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Lottigna

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Lottigna
Wappen von Lottigna
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Bleniow
Kreis: Kreis Acquarossa
Gemeinde: Acquarossai2
Postleitzahl: 6716
Koordinaten: 715576 / 147565Koordinaten: 46° 28′ 10″ N,  56′ 36″ O; CH1903: 715576 / 147565
Höhe: 678 m ü. M.
Fläche: 6,55 km²
Einwohner: 67 (2003)
Einwohnerdichte: 10 Einw. pro km²
Website: www.acquarossa.ch
Ansicht von Westen
Ansicht von Westen
Karte
Lottigna (Schweiz)
Lottigna (Schweiz)
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Gemeindestand vor der Fusion am 4. April 2004
Werner Friedli (Fotograf): Lottigna mit Ponto Valentino und Sosto im Hintergrund, historisches Luftbild (1953)

Lottigna ist eine Ortschaft in der Gemeinde Acquarossa im schweizerischen Kanton Tessin. Sie liegt zentral im Bleniotal und war einst dessen Hauptort. 2004 fusionierte die bis anhin selbständige Gemeinde mit mehreren Nachbargemeinden zur neuen Gemeinde Acquarossa.

Lottigna liegt auf 678 Metern über Meer am östlichen Ufer des Flusses Brenno und am Fuss des Berges Simano. Nachbardörfer sind im Norden Grumo und Torre. Im Osten ist das Terrain hochalpin und über rund 18 km unbewohnt. Der Osthang weist keine Alpwirtschaften auf. Im Süden befindet sich der Ort Acquarossa mit den gleichnamigen Kurort, bestehend aus den Fraktionen Comprovasco (früher Gemeinde Leontica) und Stallaccia (früher Gemeinde Corzoneso). Im Westen trennt der Brenno das Dorf Lottigna von Prugiasco, Castro und Ponto Valentino. Bei All’Acqua und Acquarossa bestehen Brücken.

Durch die erhöhte Lage hat Lottigna eine gute Sicht auf die umliegenden Orte im Westen. Diese liegen am Fuss des halbkreisförmig zum 2195 Meter hohen Punta di Larescia (Cima di Gorda) im Norden und zum 2417 Meter hohen Pizzo Erra im Süden auslaufenden 2586 Meter hohen Pizzo Molare. Ein Seitenkamm des Matro schliesst die Sicht nach Süden. Im Osten erhebt sich der 2580 Meter hohe Cima del Simano, der zum 2843 Meter hohen Cima di Gana Bianca aufsteigt. Im Norden sind überdies der Cima di Pinadee mit 2486 Metern und der 2221 Meter hohe Sosto bei Olivone sichtbar.[1]

Eine erste Erwähnung findet das Dorf im Jahre 1201 unter dem Namen Lotingnia. 1309 war es eine Vicinia, die zur fagia de medio oder Fagia von Aquila gehörte. Das Kloster Disentis besass einen Monastero (dt.: Kloster) genannten Grundbesitz.

Nachdem es der Talbevölkerung gelungen war, sich auf juristische und militärische Weise von der Herrschaft norditalienischer Adelsfamilien zu lösen, leistete sie 1495 einen Treueeid auf die Schutzmacht Uri. 1502 bestimmte die eidgenössische Tagsatzung Lottigna zur Residenz des Landvogtes von Blenio, der im zweijährlichen Turnus von den drei Besatzungsmächten Uri, Schwyz und Nidwalden berufen wurde. Die bei der Talbevölkerung zunehmend unbeliebte Herrschaft der drei Urkantone hielt im Ancien Régime bis ins Jahr 1798 an.

Im Rahmen der die gesamte Schweiz betreffenden Umwälzungen nach der Französischen Revolution gelangte Lottigna in der Helvetischen Republik kurzzeitig unter die Verwaltung des Kantons Bellinzona und gehört heute zum 1803 neu gegründeten Kanton Tessin. Seinen Status als Hauptort des Bezirks Blenio verlor das Dorf Lottigna an die Fraktion Acquarossa und danach an Comprovasco (Leontica).

