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Lachem

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Lachem
Koordinaten: 52° 8′ N, 9° 16′ OKoordinaten: 52° 8′ 24″ N, 9° 16′ 14″ O
Einwohner: 302 (31. Dez. 2022)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Eingemeindet nach: Hemeringen
Postleitzahl: 31840
Vorwahl: 05158
Lachem (Niedersachsen)
Lachem (Niedersachsen)
Lage von Lachem in Niedersachsen

Lachem ist ein Ortsteil der Stadt Hessisch Oldendorf im niedersächsischen Landkreis Hameln-Pyrmont. Der Ort gehört zur Ortschaft Hemeringen/Lachem der Stadt Hessisch Oldendorf.

Geografie und Verkehrsanbindung

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Der Ortsteil liegt 5,93 km südöstlich der Kernstadt von Hessisch Oldendorf und 8,87 km westlich der Kreisstadt Hameln. Die Weser fließt nordöstlich am Ort vorbei.

Am südlichen Ortsrand verläuft die Landesstraße L 433. Östlich des Ortes verläuft die Bundesstraße B 83 auf der rechten Seite der Weser.

Die ältesten mittelalterlichen Siedlungen im seit dem 9. Jahrhundert bestehenden fränkischen Tilithigau, Fischbeck, Unsen, (Bad) Münder, Hilligsfeld, Hajen, Hameln[2] und Ohsen,[3] lagen entweder direkt an der Weser, an ihren Nebenflüssen oder – wie Lachem – in der Talaue der Weser unweit des Flusses. Sie müssen bis zu mehrere Jahrhunderte vor ihrer ersten urkundlichen Erwähnung als Siedlungen existiert haben.[4][5] Lachem könnte ebenfalls eine der ältesten Siedlungen im Tilithigau sein. Fischbeck gilt als die älteste urkundlich erwähnte Siedlung im Schaumburger Land.

Wie alt ist Lachem?

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Lachem wurde erstmals 1237 urkundlich erwähnt. Schriftlich ist der Ort aber möglicherweise bereits in jüngeren Verzeichnissen der Schenkungen (Traditionen) an das Kloster Corvey im späten 10. Jahrhundert als „Lahheim“ erwähnt.[6] Das Dorf dürfte jedoch noch weitaus früher gegründet worden sein.[7] Die Ortsnamenforschung stuft die Gründung des Ortes Lachem in die vorkarolingische bis karolingische Epoche, in der Zeitstufe des älteren Althochdeutschen (ca. 5. bis 9. Jahrhundert) ein. Siedlungsnamen, die auf die Endung -heim zurückgehen, gehören zu den klassischen Altsiedelnamen einer stabilen Landnahmephase. Der erste Namensteil leitet sich vermutlich vom Althochdeutschen läche ab, was etwa Lache, Sumpf oder sumpfige Wiese bedeutet. Lahheim würde demnach Heimstätte an einem Sumpf- oder Gewässergebiet (nahe der Weserschleifen) bedeuten.[8] Vor 1259 wurde ein Theodericus de Lachem urkundlich erwähnt. 1260 wurde der Ort „Merschlachem“ genannt und 1323 „Querlachem“. Es ist unbekannt, seit wann Lachem eine eigene Kirche hat. Der Kirchturm in Lachem geht auf die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück. Auch die älteste Kirchenglocke stammt aus dem 13. Jahrhundert. Ein namentlich nicht genannter Pfarrer von Lachem ist 1329 und 1337 urkundlich belegt. Das ältere Kirchenschiff war etwas kleiner und niedriger als das heutige Kirchenschiff; dieses wurde von der Gemeinde im 16. Jahrhundert, noch vor der Reformation gebaut. Erster namentlich bekannter evangelischer Pastor von Lachem war der um 1599 belegte Johannes Münstermann. Seit dem Mittelalter wurde in Lachem das ostfälische Niederdeutsch gesprochen.

Hoch- und Spätmittelalter (1050–1500 n. Chr.)

