zeitgenössischen Wissensquellen und auf dem indischen Subkontinent praktizierten Lernsysteme einbezogen haben. Nalanda zählt zu den frühesten und traditionsreichsten Institutionen, die herausragende Bildungseinrichtungen geschaffen haben. Ihre pädagogischen, administrativen, planerischen und architektonischen Systeme bildeten die Grundlage für die späteren Mahaviharas. Nalanda inspiriert weiterhin moderne Universitäten in der Region, wie beispielsweise das Nava Nalanda Mahavihara, die Nalanda University und viele weitere in ganz Asien.

Berühmte Studenten

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Skulptur von Dharmakirti aus dem 15./16. Jahrhundert
Skulptur von Dharmakirti aus dem 15./16. Jahrhundert
Tibetische Abbildung von Kamalaśīla
Tibetische Abbildung von Kamalaśīla
Buddhistischer Abt Śāntarakṣita aus dem 8. Jahrhundert
Buddhistischer Abt Śāntarakṣita aus dem 8. Jahrhundert
Abbildung von Vajrabodhi, Japan, 14. Jahrhundert
Abbildung von Vajrabodhi, Japan, 14. Jahrhundert

Überlieferte Quellen berichten, dass Nalanda von Mahavira and dem Buddha im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. besucht wurde.[32] Es ist auch der Geburtsort und das Nirwana von Sariputta, einem der Hauptschüler Buddhas.[4.4]

Folgende weitere historische Personen sind mit Nalanda verbunden:

Neben den archäologisch gut gepflegten Anlagen der Klöster und Tempel ziehen insbesondere das Museum, das Multimedia-Museum und die etwas nördlich gelegene Gedenkstätte für den in Nalanda im 7. Jahrhundert lehrenden Xuanzang Pilger und Touristen aus aller Welt an.

Erhaltene Manuskripte

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Flüchtende Mönche nahmen einige der Manuskripte aus Nalanda mit. Einige wenige davon sind erhalten geblieben und werden in Sammlungen wie den folgenden aufbewahrt:

  • Asia Society:[40] Dieses Manuskript der Ashtasahasrika Prajnaparamita dokumentiert in Sanskrit und Tibetisch die Geschichte des Manuskripts von seiner Entstehung im berühmten Kloster Nalanda in Indien bis hin zu seiner Verwendung in Tibet durch den Verfasser des ersten tibetischen buddhistischen Kanons, Buton.
  • Yarlung-Museum, Tsethang (aus dem Kloster On ke ru Lha khang):[41] Sanskrit-Palmblattmanuskript der Astasahasrika Prajnaparamita mit 139 Blättern und bemalten Holzdeckeln. Dem Kolophon zufolge wurde dieses Manuskript von der Mutter des großen Pandita Sri Asoka im zweiten Regierungsjahr von König Surapala am Ende des 11. Jahrhunderts gestiftet.
  • Die etwas später erbaute buddhistische Klosteranlage Somapura Mahavihara befindet sich etwa 500 km östlich.
  • Ein Lehrzentrum mit Namen Nalanda wurde im Jahr 1351 in Tibet errichtet.
  • Um die Tradition als international bedeutsamer Universitätsstandort wieder aufzunehmen, wurde auf Initiative der indischen Regierung im Jahr 2010 die Nalanda University gegründet und 2024 mit einem neuen Campus eröffnet.
  • August J. Bernet Kempers: The Bronzes of Nalanda and Hindu-Javanese art. Brill, Leiden 1933 (Zugl. Dissertation, Universität Leiden 1933).
  • Chandra Mani (Hrsg.): The heritage of Nalanda. Aryan Books International, New Delhi 2008, ISBN 978-81-7305-330-6.
  • Max Deeg: Die älteste Universität der Welt. In: Spektrum der Wissenschaft. Nr. 5.17. Holtzbrinck, 2017, ISSN 0170-2971, S. 18–21 (Teilansicht [abgerufen am 30. April 2017]).
Commons: Nalanda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Archaeological Site of Nalanda Mahavihara (Nalanda University) at Nalanda, Bihar auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).

