Lasalit
| Lasalit | |
|---|---|
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Nummer |
2007-005[1] |
| IMA-Symbol |
Las[2] |
| Chemische Formel | |
| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Oxide (Hydroxide, V[5,6]-Vanadate, Arsenite, Antimonite, Bismutite, Sulfite, Selenite, Tellurite, Iodate) |
| System-Nummer nach Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) Dana |
IV/G.01-005 4.HC.05 47.02.07.01 |
| Ähnliche Minerale | Pascoit, Magnesiopascoit, Huemulit, Hummerit, Rakovanit |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | monoklin |
| Kristallklasse; Symbol | monoklin-prismatisch; 2/m |
| Raumgruppe | C2/c (Nr. 15) |
| Gitterparameter | a = 23,9019 Å; b = 10,9993 Å; c = 17,0504 Å β = 118,284°[3] |
| Formeleinheiten | Z = 4[3] |
| Häufige Kristallflächen | {100}, {010}, {001}, {111}, {111} |
| Zwillingsbildung | keine[3] |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | 1[3] |
| Dichte (g/cm3) | 2,38 (gemessen); 2,362 (berechnet)[3] |
| Spaltbarkeit | keine[3] |
| Bruch; Tenazität | nicht gegeben; sehr spröde[3] |
| Farbe | gelb bis gelborange[3] |
| Strichfarbe | gelb[3] |
| Transparenz | durchsichtig[3] |
| Glanz | Diamantglanz[3] |
| Kristalloptik | |
| Brechungsindizes | nα = 1,743[3] nβ = 1,773[3] nγ = 1,780[3] |
| Doppelbrechung | δ = 0,037[3] |
| Optischer Charakter | zweiachsig negativ[3] |
| Achsenwinkel | 2V = 32° (bei 550 nm), 2V = 43° (589 nm), 2V = 43° (650 nm) (gemessen bei drei verschiedenen Wellenlängen)[3] |
| Pleochroismus | deutlich von X = hell grünlichgelb über Y = hellgelb nach Z = hellbraun[3] |
| Weitere Eigenschaften | |
| Chemisches Verhalten | leicht löslich in Wasser[3] |
| Besondere Merkmale | Kristalle dehydrieren zu einem gelben Pulver; ferner sehr schnelle Dehydratation unter dem Elektronenstrahl[3] |
| Kristallstruktur von Lasalit |
|
| Farblegende: _ V _ Mg _ Na _ O _ H |
In der Kristallstruktur des Lasalits ist die wichtigste Struktureinheit das Decavanadat-Polyanion [V10O28]6−. Ferner existiert eine vollständig hydratisierte, Zwischenräume bildende Gruppe {Na2Mg2(H2O)20}6+, die aus Mg(OH2)6-Oktaedern und siebenfach koordinierten Na-Atomen in einem [Na2O6(OH2)6]-Dimer besteht. Dieser Na-komplexierte Dimer der interstitiellen Einheit ist mit der oben genannten Struktureinheit über Wasserstoffbrückenbindungen und mit der Decavanadat-Gruppe durch gemeinsame Sauerstoff-Atome verbunden. Die Mg(OH2)6-Oktaeder teilen ihre Sauerstoff-Atome mit keinem anderen Polyeder und sind mit der Struktureinheit nur über Wasserstoffbrückenbindungen verknüpft.
Eigenschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Morphologie
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An seiner Typlokalität findet sich Lasalit in massiven krustenartigen Ausblühungen von 1 bis 3 mm Mächtigkeit auf den Sandstein-Wänden der Grubenabbaue sowie in Rissen und Spalten im Sandstein selbst. Dünne Lasalit-Krusten auf dunklem Sandstein erscheinen braun, während dickere Lagen und sogar Krusten gelborange gefärbt sind. Die Oberflächen der Krusten sind durch Anlösung der Kristalle verrundet, können aber durch Flächen größerer Kristalle stärker glänzen. Neben dem Auftreten in Krusten kristallisiert Lasalit in blockig-isometrischen, parallel zur b-Achse [010] gestreckten Kristallen bis zu 2 mm großen Kriställchen. Idiomorphe Kristalle zeigen die Flächenformen {100}, {010}, {001}, {111} und {111}. Zwillinge wurden nicht beobachtet.[3]
Physikalische und chemische Eigenschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kristalle des Lasalits sind gelb bis gelborange, während ihre Strichfarbe mit gelb angegeben wird.[3] Wo Lasalit nur eine dünne Kruste auf dem dunklen Sandstein bildet, ist die Farbe scheinbar ein Braun. In dickeren Lagen verändert sich die Farbe zu Gelb, während noch dickere Krusten gelb-orange gefärbt sind.[3] Die Oberflächen der durchsichtigen Kristalle zeigen einen charakteristischen diamantartigen Glanz.[3] Lasalit besitzt entsprechend diesem Diamantglanz eine hohe Lichtbrechung (nα = 1,743; nβ = 1,773; nγ = 1,780) und eine mittelhohe Doppelbrechung (δ = 0,037).[3] Der optisch zweiachsig negative Lasalit zeigt bei unterschiedlichen Wellenlängen auch unterschiedlich große optische Achsenwinkel 2V (550 nm: 32°, 589 nm: 43°, 650 nm: 53°), was darauf deutet, dass das Mineral eine starke Dispersion mit r > v aufweist. Im durchfallenden Licht zeigt Lasalit grünliche, gelbliche und bräunliche Farbtöne mit einem deutlichen Pleochroismus von X = hell grünlichgelb über Y = hellgelb nach Z = hellbraun.[3]
Lasalit besitzt keine Spaltbarkeit und auch keinen Bruch. Die Kristalle sind allerdings äußerst spröde und zerbrechen beim geringsten Druck.[3] Das Mineral weist eine Mohshärte von 1[3] auf und gehört damit zu den weichen Mineralen, die ähnlich gut wie das Referenzminerale Talk (Härte 1) mit dem Fingernagel schabbar sind. Die gemessene Dichte für Lasalit ist 2,38 g/cm³, die berechnete Dichte beträgt 2,362 g/cm³.[3]
Unter dem Elektronenstrahl zeigt das Mineral eine sehr schnelle Dehydratation. Werden die Lasalit-Kristalle über längere Zeit trockenen Bedingungem mit nur geringer Luftfeuchtigkeit ausgesetzt, dehydrieren sie zu einem gelben Pulver. Lasalit ist leicht in Wasser, H2O, löslich.[3]
Bildung und Fundorte
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Als sehr seltene Mineralbildung wurde der Lasalit bisher (Stand 2019) lediglich von fünf Fundpunkten beschrieben.[6][7] Die Typlokalität für Lasalit ist die 16 km östlich von La Sal liegende „Vanadium Queen Mine“ im San Juan County, Utah, USA.[3] Es handelt sich um eine sedimentäre Uran-Vanadium-Lagerstätte, die in spätjurassischen Tonsteinen, Sandsteinen des Salt Wash Member der Morrison Formation sowie Konglomeraten sitzt. Die Erzkörper sind linsenförmig, podiform, flözartig („Mantos“) sowie tafelig.[5] Die Claims der „Vanadium Queen Mine“ wurden bereits 1931 abgesteckt, jedoch vollzog sich der Großteil des Bergbaus erst nach 1954, nachdem mit Hilfe von Explorationsbohrungen des U.S. Geological Survey der Hauptteil der Erzkörper entdeckt wurde.[3] Zu den Abbauen gehören unterirdische Grubenbaue mit einer Gesamtlänge von 4573 m.[5]
Lasalit wurde an seiner Typlokalität durch Oxidation der primären Vanadiumoxid-Bronze-Phase Corvusit durch vadose Wässer und Reaktion mit Dolomit und Calcit aus dem Carbonat-Zement der Sandsteins gebildet. Anschließende Evaporation erzeugte Ausblühungen, die neben Lasalit auch Rossit, Dickthomssenit und Hewettit enthielten. Typische Begleitminerale des durch seine Färbung gut unterscheidbaren Lasalits sind blassgelber bis cremefarbener Rossit (bzw. Metarossit), Dickthomssenit[3] und Corvusit. Von Pascoit und anderen Mineralien der Pascoit-Gruppe ist Lasalit nur durch XRD oder chemische Analysenmethoden zu unterscheiden.[8][5]
Die Haupterzminerale der Vanadium Queen Mine sind Montroseit, Corvusit, vanadiumhaltige Hydroglimmer und Uraninit, die ein Erz mit durchschnittlich 2,79 % V2O5 und 0,35 % U3O8 bilden. Das oxidierte Erz besteht hauptsächlich aus vanadiumhaltigen Hydroglimmern und Tyuyamunit.[3]
Neben der Typlokalität existieren noch einige weitere Fundstellen für Lasalit, die sich alle in genetisch ähnlichen Lagerstätten im Bereich des Colorado-Plateaus in den US-amerikanischen Bundesstaaten Colorado und Utah befinden.[5]
- die „Packrat Mine“ bei Gateway im Gateway District, Mesa County, Colorado, USA[9]
- die „Little Eva Mine“ bei Yellow Cat Mesa, Thompsons District (S. E. Thomsons), Grand County, Utah, USA[3][10]
- die „Blue Cap Mine“ im Lion Canyon, La Sal District (Paradox Valley District), San Juan Co., Utah, USA[3][11]
- die Uran-Vanadium-Lagerstätte „Firefly-Pigmay“, die sich 16 km östlich von La Sal im San Juan County in Utah, USA, befindet[3]
Fundstellen für Lasalit aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind damit unbekannt.[5]
Verwendung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lasalit ist aufgrund seiner Seltenheit nur für den Sammler von Mineralen von Interesse.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- John M. Hughes, William S. Wise, Mickey E. Gunter, John P. Morton, John Rakovan: Lasalite, Na2Mg2[V10O28]·20H2O, a new decavanadate mineral species from the Vanadium Queen mine, La Sal District, Utah: Description, atomic arrangement, and relationship to the pascoite group of minerals. In: The Canadian Mineralogist. Band 46, Nr. 5, 2008, S. 1365–1372, doi:10.3749/canmin.46.5.1365 (englisch, online verfügbar bei rruff.info [PDF; 1,8 MB; abgerufen am 24. Februar 2019]).