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Die Grafen von Schaumburg als Landesherren ab 1110

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Die Grafen von Schaumburg erhielten ihre Grafschaft Schaumburg vom altsächsischen Herzog und späteren Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Lothar III. von Supplinburg (* vor dem 9. Juni 1075, † 4. Dezember 1137) als Lehen und vergaben in den Dörfern ihrer Grafschaft selbst Rechte und Meierhöfe als Lehen.[9] Lachem gehörte zur Grafschaft Schaumburg (Vogtei Lachem). Nach dem Aussterben der Grafen von Schaumburg in der männlichen Linie fiel es an die welfischen Herzöge zu Braunschweig-Lüneburg (später Kurhannover).

Frühe Neuzeit (1500–1789 n. Chr.)

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Während des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1625 schlug der kaiserliche Feldherr Graf von Tilly sein Quartier direkt im Lachemer Amtshaus auf. Am 8. Juli 1633 fand die Schlacht bei Hessisch Oldendorf zwischen den protestantischen schwedischen, hessischen und lüneburgischen Truppen unter Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg (Georg von Calenberg, * 17. Februar 1582, † 2. April 1641) und dem katholisch-kaiserlichen Heer unter dem Feldherrn Johann T’Serclaes Graf von Tilly (* Februar 1559, † 30. April 1632) statt.[10] Dies war der verheerendste Einschnitt der Dorfgeschichte von Lachem. Das Umland wurde im zeitlichen Zusammenhang mit der Schlacht nach dem Prinzip „Der Krieg ernährt den Krieg“ von kaiserlichen und schwedischen Söldner-Truppen rücksichtslos nach Nahrung, Vieh und Wertsachen durchsucht, geplündert und oft in Brand gesteckt.

Graf Otto V. von Schaumburg starb 1640. Damit starben die Grafen von Schaumburg in der männlichen Linie aus, und die Grafschaft Schaumburg wurde aufgeteilt. Die Herzöge zu Braunschweig-Lüneburg zogen den südlichen Teil, die kleine Vogtei Lachem, als erledigtes Lehen ein. Mit dem Lauenauer Vertrag vom 1. Oktober 1647 und dem Lachemer Grenzrezeß vom 3. Juni 1648 wurde die Grenze endgültig festgeschrieben. Der Welfenherzog Christian Ludwig erhielt Lachem, Hemeringen, Haverbeck, Wahrendahl und Posteholz und machte Lachem zur landesherrlichen calenbergischen Amtsvogtei. Die alten hölzernen Grenzpfähle an der Grenze zu Hessen-Kassel und zu Lippe-Detmold wurden 1725 durch runde Malzeichen-Grenzsteine ersetzt. Am Goldbecker Dreiländereck markiert noch heute der historische Stein Nr. 1 mit der braunschweig-lüneburgischen Wolfsangel die Grenze des damaligen Amtes Lachem.

Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) war die gesamte Region wirtschaftlich ruiniert. Durch Söldnergewalt, Kontributionszahlungen, Hungersnöte und die Pestepidemie verlor das Weserbergland zwischen 30 und 40 Prozent der Bevölkerung. Und die landwirtschaftlichen Strukturen erholten sich erst nach Jahrzehnten.

Die Gemeinde Lachem bat nach diesem Krieg das Konsistorium Hannover darum, Halvestorf und Haverbeck wieder nach Lachem einzupfarren, um die Einkünfte des Pastors aufzubessern. In der Kapelle Haverbeck hielt der Pastor pro Jahr vier Gottesdienste. Die erste Beschreibung der Lachemer Kirche wurde im Corpus bonorum (lat. für Gesamtheit der Güter, historisches Güterverzeichnis) von 1734 überliefert.

