Mutares erwirbt ertragsschwache Einzelunternehmen sowie Unternehmensteile, die nicht mehr zum Kerngeschäft eines Konzerns gehören und daher herausgelöst werden oder bei denen im Zuge der Unternehmensnachfolge eine Veräußerung sinnvoll ist. Das Unternehmen beschäftigt ein Transaktionsteam, dessen M&A-Experten Kandidaten für Neuakquisitionen identifizieren.[17][18]
Nach eigenen Angaben hält Mutares diese Erwerbungen im Schnitt etwa fünf Jahre im Portfolio.[19] Durch Restrukturierungsmaßnahmen, Investitionen sowie durch strategische Neu-Angliederungen (Add-ons) im Sinne einer Buy-and-Build-Strategie sollen die Unternehmen wieder profitabel gemacht werden. Mutares-Mitarbeiter beraten und unterstützen die Portfoliounternehmen bei der Restrukturierung.[17][20] Die dafür in Rechnung gestellten Beratungshonorare sind für Mutares neben den Erlösen aus dem Verkauf sanierter Unternehmen und den von profitablen Portfoliounternehmen ausgeschütteten Dividenden die dritte wesentliche Einnahmequelle.[19]
Zum Mutares-Konzern gehören 29 (Stand März 2024) voneinander weitgehend unabhängige europäische Unternehmen. Mutares unterteilt seine Beteiligungen in die vier Segmente Automotive & Mobility, Engineering & Technology, Goods & Services sowie Retail & Food.[21] Die größten und umsatzstärksten Beteiligungen sind die Donges Group und die Balcke-Dürr Group.[17] 2023 übernahm Mutares von der Emmi AG die Gläserne Molkerei, mit Standorten in Dechow und Münchehofe.[22][23] Im Herbst 2022 wurde bekannt, dass drei Unternehmen der Arriva-Gruppe, damals eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn, in Dänemark, Serbien und Polen von Mutares übernommen werden sollen; deren Erwerb wurde im Mai bzw. Juni 2023 abgeschlossen.[24] Im Jahr 2024 erfolgte ein Rebranding von Arriva Dänemark, Serbien und Polen, die seither als GoCollective, MobiLitas (im Oktober 2024 zum serbischen Unternehmen Saniva) und ReloBus firmieren.[25] 2023 wurde die Mehrheit von Peugeot Motocycles übernommen.[26]
GoCollective besaß bei der Übernahme 2024 408 Busse (Buchwert 30 Mio. Euro), 59 Züge (Buchwert 90 Mio. Euro) und 4 Busdepots (Marktwert 3,7 Mio. Euro).[27] Zum 1. September 2026 haben die Danske Statsbaner (DSB) den Zugbetrieb mit der Nahverkehrsgesellschaft DSB Vores Tog von GoCollective übernommen.[28] Hintergrund für die Übernahme war die Tatsache, dass GoCollective das By-, Land- og Transportministeriet darüber informierte, dass das Unternehmen Ausgaben in Höhe von rund 100 Millionen Kronen, die am 29. Juni 2026 fällig waren, nicht begleichen konnte. Dem Unternehmen drohte somit die Insolvenz, was einen vollständigen Stillstand des Zugverkehrs in Mittel- und Westjütland sowie auf der Svendborg-Strecke zur Folge gehabt hätte. Vor diesem Hintergrund hat das Ministerium unter Ministerin Signe Munk eine bedingte Vereinbarung mit GoCollective geschlossen, um den Vertrag für den Zugverkehr in Mittel- und Westjütland sowie auf der Strecke nach Svendborg mit Wirkung zum 1. September 2026 zu beenden. Diese stellte sicher, dass GoCollective den Betrieb im Juli und August fortführte, um eine koordinierte Übergabe des Zugverkehrs an die DSB zum 1. September zu ermöglichen. Der Zugverkehr konnte aufrechterhalten und die Mitarbeiter von den DSB übernommen werden.[29]
Der nunmehrige Betrieb GoCollective benannte sich zum 1. September 2026 in „DSB Vores Tog“ um. Bis zum 12. Dezember wird GoCollective weiterhin auf Fahrplänen, Fahrgastinformationsanzeigen und sonstigen Informationsmaterialien zum Bahnbetrieb erscheinen.[30]
Im Oktober 2024 verkaufte die Voestalpine die Buderus Edelstahl an Mutares,[31] im Januar 2025 übernahm Mutares von der Iveco Group den Feuerwehrfahrzeughersteller Magirus.[32][33]
Im Jahr 2022 übernahm Mutares Steyr Motors und brachte das Unternehmen im Oktober 2024 an die Börse. Im Februar 2025 folgte die Börsennotierung in Wien. Steyr Motors ist ein Spezialist für Antrieb und Energieerzeugung, unter anderem für Waffensysteme.[34]
Am 3. Juni 2026 vereinbarte die Mutares SE & Co. KGaA die Übernahme der Trepel Airport Equipment GmbH und der Mafi Transport-Systeme GmbH mit Sitz in Tauberbischofsheim von der NDW Maschinenbau Holding GmbH.[35][36] Die Transaktion soll im dritten Quartal 2026 abgeschlossen sein und betrifft rund 410 Mitarbeitende.[36]