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Luke Russert

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Luke Russert (2012)

Luke Orth Russert (* 22. August 1985 in New York City) ist ein US-amerikanischer Autor und Nachrichtenkorrespondent, der von 2008 bis 2016 für NBC News arbeitete.[1] Seine Reportagen wurden in den NBC Nightly News, TODAY, NBCNews.com und MSNBC ausgestrahlt. Er war Gastmoderator in verschiedenen MSNBC-Sendungen, darunter Morning Joe und Way Too Early with Jonathan Lemire.

Im Mai 2023, nach sieben Jahren Medienabwesenheit, erschien Russerts Reiseerinnerung „Look for Me There“ über seine dreieinhalbjährige Reise durch sechs Kontinente und mehr als 60 Länder bei HarperHorizon, einem Imprint von HarperCollins Publishers. Das Buch wurde ein Bestseller der New York Times.[2]

Russert ist der Sohn des Journalisten Tim Russert und von Maureen Orth, einer Sonderkorrespondentin des Magazins Vanity Fair.

Russert schloss 2004 die St. Albans School in Washington, D.C., ab.[3]

Während seines Studiums am Boston College, wo er Kommunikationswissenschaften und Geschichte im Doppelstudium belegte und 2008 seinen Abschluss machte,[4] arbeitete er für die ESPN-Sendung „Pardon the Interruption“.[5] Am Boston College moderierte Russert außerdem gemeinsam mit James Carville die Sportsendung „60/20 Sports“ auf XM Satellite Radio.

Russert auf dem Parteitag der Demokraten (2008)

Im August 2008, zwei Monate nach dem Tod seines Vaters und mit zwei Jahren Erfahrung als Moderator einer nationalen Radiosendung bei SiriusXM, wurde Russert von NBC News als Korrespondent für Jugendthemen im Rahmen der Berichterstattung über die Präsidentschaftswahlen 2008 eingestellt. Er wurde beauftragt, sowohl über die Parteitage der Demokraten als auch der Republikaner zu berichten.[6][7] Sein Bericht am Wahltag, der die Auswirkungen von Barack Obamas Sieg auf junge Menschen untersuchte, trug zum News & Documentary Emmy Award von NBC für die Berichterstattung am Wahlabend 2008 bei.[8]

Er hat offen eingeräumt, dass Kritiker in den Medien, darunter auch einige Kollegen, ihm unqualifizierten Nepotismus vorgeworfen haben, sowohl aufgrund der Position seines Vaters bei NBC als auch der Position seiner Mutter als Korrespondentin für Vanity Fair, da er zum Zeitpunkt seiner Einstellung praktisch keine professionelle Fernseherfahrung vor der Kamera hatte.[9]

Von Mai 2009 bis Juli 2016 arbeitete er für NBC News auf dem Capitol Hill als Kongresskorrespondent und berichtete über das Repräsentantenhaus. Er sorgte 2010 für Schlagzeilen, als er eine öffentliche Entschuldigung von Abgeordneten Charlie Rangel (D-NY) erhielt, der zu dieser Zeit Vorsitzender des House Ways and Means Committee war. Abgeordneter Rangel hatte Russerts aggressive Befragung zu einem Ethikbericht kritisiert, der Rangels finanzielle Unregelmäßigkeiten und illegale Spendenwerbung aufzeigte, revidierte dann aber seine Haltung und entschuldigte sich stattdessen bei Russert.[10]

2011 berichtete er auch über Hurrikan Irene für NBC News.[11]

Im Februar 2012 gab Russert sein Primetime-Debüt bei NBCs Dateline mit der Sendung „Conviction“, die untersuchte, ob die Mordverurteilung von Jon-Adrian Velazquez im Jahr 1998 gerechtfertigt war oder ob Velazquez zu Unrecht zu lebenslanger Haft für einen Mord verurteilt wurde, den er nicht begangen hatte.[12] Die Folge wurde für einen News & Documentary Emmy Award in der Kategorie „Bester Bericht in einem Nachrichtenmagazin“ nominiert.[13]

Russert behauptete, die amerikanischen Medien könnten gegenüber religiösen Menschen voreingenommen sein und behandeln sie seiner Meinung nach sogar mit einer gewissen Herablassung, indem sie sie als „puritanisch“ und „unfähig, andere oder abweichende Ansichten zu verstehen“ abstempeln. Dies sei bequem und trage dazu bei, „die höhnische Masse zu bedienen“.[14]

Russert moderierte „The Briefing“, eine reine Online-Sendung auf msnbc.com.[15]

Russert trat im Juli 2016 überraschend von NBC zurück und gab an, er müsse seine beruflichen Möglichkeiten neu bewerten.[1]

Seit 2012 engagiert sich Russert für wohltätige Zwecke, die bereits von seinem Vater unterstützt wurden.[16] Am 20. April 2010 moderierte er das jährliche Kongressdinner des Boys & Girls Club of Greater Washington, das nach seinem Vater benannt wurde.[17]

