Merck KGaA
| Merck KGaA | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Rechtsform | Kommanditgesellschaft auf Aktien | |||||||
| ISIN | DE0006599905 | |||||||
| Gründung | 1668[1] | |||||||
| Sitz | Darmstadt, | |||||||
| Leitung |
| |||||||
| Mitarbeiterzahl | 62.461 (Merck-Konzern)[2] | |||||||
| Umsatz | 21,1 Mrd. Euro (Merck-Konzern)[2] | |||||||
| Branche | Chemie- und Pharmaindustrie | |||||||
| Website | merckgroup.com | |||||||
| Stand: 31. Dezember 2025 | ||||||||
| Kennzahlen[20] | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025[14] |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz (Mrd. Euro) | 14,84 | 16,15 | 17,53 | 19,69 | 22,23 | 20,99 | 21,16 | 21,10 |
| Ergebnis v. St. (Mrd. Euro) | 1,5 | 1,7 | 2,6 | 3,9 | 4,2 | 3,5 | 3,5 | 3,6 |
| Mitarbeiter | 51.713 | 57.036 | 58.096 | 60.334 | 64.232 | 62.908 | 62.557 | 62.461 |
Aktie und Anteilseigner
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Merck Kommanditgesellschaft auf Aktien ist mehrheitlich in Familienbesitz. Über die E. Merck KG als Komplementär hält die Familie Merck rund 70 % des Gesamtkapitals. Die restlichen 30 % des Kapitals laufen auf die Aktien der Kommanditaktionäre. Seit 1995 werden die Aktien an der Börse gehandelt und sind seit dem 15. Juni 2007 im DAX an der Frankfurter Wertpapierbörse vertreten.
Die Anzahl der öffentlich gehandelten Stückaktien beträgt rund 129 Millionen.[21]
Geschäftsbereiche
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Healthcare
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Health-Care-Segment gliedert sich in drei Geschäfte: Merck Serono, Allergopharma und Biosimilars. Das Consumer-Health-Geschäft wurde 2018 für 3,4 Milliarden Euro an Procter & Gamble veräußert. Es hatte im Jahr davor einen Umsatz von 911 Millionen Euro generiert.[22]
Biopharma
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Biopharma, bis 2015 Merck Serono, entstand 2007 mit der Übernahme des Schweizer Biotechnologie-Unternehmens Serono und anschließender Fusion mit der eigenen Pharmasparte Merck Ethicals. Biopharma vertreibt und produziert verschreibungspflichtige Originalpräparate auf den Gebieten:
- Onkologie mit dem monoklonalen Antikörper (Erbitux / Cetuximab)
- Neurologie (Rebif Beta-Interferon, Multiple Sklerose) und (Mavenclad Cladribin, Multiple Sklerose), für das Ende Juni 2016 ein Zulassungsantrag bei der Europäischen Union eingereicht wurde.
- Diabetes (Glucophage, Metformin)
- Schilddrüsenerkrankungen (Euthyrox / Levo-Thyroxin)
- Herz-Kreislauf (Concor / Bisoprolol)
- entzündliche Erkrankungen (Decortin bzw. Decortin H / Prednison bzw. Prednisolon)
- Fruchtbarkeit (Hormonsubstitutionstherapie)
- Phenylketonurie (Kuvan / Sapropterindihydrochlorid), bis Jahresende 2015[23]
- Wachstumshormonstörungen (Saizen/Somatropin)
Aktuelle Forschungsschwerpunkte sind Onkologie, neurodegenerative Erkrankungen und Rheumatologie.
In der Onkologie arbeitet Merck z. B. an der Forschung und Entwicklung von Therapien, die zielgerichtet auf Krebszellen wirken, ohne gesunde Zellen zu schädigen. Die Entwicklungsprojekte nutzen das Potenzial von Immunologie, Biotechnologie und Molekularbiologie, um den Körper bei seinem eigenen Kampf gegen Krebszellen zu unterstützen. Das Ziel sind effektive Therapien, mit geringen Nebenwirkungen, die die Überlebenszeit der Patienten verlängern und ihre Lebensqualität verbessern.
