Mousse T.

Mousse T. (* 2. Oktober 1966 als Mustafa Gündoğdu in Hagen) ist ein deutsch-türkischer Musikproduzent und Songwriter. Er wurde international 1998 durch seinen Dance-Hit Horny sowie 1999 als Mit-Autor und Produzent des Welterfolgs Sex Bomb von Tom Jones bekannt. Darüber hinaus ist er als DJ tätig und saß 2018 in der Jury der RTL-Castingshow Deutschland sucht den Superstar.
Karriere
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Mustafa Gündoğdu wurde 1966 als Sohn türkischer Einwanderer in Hagen geboren.[1] Sein Vater war Gynäkologe.[2][3] Sein Künstlername Mousse T. ist die Aussprache des Spitznamens „Musti“ (abgeleitet von Mustafa) in französischer („Mousse“) bzw. englischer Schreibweise („T“).
Er spielte bereits zu Schulzeiten Keyboard. 1987 bestand er das Abitur am Kurt-Schwitters-Gymnasium in Hannover-Misburg.[4][5] Er spielte zusammen mit seinem heutigen Geschäftspartner Errol Rennals und dessen Bruder Delroy Rennals (später Rapper bei Mr. President) in der lokalen Band Fresh & Fly. Gleichzeitig betrieb er mit Ralf Droesemeyer (heute Mo’ Horizons) ein kleines Studio und tourte als DJ durch die Clubs. Bald produzierte er seine eigenen Stücke und ist seit 1993 Mitinhaber des Plattenlabels Peppermint Jam. Es hat seinen Sitz im Peppermint Pavillon, den er nach der Expo 2000 zusammen mit seinen Partnern erworben hat. Mousse T. produzierte Anfang und Mitte der 1990er Jahre als einer der wenigen deutschen Produzenten Tracks, die sich an Garage House und Soulful House anlehnten.[6]
Einen Namen machte sich Mousse T. ab Mitte der 1990er als Remixer von Künstlern wie Michael Jackson (Ghosts)[7], Quincy Jones, Gloria Estefan, Backstreet Boys, Simply Red (Angel & Your Eyes), No Angels (Let’s Go to Bed), Fine Young Cannibals (Johnny)[8] oder Moloko (Sing It Back).[9] International ist er vor allem in den USA mit Remixen für Künstler wie Timbaland und Missy Elliott erfolgreich. Den Durchbruch hatte Mousse T. 1998 mit seiner Hitsingle Horny, mit der er international erfolgreich war. Mit dem Song Sex Bomb, den er 1999 zusammen mit Errol Rennalls für Tom Jones schrieb, schaffte er auch den internationalen Durchbruch als Songwriter und Musikproduzent.
Von 2003 bis 2005 wurde am Schauspielhaus Hannover eine Bearbeitung von Alice im Wunderland gespielt, zu der Mousse T. und Sven Kaiser die Musik geschrieben haben. 2007 schrieb Mousse T. die Filmmusik für die Bernd-Eichinger-Produktion Pornorama (Regie: Marc Rothemund). Die Soundtrack-CD wurde unter dem Pseudonym The Moussekateers veröffentlicht. 2007 gründete Peppermint Jam mit dem niedersächsischen privaten Rundfunksender radio ffn ein digitales Radioprogramm, das in Anlehnung an das Label Peppermint fm heißt. Empfangen werden konnte das Programm bis 1. Juli 2010[10] über Satellit, seither ist der Empfang nur noch über die Website von Radio ffn möglich. Für das digitale Radio moderiert Mousse T. regelmäßig eine Talkrunde mit Musikern, Schauspielern oder Politikern zu Themen rund um Kultur und Musik.
Mousse T.s Song Everybody wurde Ende 2008 als Titelsong der 9. Staffel der RTL-II-Fernsehshow Big Brother verwendet. Im Februar 2012 nahm er an der Gedenkfeier für Opfer des Rechtsextremismus im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt teil und führte mit der Sängerin Sharon Phillips John Lennons Imagine auf.[11] Im April 2012 war er der Jurypräsident in der von Linda de Mol moderierten Sat.1-Spielshow The Winner Is …. In der 15. Staffel (2018) der RTL-Sendung Deutschland sucht den Superstar war er Teil der Jury.
Privatleben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Er hat aus einer langjährigen Beziehung mit einer Amerikanerin einen Sohn, der gelegentlich mit ihm als DJ zusammenarbeitet.[12][13][14] Seit 2018 ist Mousse T. mit der Moderatorin Khadra Sufi liiert, sie heirateten im Juni 2026.[15][16] Er ist seit November 2018 Mitglied der Partei Bündnis 90/Die Grünen.[17]
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1998: Grammy-Nominierung in der Kategorie „Bester Remixer“ als erster Europäer.