Bereits im 13. Jahrhundert wurde die Königlich Lachemsche Forst gegründet. Im 16. und 17. Jahrhundert gab es wegen der Lachemer Forst große Streitigkeiten mit den Nachbardörfern Schönhagen, Dehmke, Posteholz, Schwöbber, Grupenhagen und der Stadt Hameln, mit teils blutigen Übergriffen. So gab es 1640 den Sternberger Überfall und 1649 den Boldenkovener Schweinekrieg. Die Bauern aus den Bergdörfern weigerten sich, die Forstpflege zu übernehmen. 1765/1766 wurde die Lachemsche Forst (alter Name) vermessen. Dies ergab eine Größe von 2.257,5 Hektar (9.030 Morgen). Die Landesherren stellten früh fest, dass die Waldflächen immer kleiner wurden. Die Lachemsche Forst verlor über einen Zeitraum von 90 Jahren 382,5 Hektar Wald und war in einem schlechten Zustand. Ursachen waren

  • illegale Rodungen,
  • Aneignungen durch benachbarte Herrschaften, z. B. das Niederadelsgeschlecht von Post in Posteholz (die auch gleichzeitig Lachemer Vögte waren) bzw. die Stadt Hameln
  • Vieheintrieb (Rinder, Schweine, Pferde, Schafe, Ziegen, Gänse).[11]

Heute werden in den Mischwäldern der Lachemer Forst pro Jahr rund 6.000 Festmeter Holz im Sinne des Nachhaltigkeitsprinzips eingeschlagen, und es wird aktiv Brennholz an Privatabnehmer aus der Region vertrieben.

Hexenverfolgungen gab es in der Grafschaft Schaumburg vor allem in der Zeitstellung zwischen 1558 und 1660. Denunziationen gingen meistens von Dorfbewohnern aus, die ihren Nachbarn Missernten, Viehsterben oder plötzliche Krankheiten als „Schadenszauber“ anlasteten.

Im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) war Lachem nach der Schlacht bei Hastenbeck (1757) Teil des von den Franzosen besetzten Gebietes im Fürstentum Calenberg und musste enorme Zwangsabgaben von Korn, Vieh und Geld an die französischen Truppen leisten. Die Bauernschaft wurde an den Rand des Ruins getrieben.

Neuere und neueste Geschichte (1789-heute)

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In der Zeit der französischen Fremdherrschaft wurde die Amtsvogtei Lachem aufgelöst und dem Kanton Aerzen (Distrikt Rinteln im Leinedepartment) des napoleonischen Königreichs Westphalen einverleibt. Die Bevölkerung wurde durch hohe Steuern und die Zwangsrekrutierung junger Männer für die napoleonischen Heere belastet.

Nach dem Sturz Napoléon Bonapartes (* 15. August 1769, † 5. Mai 1821) wurde die Amtsvogtei Lachem 1823 kurzfristig wiederhergestellt, aber noch im gleichen Jahr aufgrund ihrer geringen Größe (sie umfasste im Kern nur zwei Kirchspiele) im Zuge einer Verwaltungsreform mit dem Amt Aerzen und der Stadtvogtei Hameln zum neuen Amt Hameln vereinigt. Der Amtssitz wurde dauerhaft nach Hameln verlegt. Das Leben der bäuerlichen Bevölkerung von Lachem war in dieser Zeitstellung hart. Sie waren arm und mussten die Äcker hart bearbeiten und nebenbei unbezahlte Hand- und Spanndienste oder Wachdienste für den calenbergischen Landesherrn leisten.[12]

In den Jahren 1842/1843 fand die Ablösung des Zehnten statt; die Bauern erhielten mehr Rechte. 1846 wurde durch eine erneute Vermessung eine Größe der Lachemschen Forst von 1.875 Hektar festgestellt. Dies diente bei der Generalteilung als Grundlage für die Gründung der Forstgenossenschaft Lachem, die in den Jahren 1855/1856 stattfand. Die Forstgenossenschaft Lachem wurde als einzige auf der Größe einer Vogtei gegründet, dadurch ist sie eine der größten in Niedersachsen. Von der gesamten Forstfläche wurden noch einmal 522 Hektar für die Abfindung der Huderechte an die Bauern und Schäfer verteilt. Als Restgröße des Forstes verblieben 1.351,22 Hektar. Zur Forstgenossenschaft gehörten 379 Interessenten aus sieben Bauerschaften: Hemeringen mit Wahrendahl, Lachem, Haverbeck, Halvestorf mit Bannensiek, Weidehohl und Hope, Herkendorf, Dehmkerbrock mit Posteholz, Rodenbeck, Pessinghausen und Wördeholz und Egge mit Flakenholz, Schevelstein, Boldenkoven und Schalkshof.[13]