Merck forscht dabei auf vier Hauptgebieten:
- monoklonale Antikörper, die das Krebswachstum blockieren sollen
- Immunzytokine, die Tumorzellen erkennen und eine lokale Immunantwort hervorrufen sollen
- Angiogenesehemmer, die Tumoren „aushungern“ sollen, indem sie von der weiteren Versorgung mit Nährstoffen abgeschnitten werden.
- Anti-PD-L1-Antikörper (Immuncheckpoint-Inhibitor)[24]
Zu den wichtigsten Entwicklungssubstanzen gehörte bis Ende 2015 das Hypoxie-aktivierte Molekül Evofosfamid (zuvor TH-302).[25]
Consumer Health (Selbstmedikation)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Consumer-Health-Geschäft produzierte und vertrieb nicht-verschreibungspflichtige Medikamente (OTC-Arzneimittel) und Nahrungsergänzungsmittel. Beispiele sind Nasivin, Bion3, das Vitaminpräparat Multibionta, Cebion, Kohle-Compretten, Femibion, Kidabion, Neurobion, Epamax und Kytta-Salbe. Im April 2018 gab das Unternehmen bekannt, dass die Sparte für 3,4 Mrd. € an Procter & Gamble verkauft wurde. Die Transaktion wurde im vierten Quartal 2018 vollzogen.[26]
Allergopharma
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Allergopharma-Geschäft umfasste Produkte zur Behandlung von Allergien. Das Tochterunternehmen Allergopharma wurde 1969 gegründet und war ein vollständiges Mitglied der Merckgruppe.[27] Im Februar 2020 gab Merck bekannt, dass Merck Allergopharma an die Dermapharm Holding SE verkauft.[28]
Biosimilars
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Geschäftsbereich Biosimilars umfasste die Entwicklung und Herstellung von Biosimilar-Arzneimitteln. Der Geschäftsbereich Biosimilars wurde 2017 an Fresenius Kabi veräußert[29].
Life Science
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Das Life-Science-Segment besteht aus dem Geschäft Merck Millipore und dem Life-Science-Portfolio des 2015 übernommenen Sigma-Aldrich. Zu den Kernmarken gehören Millipore, Milli-Q, Sigma, SAFC und BioReliance.
Merck Millipore
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Merck Millipore entstand 2010 nach Abschluss der Übernahme der US-amerikanischen Firma Millipore.[8] In dieser Sparte wurden alle Aktivitäten von Millipore und große Teile der ehemaligen Merck-Sparte Performance & Life Science Chemicals zusammengelegt. Merck Millipore besteht aus drei Geschäftseinheiten (Business Units): Bioscience, Lab Solutions und Process Solutions. Die Geschäftseinheit Bioscience beschäftigt sich mit Lösungen und Reagenzien für die Proteinforschung und die Zellbiologie, Zellkulturlösungen, sowie Produkten und Dienstleistungen zur Entwicklung biopharmazeutischer Wirkstoffe. Laborchemikalien und andere Materialien für Forschung, Wissenschaft und Industrie, Produkte und Dienstleistungen zur Probenentnahme und Test-Kits für die Pharma-, Lebensmittel- und Diagnostika-Industrie, sowie Produkte, Verbrauchsmaterialien und Dienstleistungen rund um hochreines Laborwasser für Wissenschaft und Industrie sind der Tätigkeitsbereich von Lab Solutions. Bei Process Solutions stehen Produkte und Dienstleistungen für die Produktion von chemischen und biopharmazeutischen Wirkstoffen im Vordergrund.
Sigma-Aldrich
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sigma-Aldrich war ein eigenständiges US-amerikanisches High-Tech-Unternehmen mit Aktivitäten in den Bereichen Laborausrüstung und Hochleistungsmaterialien.
Electronics
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Liquid Crystals (Flüssigkristalle)
Merck ist einer der weltgrößten Hersteller von Flüssigkristallen, die für die Herstellung von Flüssigkristallanzeigen (LCD) benötigt werden. Der Weltmarktanteil liegt bei über 60 %. Das Unternehmen gilt damit als ein sogenannter Hidden Champion.[31]
Seit einigen Jahren entwickelt und vertreibt Merck auch Materialien für die Herstellung von organischen Leuchtdioden (OLED).
