Monchhichi

Monchhichis (jap. モンチッチ, Monchitchi) sind affenähnliche Puppen, die 1974 von dem japanischen Spielwarenhersteller Sekiguchi zuerst in Tokio auf den Markt gebracht wurden und als generationsübergreifendes Spielzeug gedacht waren.[1] Hände, Füße und Gesicht der Puppe sind aus unelastischem Kunststoff gefertigt, der übrige Körper besteht aus gefülltem braunem oder weißem Kunstfell. Ein Schnuller bzw. der Daumen der rechten Hand kann in den Mund der Puppe gesteckt werden.[2]
In Deutschland wurden die Monchhichi-Figuren zunächst von der Firma Bienengräber & Co. vertrieben. Nach einer Verkaufspause dieser Firma erwarb Karstadt in den 1990ern die Vertriebslizenz.[3]
Produktion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1980 kam es zur ersten Produktionsänderung: In die rechte Hand des Monchhichis kam ein Schnuller (fest vergossen, nicht abnehmbar), die linke Hand war jetzt, statt in Greifhaltung, geöffnet und der Daumen wurde verkleinert, so dass er nicht mehr im Mund stecken konnte. Hintergrund war die Diskussion, dass Daumennuckeln Kieferfehlstellungen begünstigen würde.[1] Ebenso wurden die Füße gerade statt in Greifhaltung dargestellt und die Großzehe fiel weg.[3] Die Ohröffnungen fielen ebenso weg, die Ohren wurden kleiner, das Gesicht rundlicher. Insgesamt wurde die Erscheinung noch stärker am Kindchenschema ausgerichtet.[3]
1985 kam es zu einer weiteren Veränderung: Hatten die Monchhichis vorher blaue Augen, so wurden sie nun mit braunen Augen produziert.[1] Auch das Fell wurde in seiner Struktur verändert.[3]
Sortimenterweiterung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bereits 1977 wurde in Japan eine Monchhichi-Boutique eröffnet, in der viele verschiedene Kleidungsstücke, Fahrzeuge, Möbel und Accessoires angeboten wurden, um neue Kaufanreize zu schaffen.[4] Im Laufe der Zeit wurde das Monchhichi-Sortiment immer wieder erweitert. Produzent der Kollektion war die Sun Arrow Co. Ltd. in Tokio. Ab 1978 Verkaufsstart in Deutschland und Frankreich (mit dem Namen Kiki).[4]
Merchandising
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1979 kam in Westdeutschland, wohl nach dem Vorbild des Schlumpfliedes, das Monchhichilied von Bina & Nina heraus.[3]
Zur Unterstützung des Verkaufs wurde 1980 die Animeserie Futago no Monchhichi produziert (ふたごのモンチッチ, Futago no Monchitchi, dt. Monchhichi-Zwillinge – ursprünglich wurde ein „Zwillingspärchen“ aus Junge und Mädchen hergestellt)[3], die auch in Italien ausgestrahlt wurde. Die Serie bestand aus 130 fünfminütigen Folgen. Der Vorspann wurde von Noriko Hidaka gesungen.[5]
In den USA wurde von Hanna-Barbera Productions die Zeichentrickserie Monchhichis und von Mattel, den Mitproduzenten der Serie, auch Puppen hergestellt. Die US-amerikanische Serie wurde zum ersten Mal 1983 ausgestrahlt, aber nach einer Staffel eingestellt.[6]
Popkulturelle Referenzen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein Bonustrack zum Album Wie wir leben wollen der Diskursrock-Band Tocotronic heißt Monchichi. Darin heißt es: „Ersetzt den Fetisch Fantasie durch die Maßnahme Mon Chichhi.“[7]
Im Rapsong Blasserdünnerjunge macht sein Job bezieht sich Jan Böhmermann auf die Haare der Monchhichis, indem er singt: „Nix Haaransatz wie Monchichi, guck ma’, Geheimratsecke“.[8]
Der Spitzname des Sängers Jan Gorkow der Band Feine Sahne Fischfilet lautet in Anspielung an Monchhichis „Monchi“.[9]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Monchhichis bei IMDb
- Informationen zur japanischen Zeichentrickserie (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 50 Jahre Monchhichi: Kuscheltier und Kultobjekt in einem. In: Spielen und Lernen. 6. November 2024, abgerufen am 16. April 2026.
- ↑ Customs Bulletin: Treasury Decisions Under Customs and Other Laws. U.S. Government Printing Office, 1985, S. 906.
- 1 2 3 4 5 6 Britta Josten: Monchhichi. In: Paradisi, online. OC Projects, Optendrenk & Calinski GmbH, 2026, abgerufen am 16. April 2026.
- 1 2 Our story. In: Monchhichi. Sekiguchi Europe BV, 2026, abgerufen am 16. April 2026 (britisches Englisch).
- ↑ Noriko Hidaka - VGMdb. In: VGMdb.net. 2026, abgerufen am 16. April 2026 (englisch).
- ↑ David Mansour: From Abba to Zoom: A Pop Culture Encyclopedia of the Late 20th Century. Andrews McMeel Publishing, 2005, ISBN 978-0-7407-5118-9, S. 318.
- ↑ Monchichi. In: MusikGuru. Abgerufen am 30. August 2025.
- ↑ Jan Böhmermann – Blasserdünnerjunge macht sein Job. Abgerufen am 30. August 2025.
- ↑ Thorsten Hampel: "Feine Sahne Fischfilet": Eine Band kämpft in Rostock gegen Nazis. In: Der Tagesspiegel Online. Der Tagesspiegel GmbH, 30. August 2016, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 16. April 2026]).