Levoča
| Levoča | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wappen | Karte | |||||||
| Basisdaten | ||||||||
| Staat: | ||||||||
| Kraj: | Prešovský kraj | |||||||
| Okres: | Levoča | |||||||
| Region: | Spiš | |||||||
| Fläche: | 64,04 km²[1] | |||||||
| Einwohner: | 13.779 (31. Dez. 2025)[2] | |||||||
| Bevölkerungsdichte: | 215,15 Einwohner je km² | |||||||
| Höhe: | 570 m n.m. | |||||||
| Postleitzahl: | 054 01 | |||||||
| Telefonvorwahl: | 0 53 | |||||||
| Geographische Lage: | 49° 1′ N, 20° 35′ O | |||||||
| Kfz-Kennzeichen (vergeben bis 31.12.2022): |
LE | |||||||
| Kód obce: | 543292 | |||||||
| Struktur | ||||||||
| Gemeindeart: | Stadt | |||||||
| Gliederung Stadtgebiet: | 4 Stadtteile | |||||||
| Verwaltung (Stand: Oktober 2022) | ||||||||
| Bürgermeister: | Miroslav Vilkovský | |||||||
| Adresse: | Mestský úrad Levoča Námestie Majstra Pavla 4 05454 Levoča | |||||||
| Webpräsenz: | www.levoca.sk | |||||||
| Hradisko, Kežmarok 6 km, 17 km |
Ihľany, Stará Ľubovňa 18,5 km, 31,5 km |
Torysky 10 km | ||||||
| Dlhé Stráže, Poprad 5 km, 21 km |
Doľany, Prešov 4,5 km, 47,5 km | |||||||
| Kurimany 4,5 km |
Harichovce, Spišská Nová Ves 7 km, 9,5 km |
Spišský Hrhov, Spišské Vlachy 4,5 km, 17,5 km | ||||||
| Ethnische Struktur | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | Slowaken | Deutsche | Ungarn | Sonstige | |||
| 1880 | 6.603 | 3.393 | 2.152 | 627 | 431 | |||
| 1910 | 7.528 | 3.094 | 1.377 | 2.410 | 647 | |||
| 2011 | 14.830 | 12.343 | 8 | 10 | - | |||
| Jahr | 1995 | 2005 | 2015 | 2025 |
|---|---|---|---|---|
| Anzahl der Personen | 13.648 | 14.677 | 14.811 | 13.779 |
| Unterschied | +7,53 % | +0,91 % | −6,96 % |
| Jahr | 2024 | 2025 |
|---|---|---|
| Anzahl der Personen | 13.905 | 13.779 |
| Unterschied | −0,90 % |

Gemäß der Volkszählung 2011 wohnten in Levoča 14.830 Einwohner, davon 12.343 Slowaken, 822 Roma, 78 Russinen, 39 Tschechen, 14 Magyaren, neun Ukrainer, jeweils sechs Deutsche und Polen, zwei Russen und jeweils ein Bulgare, Jude, Kroate und Mährer; 22 Einwohner waren anderer, in den Statistiken nicht aufgeführten Ethnie. 1.485 Einwohner machten keine Angabe.[16] 10.445 Einwohner gehörten zur römisch-katholischen Kirche, 537 Einwohner zur griechisch-katholischen Kirche, 208 Einwohner zur evangelischen Kirche A. B., 96 Einwohner zu den Zeugen Jehovas, 75 Einwohner zur orthodoxen Kirche, 29 Einwohner zur evangelistischen Kirche, 16 Einwohner zur reformierten Kirche; alle weiteren Konfessionen hatten weniger als zehn Gläubige und 92 Einwohner waren anderer, in der Statistiken nicht aufgeführten Konfession. 1.286 Einwohner waren konfessionslos und bei 2.010 Einwohnern wurde die Konfession nicht ermittelt.[17]
Auszug aus den Ergebnissen der Volkszählung 2001 (14.366 Einwohner):
|
Nach Ethnie:
|
Nach Konfession:
|
Stadtarchitektur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Stadt weist eine noch vollständig erhaltene historische Innenstadt auf und ist eines von 18 städtischen Denkmalreservaten in der Slowakei.[18] Die bekanntesten Baudenkmäler befinden sich am Marktplatz (heutiger slowakischer Name Námestie Majstra Pavla - deutsch Meister-Paul-Platz) mit dem Renaissance-Rathaus, dem Pranger, dem Thurzo-Haus und der Pfarrkirche St. Jakob. Diese Kirche besitzt den mit 18,62 m weltweit höchsten gotischen Altar. Gefertigt wurde er von der Werkstatt von Paul von Leutschau, einem Zeitgenossen von Tilman Riemenschneider und Veit Stoß. Ein weiterer bedeutender Sakralbau am Hauptplatz ist die klassizistische evangelische Kirche. Auf der Nordseite stehen zwei einstige Sitze des Komitats Zips: das kleine Komitatshaus, heute Sitz des Staatsarchivs in Levoča sowie das klassizistische große Komitatshaus (errichtet 1806–26), in dem heute das Kreisamt untergebracht ist. Westlich der Jakobskirche steht das römisch-katholische Pfarramt und das Stadttheater. Mehr als 60 Bürgerhäuser umzingeln den ganzen Platz.
