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Messin’

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Messin’
Studioalbum von Manfred Mann’s Earth Band

Veröffent-
lichung

14. Mai 1973 (USA)[1]
15. Juni 1973 (UK & Europa)[1]

Aufnahme

1973

Label(s)

Polydor (USA)[1]
Vertigo (UK & Europa)[1]

Format(e)

LP

Genre(s)

Rock, Progressive Rock

Titel (Anzahl)

7

Länge

41:16

Besetzung

Produktion

Manfred Mann

Studio(s)

Maximum Sound Studios, London

Chronologie
Glorified Magnified
(1972)
Messin’ Solar Fire
(1973)
Singleauskopplungen
13. April 1973 (UK & Europa)[2]
25. Juli 1973 (USA)[2]
Get Your Rocks Off[2]
16. April 1973 (nur USA)[2] Mardi Gras Day[2]

Messin’ ist das dritte Musikalbum der britischen Rockband Manfred Mann’s Earth Band. Es wurde 1973 in den Maximum Sound Studios in London aufgenommen und erschien im Juni 1973 bei Vertigo. In den USA war es bereits im Mai unter dem Titel Get Your Rocks Off bei Polydor erschienen, mit anderem Cover und mit Pretty Good von John Prine anstelle von Black and Blue.

Entstehung und Inhalt

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Messin’ enthält die für die Earth Band typische Mischung aus Coverversionen und eigenen Titeln. Hier sind es Lieder von Bob Dylan, Dr. John und der australischen Band Chain. Mit deren Black and Blue über eine Chain Gang aus der australischen Geschichte covert die Earth Band nach Einschätzung des australischen Senders ABC einen authentischen australischen Blues.[3] Auf das Stück war Mick Rogers durch seine Beschäftigung mit australischer Musik gestoßen. Die Akkordfolge des Stücks, I–♭III–IV (etwa C–Es–F), wurde danach zu einem wiederkehrenden Merkmal der Aufnahmen und Konzerte der Band.[4] Die Hüllennotiz beschreibt das Stück als australischen Worksong über das Unrecht, das einem englischen Sträfling um die Jahrhundertwende in australischer Haft widerfuhr, und nennt im Begleittext Matt Taylor und Phil Manning als Verfasser, in der Autorenspalte dagegen nur den Bandnamen Chain.[5]

Das Titelstück schrieb Mike Hugg, der mit Manfred Mann zwei Jahre in der Jazzrockformation Chapter Three gespielt hatte. Es stammte aus dem Material für deren unveröffentlichtes drittes Album.[6] Eine Version des Lieds aus dieser Zeit erschien erst 2005 unter dem vollen Titel Messin’ Up the Land auf der Kompilation Odds & Sods – Mis-takes & Out-takes.[7] Die Aufnahme galt lange als verloren, weil man annahm, alle Kopien des Chapter-Three-Albums seien bei einem Brand im Studio The Workhouse, den früheren Maximum Sound Studios, vernichtet worden. Das vollständige Master tauchte erst in den USA wieder auf, als Manns Plattenfirma seine Aufnahmen ab 1969 für Wiederveröffentlichungen remastern ließ. Nach Andy Taylor hat diese Fassung mit der späteren Version der Earth Band wenig gemein.[8] Mick Rogers, von dem die Titelanmerkungen auf der Plattenhülle stammen, hörte das Stück nach eigener Angabe auf einer unveröffentlichten LP von Chapter Three. Es wurde der Earth Band als Livenummer vorgeschlagen, und die Aufnahme auf Messin’ gibt dieses Livearrangement wieder. Die Geräte- und Tiergeräusche steuerte Laurie Baker bei.[5][8] Nach Mick Rogers setzte die Band das Stück bei Konzerten, vor allem in den USA, manchmal als Eröffnungsnummer ein.[9] In Buddah stellte sich Mann ein Gespräch mit religiösen Meistern vor, denen er in einer Alltagssituation begegne. Die Strophen waren ursprünglich als Boogie angelegt, die Hörner im Schlussteil kamen erst nachträglich hinzu.[5] Das Stück erschien vorab auf dem Vertigo-Doppelsampler Suck It and See und wurde zu diesem Zeitpunkt bereits seit über einem halben Jahr live gespielt.[6]

