Laphamit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung As4(Se,S)6[3] bzw. As2(Se,S)3[1] Die in den runden Klammern angegebenen Elemente Selen und Schwefel können sich dabei in der Formel jeweils gegenseitig vertreten (Substitution, Diadochie), stehen jedoch immer im selben Mengenverhältnis zu den anderen Bestandteilen des Minerals.
Laphamit ist durchscheinend bis nahezu opak und entwickelt tafelige bis prismatische Kristalle bis etwa fünf Millimeter Länge von dunkelroter Farbe mit starken, feurigroten, inneren Reflexionen. Die Kristalloberflächen weisen einen fettähnlichen Glanz auf. Auf der Strichtafel hinterlässt Laphamit einen rotorangen Strich.
Mit einer Mohshärte von 1 bis 2 gehört Laphamit zu den weichen Mineralen, die sich ähnlich wie die Referenzminerale Talk (Härte 1) und Gips (Härte 2) mit dem Fingernagel abschaben bzw. ritzen lassen.
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[6]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Laphamit in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze (Sulfide, Selenide, Telluride, Arsenide, Antimonide, Bismutide, Sulfarsenide, Sulfantimonide, Sulfbismutide)“ und dort in die Abteilung „Sulfide von Arsen, Alkalien; Sulfide mit Halogeniden, Oxiden, Hydroxiden, H2O“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „mit As, (Sb), S“ zu finden, wo es zusammen mit Auripigment die „Auripigmentgruppe“ mit der Systemnummer 2.FA.30 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Laphamit die System- und Mineralnummer 02.11.06.01. Das entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfidminerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Seleniden und Telluriden – mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit (m+n):p=2:3“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 02.11.06.
Das Mineral ist so selten, dass es bisher (Stand 2015) nur an seiner Typlokalität Burnside (Northumberland County, Pennsylvania) nachgewiesen werden konnte.[7]
Pete J. Dunn, Donald R. Peacor, Alan J. Criddle, Robert B. Finkelman: Laphamite, an Arsenic Selenide Analogue of orpiment, from Burning Anthracite Deposits in Pennsylvania. In: Mineralogical Magazine. Band 50, 1986, S. 279–282 (PDF 1,1 MB)
1234Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.112.
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
1234Laphamite, In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America, 2001 (PDF 61,7 kB)