Semiconductor Solutions (Halbleitermaterialien)
Merck ist ein Hersteller von Materialien für die Halbleiterindustrie und beliefert Computer-Chip-Hersteller mit Materialien und Lösungen für Prozessschritte wie z. B. Patterning/Lithographie, Planarisierung sowie Ätz-Gase
Pigments & Cosmetics (Pigmente und Kosmetik)
In diesem Geschäftsfeld sind alle Aktivitäten für Pigmente in Lacken, Druck- und Kunststoffanwendungen, im Bereich der Sicherheitstechnik (beispielsweise Fälschungsschutz), Pigmente für Anwendungen im Lebensmittel- und Pharma-Bereich, funktionale Materialien, sowie Kosmetikwirkstoffe und -pigmente gebündelt. Das Geschäftsfeld wurde 2025 an GNMI verkauft und ist seit dem 1. August 2025 als Susonity eigenständig.
Gesellschaftliches Engagement
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einen Teil des unternehmerischen Gewinns spendet Merck für gemeinnützige gesellschaftliche Zwecke. Ein gefördertes Projekt ist beispielsweise das Merck-Praziquantel-Spendenprogramm, bei dem Merck gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Bilharziose bei afrikanischen Schulkindern bekämpft. Merck stellt dabei seit 2007 insgesamt 200 Millionen Tabletten mit dem Wirkstoff Praziquantel kostenlos zur Verfügung. Damit können 27 Millionen Kinder behandelt werden.[32] Anfang 2012 gab das Unternehmen bekannt, sein zunächst auf zehn Jahre ausgelegtes Engagement im Kampf gegen Bilharziose unbefristet bis zur Ausrottung der Krankheit in Afrika fortzusetzen. Dazu ist geplant, die Anzahl der jährlich gespendeten Praziquantel-Tabletten auf mittelfristig bis zu 250 Millionen zu erhöhen.[33][34] Stand 2019 wurden bereits über 900 Millionen Tabletten gespendet, sowie die Kosten für den Transport nach Afrika übernommen.[35]
Historische Bauwerke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Museum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit 2004 gibt es am Hauptsitz des Unternehmens in Darmstadt ein betriebseigenes Museum. Auf etwa 400 m² Fläche werden rund 350 Jahre Chemie- und Pharmaziegeschichte dieses ältesten chemisch-pharmazeutischen Unternehmens der Welt dokumentiert[36].
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- T. L. Wilkinson: Mixing Business With Family – The Merck Group has found the solution to the generation game. In: Wallstreet Journal vom 9. November 2009
- P. Brors, T. Kewes: Mit Risiken und Nebenwirkungen. In: Handelsblatt vom 6. Februar 2011
- Joachim Scholtyseck, Carsten Burhop, Michael Kißener, Hermann Schäfer: Merck – Von der Apotheke zum Weltkonzern, Verlag C.H.Beck, 1. Auflage, München 2018, ISBN 978-3-406-70038-5.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Merck in der 13. Generation | Börsengeschichte. In: boerse.ARD.de. 9. September 2015, archiviert vom am 26. Mai 2019; abgerufen am 26. Mai 2019.
- 1 2 Geschäftsbericht 2025. Abgerufen am 6. März 2026.
- ↑ Ludwig Burger: Fight over Merck name sees German firm win in British court. In: Reuters. 15. Januar 2016, abgerufen am 26. April 2026 (englisch).
- ↑ Merck KGaA: Der Name Merck ( vom 8. Oktober 2010 im Internet Archive). Abgerufen am 26. Oktober 2010.
- ↑ The Merck Index* Online auf der Homepage der Royal Society of Chemistry abgerufen am 21. August 2018.
- ↑ Deutsche Merck kauft Schweizer Biotech-Schwergewicht Serono. 5. Dezember 2006, abgerufen am 30. Dezember 2022.
- ↑ Merck verkauft Generika-Sparte an Mylan. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 13. Mai 2007, abgerufen am 30. Dezember 2022.
- 1 2 Siegfried Hofmann: Millipore: Merck kauft in USA für Milliarden Euro zu. 1. März 2010, abgerufen am 31. Mai 2022.
- ↑ AZ Electronics: Merck schnappt sich britischen Apple-Zulieferer. In: FAZ.net. 4. Mai 2014 (faz.net [abgerufen am 31. Mai 2022]).
- ↑ Merck schluckt AZ Electronic. In: Handelszeitung. 2. Mai 2014, abgerufen am 29. Dezember 2022.
