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Lackenbach

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(Weitergeleitet von Lakompak)
Marktgemeinde
Lackenbach
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Lackenbach
Lackenbach (Österreich)
Lackenbach (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Burgenland Burgenland
Politischer Bezirk: Oberpullendorf
Kfz-Kennzeichen: OP
Fläche: 18,11 km²
Koordinaten: 47° 35′ N, 16° 28′ OKoordinaten: 47° 35′ 22″ N, 16° 27′ 46″ O
Höhe: 313 m ü. A.
Einwohner: 1.125 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 62 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7322
Vorwahl: 02619
Gemeindekennziffer: 1 08 08
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Postgasse 6
7322 Lackenbach
Website: www.gemeinde-lackenbach.at
Politik
Bürgermeister: Christian Weninger (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(19 Mitglieder)
12
6
1
12 6 1 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Lackenbach im Bezirk Oberpullendorf
Lage der Gemeinde Lackenbach im Bezirk Oberpullendorf (anklickbare Karte)DeutschkreutzDraßmarktFrankenau-UnterpullendorfGroßwarasdorfHoritschonKaisersdorfKobersdorfLackenbachLackendorfLockenhausLutzmannsburgMannersdorf an der RabnitzMarkt Sankt MartinNeckenmarktNeutalNikitschOberloisdorfOberpullendorfPilgersdorfPiringsdorfRaidingRitzing (Burgenland)Steinberg-DörflStoobUnterfrauenhaidUnterrabnitz-SchwendgrabenWeingrabenWeppersdorfBurgenland
Lage der Gemeinde Lackenbach im Bezirk Oberpullendorf (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Portal zum Schloss Lackenbach
Portal zum Schloss Lackenbach
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Lackenbach (ungarisch Lakompak, kroatisch Lakimpuh)[1] ist eine Marktgemeinde mit 1125 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Bezirk Oberpullendorf im Burgenland in Österreich.

Die Gemeinde liegt im Mittelburgenland.

Nachbargemeinden

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Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Lackenbach dann in der Provinz Pannonia.

Zwischen 1548 und 1552 entstand in Lackenbach ein Kastell. Nach 1670/71 siedelten sich aus Wien vertriebene Juden hier an.

Seit dem 18. Jahrhundert gehörte Lackenbach zu den Fürstlich Esterházy’schen Siebengemeinden mit weitgehend autonomer innerjüdischer Verwaltung. 1869 lebten hier 770 Juden – 62 % der Einwohner. Im 20. Jahrhundert nahm ihre Zahl ab; 1934 gab es noch 346 Juden in der Gemeinde.

Lackenbach (Mitte oben) um 1880 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Nach dem Anschluss 1938 wurden die Lackenbacher Juden in Lastwagen nach Wien gebracht, 1942 wurde die Synagoge gesprengt. Etwa 190 Bewohner jüdischen Glaubens wurden Opfer des Holocaust.[2] Der jüdische Friedhof ist bis heute erhalten und zählt über 1700 Grabsteine. Hier befindet sich das Grab von Markus Mordechai Schey, dem Großvater mütterlicherseits von Arthur Schnitzler, sowie von Philip Baron Schey von Koromla (* 20. September 1798 in Güns; † 26. Juni 1881 in Baden bei Wien), u. a. Stifter der Synagoge Güns, der am 3. März 1859 als der erste ungarische Jude in den österreichischen Adelsstand (als Edler von Koromla)[3] erhoben worden war.[4]

Der Ort gehörte, wie das gesamte Burgenland, bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Lakompak verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Auf dem Gemeindegebiet entstand 1940 das „Zigeuner-Anhaltelager Lackenbach“ auf einem ehemaligen esterházyschen Gutshof. Die Lagerinsassen, überwiegend Burgenland-Roma, mussten hier Zwangsarbeit leisten und wurden ab 1943 teilweise in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet. Ende März 1945 setzte sich die Lagerleitung beim Heranrücken der sowjetischen Armee ab, so dass es zu keinen opferreichen Todesmärschen kam.

Am 7. November 2012 wurde Lackenbach zur Marktgemeinde erhoben.