Zur Sozialstruktur des Dorfes Lachem schrieb der Gemeindepastor 1958: „Die Gemeinde besteht aus 2/5 Bauern und der Rest Arbeiter und Handwerker. Ungefähr 3/7 der Bevölkerung sind Flüchtlinge. Man sucht miteinander auszukommen.“[14]

Zum 1. Januar 1974 schlossen sich die Kirchengemeinden Hemeringen und Lachem und die Kapellengemeinde Haverbeck zusammen und gründeten die neue Kirchengemeinde Hemeringen-Lachem. Die Turmhalle der Lachemer Kirche diente in vergangener Zeit als Gruft der Familie von Mengersen zu Helpensen; die letzte Beisetzung fand dort 1851 statt. Der ursprüngliche kirchliche Friedhof von Lachem lag rund um die Kirche; ein neuer kirchlicher Friedhof wurde 1854 ca. 300 Meter nordwestlich der Kirche angelegt. 1967 wurde dort eine Friedhofskapelle gebaut. Das alte Pfarrhaus in Lachem wurde um 1800 gebaut; das neue Pfarrhaus entstand im Jahr 1976.

In Lachem befindet sich ein eingruppiger Kindergarten. In der näheren Umgebung gibt es weitere Kindergärten in Fuhlen, Hemeringen, Heßlingen und Rumbeck. Lachemer Schüler gehen in die Schule in Hemeringen.

Lachem hat nach einer erfolgreichen Dorferneuerung wiederholt Auszeichnungen im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ erreicht. Sehenswert ist der historische Dorfkern.

Vereine, Interessengemeinschaften und Organisationen

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  • DRK-Ortsverein Lachem
  • Freiwillige Feuerwehr Lachem; sie verfügt über ein Fahrzeug TSF-L 18-40-25. Es gibt eine neue Jugendfeuerwehr Hemeringen/Lachem. Eine größere Feuerwehr-Fahrzeughalle wurde komplett in Eigenleistung mit finanzieller Unterstützung der Stadt Hessisch Oldendorf gebaut und bis September 2026 fertiggestellt.
  • Forstgenossenschaft Lachem (FGL) von 1856 mit 340 Mitgliedern (Vorläufer: „Königlich Lachemsche Forst“ aus dem 13. Jahrhundert)
  • Jagdgenossenschaft Lachem
  • Modellflugclub Hameln-Lachem e. V. (MFC)
  • SV Lachem-Haverbeck von 1959 e. V.; die Fußballer des Vereins spielen in der 2. Kreisklasse Hameln-Pyrmont.

Im Ort gibt es einen Sportplatz, einen öffentlichen Spielplatz und einen Kindergartenspielplatz.

Persönlichkeiten

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  • Gerd von Lachem (lebte im 12. Jahrhundert), aus Lachem stammender Stammvater des weit verzweigten bedeutenden Adelsgeschlechts von Bothmer.
  • Joachim von Brunck (lebte im frühen 18. Jahrhundert), Amtsvogt zu Lachem, Oberförster und Bevollmächtigter in Erbstreitigkeiten regionaler Adelsfamilien.
  • Johann August Stock († 1812 in Lachem), kurfürstlich-hannoverscher Beamter, Amtsschreiber, Oberförster und Amtmann in Lachem.