- 2002: Eins Live Krone als „Bester DJ“
- 2005: Sonderpreis des Praetorius Musikpreises
- 2005: Echo-Nominierung als „Bester Produzent“
- 2010: Stadtkulturpreis des Freundeskreises Hannover[18]
- 2026: Stadtplakette der Landeshauptstadt Hannover[19][16]
Diskografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Alben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | Titel | Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[20] (Jahr, Titel, Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2002 | Gourmet de Funk | DE22 (7 Wo.)DE |
AT44 (2 Wo.)AT |
CH46 (7 Wo.)CH |
— |
Erstveröffentlichung: 20. August 2002 |
| 2004 | All Nite Madness | DE69 (3 Wo.)DE |
— | CH48 (3 Wo.)CH |
— |
Erstveröffentlichung: 5. April 2004 |
| 2018 | Where Is the Love | DE69 (1 Wo.)DE |
— | — | — |
Erstveröffentlichung: 7. Dezember 2018 |
Singles
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | Titel Album |
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[20] (Jahr, Titel, Album, Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1998 | Horny ’98 – |
DE28 (15 Wo.)DE |
AT17 (12 Wo.)AT |
CH11 (18 Wo.)CH |
UK2 (21 Wo.)UK |
feat. Hot ’n’ Juicy / Erstveröffentlichung: 11. Mai 1998 |
| 2000 | Sex Bomb Reload |
DE3 (17 Wo.)DE |
AT3 (14 Wo.)AT |
CH1 (32 Wo.)CH |
UK3 (10 Wo.)UK |
mit Tom Jones / Erstveröffentlichung: 10. Februar 2000 |
| 2002 | Fire Gourmet de Funk |
DE73 (3 Wo.)DE |
— | CH36 (13 Wo.)CH |
UK58 (2 Wo.)UK |
feat. Emma Lanford / Erstveröffentlichung: 13. Mai 2002 |
| Let’s Go to Bed Now … Us! |
DE12 (9 Wo.)DE |
AT46 (8 Wo.)AT |
— | — |
No Angels mit Mousse T / Erstveröffentlichung: 18. August 2002 | |
| 2004 | Is It ’Cos I’m Cool? All Nite Madness |
DE33 (9 Wo.)DE |
AT12 (18 Wo.)AT |
CH27 (14 Wo.)CH |
UK9 (14 Wo.)UK |
feat. Emma Lanford / Erstveröffentlichung: 16. Februar 2004 |
| Pop Muzak All Nite Madness |
DE19 (15 Wo.)DE |
AT14 (21 Wo.)AT |
CH73 (12 Wo.)CH |
— |
mit Roachford / Erstveröffentlichung: 20. April 2004 | |
| Right About Now All Nite Madness |
DE47 (9 Wo.)DE |
AT49 (4 Wo.)AT |
CH94 (2 Wo.)CH |
UK28 (5 Wo.)UK |
feat. Emma Lanford / Erstveröffentlichung: 12. Juli 2004 | |
| 2006 | Horny as a Dandy – |
DE40 (9 Wo.)DE |
AT13 (11 Wo.)AT |
CH30 (11 Wo.)CH |
UK17 (6 Wo.)UK |
vs. The Dandy Warhols / Erstveröffentlichung: 6. März 2006 |
| 2009 | All Nite Long (D.I.S.C.O.) – |
DE71 (1 Wo.)DE |
— | — | — |
mit Suzie (Suzie Furlonger) / Erstveröffentlichung: 14. Juni 2009 |
Weitere Singles
- 1994: Mine (mit Davey Dee)
- 1995: EP (mit Davey Dee) (EP)
- 1996: Everybody
- 1996: Come and Get It
- 1997: Horny (Originalversion ohne Gesang)
- 1998: Untitled
- 1999: To Be Number 1 (Scorpions vs. Mousse T)
- 1999: Ooh Song / More I Get
- 2001: Come On Everybody (Norbi pres. Mousse T. feat. Nathalie Dorra)
- 2003: Brother on the Run / Toscana (LocoDice Remix)
- 2004: Il grande baboomba (mit Zucchero)
- 2004: Remixes (mit Zucchero)
- 2006: Sunny (Mousse T. Remix Boney M.)
- 2010: Summer Days (mit Dino Lenny)
- 2010: Brother on the Run
- 2011: Horny (Radio Slave and Thomas Gandey Just 17 Mix)
- 2013: Session 1 (mit Martin Buttrich)
- 2013: Brother on the Run (2013 Remixes)
- 2013: Waterdrops (Paul C & Paolo Martini feat. Mousse T.)
