Metriacanthosauridae
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Schädel von Sinraptor hepingensis | ||||||||||||
| Zeitliches Auftreten | ||||||||||||
| Mitteljura bis Oberjura (Unterkreide?) | ||||||||||||
| 174,1 bis 145 (126,3?) Mio. Jahre | ||||||||||||
| Fundorte | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Metriacanthosauridae | ||||||||||||
| (Paul, 1988) |
Die Metriacanthosauridae (Syn. Sinraptoridae) sind eine Gruppe carnivorer, theropoder Dinosaurier im Rang einer Familie innerhalb der Überfamilie der Allosauroidea. Die Gruppe lässt sich vom Mitteljura bis zum Oberjura und möglicherweise noch bis weit in die Unterkreide nachweisen.
Definition
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Metriacanthosauridae (Paul, 1988) sind definiert als die umfassendste Klade, die Metriacanthosaurus parkeri enthält aber nicht Allosaurus fragilis, Carcharodontosaurus saharicus oder Passer domesticus.[1][2]
Historisches
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Typusgattung der Metriacanthosauridae wurde 1923 durch Friedrich von Huene zunächst als Vertreter der Gattung Megalosaurus (Megalosaurus parkeri) beschrieben und 1964 durch Alick Walker einer eigenen Gattung Metriacanthosaurus zugeordnet.[3] 1988 stellte Gregory Scott Paul die Gattung in eine eigene Unterfamilie Metriacanthosaurinae Paul, 1988.[4]
Auf Basis der Funde von Sinraptor dongi stellten Philip J. Currie und Zhao Xijin 1993 diese Gattung gemeinsam mit Yangchuanosaurus in eine neue Familie, die sie als Sinraptoridae bezeichneten.[5] 1997 definierten Kevin Padian und John R. Hutchinson die Sinraptoridae als „Sinraptor und alle Allosauroidea, die näher damit verwandt sind als mit Allosaurus“.[6][1] In den folgenden Jahren wurde die Definition schrittweise immer weiter ausgebaut und gipfelte 2005 in einem Vorschlag Paul Serenos die Sinraptoridae zu definieren als „die umfassendste Klade, die Sinraptor dongi enthält aber nicht Allosaurus fragilis, Carcharodontosaurus saharicus oder Passer domesticus“. Der Haussperling (Passer domesticus) war in die Definition als abgrenzende Art mit aufgenommen worden um sicherzustellen, dass die Gruppe stabil bleibt auch für den Fall, dass sich herausstellen sollte, dass Sinraptor doch näher mit den Coelurosauria verwandt ist als mit den übrigen Allosauroidea.[7]
In einer umfassenden phylogenetischen Analyse der Tetanurae fanden Matthew T. Carrano, Roger B. J. Benson und Scott D. Sampson 2012 Metriacanthosaurus tief in der Klade der Sinraptoridae verwurzelt. Die Auroren erweiterten die Metriacanthosaurinae Paul, 1988 in den Rang einer Familie Metriacanthosauridae (Paul, 1988) und werteten die Sinraptoridae Currie & Zhao, 1993 als deren Juniorsynonym. Gleichzeitig wurde die Unterfamilie der Metriacanthosaurinae Paul, 1988 neu definiert als „alle Metriacanthosauridae, die näher verwandt sind mit Metriacanthosaurus als mit Yangchuanosaurus“.[3][4]
Christophe Hendrickx, Scott A. Hartman und Octávio Mateus passten 2015 Serenos Definition der Sinraptoridae an die neuen Gegebenheiten an. Gleichzeitig wurde die Definition der Unterfamilie Metriacanthosaurinae Paul, 1988 umformuliert zu: „Die umfassendste Klade, die zwar Metriacanthosaurus parkeri, nicht jedoch Yangchuanosaurus shangyouensis enthält“.[1][2]
Merkmale
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(In Klammer beigefügte Abkürzungen beziehen sich auf die Abbildung rechts)
Die Metriacanthosauridae zählen zu den ältesten Vertretern der Theropoda, die, bereits ab dem frühen Oberjura, eine Körpermasse von mehr als einer Tonne erreichen konnten.[3] Sie unterscheiden sich durch eine Reihe von Merkmalen von anderen Vertretern der Allosauroidea.
Ein anteriorer Ast der Maxilla ist nur schwach oder gar nicht ausgebildet. Das Laterosphenoid steht nicht nur mit dem Postorbitale („po“), sondern auch mit dem Frontale in Kontakt. Das Schuppenbein bewirkt keine Einschnürung im Bereich des Temporalfensters („ltf“), überdeckt mit einem flanschartigen Fortsatz jedoch den Kopf des Quadratbeines.[3]
Die laterale Seite des zahntragenden Unterkieferknochens (Dentale) zeigt eine in Längsrichtung verlaufende, deutlich ausgeprägte Rille mit einer Reihe von Foramina für Nerven und/oder Blutgefäße.[3]
Die ventrale Fläche des vorderen Wirbelkörpers (Interzentrum) des Axis-Wirbels ist anterodorsal geneigt und die spinopostzygapophyseale Lamina, eine Knochenlamelle zwischen Dornfortsatz und den Postzygapophysen, des Axis-Wirbels ist breit und deutlich ausgebildet. Die Dornfortsätze der mittleren Schwanzwirbel sind plattenförmig und im Umriss abgerundet rechteckig.[3]
Die Manus ist kürzer als Ober- und Unterarm zusammengenommen. Ein Os metacarpale quartum (MC IV) ist vorhanden, die entsprechenden Fingerknochen fehlen jedoch ebenso wie der ganze fünfte Finger.[3]
Die distalen Enden der beiden Sitzbeine sind bei adulten Individuen miteinander verschmolzen. Der Querschnitt der Sitzbeinschäfte ist mittig eher herzförmig als oval.[3]
Bezahnung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Alle Vertreter der Metriacanthosauridae weisen, soweit bekannt, zwei charakteristische Merkmale in Bezug auf die Bezahnung auf. Der Zahnschmelz zeigt eine unregelmäßige Oberflächentextur ohne Vorzugsorientierung und die Kronen der lateralen (weiter hinten im Kiefer stehenden[8]) Zähne zeigen auf der labialen Seite eine annähernd ebene, zentral gelegene Fläche.[9]
Metriacanthosaurinae
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Unterfamilie der Metriacanthosaurinae zeichnet sich durch eine Reihe gemeinsamer Merkmale aus. Die Antorbitalgrube (Fossa antorbitalis), jene Schädelgrube vor den Augenhöhlen, in der sich auch das Antorbitalfenster (Fenestra antorbitalis, „aof“) befindet, wird anteroventral von einem erhöhten Knochenwall begrenzt. Die vorderen Rückenwirbel weisen ventral einen deutlichen Kiel auf. Der posteriore Rand des postacetabulären Fortsatzes des Darmbeins ist gerade und die „T-förmige“ Verlängerung („pubic boot“) des Schambeinschaftes schließt mit dessen Längsachse einen Winkel von <60° ein. Die Crista fibularis, ein Knochenkamm am Schienbein, ist bauchig vorgewölbt.[3]
Systematik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Äußere Systematik | |||||||||||||||||||||
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| Systematische Stellung der Metriacanthosauridae innerhalb der Allosauroidea, vereinfacht nach Hendrickx et al., 2015.[1] |