Er erzählte Politico, dass er als Sportfanatiker regelmäßig die Sendungen SportsCenter und College GameDay von ESPN sowie Sunday Night Football von NBC schaut. Außerdem verriet er Politico, dass seine Lieblingskneipen in Washington, D.C. das Ireland's Four Fields in Woodley Park sind, weil die Barkeeper dort „ein hervorragendes Guinness zapfen und man an jedem Abend erstklassige Live-Musik hören kann“. Auch Billy Martin’s Tavern in Georgetown gefällt ihm, weil „man nie weiß, neben wem man an der Bar sitzt. Es könnte ein Polizist nach seiner Schicht sein, ein Student oder sogar ein Kongressabgeordneter.“[18]

Er verfasste einen Essay mit dem Titel „Was ich von meinem Vater gelernt habe“ für die Ausgabe vom 19. Juni 2011 des Magazins Parade.[19]

Russert ist Mitglied des Vorstands der Buffalo Fan Alliance, einer Organisation, die sich dafür einsetzt, die Buffalo Bills in Buffalo, New York, der Heimatstadt seines Vaters, zu halten. 2013 sagte er: „Ich glaube ehrlich gesagt, dass die Leidenschaft für die Bills in den Genen liegt. Mein Großvater war ein eingefleischter Bills-Fan und hat diese Leidenschaft an meinen Vater weitergegeben. Ich habe wahrscheinlich mit zwei Jahren ein Buffalo-Bills-Trikot bekommen, daher gab es nie einen Zweifel daran, dass ich ein Bills-Fan sein würde.“[20]

2014 schrieb er ein Vorwort, das seinem Vater gewidmet war, für die zehnte Jubiläumsausgabe von dessen Bestseller „Big Russ and Me“.[21]

Russert heiratete Dr. Lauren Lomeli im Jahr 2024.

Commons: Luke Russert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Stephen Battaglio: Luke Russert is leaving NBC News: 'It's the right decision for me at this time' In: Los Angeles Times, 13. Juli 2016. Abgerufen am 17. September 2016 (englisch). 
  2. Best Sellers - Books - May 21, 2023 (Memento des Originals vom 27. August 2023 im Internet Archive) In: The New York Times. Abgerufen am 27. August 2023 (amerikanisches Englisch). 
  3. Laura Yao: At St. Albans, Bidding Russert Farewell (Memento des Originals vom 5. September 2008 im Internet Archive) In: The Washington Post. Abgerufen am 13. September 2008 (englisch). 
  4. David Bauder: Young Russert follows in father's footsteps In: The Columbus Dispatch (The Associated Press), 19. September 2008. Abgerufen am 18. August 2012 (englisch). 
  5. Meet the Hosts of NASCAR Radio (Memento vom 10. November 2006 im Internet Archive)
  6. NBC News Hires Luke Russert to Cover Republican, Democratic Conventions In: New York Daily News, 31. Juli 2008. Abgerufen am 1. August 2008 (englisch). 
  7. NBC Hires Luke Russert as a Correspondent. In: The New York Times. 31. Juli 2008, abgerufen am 3. August 2008 (englisch).
  8. NBC Universal Media Village. In: Talent Bios: Luke Russert. (englisch).
  9. Howard Kurtz: The Education of Luke Russert In: The Daily Beast, 6. Dezember 2010. Abgerufen am 17. Oktober 2013 (englisch). 
  10. Joe Ciarello: Rep. Rangel Apologizes to Russert After Accusing Him of Asking 'Dumb Question'. In: PR Newser. Ad Week, 23. Juli 2010, abgerufen am 24. Juli 2015 (englisch).
  11. Betsy Rothstein: Luke Russert Declares Himself a 'Dunkin' Guy'. In: Fishbowl DC. Ad Week, 29. August 2011, abgerufen am 24. Juli 2015 (englisch).
  12. Conviction. In: LukeRussert.net. Abgerufen am 24. Juli 2015 (englisch).
  13. Sara Morrison: CBS, PBS Lead Nominations for News & Documentary Emmys. In: The Wrap. 11. Juli 2013, abgerufen am 24. Juli 2015 (englisch).
  14. David Brody: Luke Russert on Media's Faith Bias In: Christian Broadcasting Network - The Brody File, 15. Oktober 2013 (englisch). 
  15. The Briefing. In: MSNBC.com. Abgerufen am 24. Juli 2015 (englisch).
  16. 26th Annual Tim Russert Congressional Dinner. Boys & Girls Club of Greater Washington, archiviert vom Original am 7. Februar 2012; abgerufen am 18. August 2012 (englisch).
  17. NitePics: Luke Russert Takes His Late Father's Role at Congressional Dinner. In: NBCWashington.com. 21. April 2010, abgerufen am 18. August 2012 (englisch).
  18. Click: Luke Russert. In: Politico. Archiviert vom Original am 24. September 2015; abgerufen am 24. Juli 2015 (englisch).
  19. Luke Russert: What I Learned from My Dad In: Parade: Entertainment, Recipes, Health, Life, Holidays, 13. Juni 2013. Abgerufen am 24. Juli 2015 (englisch). 
  20. Anna Stolzenberg: Through Generations of Russerts, Bills Legacy Lives On. In: Buffalo Bills News. Abgerufen am 24. Juli 2015 (englisch).
  21. Chris Ariens: Luke Russert Pens New Introduction to Tim Russert's 'Big Russ and Me'. In: TV Newser. 7. Mai 2014, abgerufen am 24. Juli 2015 (englisch).