Macdonaldit entwickelt meist nadelige und rechtwinklig zur a-Achse gestreckte Kristalle bis etwa sechs Millimetern Länge, die üblicherweise farblos-durchsichtig sind und auf ihren Oberflächen einen glasähnlichen Glanz aufweisen. Das Mineral kann aber auch in Form faseriger, körniger oder radialstrahliger Mineral-Aggregate gefunden werden, die aufgrund ihrer multikristallinen Ausbildung durch vielfache Lichtbrechung weiß erscheinen, wobei die Transparenz entsprechend abnimmt und vor allem bei faserigen Aggregaten ein wogender Lichtschein ähnlich dem von Seide entsteht.
Mit einer Mohshärte von 3,5 bis 4 gehört Macdonaldit eher zu den mittelharten Mineralen, die sich ähnlich wie das Referenzmineral Fluorit (4) mit einem Taschenmesser leicht ritzen lassen.
Erstmals entdeckt wurde Macdonaldit an den Flüssen Rush Creek und Big Creek im Fresno County des US-Bundesstaates Kalifornien. Beschrieben wurde das Mineral von John T. Alfors, Melvin C. Stinson, Robert A. Matthews und Adolf Pabst, die es nach dem amerikanischen Vulkanologen Gordon Andrew MacDonald (1911–1978) benannten. Neben dem Macdonaldit umfasste ihre Erstbeschreibung noch sechs weitere Bariumminerale aus dem Fundgebiet im östlichen Fresno County: Krauskopfit, Walstromit, Fresnoit, Verplanckit, Muirit und Traskit.
Das Mineralogenteam sandte seine Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1964 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 1964-010[1]), die den Macdonaldit als eigenständige Mineralart anerkannte. Publiziert wurde die Erstbeschreibung ein Jahr später im Fachmagazin American Mineralogist.
Die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Macdonaldit in die erweiterte Klasse der „Silikate und Germanate“, dort aber ebenfalls in die Abteilung „Schichtsilikate“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der Struktur der Ringe. Das Mineral ist hier entsprechend seinem Aufbau in der Unterabteilung „Doppelnetze mit 4 und 6-gliedrigen Ringen“ zu finden, wo es zusammen mit Rhodesit die „Rhodesitgruppe“ mit der Systemnummer 9.EB.05 bildet.[10]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Macdonaldit die System- und Mineralnummer 72.05.01.03. Auch das entspricht der Klasse der „Silikate“, dort allerdings der Abteilung „Schichtsilikate: Zweidimensionale unbegrenzte Lagen mit anderen als sechsgliedrigen Ringen“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Schichtsilikate: Zweidimensionale unbegrenzte Lagen mit anderen als sechsgliedrigen Ringen: korrodierte und komplexe Lagen“ in der „Rhodesitgruppe“, in der auch Rhodesit, Monteregianit-(Y), Delhayelith, Hydrodelhayelith und Seidit-(Ce) eingeordnet sind.
Als sehr seltene Mineralbildung ist Macdonaldit nur in wenigen Proben aus rund 10 Vorkommen bekannt geworden (Stand: 2025). Außer an seiner Typlokalität, den Flüssen Rush Creek und Big Creek im Fresno County fand sich das Mineral im US-Bundesstaat Kalifornien noch in der Barium-Silikat-Lagerstätte bei Trumbull Peak westnordwestlich von Incline im Mariposa County sowie an der „Baumann-Prospektion“ in den östlichen Bergen des Chickencoop Canyons und der „Van-Gordon-Creek-Prospektion“ bei Dumtah östlich von Exeter im Tulare County.
Der einzige weitere bisher bekannte Fundort ist Italien, genauer die Grube Vispi bei San Venanzo in der Provinz Terni (Umbrien).[11]
John T. Alfors, Melvin C. Stinson, Robert A. Matthews, Adolf Pabst:Seven new barium minerals from eastern Fresno County, California. In: American Mineralogist. Band50, 1965, S.314–340 (englisch, rruff.info[PDF; 1,8MB; abgerufen am 9.März 2025]).
Elio Cannillo, Giuseppe Rossi, Luciano Ungaretti:The crystal structure of macdonaldite. In: Atti della Accademia Nazionale dei Lincei. Band8, Nr.45, 1968, S.399–414 (englisch, PDF-Download verfügbar bei bdim.dma.unina.it[abgerufen am 9.März 2025]).
Macdonaldite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 9.März 2025(englisch).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.661 (englisch).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
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Macdonaldite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 82kB; abgerufen am 9.März 2025]).
12345Macdonaldite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 9.März 2025(englisch).