Lottigna wurde, wie das übrige Bleniotal, seit Beginn des modernen Zeitalters von der Auswanderung geprägt, welche zunächst hauptsächlich nach Italien und später nach Übersee führte. Parallel dazu entwickelte sich eine saisonale Auswanderung in die urbanen Zentren Europas, namentlich in französische, belgische und englische Grossstädte. Wichtigster Erwerbszweig dieser teilweise zu Wohlstand gelangten Auswanderer war das Hotel- und Gaststättengewerbe und der Handel mit selbst hergestellten Süsswaren. So betrieb zum Beispiel die Familie von Pietro und Luigi Reggiori (1853–1924) ein Restaurant in London[2][3][4] in King’s Cross in der Euston Road 1 & 3.

Am 4. April 2004 fusionierte Lottigna zusammen mit Castro, Corzoneso, Dongio, Largario, Leontica, Marolta, Ponto Valentino und Prugiasco zur neuen Gemeinde Acquarossa. Lottigna bildet aber nach wie vor die eigenständige Bürgergemeinde Patriziato Generale di Aquila, Torre, Lottigna.[5]

Lottigna: Einwohnerzahlen von 1600 bis 2003
Jahr  Einwohner
1600
 
100
1683
 
105
1719
 
112
1769
 
88
1799
 
90
1808
 
101
1824
 
123
1836
 
129
1850
 
136
1860
 
134
1870
 
146
1880
 
146
1888
 
121
1900
 
125
1910
 
103
1920
 
101
1930
 
117
1941
 
106
1950
 
131
1960
 
113
1970
 
79
1980
 
79
1990
 
82
2000
 
79
2003
 
67
Quelle(n): Bundesamt für Statistik[6][7]

Sehenswürdigkeiten

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  • Pfarrkirche Santi Pietro e Paolo[8][9]
  • Pfarrhaus[10]
  • Museo della Valle di Blenio: Museum des Bleniotals in der Casa dei Landfogti (auch: Palazzo del Pretorio)[8][11]
  • Le Terme im Ortsteil Acquarossa[12]
  • Villa Antognoli, 1913 nach Plänen von Elvidio Casserini erbaut, ab 1933 im Besitz von Giuseppe Pagani, dem Eigentümer der Schokoladenfabrik Cima Norma.[13][8]

Persönlichkeiten

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Commons: Lottigna – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Karten und Geodaten online. Bundesamt für Landestopografie swisstopo, Wabern bei Bern, abgerufen am 16. August 2018.
  2. Sonia Fiorini: Lottigna. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 4. März 2021.
  3. Sonia Fiorini: Blenio (Bezirk). In: Historisches Lexikon der Schweiz. 8. Mai 2017.
  4. Luca Solari: Blenio: una valle a confronto. Salvioni arti grafiche, Bellinzona 1998, ISBN 88-7967-023-9, S. 116.
  5. Patriziato Generale di Aquila, Torre, Lottigna auf ti.ch/di/sel/patriziati
  6. Martin Schuler: Cantone Ticino – L’effettivo della popolazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 13. Mai 2026.
  7. Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 13. Mai 2026 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  8. 1 2 3 Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von det Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 93–95.
  9. Pfarrkirche Santi Pietro e Paolo (Foto) auf ti.ch/dt/dstm/sst/ubc
  10. Pfarrhaus (mit Foto) auf ti.ch/dt/dstm/sst/ubc
  11. Museum von Bleniotal (Foto) auf ti.ch/dt/dstm/sst/ubc
  12. Le Terme (Foto) auf ti.ch/dt/dstm/sst/ubc
  13. Luca Solari: Blenio: una valle a confronto. Salvioni arti grafiche, Bellinzona 1998, ISBN 88-7967-023-9, S. 116.