Das von Manfred Mann geschriebene Stück Cloudy Eyes war ursprünglich für ein nie vollendetes Musical bestimmt.[5] Songs von Bob Dylan aufzunehmen war für Manfred Mann nach der Hüllennotiz inzwischen eine Art Tradition. Get Your Rocks Off hatte Tom McGuinness von McGuinness Flint ausfindig gemacht.[5] Das Stück aus den Basement Tapes war zuerst von Coulson, Dean, McGuinness, Flint auf deren von Mann produziertem Album Lo and Behold erschienen.[4] Sadjoy schrieb Mann ursprünglich für Bläser und Streicher. Die Gesangsstimmen stammen von Liza Strike, Ruby James und der Earth Band.[5] Mardi Gras Day ist gegenüber der Originalfassung auf dem Album Remedies (1970) von Dr. John um mehr als fünf Minuten gekürzt.[4]

Das Konzept der Klapphülle stammt von Peter Hignett, die Gestaltung von William Stone & Associates und die Illustration von Peter Goodfellow.[5] Das Titelbild zeigt eine surreale Gestalt mit einer großen Gasmaske vor einer kargen Wüstenlandschaft. Bei der Originalausgabe ist der Filter der Maske rund ausgestanzt. Durch das Loch ist die Erde zu sehen, die zu dem Gemälde auf den Innenseiten der Klapphülle gehört.[10][11]

Die meisten späteren Auflagen, etwa die britische Wiederveröffentlichung bei Bronze von 1977, verwenden eine zweite, abweichend ausgeführte Fassung des Bildes mit gleichem Motiv, ohne Ausstanzung und mit aufgedruckter Erde. Diese Fassung unterscheidet sich vom Original in Einzelheiten wie der Zahl der Ringe am Atemschlauch. Sie wirkt eher wie in Spritztechnik gearbeitet, das Original zeigt dagegen stärker malerische Details.[12][10] Einige originalgetreue Wiederveröffentlichungen, darunter die japanische CD-Ausgabe von 2005 bei Air Mail Archive, bilden dagegen die Originalhülle mit dem ursprünglichen Bild samt Ausstanzung nach.[11]

Die US-amerikanische Ausgabe erschien unter dem Titel Get Your Rocks Off mit einer anderen Titelreihenfolge. Black and Blue ist darauf durch Pretty Good von John Prine ersetzt.[13] Nach Greg Russo galt Black and Blue für die nordamerikanischen Ausgaben als ungeeignet.[4] Robert M. Corich führte dies im Beiheft der remasterten CD-Ausgabe von 1998 auf den möglichen Bezug des Stücks zur Rassenfrage zurück und bezeichnete es als Lied über Sklaverei.[14] Ähnlich schrieb eclipsed 2013, der Text über Sklaverei sei für den damaligen US-Markt „zu starker Tobak“ gewesen.[9] Die Hüllennotiz von 1973 beschreibt das Stück dagegen als Worksong über einen englischen Sträfling in australischer Haft.[5] Als Ersatz wurde eilig Pretty Good aufgenommen, ein Lied von Prines Debütalbum John Prine aus dem Jahr 1971.[14][4] Die US-Ausgabe wurde bereits im Mai 1973 veröffentlicht, einen Monat vor der europäischen Ausgabe.[1] Die Verkäufe beider Ausgaben blieben hinter den Erwartungen zurück, in den US-Albumcharts kam Get Your Rocks Off nur auf Platz 196.[4] Auch das Cover ist anders gestaltet, nach Corich eine Entscheidung der Plattenfirma.[14] eclipsed führt den Coverwechsel dagegen auf Zensur zurück, weil das Originalcover eine „drastisch verwüstete und sauerstoffkaputte Erde“ gezeigt habe.[9] Das zentrale Bild zeigt die Überlagerung eines horizontal gespiegelten Fotonegativs einer nackten Frau, die mit übereinandergeschlagenen Beinen auf dem Boden sitzt, in intensiven Rot- und Blautönen. Am linken Rand verläuft ein schwarzer Streifen, auf dem das Bandlogo zweimal zu sehen ist, einmal aufrecht und einmal auf dem Kopf stehend. Dazwischen steht der Albumtitel in verschnörkelter Schrift.[15]

