Mercedes-Benz OM 50x
| Mercedes-Benz | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
Bild nicht vorhanden | |||||||
| OM 501 LA / OM 502 LA | |||||||
| Produktionszeitraum | seit 1996 | ||||||
| Hersteller | Mercedes-Benz | ||||||
| Entwicklungsland | Deutschland | ||||||
| Funktionsprinzip | Diesel | ||||||
| Motorenbauform | V-Motor | ||||||
| Zylinder | 6 (OM 501 LA) 8 (OM 502 LA) | ||||||
| Ventilsteuerung | OHV | ||||||
| Bohrung | 130 mm | ||||||
| Hub | 150 mm | ||||||
| Hubraum | 11.946, 15.928 cm³ | ||||||
| Kompression | 17,75 : 1–18,5 : 1 | ||||||
| Gemischaufbereitung | Steckpumpe-Leitung-Düse | ||||||
| Motoraufladung | Turbolader | ||||||
| Schmiersystem | Druckumlaufschmierung | ||||||
| Leistung | 230–480 kW | ||||||
| Max. Drehmoment | 1530–3000 N·m | ||||||
| Abgasnorm | Euro 2 Euro 3 Euro 4 Euro 5 | ||||||
| Vorgängermodell | OM 441 (V6) OM 442 (V8) | ||||||
| Nachfolgemodell | OM 47x | ||||||
| Bauzeit | Baumuster | Zylinder | Hubraum [cm³] |
Bohrung × Hub [mm] |
Abgasnorm | Leistung [kW (PS) bei min−1] |
Drehmoment [Nm bei min−1] |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1996- | OM 501 LA | V6 | 11.946 | 130 × 150 | Euro 2, Euro 3 | 230 (313) bei 1800 | 1530 bei 1080 |
| 260 (354) bei 1800 | 1730 bei 1080 | ||||||
| 290 (394) bei 1800 | 1850 bei 1080 | ||||||
| 315 (428) bei 1800 | 2000 bei 1080 | ||||||
| 2002-[1] | Euro 3 | 235 (320) bei 1800 | 1650 bei 1080 | ||||
| 265 (360) bei 1800 | 1850 bei 1080 | ||||||
| 300 (408) bei 1800 | 2000 bei 1080 | ||||||
| 320 (435) bei 1800 | 2100 bei 1080 | ||||||
| 2002-[2] | 335 (456) bei 1800 | 2200 bei 1080 | |||||
| 2004~2006- | Euro 4, Euro 5 | 235 (320) bei 1800 | 1650 bei 1080 | ||||
| 265 (360) bei 1800 | 1850 bei 1080 | ||||||
| 300 (408) bei 1800 | 2000 bei 1080 | ||||||
| 320 (435) bei 1800 | 2100 bei 1080 | ||||||
| 335 (456) bei 1800 | 2200 bei 1080 | ||||||
| 350 (476) bei 1800 | 2300 bei 1080 | ||||||
| 1996- | OM 502 LA | V8 | 15.928 | 130 × 150 | Euro 2, Euro 3 | 350 (476) bei 1800 | 2300 bei 1080 |
| 390 (530) bei 1800 | 2400 bei 1080 | ||||||
| 420 (571) bei 1800 | 2700 bei 1080 | ||||||
| 2003-[1] | Euro 3 | 370 (503) bei 1800 | 2400 bei 1080 | ||||
| 395 (537) bei 1800 | 2500 bei 1080 | ||||||
| 425 (578) bei 1800 | 2700 bei 1080 | ||||||
| 450 (612) bei 1800 | 2800 bei 1080 | ||||||
| 2004~2006- | Euro 4, Euro 5 | 375 (510) bei 1800 | 2400 bei 1080 | ||||
| 405 (551) bei 1800 | 2600 bei 1080 | ||||||
| 440 (598) bei 1800 | 2800 bei 1080 | ||||||
| 480 (653) bei 1800 | 3000 bei 1080 | ||||||
Industriemotoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Solange Mercedes-Benz die OM50x in ihren Nutzfahrzeugen einsetzte, wurden die Motoren für zivile Zwecke außerhalb der eigenen Fahrzeuge auch unter diesem Label von MTU vertrieben.
MTU 2000
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]MTU, damals Tochter von DaimlerChrysler, beteiligte sich in einer Kooperation mit Detroit Diesel (DDC) an der Entwicklung der OM50x von Mercedes-Benz.[3] DDC benötigte dringend Ersatz für deren 2-Taktmotoren, die die aufkommenden strengeren Abgasgrenzwerten nicht würden einhalten können, und MTU suchte würdige Nachfolger für die leistungsschwächeren Ausführungen seiner Serie 331 und Serie 396, da die zeitgleich entwickelten Nachfolger wesentlich leistungsstärker zu werden versprachen. Entsprechend dieser leistungsstärkeren Motoren der Serie 4000 erhielten die gemeinschaftlich entwickelten Motoren die Bezeichnung Serie 2000.