Einwohnerentwicklung

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Einwohnerentwicklung von Lachem[15]
Jahr 1810 1925 1933 1939 2022
Einwohnerzahl ca. 380 341 341 360 302

In den Kirchenbüchern sind folgende Einträge erhalten geblieben:

  • Taufen ab 1669
  • Konfirmationen ab 1726 (Lücken: 1729–1762, 1764, 1765, 1768, 1769, 1771–1774, 1776–1780, 1861–1875)
  • Kommunikanten ab 1853 (Lücken: 1876–1907)
  • Trauungen ab 1669 (Lücken: 1741, 1743)
  • Begräbnisse ab 1670
  • Digitalisierte Kirchenbücher bei www.archion.de.

Natur- und Baudenkmale

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In der Liste der Naturdenkmale in Hessisch Oldendorf ist für Lachem ein Naturdenkmal aufgeführt.

In der Liste der Baudenkmale in Hessisch Oldendorf sind für Lachem 26 Baudenkmale aufgeführt, darunter die evangelische Kirche St. Paulus.

Politische Zugehörigkeiten

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In den ersten Jahrhunderten n. Chr. gehörte die Region um Lachem zum Stammesgebiet der Cherusker und später der Angrivarier sowie flexiblen Siedlungsgemeinschaften und Sippen in der Germania Magna. Ab dem 5. bis 6. Jahrhundert bis ca. 780 n. Chr. war das Gebiet um Lachem im Tilithigau sächsisches Stammesgebiet mit einer losen Verwaltung durch altsächsische Adelsfamilien und Thing-Versammlungen. Ortsnamenforscher datieren die Gründung von Lachem in die Zeitstellung vom 5. bis 9. Jahrhundert im Frühmittelalter. Von ca. 780 bis 843 stand die Region um Lachem vor, während und nach den Sachsenkriegen zumeist unter fränkischer Herrschaft. Lachem gehörte bis 1180 zum Tilithigau im mittleren Teilstammgebiet Engern im Stammesherzogtum Sachsen. Von 843 bis 962 gehörte Lachem zum Ostfrankenreich. Von 962 bis 1806 gehörte der Ort über eine Zeitspanne von 844 Jahren zum Heiligen Römischen Reich. Ab 1137 im Hochmittelalter gehörte Lachem zur Grafschaft der altsächsisch-engernschen Grafen von Schaumburg und Holstein. Lachem gehörte seit dem 13. Jahrhundert im Spätmittelalter zur kleinen Vogtei Lachem in der Grafschaft Schaumburg. Nach einem historischen Gerücht soll u. a. der letzte Graf, Otto V. zu Holstein-Schaumburg, 1640 bei einem Bankett der evangelischen Kriegsparteien im Dreißigjährigen Krieg in Hildesheim vergiftet worden sein. Am 15. November 1640 starben mit ihm die Grafen von Schaumburg in der männlichen Linie aus. Der südöstliche Teil der Grafschaft, in dem Lachem liegt, wurde dem protestantischen welfischen Fürstentum Calenberg-Göttingen zugeschlagen. Das Dorf war Sitz der kleinen Amtsvogtei Lachem. Von 1692 bis 1810 gehörte Lachem zum Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg bzw. Kurfürstentum Hannover (Kurhannover). Von 1810 bis 1813/1814 gehörte Lachem zum Kanton Aerzen im Distrikt Rinteln des Leinedepartments im napoleonischen Satellitenstaat Königreich Westphalen. Von 1815 bis 1866 gehörte der Ort erneut zur Amtsvogtei Lachem im Königreich Hannover. Nach der Annexion des Königreichs Hannover durch Preußen gehörte der Ort ab 1866 zum Königreich Preußen. Von 1823 bis 1885 gehörte der Ort zur Landdrostei Hannover und von 1885 bis 1922 zum Kreis Hameln im Regierungsbezirk Hannover. 1823 gehörte Lachem kurz zum Amt Aerzen, 1823 bis 1852 zum Amt Hameln (das aus der Stadtvogtei Hameln, dem Amt Aerzen und dem Amt Lachem hervorging), 1852 bis 1859 erneut zum Amt Aerzen, 1859 bis 1885 erneut zum Amt Hameln, seit Einführung der Kreisverfassung 1885 bis 1922 zum Kreis Hameln und 1922 bis 1945 zum Landkreis Hameln-Pyrmont. Von 1866 bis 1945 gehörte der Ort Lachem zunächst zur preußischen Provinz Hannover und zum Kreis Rinteln und ab 1905 zum Kreis Grafschaft Schaumburg der preußischen Provinz Hessen-Nassau. 1945 gehörte Lachem zur Britischen Besatzungszone, ab 1946 zum Land Hannover und in demselben Jahr zum Regierungsbezirk Hannover im Land Niedersachsen. Am 1. Januar 1973 wurde die Gemeinde Lachem im Rahmen der Gebietsreform in Niedersachsen vom Landkreis Hameln-Pyrmont in den Landkreis Grafschaft Schaumburg umgegliedert und Teil der Ortschaft Lachem-Hemeringen. Die bisher selbständigen Gemeinden Friedrichsburg, Friedrichshagen, Fuhlen, Heßlingen, Lachem und Rumbeck wurden eingegliedert. Am 29. Januar 1973 wurde Lachem der Stadt Hessisch Oldendorf zugeordnet. 1977 wurde die Region um Hessisch Oldendorf und Lachem wiederum in den Landkreis Hameln-Pyrmont umgegliedert. Am 31. Dezember 2004 wurden die Regierungsbezirke aufgelöst.