In der deutschen Musikzeitschrift Sounds schrieb Manfred Gillig im November 1973, mit Messin’ sei die Earth Band „zur vordersten Reihe der wirklich ernstzunehmenden Gruppen zu zählen“. Beim Debütalbum habe es noch so ausgesehen, als versuche Manfred Mann noch einmal eine Hitparadengruppe zu landen, nun sei das Terrain abgesteckt. Mit einer Besetzung von nur vier Musikern, die in einer Zeit vielköpfiger Rock-Jazz-Gruppen fast spärlich wirke, erzeuge die Band einen Sound, der an Kompaktheit, Abwechslungsreichtum und Klarheit im Konzept „nicht viel zu wünschen übrig läßt“. Den größten Anteil daran habe Manns Synthesizerspiel, das weder zum „bloßen Klamaukinstrument“ noch zur „kalten technischen Spielerei“ werde. Den Gegenpol bilde Mick Rogers mit seiner rauen Bluesstimme und seinem klar akzentuierten Gitarrenspiel. Als einzige Schwäche nannte Gillig die längeren Instrumentalpassagen, die stellenweise an die Musik mancher Italowestern erinnerten, und fragte, ob Manfred Mann „ein Verehrer von Ennio Morricone“ sei.[16]

Robert Christgau besprach die US-Ausgabe Get Your Rocks Off und gab ihr die Note A−. Er bezeichnete die Earth Band als seine liebste Kultband, lobte John Prines Pretty Good und nannte Buddah das Andachtslied des Jahres, weshalb es wie das Plattenlabel Buddah Records geschrieben sei und nicht wie der Weise.[17]

In Band 1 seiner Buchreihe Rock schreibt das Magazin eclipsed: „Mit Messin’ groovten sich Mann und Co. auf die nachfolgende Megaplatte Solar Fire ein.“ Herausgehoben werden insbesondere die Titel Messin’, Buddah und Black and Blue. Das Album wird in der Kategorie „Qualitätskauf“ geführt, der dritten von fünf. In der Rangfolge aller Manfred-Mann’s-Earth-Band-Alben, die die Autoren des Kapitels aufstellen, belegt es Platz 10.[9]

Bruce Eder von AllMusic schreibt, Manfred Mann stoße auf Buddah in die Gefilde von Rick Wakeman und Keith Emerson vor, während der Rest der Band Deep Purple nacheifere. Er findet es erstaunlich, dass es trotz dieses Albums noch zwei Jahre und einen Bruce-Springsteen-Song gebraucht habe, bis die Band wirklich bekannt wurde, gemeint ist das Album Nightingales & Bombers mit dem Lied Spirits in the Night. Er gab dem Album vier von fünf möglichen Sternen.[18]

Seite 1

  1. Messin’ (Mike Hugg) – 10:00
  2. Buddah (Manfred Mann, Mick Rogers) – 7:00
  3. Cloudy Eyes (Mann) – 5:30

Seite 2

  1. Get Your Rocks Off (Bob Dylan) – 2:56
  2. Sadjoy (Mann) – 5:24
  3. Black and Blue (Barry Sullivan, Matt Taylor, Phil Manning, Barry Harvey) – 7:22
  4. Mardi Gras Day (Dr. John Creaux) – 3:04

Laufzeiten nach der CD-Ausgabe von 1987 (Bronze 258 731).[19] Autorenangaben nach der remasterten CD-Ausgabe von 2016 (Creature Music MMCD05).[20]

