Max Tidof

Max Tidof (* 18. März 1960 in Polch) ist ein deutscher Schauspieler. Seit 1983 stand er in über 110 Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera. Bekannt wurde er vor allem durch Kinofilme wie Vergeßt Mozart, Ludwig 1881 und Comedian Harmonists sowie durch die Krimiserie Die Stadtindianer.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Max Tidof wurde 1960 in der Eifel geboren, wo er die ersten sieben Jahre seines Lebens verbrachte.[1] Danach zog er mit seiner Familie nach Hamburg, wo er das Gymnasium, das er nach der 11. Klasse vorzeitig verließ, besuchte.[1] 1979 zog er nach München.[1]
Seit 1996 ist Tidof mit der Kostümbildnerin Lisa Seitz verheiratet.[1] Aus der Ehe entstammt eine gemeinsame Tochter.[1] Das Paar lebt in München.[1]
Karriere
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Theater
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Tidof gab sein Bühnendebüt am Studiotheater im Fuchsbau mit Antoine de Saint-Exupérys Der kleine Prinz, wo er sämtliche Rollen der Planetenbewohner übernahm.[1] Während seines fünfjährigen Engagements an dieser Bühne folgten Auftritte in Jean Genets Unter Aufsicht und Jean-Paul Sartres Die Fliegen. 1987 kam er an das Schauspiel Bonn. Dort übernahm er eine Hauptrolle in dem Stück Schlachten von Rainald Goetz unter der Regie von Günther Gerstner. In der Spielzeit 1989/1990 war er an der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz engagiert. Unter der Regie von Peter Stein spielte er dort die Titelrolle des Serienmörders in der Uraufführung von Bernard-Marie Koltès’ Drama Roberto Succo. Zu seinen weiteren frühen Theaterarbeiten zählen Rollen in Thomas Braschs Mercedes, Federico García Lorcas Yerma, James Baldwins Giovannis Zimmer sowie Sam Shepards Liebestoll (Fool for Love).
Ab den 2010er-Jahren stand Tidof vermehrt für Tourneeproduktionen und Boulevardtheater auf der Bühne. So war er in der Rolle des Charlie in der Komödie Auf und davon von Peter Yeldham zu sehen (unter anderem am Theater im Rathaus in Essen und am Theater Heilbronn). Des Weiteren spielte er die Rolle des gelähmten Philippe in der Bühnenadaption von Ziemlich beste Freunde und verkörperte den Maler Pablo Picasso in Jeffrey Hatchers Drama Ein Picasso. In der Titelrolle des Molière-Klassikers Don Juan trat er unter der Regie von Thomas Goritzki auf. Das Stück Ein Trio Infernal nach Mark Twain realisierte Tidof in Personalunion als Darsteller, Regisseur, Konzeptentwickler und Produzent. 2019 übernahm er die Titelrolle des Königs in William Shakespeares historischen Drama Richard III. am Alten Schauspielhaus Stuttgart.[2]
Film und Fernsehen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach seiner ersten kleinen Fernsehrolle im Jahr 1983 in Klaus Emmerichs Fernsehserie Rote Erde, gab Max Tidof 1985 als Joker unter der Regie von Eckhart Schmidt in dem Thriller Loft – Die neue Saat der Gewalt sein Filmdebüt. Noch im gleichen Jahr übernahm er die Titelrolle des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart in der deutsch-tschechoslowakischen Filmbiografie Vergeßt Mozart. Seitdem wirkte er in über 110 Film- und Fernsehproduktionen. 1993 verkörperte er neben Helmut Berger als Ludwig II. den Münchener Hofschauspieler Josef Kainz in dem historischen Filmdrama Ludwig 1881 der Regisseure Donatello Dubini und Fosco Dubini. In Katja von Garniers einstündigem Hochschulfilm Abgeschminkt! für die HFF München, der es bundesweit in die Kinos schaffte und insgesamt 1,2 Millionen Besucher erreichte, übernahm er, ebenfalls 1993, neben Katja Riemann die Rolle des nicht so umgänglichen besten Freund von René (Gedeon Burkhard).
Nach mehreren Rollen in Kinofilmen wurde er dem Fernsehpublikum 1994 durch die ZDF-Krimiserie Die Stadtindianer bekannt, wo er den Privatdetektiven und Taxifahrer Stan Grombovic darstellte. 1997 spielte er in einer der Hauptrollen in Joseph Vilsmaiers Comedian Harmonists den bulgarischen Sänger Ari Leschnikow und wurde für seine dortige schauspielerische Darstellung beim Bayerischen Filmpreis 1997 mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.[3]
Von 2018 bis 2022 verkörperte Tidof in einer durchgehenden Serienrolle den Oberstaatsanwalt Fritz Marquardt des Ludwigshafener Tatort-Ermittlerduos Odenthal und Stern.
