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Max Onno

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Max Onno (* 6. Juni 1903 in Charlottenburg; † 18. Juni 1970 in Westerland) war ein österreichischer Botaniker und Übersetzer. Seine Fachgebiete waren die systematische Botanik, die Floristik sowie die Forstbotanik.[1]

Herkunft und Ausbildung

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Er kam 1903 als einziger Sohn des Schauspielers Ferdinand Onno und der unter dem Pseudonym El Hor publizierenden Schriftstellerin Else Onno, geborene Sprinkmann,[2] in Charlottenburg zur Welt, die damals innerhalb des Deutschen Kaiserreiches zur preußischen Provinz Brandenburg gehörte. Als er sieben Jahre alt war, zog die Familie jedoch nach Wien; in der österreichischen Hauptstadt sollte er bis an sein Lebensende wohnen bleiben.[3] Wenngleich Onno ausschließlich Hausunterricht erhielt, bestand er doch 1926 die humanistische Reifeprüfung mit Auszeichnung.[3] Anschließend immatrikulierte er sich für ein Studium der Botanik (unter anderem bei Richard Wettstein[4]), Geologie und Philosophie an der Universität Wien und am 15. Juli 1930 wurde er dort zum Dr. phil. promoviert.[3] Onno galt als Polyglott und beherrschte neben der englischen und der französischen auch die russische, die polnische, die serbokroatische, die italienische sowie sämtliche skandinavischen Sprachen.[5]

Berufliche Karriere

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Nach Abschluss seines Studiums arbeitete Onno zunächst elf Jahre lang als Privatgelehrter und war als „Fachschriftsteller [für] in- und ausländische Fachzeitschriften[3] tätig. So war er beispielsweise für die Silvae Genetica langjähriger Berichterstatter über Publikationen aus dem slawischen Sprachgebiet[6] und steuerte auch zur Zeitschrift Wetter und Leben teilweise mehr als 200 Beiträge pro Jahr bei, wobei er thematisch „alle Zweige der Bioklimatologie und ihre Anwendungen in Land- und Forstwirtschaft“ abdeckte.[5] Schließlich erhielt er 1941 eine Anstellung als wissenschaftliche Hilfskraft an der Forstlichen Bundesversuchsanstalt im Wiener Ortsteil Mariabrunn. Dort entwickelte er sich zu einem „forstbotanischen Spezialisten und Übersetzer der Weltforstliteratur“[3] und „auf diesem Gebiet zu einer Novität“.[3]

Im Alter von 67 Jahren starb Max Onno unerwartet in Westerland auf der norddeutschen Insel Sylt, nachdem er während eines Vortrages über die dortige Flora und Fauna einen Schlaganfall erlitten hatte.[2]

Posthume Bewertung

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Nach Onnos Tod verfasste der Agrar- und Forstwissenschaftler Wolfgang Wettstein (1898–1984) – der Sohn von Onnos Botanikprofessor Richard Wettstein – einen Nachruf, der sowohl in der Allgemeinen Forstzeitung als auch bei Wetter und Leben veröffentlicht wurde. Darin schrieb er unter anderem:

„Seine bis ins Alter enge und ausschließliche Eltern-Sohn-Bindung ermöglichte ihm nur wenig Kontakt mit seinen Mitmenschen. Bedingt durch die ruhige Umwelt der [Forstlichen Bundesversuchsanstalt konnte er sich jedoch fachlich sehr gut] entwickeln. [Er verfügte über eine] hervorragende Beobachtungsgabe, unübertreffliche Kenntnis der botanischen Systematik, sowie seine große Sprachenbegabung [...]. Seine Fachkollegen verlieren in Dr. Max Onno einen unersetzlichen und immer bereiten Helfer, die Wissenschaft einen unbestechlichen, exakten Bearbeiter.“[3]

Ein weiterer Nachruf erschien in der Fachzeitschrift Silvae Genetica und auch die Redaktion von Wetter und Leben selbst äußerte sich zu Onnos Ableben:

„Wer gewillt war, über den zu engen Blickwinkel seiner speziellen Fachrichtung hinaus sich [...] bilden zu lassen, für den boten Onnos Berichte eine Fülle von Belehrung und Anregung. [...] Bewundernswert war auch die Schnelligkeit seines Arbeitstempos: Bat man ihn um irgendein spezielles Referat, konnte man sicher sein, es postwendend zu erhalten. Wir sahen unseren treuesten Mitarbeiter nur selten, aber er war uns stets gegenwärtig. Ein Freund dieser Art wird uns immer unvergeßlich bleiben, leider auch unersetzlich.“[5]