- 2015: Hands In The Air (mit Brooke Fraser)
- 2018: Boyfriend
Weitere Veröffentlichungen als Produzent (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2004: Wow, mit Emma Lanford, (Single)
- 2006: Start the Fire – Radio Mix, Tarkan (Single)
- 2007: Pornorama (Soundtrack)
- 2007: Die Zeit ist reif, mit Yvonne Catterfeld (Single)
- 2007: Re-orchestrated, mit Emma Lanford, Sharon Phillips, Roachford, Calvin Lynch, Scott Lawton, Deutsches Filmorchester Babelsberg (Album) (iTunes)
- 2008: Frauen sind die neuen Männer, mit Die Prinzen (Single)
- 2008: Die neuen Männer, mit Die Prinzen (Album)
- 2009: Be cool speak Deutsch, mit Die Prinzen (Single)
- 2009: Die neuen Männer Premium-Edition, mit Die Prinzen (Album)
- 2009: Everybody/ Big Brother Staffel 9 (Titelsong)
- 2012: Mann tut was Mann kann (Soundtrack)
- 2013: Heute bin ich blond (Soundtrack)
- 2015: Da muss Mann durch (Soundtrack)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Birgit Koch: Mousse T. (Mustafa Gündogdu), in Tigo Zeyen, Anne Weber-Ploemacher (Hrsg.), Joachim Giesel (Fotos): 100 hannoversche Köpfe. CW Niemeyer Buchverlage, Hameln 2006, ISBN 978-3-8271-9251-6 und ISBN 3-8271-9251-X, S. 140f.
Quellen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Birgit Koch: Mousse T. (Mustafa Gündogdu), in Tigo Zeyen, Anne Weber-Ploemacher (Hrsg.), Joachim Giesel (Fotos): 100 hannoversche Köpfe. CW Niemeyer Buchverlage, Hameln 2006, ISBN 978-3-8271-9251-6 und ISBN 3-8271-9251-X, S. 140f.
- ↑ Mousse T.: „Ich habe ein deutsch-türkisches Herz“, haz.de vom 24. Februar 2011, abgerufen am 9. Mai 2018
- ↑ Mousse T.: DSDS-Juror und seine türkischen Wurzeln, tvmovie.de vom 22. November 2017
- ↑ Welche Schule für mein Kind?, Verlagsbeilage der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 12. Januar 2011, S. 4
- ↑ Engagement für Schule ohne Rassismus – Schülerin geehrt, Webseite des Kurt-Schwitters-Gymnasiums, abgerufen am 14. Januar 2011
- ↑ Antonio Celozzi: Mousse T.: il nuovo disco e le nuove collaborazioni di un pioniere della house. In: Soundwall. 22. Januar 2014, abgerufen am 1. November 2026 (italienisch).
- ↑ Archivierte Kopie ( vom 15. Juli 2008 im Internet Archive) Star-Information auf Viva TV
- ↑ Starporträt auf Laut.de
- ↑ Archivierte Kopie ( vom 7. Mai 2008 im Internet Archive) echo-fm 88,4 der Uni Freiburg
- ↑ ffn Comedy und Peppermint fm wurden auf ASTRA abgeschaltet ( vom 1. Dezember 2017 im Internet Archive) Bericht im Forum Mysnip.de vom 3. Juli 2010, abgerufen am 25. Mai 2017
- ↑ Zeitungsartikel „Mit der Kraft der zwei Herzen“ von Silke Janovsky vom 23. Februar 2012, Frankfurter Rundschau
- ↑ Mousse T. in DSDS-Jury So tickt der Neue neben Dieter Bohlen. In: berliner-kurier.de vom 10. Dezember 2018
- ↑ Punkt 12 vom 6. April 2018
- ↑ https://www.gala.de/stars/news/-sexbomb--produzent-mousse-t-und-sohn-sol-im-ersten-gemeinsamen-interview-24568850.html
- ↑ Ex-DSDS-Juror Mousse T. Mit dieser TV-Moderatorin ist er jetzt zusammen. In: vip.de vom 16. November 2018.
- 1 2 Mirjana Cvjetković: Heimliche Hochzeit in Hannover: Khadra und Mousse T. sind jetzt Frau und Herr Gündoğdu. In: Neue Presse (Hannover) vom 30. Juni 2026. Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co. KG, abgerufen am 30. Juni 2026.
- ↑ „Programm spricht mich an“ - Mousse T. wird ein Grüner. In: bild.de. (bild.de [abgerufen am 29. November 2018]).
- ↑ Stefanie Kaune: Botschafter und engagierter Bürger in einem, in: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 23. März 2010, S. 15
- ↑ Stadtplakette an sieben hannöversche Persönlichkeiten verliehen. Abgerufen am 30. Juni 2026.
- 1 2 Chartquellen: Singles Alben UK1 UK2 UK3
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Mousse T.s Website
- Mousse T. bei AllMusic (englisch)
- Mousse T. bei Discogs
- Mousse T. bei laut.de
- Quellen für Musikauszeichnungen: DE, AT, CH, UK
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mousse T. |
| ALTERNATIVNAMEN | Gündoğdu, Mustafa (wirklicher Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsch-türkischer DJ und Musikproduzent |
| GEBURTSDATUM | 2. Oktober 1966 |
| GEBURTSORT | Hagen, Deutschland |