Tidof wirkte auch in einigen Kinder- und Jugendproduktionen mit, wie als Landstreicher Pfiffig in Václav Vorlíčeks Märchenadaption Das Zauberbuch (1996) oder als Reitmeister Leopold Sasse in der Kinderbuchverfilmung Ostwind 2 (2015).
Filmografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Filme
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1985: Loft – Die neue Saat der Gewalt
- 1985: Vergeßt Mozart
- 1985: Die Küken kommen
- 1985: Das Wunder
- 1987: Gambit
- 1987: Der zweite Sieg
- 1988: Didi – Der Experte
- 1988: Magdalene
- 1989: Schwarzenberg (Zweiteiler)
- 1989: Der Pampelmusenmond (Kurzfilm)
- 1991: Die Spielerin
- 1991: Mocca für den Tiger
- 1991: Wer hat Angst vor Rot, Gelb, Blau?
- 1991: Leporella
- 1993: Rotlicht
- 1993: Im Teufelskreis
- 1993: Abgeschminkt!
- 1993: Ludwig 1881
- 1994: Burning Life
- 1995: Kopfjagd
- 1995: Surprise!
- 1995: Tödliche Besessenheit
- 1995: In uns die Hölle
- 1996: Das Zauberbuch
- 1996: Hannah
- 1996: Nadine, nackt im Bistro
- 1997: Rendezvous des Todes
- 1997: Comedian Harmonists
- 1998: Callboy
- 1998: Kein Mann für eine Nacht
- 1999: Männer sind wie Schokolade
- 1999: Das Mädchen aus der Torte
- 1999: Untersuchung an Mädeln
- 1999: Doppeltes Dreieck
- 1999: Sturmzeit (Fünfteiler)
- 2000: Ein Scheusal zum Verlieben
- 2000: Die Frau, die ihren Mörder liebte
- 2001: Dich schickt der Himmel
- 2001: Zsa Zsa
- 2002: Vienna
- 2002: Kleeblatt küsst Kaktus
- 2002: Liebe unter Verdacht
- 2002: Mann, oh Mann, oh Mann!
- 2003: Hochwürden wird Papa
- 2003: Weihnachtsmann über Bord!
- 2004: Ein einsames Haus am See
- 2004: Bergkristall
- 2004: Fiesta der Leidenschaft
- 2005: Vera – Die Frau des Sizilianers
- 2005: Nimm dir dein Leben
- 2006: Ein Familienschreck kommt selten allein
- 2006: Die Pirateninsel – Familie über Bord
- 2006: Entführ’ mich, Liebling
- 2007: Da wo die Freundschaft zählt
- 2008: Frauen, Jazz und Schuhe (Kurzfilm)
- 2009: Entscheidung in den Wolken
- 2009: Auf der Suche nach dem G.
- 2011: Kasimir und Karoline
- 2012: Reality XL
- 2012: Der Meineidbauer
- 2012: Inseln vor dem Wind
- 2013: Bella und der Feigenbaum
- 2014: Die Seelen im Feuer
- 2015: Ostwind 2
- 2018: Maren (Kurzfilm)
Fernsehserien und -reihen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1986: Reschkes großer Dreh (6 Folgen)
- 1987–2022: Tatort (2018–2022 siehe Odenthal und Stern) (Fernsehreihe)
- 1987: Gegenspieler
- 1989: Herzversagen
- 1993: Ein Sommernachtstraum
- 2000: Kalte Herzen
- 2018: Vom Himmel hoch
- 2019: Maleficius
- 2020: Unter Wölfen
- 2022: Das Verhör
- 1988: Der Geisterwald oder Des Raben Rache (6 Folgen)
- 1988: L'heure Simenon (Folge 1x12: La Fenêtre des Rouets)
- 1988–1990: Der Fahnder (verschiedene Rollen, 2 Folgen)
- 1988–2017: Der Alte (verschiedene Rollen, 2 Folgen)
- 1989–2006: Ein Fall für zwei (verschiedene Rollen)
- 1989: Die Quittung
- 1990: Schwarze Schafe
- 1991: Die Sünden der Väter
- 1995: Mordsfreunde
- 1995: Ein anständiger Mörder
- 2005: Tod im Hochhaus
- 2006: Ewige Freundschaft
- 1992: Eurocops (Folge 5x03: Das Omega Programm)
- 1993–2013: SOKO 5113 (verschiedene Rollen, 3 Folgen)
- 1993: Motzki (Folge 1x13: Der Schlüssel)
- 1994–1996: Die Stadtindianer (14 Folgen)