- ↑ Handelsblatt.de: Darmstädter dürfen Sigma-Aldrich für 13,1 Milliarden Euro kaufen
- ↑ Sabine Latorre: Wie der Chemie- und Pharma-Konzern Merck Verantwortung im In- und Ausland übernimmt. 20. August 2013, abgerufen am 31. Mai 2022.
- ↑ Sabine Latorre: Wie der Chemie- und Pharma-Konzern Merck Verantwortung im In- und Ausland übernimmt. 20. August 2013, abgerufen am 30. Dezember 2022.
- 1 2 Geschäftsbericht 2025. Merck KGaA, 5. März 2026, abgerufen am 17. April 2026.
- ↑ Merck KGaA - Standort Darmstadt. Merck KGaA, abgerufen am 6. März 2021.
- ↑ Geschäftsbericht 2025. Merck KGaA, 5. März 2026, S. 436, abgerufen am 17. April 2026.
- ↑ Merck-Strippenzieher – 400 Millionen in zwei Wochen. In: Manager Magazin vom 14. Juni 2006.
- ↑ Neuwahl der Gremien der E. Merck KG. Merck KGaA, abgerufen am 3. Juni 2025.
- ↑ Mitglieder des Gesellschafterrats und des Vorstands der E. Merck KG. Merck KGaA, abgerufen am 3. Juni 2025.
- ↑ Merck Umsatz, Kennzahlen, Bilanz/GuV. finnanzen.net, abgerufen am 13. August 2025.
- ↑ Shares & Bonds - Investors | Merck KGaA, Darmstadt, Germany. Abgerufen am 26. Mai 2019.
- ↑ Merck verkauft Sparte für rezeptfreie Medikamente an Procter & Gamble. 19. April 2018, abgerufen am 30. Dezember 2022.
- ↑ Merck gibt Rechte an Stoffwechselmittel Kuvan an US-Spezialisten zurück. In: Finanzen.net. 1. Oktober 2015, abgerufen am 26. Mai 2019.
- ↑ Immunonkologie: Merck kooperiert mit Pfizer. In: pharmazeutische-zeitung.de. 17. November 2014, abgerufen am 1. Juli 2015.
- ↑ Siegfried Hofmann: Pharmariese scheitert mit „Hochrisiko-Projekt“. In: handelsblatt.com. 7. Dezember 2015, abgerufen am 31. Mai 2016.
- ↑ Successfully divests Consumer Health - News | Merck KGaA, Darmstadt, Germany. Abgerufen am 5. Oktober 2019 (englisch).
- ↑ Unternehmen Allergophama. Abgerufen am 17. Januar 2017.
- ↑ Merck verkauft Allergopharma an die Dermapharm Holding SE, PM Merck vom 19. Februar 2020, abgerufen am 20. Februar 2020
- ↑ Kirsten Sucker-Sket (ks): Fresenius kauft Biosimilars von Merck. In: DAZ.online. 4. September 2017 (deutsche-apotheker-zeitung.de [abgerufen am 24. Januar 2018]).
- ↑ Merck Gernsheim nun zukunftssicher ( vom 7. Juni 2016 im Internet Archive)
- ↑ H. Simon: Hidden Champions des 21. Jahrhunderts: Die Erfolgsstrategien unbekannter Weltmarktführer. Campus Verlag, 2007. ISBN 978-3-593-38380-4. S. 20.
- ↑ Merck und WHO beschließen Partnerschaft. In: Ärzte Zeitung vom 26. April 2007.
- ↑ ava: Merck Serono will Bilharziose ausrotten. In: Ärzte Zeitung vom 30. Januar 2012.
- ↑ eb: Merck KGaA unterstützt Kampf gegen Bilharziose. In: Ärzte Zeitung vom 15. Dezember 2011.
- ↑ Schistosomiasis - Company | Merck KGaA, Darmstadt, Germany. Abgerufen am 26. Mai 2019.
- ↑ Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt: Eine Familie schreibt Pharmaziegeschichte. (Museum der Firma Merck, Darmstadt) In: Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie. Band 2, Süddeutschland. Verlag S. Hirzel, Stuttgart 2015, S. 182–184, ISBN 978-3-7776-2511-9
Koordinaten: 49° 54′ N, 8° 39′ O