- Lasalite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org [PDF; 45 kB; abgerufen am 24. Februar 2019]).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Mineralienatlas: Lasalit (Wiki)
- Lasalite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy (englisch).
- David Barthelmy: Lasalite Mineral Data. In: webmineral.com. (englisch).
- Lasalite search results. In: rruff.info. Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF) (englisch).
- American-Mineralogist-Crystal-Structure-Database – Lasalite. In: rruff.geo.arizona.edu. (englisch).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (englisch).
- ↑ Laurence N. Warr: IMA–CNMNC approved mineral symbols. In: Mineralogical Magazine. Band 85, 2021, S. 291–320, doi:10.1180/mgm.2021.43 (englisch, cambridge.org [PDF; 320 kB; abgerufen am 5. Januar 2023]).
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 John M. Hughes, William S. Wise, Mickey E. Gunter, John P. Morton, John Rakovan: Lasalite, Na2Mg2[V10O28]·20H2O, a new decavanadate mineral species from the Vanadium Queen mine, La Sal District, Utah: Description, atomic arrangement, and relationship to the pascoite group of minerals. In: The Canadian Mineralogist. Band 46, Nr. 5, 2008, S. 1365–1372, doi:10.3749/canmin.46.5.1365 (englisch, online verfügbar bei rruff.info [PDF; 1,8 MB; abgerufen am 24. Februar 2019]).
- 1 2 Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
- 1 2 3 4 5 6 7 Lasalite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 24. Februar 2019 (englisch).
- ↑ Localities for Lasalite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 24. Februar 2019 (englisch).
- ↑ Fundortliste für Lasalit beim Mineralienatlas und bei Mindat (abgerufen am 24. Februar 2019)
- ↑ John M. Hughes, Forrest E. Cureton, Joseph Marty, Robert A. Gault, Mickey E. Gunter, Charles F. Campana, John Rakovan, André Sommer, Matthew E. Brueseke: Dickthomssenite, Mg(V2O6)·7H2O,a new mineral species from the Firefly-Pigmay mine, Utah: descriptive mineralogy and arrangement of atoms. In: The Canadian Mineralogist. Band 39, Nr. 6, 2001, S. 1691–1700, doi:10.2113/gscanmin.39.6.1691 (englisch, online verfügbar bei rruff.info [PDF; 3,9 MB; abgerufen am 20. Februar 2019]).
- ↑ Anthony Kampff, Barbara P. Nash, Joe Marty, John M. Hughes: Mesaite, CaMn2+5(V2O7)3·12H2O, a new vanadate mineral from the Packrat mine, near Gateway, Mesa County, Colorado, USA. In: Mineralogical Magazine. Band 81, Nr. 2, 2017, S. 319–327, doi:10.1180/minmag.2016.080.095 (englisch).
- ↑ Anatoly V. Kasatkin, Jakub Plášil, Joseph Marty, Atali Al Agakhanov, Dimitrii Ilyich Belakovskiy, Inna S. Lykova: Nestolaite, CaSeO3·H2O, a new mineral from the Little Eva mine, Grand County, Utah, USA. In: Mineralogical Magazine. Band 78, Nr. 3, 2014, S. 497–505, doi:10.1180/minmag.2014.078.3.02 (englisch).
- ↑ Anthony Kampff, John M. Hughes, Joe Marty, Barbara P. Nash: Postite, Mg(H2O)6Al2(OH)2(H2O)8(V10O28)∙13H2O, a new mineral species from the La Sal mining district, Utah: crystal structure and descriptive mineralogy. In: The Canadian Mineralogist. Band 50, Nr. 1, 2001, S. 45–53, doi:10.3749/canmin.50.1.45 (englisch, online verfügbar bei rruff.info [PDF; 733 kB; abgerufen am 20. Februar 2019]).