Die Bürgermeister

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Hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Hessisch Oldendorf ist seit dem Jahr 2021 Tarik Oenelcin (parteilos). Er wurde bei der Bürgermeisterwahl für die gesamt Stadt Hessisch Oldendorf, zu der Lachem gehört, am 13. September 2026 mit einer überwältigenden Mehrheit von über 90 Prozent im Amt bestätigt.

Ortsbürgermeister der Ortschaft Hemeringen/Lachem ist Klaus Brzesowsky (SPD). Nach der Kommunalwahl vom 13. September 2026 sind die Ortsbürgermeister bisher noch nicht gewählt. Dies geschieht erst noch durch die neu gewählten Ortsratsmitglieder.

Der Ortsrat Hemeringen/Lachem

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Hemeringen bildet mit dem Nachbarort Lachem einen gemeinsamen Ortsrat. Der Ortsrat hat 11 Mitglieder.

Sitzverteilung im Ortsrat Hemeringen/Lachem nach den Kommunalwahlen von 2021 und 2026:

Sitzverteilung im Ortsrat Hemeringen/Lachem
Politische Partei Ortsratswahl 2021 Ortsratswahl 2026
SPD 5 Sitze 3 Sitze
CDU 5 Sitze 7 Sitze
Bündnis 90/Die Grünen 1 Sitz 1 Sitz
  • Joachim Bühring: Die Kunstdenkmäler des Landkreises Hameln-Pyrmont. Hannover 1975, S. 343–350.
  • Heimatgruppe Lachem (Hrsg.): Chronik des Dorfes und der Vogtei Lachem. Lachem 1979.
  • Henry von der Heyde, Sen. & Jun.: Altdorf Lachem. In Text und Bild. Bad Pyrmont 1995.
  • Ludwig August Theodor Hölscher: Beschreibung des vormaligen Bisthums Minden nach seinen Grenzen, Archidiaconaten, Gauen und alten Gerichten. Druck und Verlag von Friedrich Regensberg, Münster 1877, S. 98.
  • Karl Kayser: Die hannoverschen Pfarren und Pfarrer seit der Reformation. Nr. 1: Inspektion Groß-Berkel. Hannover 1908, S. 114–120.
  • Hans Kittel: Aus der Geschichte des Kirchspiels Lachem. In: LkAH. S. 09 rep Nr. 1375.
  • Dagmar Köhler, Bernhard Gelderblom: Dorfkirchen in Hameln-Pyrmont. In: Schriftenreihe des Vereins für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Hameln. Band 2, Hameln 2023, ISBN 978-3-95954-123-7, S. 77–80 (Lachem).
  • LACHEM Stadt Hessisch Oldendorf. Ev. Kirche. In: Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bremen Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1992, ISBN 3-422-03022-0, S. 816.
  • Lachem auf der Website der Stadt Hessisch Oldendorf
  • Es gibt einen Landwirtschafts-Simulator 25, der eine Mod.-Karte „Lachem“ enthält, die eine fiktive Nachbildung der Region im Weserbergland ist, vier Höfe, eine Biogasanlage, zahlreiche Felder und neue Fruchtsorten für PC und Konsole bietet.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Nahverkehrsplan 2023–2027 / ANLAGE 1 – Einwohnerzahlen Ortsteile 2022. (PDF; 406 kB) Landkreis Hameln-Pyrmont, S. 3, abgerufen am 8. November 2024.