Einzelnachweise

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  1. History and Revival. Nalanda University, abgerufen am 3. Oktober 2022 (englisch).
  2. 1 2 3 Max Deeg: Die älteste Universität der Welt. spektrum.de, 7. Mai 2017, abgerufen am 18. März 2026.
  3. Himanshu Prabha Ray: The Return of the Buddha - Ancient Symbols for a New Nation. Routledge, New Delhi 2014, ISBN 978-0-415-71115-9, S. 239 (englisch, archive.org [abgerufen am 28. März 2026]): “Die Behauptungen hinsichtlich der historischen Bedeutung von Nalanda stützen sich auf literarische und epigraphische Quellen, die den Ort als Geburtsort von Buddhas Schüler Säriputta ausweisen. Ashoka soll dort im dritten Jahrhundert v. Chr. einen Tempel errichtet haben, und seine Bekanntheit als Universitätsstadt verdankt der Ort dem Archäologen Hasmukh D. Sankalia.”
  4. Hartmut Scharfe: Education in Ancient India. In: Handbook of Oriental Studies. Band 16. Brill, 2002, ISBN 978-90-04-12556-8 (englisch).
    1. S. 148–149 inkl. Fußnoten.
    2. S. 149–150 inkl. Fußnoten.
    3. S. 159.
    4. S. 148.
  5. Sukumar Dutt: Buddhist Monks And Monasteries of India: Their History And Contribution To Indian Culture. George Allen and Unwin Ltd, London 1962, ISBN 978-81-208-0498-2 (englisch, google.com).
    1. S. 329.
    2. S. 330.
    3. S. 332–333.
    4. S. 264.
  6. Paul Monroe: Paul Monroe's encyclopaedia of history of education. Band 1. Genesis Publishing, 2000, ISBN 978-81-7755-091-7 (englisch).
    1. S. 166.
    2. S. 174.
  7. Amalananda Gosh: A Guide to Nalanda. Hrsg.: ASI. 1965 (englisch).
    1. S. 5.
    2. S. 27.
    3. S. 28.
    4. S. 11.
  8. G. P. Krishnan: Nalanda, Srivijaya and Beyond: Re-exploring Buddhist Art in Asia. Asian Civilisations Museum, Singapur 2016, ISBN 978-981-09-9912-4, S. 162163 (englisch, google.com).
  9. Johan Elverskog: Buddhism and Islam on the Silk Road. Hrsg.: University of Pennsylvania Press. 2010, S. 1 (englisch).
  10. Satish Chandra: From Sultanat to the Mughals. In: Medieval India. Band 1. Har-Anand Publications, 2004, ISBN 978-81-241-1064-5, S. 41 (englisch).
  11. Anand Singh: 'Destruction' and 'Decline' of Nālandā Mahāvihāra: Prejudices and Praxis. In: Journal of the Royal Asiatic Society of Sri Lanka. Band 58, Nr. 1, 2013, S. 2349, JSTOR:43854933 (englisch).
    1. S. 23, 43–49.
    2. S. 33, 41–42.
  12. Ram Puniyani: Nalanda Mahavihara: Did Bakhtiyar Khilji Destroy It? Indian Currents, 1. Juli 2024, abgerufen am 14. April 2026 (englisch).
  13. 1 2 DN Jha: The destruction of ancient Buddhist sites. In: The Caravan. 1. Juni 2018, abgerufen am 15. April 2026 (englisch).
  14. Nālandā University in Rajgir, near Nalanda, Bihar, India Becomes the First Residential University: History of Information. www.historyofinformation.com, abgerufen am 10. April 2026 (englisch).
  15. 1 2 3 Nalanda. ASI, 2011, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 24. März 2018; abgerufen am 18. März 2026 (englisch).
  16. 1 2 Anis Kurshid: Growth of libraries in India. In: International Library Review. Band 4, Nr. 1, Januar 1972, S. 2165, doi:10.1016/0020-7837(72)90048-9 (englisch).
  17. 1 2 Pintu Kumar: The Ancient Nālandā Mahāvihāra: The Beginning of Institutional Education. In: The Journal of the World Universities Forum. Band 4, Nr. 1, 2011, ISSN 1835-2030, S. 6580, doi:10.18848/1835-2030/CGP/v04i01/56731 (englisch, archive.org [abgerufen am 18. März 2026]).
  18. Johan Elverskog, Buddhism and Islam on the Silk Road, University of Pennsylvania Press (2011), S. 1–3 (englisch).
  19. Rakesh Kumar Bhatt: History and Development of Libraries in India. Mittal Publications, 1995, ISBN 978-81-7099-582-1 (englisch, google.com).
