Maidam
| Moidams – Grabhügelsystem der Ahom-Dynastie | |
|---|---|
| UNESCO-Welterbe | |
| Vertragsstaat(en): | |
| Typ: | Kultur |
| Kriterien: | (iii)(iv) |
| Fläche: | 96,5 ha |
| Pufferzone: | 793,7 ha |
| Referenz-Nr.: | 1711 |
| UNESCO-Region: | Asien und Pazifik |
| Geschichte der Einschreibung | |
| Einschreibung: | 2024 (Sitzung 46) |
Ein Maidam (auch Moidam) ist ein Grabhügel der Ahom in Assam im Nordosten Indiens. Maidams dienten vom 13. bis zum 19. Jahrhundert als Begräbnisstätten für Könige, Königinnen und Adlige der Ahom-Dynastie. Sie bestehen aus einem unterirdischen Gewölbe unter einem halbkugelförmigen Erdhügel, der von einem offenen Pavillon bekrönt ist. Die bedeutendste Anlage ist die königliche Nekropole von Charaideo, der ersten Hauptstadt des Ahom-Reiches, etwa 30 km östlich der Stadt Sivasagar. Ihre rund 90 Maidams sind bis heute Kultstätte der Tai-Ahom. Charaideo wurde am 26. Juli 2024 auf der 46. Sitzung des Welterbekomitees in Neu-Delhi als 43. Welterbestätte Indiens in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.[1][2]
Begriff
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Begriff leitet sich vom Tai-Wort Phrang Mai-Dam oder Mai-tam ab, wobei phrang „ins Grab legen“ oder „begraben“ und dam „Geist des Todes“ bedeutet.[3][4]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Charaideo wurde 1253 als erste Hauptstadt des Ahom-Reiches gegründet. Dessen Gründer Sukaphaa wurde dort nach den Bestattungsriten der Tai-Ahom beigesetzt. Bis zur Herrschaft von Gadadhar Singha (Tai-Name: Supaatphaa) (1681–1696) bestatteten die Ahom ihre Toten in den Maidams. Später gingen sie unter dem Einfluss des Hinduismus dazu über, nach der Einäscherung deren Asche beizusetzen.[5]
Architektur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Strukturell bestehen Maidams aus unterirdischen Gewölben mit einer oder mehreren Kammern. Darüber erhebt sich ein kuppelförmiger Aufbau, der von einem halbkugelförmigen Erdhügel bedeckt wird. An der Spitze befindet sich ein offener Pavillon, der als chow chali bezeichnet wird. Die gesamte Anlage ist von einer achteckigen Zwergmauer umgeben.[6]
Bedeutung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Für die Ahom-Gemeinschaft in Assam haben die Maidams eine große kulturelle und religiöse Bedeutung. An der Nekropole von Charaideo werden die Tai-Ahom-Rituale Me-Dam-Me-Phi und Tarpan praktiziert.[1] Nachfahren der Ahom-Königsfamilie wandten sich 2015 gegen weitere Ausgrabungen durch den Archaeological Survey of India, nachdem der zuvor ausgegrabene Maidam Nr. 2 ihrer Kritik zufolge ungeschützt geblieben war.[7] 2018 wurden Schutzmauern und ein Besuchersteg für Maidam Nr. 2 fertiggestellt.[8]
Welterbe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die in die Welterbeliste eingetragene Nekropole von Charaideo umfasst 90 Maidams unterschiedlicher Größe auf einer Fläche von 96,5 Hektar; die Pufferzone umfasst 793,7 Hektar.[1] Das Evaluierungsgutachten der ICOMOS wies die nominierte Stätte noch mit 95,02 Hektar Kernzone und 754,511 Hektar Pufferzone aus.[9.1]
Die UNESCO begründet die Aufnahme nach Kriterium (iii) mit dem Zeugnis, das die Anlage von der königlichen Bestattungsarchitektur und den Traditionen der Tai-Ahom vom 13. bis zum 19. Jahrhundert ablegt. Kriterium (iv) würdigt sie als herausragendes Beispiel einer Nekropole, deren Gestaltung die Bestattungsbräuche und kosmologischen Vorstellungen der Tai-Ahom veranschaulicht.[1]
Die Nekropole liegt in den Ausläufern der Patkai-Berge und wurde bewusst in ihre natürliche Umgebung eingebettet: Zwischen den Hügelgräbern wurden Gewässer angelegt und heilige Bäume gepflanzt; zeremonielle Wege verbinden die Hügel miteinander.[10][11]
Die Welterbestätte wird gemeinsam von dem Directorate of Archaeology der Regierung von Assam und dem Archaeological Survey of India verwaltet. Eine Gruppe von vier Maidams ist als Denkmal von nationaler Bedeutung geschützt. Der übrige Teil des Welterbegebiets ist die archäologische Stätte Charaideo und als Denkmal von Bedeutung für den Bundesstaat geschützt.[12]
Es ist die erste Kulturerbestätte aus dem Nordosten Indiens auf der Welterbeliste.[13]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Eintrag auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 Eintrag auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch, abgerufen am 26. September 2026).
- ↑ 46th Session of the World Heritage Committee Inscribes Moidams, the Mound-Burial System of the Ahom Dynasty, India's 43rd on the World Heritage List. UNESCO, 26. Juli 2024, abgerufen am 26. September 2026 (englisch).
- ↑ Maidams. In: sivasagar.assam.gov.in. Government Of Assam, India, abgerufen am 26. September 2026 (englisch).
- ↑ Moidams of the Ahom dynasty. In: Encyclopædia Britannica. Abgerufen am 26. September 2026 (englisch).
- ↑ Charaideo Maidams: Final Resting Place of Ahom Swargadeos. Indian Culture Portal, Ministry of Culture, Government of India, abgerufen am 26. September 2026 (englisch).
- ↑ Group of four Maidams, Charaideo. In: Archaeological Survey of India, Guwahati Circle. Abgerufen am 26. September 2026 (englisch).
- ↑ Gaurav Das: Ahom descendants ask ASI to keep off Charaideo. In: The Times of India. 17. Juli 2015, abgerufen am 26. September 2026 (englisch).
- ↑ Gaurav Das: Walkway into Ahom tomb. In: The Telegraph. 16. Juli 2018, abgerufen am 26. September 2026 (englisch).
- Moidams (India) No 1711. Evaluierungsgutachten zur Nominierung. ICOMOS, abgerufen am 26. September 2026 (englisch).
- ↑ S. 88
- ↑ UNESCO-Welterbeliste verzeichnet elf Neuaufnahmen. Deutsche UNESCO-Kommission, 26. Juli 2024, abgerufen am 26. September 2026.
- ↑ India’s moidam royal burial mounds are its latest World Heritage site. Associated Press, 26. Juli 2024, abgerufen am 26. September 2026 (englisch).
- ↑ Decision 46 COM 8B.16. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 26. September 2026 (englisch).
- ↑ Assam's Charaideo Moidam included in UNESCO World Heritage list. In: The Hindu. 26. Juli 2024, abgerufen am 26. September 2026 (englisch).
Koordinaten: 26° 56′ 28,2″ N, 94° 52′ 34,9″ O