Die städtische Befestigung wurde gegen die Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert errichtet und schloss auf 2,5 Kilometer Länge die ganze Stadt ein, mit dreifachen Mauern, Graben, 15 Basteien (im Endausbau) sowie vier Toren. Auch nach der Schleifung eines ca. 600 m langen Abschnitts südwestlich der Altstadt ist sie sehr gut erhalten und sowohl außen als auch innen begehbar. Von den 15 Basteien existieren heute noch sechs, von den vier Toren noch drei, nämlich das Kaschauer Tor und das Menharder Tor auf der Ostseite sowie das Polnische Tor auf der Westseite, das aber die Funktion eines Stadttores nicht erfüllte.
Unweit des Polnischen Tores, am Ende der Straße Kláštorská, steht die gotische alte Minoritenkirche (auch Gymnasialkirche oder umgangssprachlich Schwarze Kirche genannt), die in mehreren Etappen zusammen mit dem nebenan stehenden Minoritenkloster im 14. Jahrhundert errichtet wurde. Sie verdankt den umgangssprachlichen Namen der überwiegend in Schwarz-Gold gemalten barocken Innenausstattung. An das Kloster schließt sich der sezessionistische Bau des Gymnasiums an. In der Nähe des Kaschauer Tors befindet sich die barocke Heilig-Geist-Kirche oder auch neue Minoritenkirche, die die ältere gotische Spitalkirche an derselben Stelle ersetzte.
Außerhalb des Menharder Tores erstreckt sich der Evangelische Friedhof, ein Nationales Kulturdenkmal.[19]
Levoča ist mit dem Berg Mariánska hora (deutsch Marienberg, 781 m n.m.) mit der Basilika Mariä Heimsuchung auch ein bekannter Wallfahrtsort. Die Wallfahrten reichen bereits bis ins 13. Jahrhundert zurück. Aus dieser Zeit stammen die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über die Marienverehrung.[20]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Straße 1. Ordnung 18, mit Verbindungen nach Poprad und Prešov sowie an der Straße 2. Ordnung 533 nach Spišská Nová Ves. Südlich am Levoča vorbei verläuft die teilweise fertiggestellte Autobahn D1 (Bratislava–Košice, E 50), mit einem Anschluss an der Anschlussstelle Levoča (km 350) südwestlich der Stadt, dazu gibt es die gleichnamige Raststätte am km 352 mit einem Ausblick auf die Stadt.
In der Stadt endet die Nebenbahn von Spišská Nová Ves, die allerdings seit 2003, mit Ausnahme des Wallfahrt-Wochenendes jeweils Anfang Juli, keinen regelmäßigen Personenverkehr mehr hat. Der nächste Bahnhof mit regelmäßigen nationalen und internationalen Verbindungen ist seither in Spišská Nová Ves. Die Gesellschaft SAD Poprad a. s. betreibt mehrere Busverbindungen mit regionalen Zielen (Stand 2018).[21]
Der nächste internationale Flughafen ist Poprad-Tatry in 34 km Entfernung.
Städtepartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Kalwaria Zebrzydowska (Polen)
Keszthely (Ungarn)
Łańcut (Polen)
Litomyšl (Tschechien)
Stary Sącz (Polen)
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Johann I. Thurzo (1437–1508), Handelsherr und Montanunternehmer
- Schweipolt Fiol (ca. 1430–1525), fränkischer Drucker für Kyrillisch-Kirchenslawisch, hier im Exil aktiv, weil in Krakau dafür inhaftiert
- Sebastian Pauschner, um 1530 Stadtarzt von Hermannstadt
- Lazarus Henckel (seit 1607 Lazarus I. Henckel von Donnersmarck) (1551–1624) Großhändler, Bankier und Bergbauunternehmer
- Kaspar Hain (17. Jahrhundert), Chronist von Leutschau
- Christoph Schlegel (1613–1678), Superintendent von Leutschau von 1647 bis 1656
- Johannes Hahn (1712–1783), deutscher Orgelbauer
- Karl Joseph von Hadik-Futak (1756–1800), österreichischer General
- Johann Christian von Engel (1770–1814), österreichischer Historiker
- Johann Samuel Fuchs (1770–1817), Superintendent der evangelischen Kirche in Galizien, Lehrer und Schriftsteller
- Károly Markó der Ältere (1793–1860), ungarischer Maler
- Wilhelm Fuchs (1802–1853), österreichischer Montanwissenschaftler
- André Székely (1877–1945), ungarisch-französischer Maler
- Jenő Uhlyárik (1893–1974), ungarischer Fechter
- Erika von Thellmann (1902–1988), deutsch-österreichische Schauspielerin
- Moritz Csáky (* 1936), österreichischer Historiker
- Etela Farkašová (* 1943), Schriftstellerin und Philosophin
- Igor Kalavsky (1951–2024), deutscher Eishockeyspieler
- Marián Andrej Pacák (* 1973), Ordensgeistlicher, slowakisch griechisch-katholischer Bischof von Toronto
- Jonáš Jozef Maxim (* 1974), Ordensgeistlicher, slowakisch griechisch-katholischer Erzbischof von Prešov
- Peter Sakmár (* 1978), römisch-katholischer Geistlicher, Apostolischer Administrator von Atyrau
- David Bystroň (1982–2017), Fußballspieler
- Libor Hudáček (* 1990), Eishockeyspieler
- Mária Mikolajová (* 1999), Fußballspielerin
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Leutschauer Chronik:
- Caspar Hain: Leutschauer Chronik. In: Magazin für Geschichte, Statistik und Staatsrecht der österreichischen Monarchie. Band 1. Göttingen 1806, S. 215–278 (Chronik bis 1530; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- Caspar Hain: Fortsetzung der Leutschauer Chronik. In: Magazin für Geschichte, Statistik und Staatsrecht der österreichischen Monarchie. Band 2. Göttingen 1808, S. 312–391 (Chronik 1531–1569; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- Die Leutschauer Chronik des Caspar Hain. In Auszügen zusammengestellt und mit Bildern versehen von Fritzi Mally. Volk und Reich Verlag, Prag u. a. 1943, DNB 580929604.
Weitere Literatur:
- Kálmán Mikszáth: Die schwarze Stadt. Roman. Aus dem Ungarischen übersetzt von Géza Engl. Rütten & Loening, Berlin 1963, DNB 453379907 (Originaltitel: A fekete város).
- Mór Jókai: Die weiße Frau von Löcse. Roman. Aus dem Ungarischen übertragen von Georg Harmat. Gustav Kiepenheuer Verlag, Leipzig/Weimar 1985, DNB 850640806 (Originaltitel: A lőcsei fehér asszony).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Homepage der Stadt (deutsch, englisch)
- Der Dom des heiligen Jakob in Levoča. In: chramsvjakuba.sk
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Hustota obyvateľstva - obce [om7014rr_obc=AREAS_SK, v_om7014rr_ukaz=Rozloha (Štvorcový meter)]. Statistical Office of the Slovak Republic, 31. März 2026, abgerufen am 31. März 2026 (slowakisch).
- ↑ Počet obyvateľov podľa pohlavia - obce (ročne) [om7101rr_obce=AREAS_SK]. Statistical Office of the Slovak Republic, 31. März 2026, abgerufen am 31. März 2026 (slowakisch).
- ↑ Levoča, Spišský Hrad and the Associated Cultural Monuments. UNESCO – World Heritage Committee, abgerufen am 1. September 2017 (englisch).