  20. Jashu Patel, Krishan Kumar: Libraries and Librarianship in India. Greenwood Publishing Group, 2001, ISBN 978-0-313-29423-5, S. 4 (englisch).
  21. Mohamed Taher, Donald Gordon Davis: Librarianship and library science in India : an outline of historical perspectives. Concept Pub. Co., New Delhi 1994, ISBN 978-81-7022-524-9, S. 37 (englisch).
  22. 1 2 Jessica Frazier, Gavin Flood: The Continuum Companion to Hindu Studies. A&C Black, 30. Juni 2011, S. 34 (englisch).
  23. Alexander Berzin: The Four Indian Buddhist Tenet Systems Regarding Illusion. 2002, archiviert vom Original am 15. August 2016; abgerufen am 11. Juli 2016 (englisch).
  24. Radha Kumud Mookerji: Ancient Indian Education: Brahmanical and Buddhist. Motilal Banarsidass Publications, 1951, ISBN 978-81-208-0423-4, S. 565 (englisch, google.com [abgerufen am 20. März 2026]).
  25. Joseph Walser: Nāgārjuna in Context: Mahāyāna Buddhism and Early Indian Culture. Columbia University Press, 2005, ISBN 978-0-231-13164-3, S. 102 (englisch, google.com [abgerufen am 20. März 2026]).
  26. René Grousset: Die Reise nach Westen oder wie Hsüan-Tsang den Buddhismus nach China holte. Diederichs, Köln 1986, ISBN 3-424-00890-7 (archive.org französisch: Sur les Traces du Bouddha. Paris 1929.).
  27. 1 2 Randall Collins: The sociology of philosophies: a global theory of intellectual change. In: Philosophy of the social sciences. Band 30, Nr. 2. Harvard University Press, 2000, ISBN 978-0-674-00187-9, S. 240 (englisch, google.com [abgerufen am 20. März 2026]).
  28. Ronald Epstein: The Shurangama Sutra (T. 945): A Reappraisal of its Authenticity. März 1976, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 27. November 2010 (englisch).
  29. Nalanda Buddhist Society – Nalanda Buddhist Society. Archiviert vom Original am 14. November 2017; abgerufen am 8. März 2022 (englisch).
  30. About Nalanda College. Archiviert vom Original am 22. Juli 2017; abgerufen am 8. März 2022 (englisch).
  31. Archaeological Site of Nalanda Mahavihara at Nalanda, Bihar. In: whc.unesco.org. Abgerufen am 8. Januar 2019 (englisch).
  32. Nalanda. Archaeological Survey of India, 2011, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 24. März 2018 (englisch).
  33. 1 2 Alex Wayman: Buddhist Insight: Essays. Motilal Banarsidass, 1984, ISBN 978-81-208-0675-7, S. 43 (englisch, google.com).
  34. 1 2 Niraj Kumar, George van Driem, Phunchok Stobdan: Himalayan Bridge. KW, 2020, ISBN 978-1-000-21549-6, S. 253–255 (englisch, google.com).
  35. Śākyaśrībhadra. In: The Princeton Dictionary of Buddhism. 2014 (englisch, oxfordreference.com).
  36. Keith Dowman: Masters of Mahamudra: Songs and Histories of the Eighty-Four Buddhist Siddhas. SUNY Press, 1985, ISBN 978-0-88706-158-5, S. 66–70 (englisch, google.com).
  37. Abhay Kumar: Nalanda: How It Changed the World. Penguin Random House, 2025, ISBN 978-0-670-09962-7 (englisch, google.com).
  38. Roy Lowe: The Origins of Higher Learning: Knowledge networks and the early development of universities. Routledge, 2016, ISBN 978-1-317-54327-5, S. 70 (englisch, https://books.google.com/books?id=9DolDwAAQBAJ&q=vajrabodhi+nalanda&pg=PA70 lll).
  39. Jinah Kim: Receptacle of the Sacred: Illustrated Manuscripts and the Buddhist Book Cult in South Asia. University of California Press, 2013, ISBN 978-0-520-27386-3, S. 52 (englisch, google.com).
  40. Five of the Leaves from an Ashtasahasrika Prajnaparamita Manuscript. Asia Society, archiviert vom Original am 14. Juli 2014; abgerufen am 25. September 2014 (englisch).
  41. Astasahahasrika Prajnaparamita Sanskrit palm-leaf manuscript. Archiviert vom Original am 2. April 2014; abgerufen am 25. September 2014 (englisch).

Koordinaten: 25° 8′ N, 85° 27′ O