- 1995–1996: The Feds (3 Folgen)
- 1996: Der König (Folge 2x01: Feuertaufe)
- 1996: Zwei Brüder (Folge 3x02: Der Gassenmörder)
- 1996: Stockinger (Folge 1x08: Die Macht der Toten)
- 1997: Koerbers Akte: Kleines Mädchen – großes Geld (Fernsehreihe)
- 1997: Ein Bayer auf Rügen (Folge 6x05: Kamikaze)
- 1997: Einsatz Hamburg Süd (Folge 1x04: Unter Verdacht)
- 1997: Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei (Folge 2x07: Rache ist süß)
- 1998: Zugriff (Folge 1x01: Der weiße Wal)
- 1999: HeliCops – Einsatz über Berlin (Folge 1x14: Faule Eier)
- 1999: Die Straßen von Berlin (Folge 3x02: Blutwurst und Weißwein)
- 2000: Kommissarin Göllner: Kill Me Softly – Frauenmord in Frankfurt (Fernsehreihe)
- 2000: Kommissar Rex (Folge 6x09: Ein Toter kehrt zurück)
- 2001: Polizeiruf 110: Gelobtes Land (Fernsehreihe)
- 2001: Der Ermittler (Folge 1x05: Zweikampf)
- 2002: Klinik unter Palmen (Folge 7x01: Todfreunde)
- 2002: Der Bulle von Tölz: Mörder unter sich (Fernsehreihe)
- 2002: Charlotte Link – Das Haus der Schwestern (Fernsehreihe)
- 2002: Im Zeichen der Sterne: Herz in Flammen (Fernsehreihe)
- 2002: Im Visier der Zielfahnder (Folge 1x01: Unser täglich Brot)
- 2002: Der Tod ist kein Beinbruch (Folge 1x01: Schweres Erbe)
- 2002–2003: Körner und Köter (7 Folgen)
- 2005: Der letzte Zeuge (Folge 7x02: Lügner leben länger)
- 2006: SOKO Kitzbühel (Folge 5x14: Tödliche Trugbilder)
- 2007: Kommissarin Lucas – Das Totenschiff (Fernsehreihe)
- 2008: Ein starkes Team: Freundinnen (Fernsehreihe)
- 2009: Der Staatsanwalt (4 Folgen)
- 2010: Mord in bester Gesellschaft: Das eitle Gesicht des Todes (Fernsehreihe)
- 2010: Mit Herz und Handschellen (Folge 3x03: Todfeinde)
- 2010–2016: Küstenwache (verschiedene Rollen, 2 Folgen)
- 2012: Das Traumhotel – Vietnam (Fernsehreihe)
- 2012–2015: Die Rosenheim-Cops (verschiedene Rollen, 2 Folgen)
- 2016: Die Bergretter (Folge 8x05: Zu kurz gekommen)
- 2019: Rosamunde Pilcher – Pralinen zum Frühstück (Fernsehreihe)
- 2019: Vier Frauen und ein Todesfall (2 Folgen)
- 2019–2021: Tierärztin Dr. Mertens (2 Folgen)
- 2019: SOKO München (Folge 43x22: Isegrim)
- 2021: Watzmann ermittelt (Folge 2x05: Abschlag)
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1997: Bayerischer Filmpreis (Sonderpreis für seine Darstellung in Comedian Harmonists)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Manfred Hobsch, Ralf Krämer, Klaus Rathje: Filmszene D. Die 250 wichtigsten jungen deutschen Stars aus Kino und TV. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-511-2, S. 436 ff.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 6 7 Max Tidof in: Internationales Biographisches Archiv, im Munzinger-Archiv, abgerufen am 24. Februar 2023 (Artikelanfang frei abrufbar)
- ↑ Stadt Lahr: Stadt Lahr – Selbsterklärter Bösewicht: Max Tidof als König Richard III. In: lahr.de. 5. Februar 2019, abgerufen am 5. Februar 2019.
- ↑ Bayerisches Landesportal: Bayerische Filmpreisträger ( vom 8. Juni 2011 im Internet Archive) (PDF, 300 kB), abgerufen am 17. Dezember 2011
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Tidof, Max |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schauspieler |
| GEBURTSDATUM | 18. März 1960 |
| GEBURTSORT | Polch |