Publikationen (Auswahl)

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Monographien

Beiträge in Sammelwerken

Fachaufsätze

  • Die Pflanzenwelt von Schönbrunn. In: Die Natur – Zeitschrift des österreichischen Lehrervereins für Naturkunde. Band 7, 1931, Seiten 64–66.
  • Die Strandformationen an der mittleren Lübecker Bucht. In: Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft. Band 51, 1933, Seiten 232–267.
  • Über das „Calluno-Ericetum“ in den südlichen Ostalpen. In: Österreichische Botanische Zeitschrift. Band 82, 1933, Seiten 235–244.
  • Die Wildformen aus dem Verwandtschaftskreis „Brassica oleracea L.“. In: Österreichische Botanische Zeitschrift. Band 82, 1933, Seiten 309–334.
  • Zum Vorkommen von Epipactis sessilifolia im Wienerwalde. In: Blätter für Naturkunde und Naturschutz. Band 22, 1933, Seite 89.
  • Die Schwarzföhre im Lainzer Tiergarten bei Wien. In: Österreichische Botanische Zeitschrift. Band 85, 1936, Seiten 116–125.
  • Die Wildformen von Daucus sect. Carota. In: Beihefte zum Botanischen Centralblatt. Jahrgang 56 (B), 1936, Seiten 83–136.
  • Über das Vorkommen von Lathyrus montanus Bernh. in Niederösterreich. In: Österreichische Botanische Zeitschrift. Band 85, 1936, Seiten 229–231.
  • mit L. Werner: Über einige Eibenvorkommen in der Umgebung des Ybbstales (Niederdonau). In: Centralblatt für das gesamte Forstwesen. Band 65, Heft 5/6, 1939, Seiten 138–154.
  • Über einige alte Wiener Naturgärten und ihre Pflanzenwelt. In: Blätter für Naturkunde und Naturschutz. Band 27, 1940, Seiten 89–93.
  • Über einige Reste der ursprünglichen Pflanzendecke im westlichen Wiener Stadtgebiet. In: Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft. Band 38 oder 58, Heft 5, 1940, Seiten 230–236.
  • Vegetationsreste und ursprüngliche Pflanzendecke des westlichen Wiener Stadtgebietes. In: Repertorium specierum novarum regni vegetabilis, Beihefte. Band 126, 1941, Seiten 53–127.
  • Vegetationsstudien aus dem Wiener Becken (Schwadorfer und Rauchenwarter Holz). In: Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft. Band 55, 1942, Seiten 139–156.
  • Vom Schwadorfer Holz. In: Blätter für Naturkunde und Naturschutz. Band 29, 1942, Seiten 77–79.
  • Vegetationsstudien vom Breitenmoos bei Hellengerst im Allgäu (Wasserscheide Rhein–Donau). In: Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft. Band 61, 1943, Seiten 212–218.
  • Die Klimarassen der Waldbäume. In: Universum. Band 2, Heft 1, 1947/48, Seiten 4–6.
  • Über die Narzisse in den Ostalpen. In: Natur und Land. Band 33/34, 1948, Seiten 233–234.
  • mit Wolfgang Wettstein: Blütenbiologische Beobachtungen an Coniferen und bei Tilia. In: Österreichische Botanische Zeitschrift. Band 95, Heft 4, 1949, Seiten 475–478.
  • Forstlich-pflanzensoziologische Betrachtungen über das Revier Klauswald in Niederösterreich. In: Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft. Band 68, 1955, Seiten 345–351.
  • Versuch über den Einfluß der Laubstreu auf Boden und Vegetation. In: Centralblatt für das gesamte Forstwesen. Band 78, 1961, Seiten 105–117.
Wikispecies: Max Onno – Artenverzeichnis

Einzelnachweise

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  1. Chronica Botanica. Band 1, 1935, Seite 347.
  2. a b Fabian Lutz: Sehnsucht läuft ins Leere. In: taz online, Beitrag vom 29. Dezember 2025, abgerufen am 29. Dezember 2025.
  3. a b c d e f g Wolfgang Wettstein: Dr. Max Onno †. In: Allgemeine Forstzeitung. Bände 80–82, 1969, Seite 262.
  4. Erwin Janchen: Richard Wettstein – Sein Leben und Wirken. Verlag von Julius Springer, 1933, Seite 189.
  5. a b c Friedrich Lauscher: Zu Dr. Max. Onno †. In: Wetter und Leben. Band 22/23, 1970, Seite 178.
  6. Mitteilung. In: Silvae Genetica. Band 19/20, 1970, Seite 196.