Das Milkor MGL ist ein nach dem Revolverprinzip arbeitender mehrschüssiger Granatwerfer, der vom südafrikanischen Unternehmen Milkor produziert wird. Seit seiner Einführung 1983 haben ihn 30 Länder in ihr Arsenal aufgenommen.
Der MGL funktioniert nach dem Prinzip des Revolvers: Er hat eine Munitionstrommel, die manuell geladen wird. Er verwendet ein Double-Action-Abzugssystem, doch die Trommel ist zu schwer, um sie durch Betätigung des Abzugs zu drehen, wie es bei den meisten Revolvern der Fall ist. Deswegen ist die Trommel, ähnlich wie bei der DAO-12, mit einer Feder verbunden, die beim Laden aufgezogen wird und die schwere Trommel dann nach jedem Schuss eine Position weiter dreht. Ausgelöst wird die Feder durch den Gasdruckanstieg eines Schusses, was den MGL jedoch nicht zu einem Gasdrucklader macht. Als Munition werden sechs 40-mm-Granaten verwendet.
Von der Mk-1 gibt es zwei Versionen, zudem wird er unter Lizenz als RGB6 (kurz für Rucni Bacac Granata) von RH-ALAN in Kroatien exportiert:
Die erste der beiden Varianten ist die Mk-1S, die auch als Y2 bezeichnet wird. Sie benutzt rostfreien Stahl anstatt Aluminium und hat mehrere Picatinny-Schienen, vier um den Lauf und eine über der Trommel.
Die zweite ist die Mk-1L, die eine größere Trommel hat, um auch nichttödliche Munition zu verschießen, wie zum Beispiel Tränengas oder Rauch. Außerdem sind alle Verbesserungen der Mk-1S enthalten.
Im Oktober 2005 stellte das United States Marine Corps eine Anfrage an Milkor, um spezielle Verbesserungen vornehmen und den Granatwerfer in den Vereinigten Staaten produzieren zu lassen. Er wurde als M32 eingeführt und ab März 2006 dann im Irak eingesetzt.
Der Mark 14 ist eine Version, die für das USSOCOM entwickelt wurde und einen Pistolengriff hat, ähnlich dem der M16. Des Weiteren wurde der Lauf auf 8 Zoll (203,2mm) gegenüber dem M32 verkürzt. Dafür wurden Schaft und Abzugsgruppe verstärkt, und somit hat sich dann trotz des kürzeren Laufs das Gewicht nicht geändert.[1]
Der XRGL steht für eXtra Range Grenade Launcher (dt. Granatwerfer mit zusätzlicher Reichweite). Bei dieser Version des Granatwerfers wurde die effektive Reichweite von 400 auf 800m gesteigert. Er verwendet „extended range low pressure“ (ERLP, dt. „erweiterte Reichweite Niederdruck“) Granaten im Kaliber 40×51mm, deren Mündungsgeschwindigkeit mit 125Meter pro Sekunde (m/s) deutlich über den 75m/s bei normalen 40 × 46mm-Granaten liegt.
KroatienKroatien – Kroatien hat zunächst den Milkor MGL ohne Lizenz seit 1996 produziert später eine Lizenz gekauft und den Granatwerfer als RGB-6 (Abkürzung für Rucni Bacac Granata) auch exportiert. Produzenten sind Metallic und Atir. Exportiert werden die Waffen von RH Alan (neu Agencia Alan).[2][3][4][5]
SchwedenSchweden – Die schwedischen Streitkräfte testeten den MKL MK-1 (schwedische Bezeichnung Granatkast Gevär 90) von 1996 bis 2000. Das Konzept wurde trotz guter Erfahrung nicht eingesetzt.[16]
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten – Die US Marines nutzen seit 2006 210 M32 und wollen weitere 2118 M32 einführen. Daneben hat das USSOCOM seit Januar 2009 300 Mark 14 bestellt.[1]
Im Syrischen Bürgerkrieg sind RBG-6 Granatwerfer in den sozialen Medien aufgetaucht. Konfrontiert mit diesem illegalen Export sagt die kroatische Regierung, es gebe auch andere Waffen welche ähnlich aussehen würden.[21]
↑SALW Survey of Croatia. South Eastern and Eastern Europe Clearinghouse for the Control of Small Arms and Light Weapons, ISBN 86-7728-023-5, S.7 (englisch, bicc.de[PDF; abgerufen am 1.Januar 2023]).
↑RGB-6.ArchiviertvomOriginal(nicht mehr online verfügbar)am7.Juli;abgerufen am 24.Dezember 2022(englisch).
↑Lawrence Marzouk, Ivan Angelovski, Jelena Svircic, Jelena Cosic:Croatia Profits from Syria’s Gruesome War.Zagreb made record-breaking sales of aging ammunition and weapons to Saudi Arabia in 2016 – ignoring well-founded concerns that the stocks would be diverted to Syria.In:Balkan Insight.21.Februar 2017,abgerufen am 15.Januar 2022(englisch).