- 1 2 História mesta. Informationsbüro der Stadt Levoča, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 18. September 2021; abgerufen am 23. Oktober 2022.
- ↑ vt: Historie der Stadt. In: levoca.sk. 21. Juni 2010, abgerufen am 28. März 2026.
- ↑ Levoča – Slovakia.travel. In: slovakia.travel. Abgerufen am 28. März 2026.
- ↑ Oskar Panizza: Deutsche Thesen gegen den Papst und seine Dunkelmänner. Mit einem Geleitwort von M. G. Conrad. Neuausgabe (Auswahl aus den „666 Thesen und Zitaten“). Nordland-Verlag, Berlin 1940, Kap. 4: Zölibat, S. 49 (Suche nach Leutschau; Volltext online im Projekt Gutenberg).
- ↑ www.kath.net/PEW: Die große Wallfahrt nach Levoca. In: kath.net. Verein „kath.net“, 5. Juli 2008, abgerufen am 4. Februar 2018.
- ↑ Reformationsstadt Levoča. Slowakei. Hauptstadt der Zips. In: reformation-cities.org, abgerufen am 25. Juni 2018 (Stadtporträt; mit einem Votum des Bürgermeisters Milan Majerský).
- ↑ Jaromír Krško: Lexikálne východiská starej slovenskej hydronymie z povodia Hornádu v slovanskom kontexte. In: Slavica Slovaca. Jg. 50, Nr. 1, 2015, ISSN 0037-6787, S. 11–12 (PDF; 29,5 MB [ vom 9. Januar 2023 im Internet Archive]).
- ↑ Martin Štefánik, Ján Lukačka et al.: Lexikon stredovekých miest na Slovensku. Historický ústav SAV, 2010, ISBN 978-80-89396-11-5, Levoča, S. 252 (slowakisch, forumhistoriae.sk ( vom 2. März 2014 im Internet Archive) [PDF; 9,0 MB]).
- ↑ Ernst Hochberger: Das große Buch der Slowakei. 3000 Stichworte zur Kultur, Kunst, Landschaft, Natur, Geschichte, Wirtschaft. 5., ergänzte und erweiterte Auflage. Hochberger, Sinn 2017, ISBN 978-3-921888-15-5, S. 213, Lemma Leutschau (Levoča). OCLC 1001554712.
- ↑ Vlastivedný Slovník Obcí na Slovensku. VEDA, vydavateľstvo Slovenskej akadémie vied, Bratislava 1978.
- ↑ Milan Majtán: Názvy Obcí Slovenskej republiky (Vývin v rokoch 1773–1997). VEDA, vydavateľstvo Slovenskej akadémie vied, Bratislava 1998, ISBN 80-224-0530-2.
- 1 2 Počet obyvateľov podľa pohlavia - obce (ročne) [om7101rr_obce=AREAS_SK]. Statistical Office of the Slovak Republic, 31. März 2026, abgerufen am 31. März 2026 (slowakisch).
- ↑ Volkszählung 2011 nach Ethnie ( vom 3. Februar 2013 im Internet Archive). S. 67. In: slovak.statistics.sk. 24. Juli 2012, abgerufen am 25. Juni 2018 (PDF; 731 kB; slowakisch).
- ↑ Volkszählung 2011 nach Konfession. S. 115 f. In: slovak.statistics.sk. 24. Juli 2011, abgerufen am 25. Juni 2018 (PDF; 622 kB; slowakisch).
- ↑ Freilichtmuseen, Volksarchitekturreservate und städtische Denkmalreservate in der Slowakei. Slowakische Zentrale für Tourismus, abgerufen am 23. Oktober 2022.
- ↑ Astrid Kostelníková: Der evangelische Friedhof zu Leutschau (Levoča). In: locseitemeto.eoldal.hu, abgerufen am 14. August 2010 (deutsche Übersetzung: Christine Angster, Semmelweis Medizinische Universität, Budapest).
- ↑ Wallfahrt zum Marienberg in Levoca (Juli). In: slovakia.travel. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 10. Februar 2025; abgerufen am 4. Februar 2018.
- ↑ ISaT SAD Prešov, a.s.: SAD Prešov, a.s. – Váš dopravca – Úvod. In: sad-po.sk. Abgerufen am 4. Februar 2018 (slowakisch).





