Zum Inhalt springen

Ghirone

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Ghirone
Wappen von Ghirone
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Bleniow
Kreis: Kreis Olivone
Gemeinde: Blenioi2
Postleitzahl: 6720
frühere BFS-Nr.: 5036
Koordinaten: 715426 / 158060Koordinaten: 46° 33′ 50″ N,  56′ 39″ O; CH1903: 715426 / 158060
Höhe: 1240 m ü. M.
Fläche: 30,35 km²
Einwohner: 40 (31. Dezember 2005)
Einwohnerdichte: 1 Einw. pro km²
Website: www.comuneblenio.ch
Ghirone
Ghirone
Karte
Ghirone (Schweiz)
Ghirone (Schweiz)
w{w
Gemeindestand vor der Fusion am 22. Oktober 2006

Ghirone ist eine Ortschaft in der Schweizer Gemeinde Blenio, Kanton Tessin. Von 1853 bis 2006 bildete sie eine selbständige politische Gemeinde.

Ghirone ist die hinterste Siedlung im Bleniotal. Ein Dorf dieses Namens gibt es nicht; die ehemalige Gemeinde umfasste die im Val Camadra links des Flusses Brenno verstreuten Weiler Aquilesco, Baselga und Cozzera.[1] Bis ins 19. Jahrhundert war auch das auf der anderen Talseite gelegene Buttino ganzjährig bewohnt. Den höchsten Punkt des Territoriums bildet der Piz Medel (3210 m ü. M.).

Nachbargemeinden waren von Osten aus im Uhrzeigersinn Aquila, Olivone und Campo (Blenio) im Kanton Tessin sowie Medel (Lucmagn) und Vrin im Kanton Graubünden.

Das Dorf ist 1200 als Agairono erstmals erwähnt. Das Dorf gehörte zur Vicinìa Aquila, woraus 1803 eine Gemeinde gebildet wurde. 1836 trennte sich Ghirone von Aquila und gründete mit Buttino[2] eine eigene Gemeinde. Buttino ist schon im 13. Jahrhundert als autonome Körperschaft belegt und war bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts bewohnt. Die beiden Gemeinden schlossen sich 1842 bzw. 1846 ein zweites Mal mit Aquila zusammen und trennten sich 1853 erneut. Die Bürgergemeinde (patriziato) Ghirone-Buttino entstand 1914.[3]

Die vom Kantonsparlament am 25. Januar 2005 beschlossene, ursprünglich per Frühjahr 2006 geplante Fusion der fünf Gemeinden des oberen Talabschnitts wurde durch eine Beschwerde der Gemeinde Aquila verzögert. Nachdem das Bundesgericht im April 2006 die Beschwerde abgewiesen hatte, war der Weg zur Fusion frei. Am 22. Oktober 2006 wurde Ghirone mit Aquila, Campo (Blenio), Olivone und Torre zur neuen Gemeinde Blenio fusioniert.

Ghirone bildet aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.[4] Im Weiteren gibt es das Patriziato di Buttino.[5]

Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ghirone ist an die Hauptstrasse 416.1 angeschlossen, die in Scona bei Olivone an die Hauptstrasse 416 angeschlossen ist, die das Bleniotal erschliesst. Diese führt nach Biasca, wo ein Anschluss an die Autobahn A2 und die Hauptstrasse 2 besteht. Das Dorf ist zudem an eine Postautolinie angeschlossen.

Persönlichkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Ghirone: Einwohnerzahlen von 1600 bis 2005
Jahr  Einwohner
1600
 
400
1683
 
370
1719
 
243
1769
 
247
1799
 
182
1808
 
181
1836
 
162
1850
 
131
1860
 
111
1870
 
122
1880
 
95
1888
 
85
1900
 
81
1910
 
100
1920
 
100
1930
 
92
1941
 
86
1950
 
70
1960
 
340
1970
 
64
1980
 
67
1990
 
56
1991
 
55
1992
 
53
1993
 
52
1994
 
49
1995
 
51
1996
 
63
1997
 
62
1998
 
57
1999
 
56
2000
 
44
2005
 
40
Quelle(n): Bundesamt für Statistik[8][9]

Jahr 1960: Bau der Luzzone-Staumauer

  • Marina Bernasconi Reusser: Monumenti storici e documenti d’archivio. I «Materiali e Documenti Ticinesi» (MDT) quali fonti per la storia e le ricerche sull’architettura e l’arte medievale delle Tre Valli. In: Archivio Storico Ticinese. 2. Serie, Nummer 148, Casagrande, Bellinzona 2010.
  • Piero Bianconi: Ghirone. In: Arte in Blenio. Guida della valle. S.A. Grassi & Co. Bellinzona-Lugano 1944; derselben: Ghirone. In: Inventario delle cose d’arte e di antichità. Band I, Grassi & Co, Bellinzona 1948, S. 80–81.
  • Sonia Fiorini: Ghirone. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 5. März 2021.
  • Virgilio Gilardoni: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967, S. 178, 263, 330.
  • Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 95, 96, 109.
  • Celestino Trezzini: Ghirone. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 3: Egolf – Güttingen. Attinger, Neuenburg 1926, S. 508 (Digitalisat [PDF; 28,6 MB]); derselbe: Buttino. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 2: Basel – Egnach. Attinger, Neuenburg 1924, S. 464 (Digitalisat [PDF; 28,8 MB]).
Commons: Ghirone – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Cozzera in portal.dnb.de (abgerufen am: 5. Mai 2016.)
  2. Celestino Trezzini: Buttino. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 2: Brusino – Caux. Attinger, Neuenburg 1924, S. 464 (Digitalisat) (abgerufen am 10. Juli 2017).
  3. Sonia Fiorini: Ghirone. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 5. März 2021.
  4. Patriziato di Ghirone (italienisch) auf ti.ch/di/sel/patriziati
  5. Patriziato di Buttino (italienisch) auf ti.ch/di/sel/patriziati
  6. 1 2 3 4 Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 109.
  7. Greina-Ebene in portal.dnb.de (abgerufen am: 5. Mai 2016.)
  8. Martin Schuler: Cantone Ticino – L’effettivo della popolazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 17. Mai 2026.
  9. Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 17. Mai 2026 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).