Weitere Mitwirkende

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  • Laurie Baker: Geräte- und Tiergeräusche bei Messin’
  • Liza Strike, Vicki Brown, Judith Powell, Ruby James: Hintergrundgesang
  • John Edwards: Toningenieur
  • Laurence Latham: Tape-Operator, Co-Toningenieur bei Sadjoy[5]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 Greg Russo: Mannerisms: The Five Phases of Manfred Mann. 2. Auflage. Crossfire Publications, New York 2011, ISBN 978-0-9791845-2-9, S. 200 (englisch).
  2. 1 2 3 4 5 Greg Russo: Mannerisms: The Five Phases of Manfred Mann. 2. Auflage. Crossfire Publications, New York 2011, ISBN 978-0-9791845-2-9, S. 196 (englisch).
  3. ↑ Long Way To The Top – Chain. In: abc.net.au. ABC, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 2. September 2007; abgerufen am 6. Januar 2017 (englisch).
  4. 1 2 3 4 5 6 Greg Russo: Mannerisms: The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, Stewart Manor 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5, S. 137 (englisch).
  5. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Titelanmerkungen und Mitwirkendenangaben auf der Innenseite der Klapphülle der LP Messin’, Vertigo 6360 087, 1973.
  6. 1 2 Greg Russo: Mannerisms: The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, Stewart Manor 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5, S. 136 (englisch).
  7. ↑ Manfred Mann’s Earth Band – Odds & Sods (Mis-takes & Out-takes). In: Discogs. Zink Media, LLC, abgerufen am 21. September 2026 (englisch).
  8. 1 2 Andy Taylor: Begleittext im Beiheft der CD-Box Odds & Sods – Mis-takes & Out-takes, Cohesion MMBOOK1, 2005.
  9. 1 2 3 4 Walter Sehrer, Matthias Bergert, Marcus Wicker, Wolfram Porr: Manfred Mann’s Earth Band. In: eclipsed-Redaktion (Hrsg.): Rock – Das Gesamtwerk der größten Rock-Acts im Check: alle Alben, alle Songs. Teil 1. Sysyphus, Aschaffenburg 2013, ISBN 978-3-86852-646-2, S. 149, 155.
  10. 1 2 Manfred Mann’s Earth Band – Messin’ (UK-Originalveröffentlichung). In: Discogs. Zink Media, LLC, abgerufen am 21. September 2026 (englisch).
  11. 1 2 Manfred Mann’s Earth Band – Messin’ (japanische CD-Wiederveröffentlichung von 2005). In: Discogs. Zink Media, LLC, abgerufen am 21. September 2026 (englisch).
  12. ↑ Manfred Mann’s Earth Band – Messin’ (UK-Wiederveröffentlichung von 1977). In: Discogs. Zink Media, LLC, abgerufen am 21. September 2026 (englisch).
  13. ↑ Manfred Mann’s Earth Band – Get Your Rocks Off. In: Discogs. Zink Media, LLC, abgerufen am 21. September 2026 (englisch).
  14. 1 2 3 Robert M. Corich: Begleittext im Beiheft der CD Messin’, Cohesion MANN 005, 1998.
  15. ↑ Manfred Mann’s Earth Band – Get Your Rocks Off (US-Originalveröffentlichung). In: Discogs. Zink Media, LLC, abgerufen am 19. Juni 2024 (englisch).
  16. ↑ Manfred Gillig: Manfred Manns Earth Band: Messin’. In: Sounds. Nr. 11, November 1973, S. 44 (Rubrik „Platten“).
  17. ↑ Manfred Mann’s Earth Band. In: robertchristgau.com. Abgerufen am 21. September 2026 (englisch).
  18. ↑ Messin’ bei AllMusic (englisch)
  19. ↑ Manfred Mann’s Earth Band – Messin’ (CD-Wiederveröffentlichung von 1987). In: Discogs. Zink Media, LLC, abgerufen am 21. September 2026 (englisch).
  20. ↑ Titelliste im Beiheft der CD Messin’, Creature Music MMCD05, 2016.