Leiffarth liegt rund acht Kilometer nordöstlich von Geilenkirchen, beiderseits des Beeckfließ, zwischen den Ortschaften Beeck und Honsdorf und unmittelbar angrenzend an Würm. Der höchste Punkt liegt auf 81,6 Meter und wird durch eine ehemalige Motte (Bodendenkmal)[2][3] gebildet, nah dem Flurstück „Burgberg“.[4]
Leiffarth ist vollständig von Geilenkirchener Stadtgebiet umgeben. Es grenzt unmittelbar an Würm und Honsdorf. Weitere Nachbarortschaften sind Flahstraß, Lindern und Beeck.
Leiffarth blickt auf eine vielhundertjährige Geschichte zurück. Im Jahre 1390 zerstörten burgundische Truppen die Burg Borberg in Leiffarth.[5]
Im Zweiten Weltkrieg war Leiffarth schwer umkämpft. Eine Zeichnung des zerstörten Leiffarths zeigt das Titelbild der im Januar 1946 erschienenen Erstausgabe des Buches „The Battle of Germany“ von Theodore Draper. Im Dezember 1944 erfolgte die Einnahme im Rahmen der Operation Clipper.[6]
Der weitaus größte Anteil der Leiffarther gehört der römisch-katholischen Kirche und damit der PfarreiSt. Gereon in Würm an. Die katholische Kirche prägt auch das gesellschaftliche Leben in Leiffarth und dem benachbarten Würm maßgeblich (z.B. katholischer Kindergarten, katholische Grundschule, Schützenbruderschaften, katholische Frauengemeinschaft).
Protestantische Einwohner Leiffarths gehören zur evangelischen Kirchengemeinde Randerath.
Die Mutterkirche von Würm wird in einer Urkunde des Bischofs Werner von Münster aus dem Jahre 1137 benannt. Die erste Erwähnung der Kirche zu „Würm“ findet sich 1308 im liber valoris, dem Werte-Buch der Kirchen der DiözeseKöln. Im 15. Jahrhundert wurde eine dreischiffige Backsteinkirche gebaut. Durch Kriegseinwirkungen wurde diese am 18. November 1944 gesprengt und größtenteils zerstört. Am 19. August 1951 wurde der Grundstein für einen Kirchenneubau gelegt, der am 1. Mai 1953 eingeweiht wurde.
Die Kirche St. Gereon der gleichnamigen Pfarrei gehörte zur Gemeinschaft der Gemeinden St. Bonifatius, Geilenkirchen in der Region Heinsberg des Bistums Aachen in der alle 11 Pfarreien des Stadtgebietes zusammengefasst waren. Seit Januar 2025 bilden diese 11 Pfarreien den Pastoralen Raum Geilenkirchen, einer von insgesamt 44 Räumen im Bistum Aachen.[7]
Leiffarth, aus Beeck kommendLeiffarth am Beeckfließ mit Leiffarther Hof im Hintergrund
Leiffarth verfügt über die wesentlichen Angebote des täglichen Bedarfs (z.B. Schuhmacher, Bank) und einige mittelständische Betriebe des Handwerks. In geringem Umfang wird auch noch Landwirtschaft betrieben. Durch den unmittelbaren Übergang der Bebauung nach Würm kommen indirekt weitere Einrichtungen (z.B. Tagespflegestätte, Zimmermann, Installationsbetriebe Gas/Wasser/Elektrik, Frisör, Autowerkstatt und weitere) hinzu.
In Leiffarth ist die Löscheinheit Würm der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Geilenkirchen stationiert. Das Feuerwehrhaus wurde im Jahr 2002 erbaut und liegt an der Linderner Straße. Im Gebäude befinden sich, neben den Fahrzeugen und Gerätschaften, der Schulungsraum, ein Büro, Sozial-, Wasch- und Umkleideräume sowie eine Küche.
Leiffarth ist wochentags mit der Buslinie 494 der WestVerkehr an das ÖPNV-Netz des Aachener Verkehrsverbundes angeschlossen. Abends und am Wochenende kann der Multi-Bus angefordert werden.[8]
Ehemalige Gaststätte in Leiffarth (Foto um 1950), 2023 abgerissen
Auf Grund der ineinandergehenden Bebauung von Würm und Leiffarth und den gemeinschaftlichen Bindungen durch Pfarrgemeinde, Schulbezirk und Sportverein in Würm, ist auch Leiffarth in den Würmer Vereinen aktiv (z.B. Sport-, Musik-, Schützen- und Karnevalverein). Zentraler Angelpunkt des Ortslebens und Vereinsgaststätte war bis etwa 2005 die Gaststätte in der Ortsmitte.
Alt-Geilenkirchen und seine Nachbarn. Historischer Bildband von und um Geilenkirchen. Verlag Fred Gatzen, Geilenkirchen 1986, ISBN 3-923219-06-7.
Ken Ford, Der Kampf um Geilenkirchen und Umgebung (aus dem Englischen übersetzt von Helmut Heitzer (deutsch))
Walter Scheufen und Friedrich Cappel:Geilenkirchen und seine Dorfgemeinschaften. Hrsg.: Buchhandlung Peter Lyne von de Berg. Stadt-Bild-Verlag, Leipzig 2007, ISBN 978-3-937126-51-7.
↑Reinhard Friedrich, Bernd Päffgen: Mittelalterliche Burganlagen in Kölner Bucht und Nordeifel bis zum Ende des 13.Jahrhunderts. Bonn 2007
↑Johannes Gottwald:Würmer Land in Händen der Westfalen.In:aachener-zeitung.de.Aachener Zeitung,8.Januar 2014,archiviertvomOriginalam11.Januar 2014;abgerufen am 6.Februar 2021(Die Geschichte von Würm und Leiffarth).