Norbert Blecha produzierte 2024 den Dokumentarfilm Lackenbach. Meine Kehillah über die jüdische Gemeinde Lackenbach mit Unterstützung des Landes Burgenland, ORF III und dem ORF Burgenland.[5]

Bevölkerungsentwicklung

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Sieggraben
(Bez. Mattersburg, Bgld.)
Rohrbach
(Bez. Mattersburg, Bgld.)
Sopron
(Ödenburg, Ungarn)
Weppersdorf
(Bez. Oberpullendorf, Bgld.)
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Lackendorf
(Bez. Oberpullendorf, Bgld.)
Markt Sankt Martin
(Bez. Oberpullendorf, Bgld.)
Unterfrauenhaid
(Bez. Oberpullendorf, Bgld.)
Lackenbach: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
  
1.651
1880
  
1.468
1890
  
1.669
1900
  
1.622
1910
  
1.668
1923
  
1.553
1934
  
1.570
1939
  
1.161
1951
  
1.284
1961
  
1.257
1971
  
1.160
1981
  
1.049
1991
  
1.101
2001
  
1.096
2011
  
1.099
2021
  
1.158
2026
  
1.125
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Katholische Pfarrkirche Lackenbach
Gemeindeamt Lackenbach

Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder.

  • 1987–2012 Heinrich Dorner (SPÖ)
  • seit 2012 Christian Weninger (SPÖ)

Persönlichkeiten

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Söhne und Töchter

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Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

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Bilderbogen von Lackenbach

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  • Adonijahu Krauss: Lackenbach: eine kultur-historische Skizze einer jüdischen Gemeinde. S. n., Jerusalem 1950, OBV.
  • Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Lackenbach. In: Amt der Burgenländischen Landesregierung, Landesarchiv und Landesbibliothek (Hrsg.): Burgenländische Heimatblätter. Nr. 54, Eisenstadt 1992, S. 123–133, ZDB-ID 214233-8, OBV, zobodat.at [PDF]
  • Erika Thurner: Kurzgeschichte des nationalsozialistischen Zigeunerlagers in Lackenbach (1940 bis 1945). Rötzer-Druck, Eisenstadt 1984, OBV.
  • Uslu-Pauer Susanne: „Verdrängtes Unrecht“. Eine Auseinandersetzung mit den in Zusammenhang mit NS-Verbrechen an Roma und Sinti stehenden Volksgerichtsverfahren (1945–1955) unter besonderer Berücksichtigung des Lagers Lackenbach im Burgenland (Beschreibung – Analyse – Auswirkungen nach 1945). Diplomarbeit. Universität Wien, Wien 2002, OBV.
Commons: Lackenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Erwin Schranz (Hrsg.): Orts-, Fluss- und Flurnamen im burgenländisch-pannonischen Raum. Burgenländisch-Hianzische Gesellschaft, Oberschützen 2008, S. 84.
  2. ↑ Jüdische Gemeinde - Lackenbach/Burgenland (Österreich). In: www.jüdische-gemeinden.de. Archiviert vom Original am 7. September 2024; abgerufen am 8. Februar 2025.
  3. ↑ Amtlicher Theil. In: Wiener Zeitung, Nr. 145/1859, 24. Juni 1859, S. 1, oben links. (online bei ANNO).
  4. ↑ Local-Nachrichten. (…) Baron Philipp Schey †. In: Badener Bezirks-Blatt, Nr. 27/1881 (I. Jahrgang), 2. Juli 1881, S. 5, Mitte oben. (online bei ANNO).
  5. ↑ Filmpremiere „Meine Kehillah“ über die jüdische Gemeinde Lackenbach. In: burgenland.at. Abgerufen am 5. April 2024.
  6. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2002 in Lackenbach. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 21. Oktober 2002, abgerufen am 2. Oktober 2026.
  7. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2007 in Lackenbach. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 21. Oktober 2007, abgerufen am 2. Oktober 2026.
  8. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2012 in Lackenbach. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 4. November 2012, abgerufen am 2. Oktober 2026.
  9. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2017 in Lackenbach. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 29. Oktober 2017, abgerufen am 2. Oktober 2026.
  10. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2022 in Lackenbach. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 2. Oktober 2022, abgerufen am 2. Oktober 2026.
  11. ↑ Mahnmal für Roma und Sinti in Lackenbach - Land Burgenland. Abgerufen am 17. November 2024.