Als wesentliche Unterschiede zu den OM50x sind die V6-Motoren nicht Teil der Serie 2000, dafür kamen bereits ab Produktionsbeginn Motorversionen mit zwölf und sechzehn Zylindern hinzu.[3] Später folgten ein V10-Motor sowie schließlich ein V18, der V18 wird aber nur in ausgewählten Marktsegmenten angeboten. Während Mercedes-Benz in den 2010er die OM50x durch die OM47x ersetzte, werden die Motoren bei MTU weiter gefertigt und 2025 bewirbt MTU aktuelle Motoren der Serie 2000 als sechste Generation. Gegenüber der ursprünglichen Serie 2000 wurden die Motoren zwischenzeitlich umgestellt auf Common-Rail-Einspritzung bei leicht vergrößertem Hubraum (135 × 156 mm, 2,23 l/Zyl. statt ursprünglich 130 × 150 mm, 1,99 l/Zylinder) und einem Leistungsspektrum je nach Anwendungsfall bis 1939 kW (2637 PS) [4]
MTU 199
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wie schon bei den Vorgängern wurden auch die OM50x in militarisierter Form vertrieben, allerdings jetzt erstmals unter einer eigenen Bezeichnung MTU 199. Mutmaßlich waren die Motoren zunächst nur vorgesehen als leistungsschwächere Ergänzung zu der damals ganz neuen dritten Generation von Panzermotoren der Serie 88x, also für leichte und mittelschwere Fahrzeuge (z. B. Radpanzer). Infolge des beendeten Kalten Krieges, des damaligen Glaubens an eine friedliche Welt, begrenzter Budgets und der restriktiven Exportpolitik Deutschlands haben diese größeren Motoren aber auch nach drei Jahrzehnten weder ihre Vorgänger ablösen noch eine nennenswerte Verbreitung in Neufahrzeugen finden können und andererseits konnte MTU 2024 die erste Nachkriegsgeneration von Panzermotoren der Serie 83x des Leopard 1 bereits seit Jahren nicht mehr fertigen.[5][6][7]
Durch den Russisch-Ukrainischen Krieg mussten alle alten Panzerbestände reaktiviert werden. So hatte MTU eine leistungsstärkere Version des Achtzylindermotors 8V199 mit 800 kW entwickelt und für 2026 einen neuen Zehnzylindermotor 10V199 angekündigt, der 1.100 kW erreichen und im nächsten Schritt auf über 1.200 kW leistungsgesteigert werden soll. Der Zehnzylindermotor soll mutmaßlich zumindest auch die zweite Motorengeneration Serie 87x für u. a. den Leopard 2 ersetzen. Machbarkeitsstudien für entsprechende Umbauten wurden bereits durchgeführt.[6][7]
Leistungsmäßig könnten diese Motoren aber auch die dritte Panzermotorengeneration Serie 880 (mit Ausnahme der Motoren für das in der Entwicklung eingestellte AAAV) ersetzen. MTU würde damit zwei oder drei in Kleinstserie hergestellte Motorenbaureihen durch einen gemeinsamen und in der Großserienfertigung erprobten Nachfolger ablösen, der zudem viele Gleichteile mit der in laufender Produktion befindlichen zivilen Serie 2000 hat.
Über die Verwendung der Serie 199 in zivilen Sektoren ist mit einer Ausnahme bislang nichts bekannt: Belegt ist ein 6R199 als Marinemotor aus Brasilien, der offensichtlich auf dem artverwandten Reihenmotor OM 457 fußt.
Bekannte Ausführungen der Serie 199 sind:
| Bauzeit | Baumuster | Typ. Leistung | Drehmoment | Verwendung/Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|
| ~1996- | 6V199 | 260 kW bei 1700–2200 | 1730 Nm bei 1400 | M113AS4 (AUS) |
| ? | 335 kW bei 1550–1900 | 2200 Nm bei 1200 | Fuchs 2 | |
| ? | 430 kW bei 2300 | 2200 Nm bei 1500 | Piranha V | |
| ~1996- | 8V199 | 530 kW bei 2300 | 2700 Nm bei 1500 | GTK Boxer, WPB Anders, ASCOD, BWP Borsuk |
| ? | 600 kW bei 2300 | 3000 Nm bei 1500 | General Dynamics Ajax, FRES, M10 Booker | |
| 2023- | 800 kW bei 2300 | Leopard 1 (u. a.)[8][9] | ||
| ~2026- | 10V199 | 1.100 kW | Leopard 2 (u. a.), Hybrid, Leistung soll später gesteigert werden auf 1.200 kW[10] | |
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Modelljahr 2003
- ↑ im Jahr 2002 vor Modelljahr 2003
- 1 2 The new Diesel Engines from DDC and MTU. Supplement to Diesel & Gas Turbine Publications, abgerufen am 12. Juli 2025 (englisch).
- ↑ mtu SERIES 2000. Abgerufen am 29. Juli 2025.
- ↑ Hochleistungs-Leichtmotor für FRES. Rolls-Royce Power Solutions, 10. September 2003, abgerufen am 22. Juli 2025.
- 1 2 Hybrid und über 1.100 kW stark: Rolls-Royce stellt neue mtu-Antriebskonzepte für Militärfahrzeuge der Zukunft vor. Rolls-Royce Power Solutions, 17. Juni 2024, abgerufen am 22. Juli 2025.
- 1 2 MB 873 und 10V199 – Rolls-Royce baut Produktionskapazitäten für den Leopard-2-Motor aus und entwickelt eine mögliche Alternative
- ↑ https://www.bundeswehr-journal.de/2024/motoren-upgrade-fuer-wisent-1-und-leopard-1-familie/
- ↑ https://mil.in.ua/en/news/leopard-1-tanks-to-receive-new-engine-from-rolls-royce-and-ffg/
- ↑ https://esut.de/2024/07/meldungen/51207/hybrid-antrieb-und-baureihe-199-mit-1-100-kw-von-mtu-solutions/