  2. ↑ Mit der Missionstätigkeit des Mönchs Erkanbert in Hameln Ende des 8. Jahrhunderts und dem Gut des altsächsischen Grafen Bernhard von Engern und Ohsen († 826) in Hameln (gegründet 802 oder 812), das zu dessen Eigenbesitz (Allod) gehörte und auf dem er eine Eigenkirche errichtete, gehört Hameln zu den ältesten beurkundeten Siedlungen im gesamten Weserraum, wird aber in der gleichen Zeitstellung wie Fischbeck als Siedlungsplatz entstanden sein, wenn man den alten fränkischen Königshof und die erste kleine Missionskirche in Fischbeck berücksichtigt. Quelle: Klaus Nass: Untersuchungen zur Geschichte des Bonifatiusstifts Hameln. (= Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte und Studien zur Germania Sacra. Band 83). 1986, ISBN 3-525-35399-5.
  3. ↑ Ohsen wurde erstmals im Jahr 1004 in einer Urkunde des ostfränkischen Königs Heinrich II. für das Kloster Fischbeck erwähnt, wird aber als möglicher Stützpunkt der karolingischen Franken deutlich älter sein. Ohsen war der Sitz des größten Archidiakonats des Bistums Minden, zu dem 54 Kirchen gehörten. Quelle: Albert Neukirch (Hrsg.): Urkundenbuch des Stifts Fischbeck. 1933. Ein von Stefan Weinfurter 1978 im Verlag Bösendahl herausgegebener späterer Band des Urkundenbuchs über den Zeitraum 955–1470 hat die ISBN 978-3-87085-157-6.
  4. ↑ Quellen: a) Ernst Friedrich Johann Dronke (Hrsg.): Traditiones et antiquitates Fuldenses. Fulda 1844; b) Kirstin Casemir, Uwe Ohainski: Niedersächsische Orte bis zum Ende des ersten Jahrtausends in schriftlichen Quellen. Hahnsche Buchhandlung, 1995, ISBN 3-7752-5843-4, S. 56; c) Gudrun Pischke: Zur Ersterwähnung von Ortsnamen in Schriftquellen mit 1200 Jahre Bevern. In: Südniedersachsen. Zeitschrift für regionale Forschung und Heimatpflege. 51. Jahrgang, 3. Dezember 2023, S. 82.
  5. ↑ Ältere Ersterwähnungen von Schenkungen in den Fuldaer Traditionen des 744 gegründeten Klosters Fulda sind in Abschriften des 12. Jahrhunderts überliefert worden.
  6. ↑ Quelle: HKLH: Artikel Lachem. In: https://kirchengemeindelexikon.de/einzelgemeinde/lachem/ abgerufen am 2. Oktober 2026.
  7. ↑ Quelle: Artikel Lachem. In: https://www.hessisch-oldendorf.de/portal/seiten/lachem-900000120-33910.html abgerufen am 2. Oktober 2026.
  8. ↑ Quelle: Kirsten Casemir, Uwe Ohainski: Die Ortsnamen des Landkreises Hameln-Pyrmont. In: Niedersächsisches Ortsnamenbuch (NOB). Teil XIII (= Veröffentlichungen des Instituts für Historische Landesforschung der Universität Göttingen). hrsg. von Jürgen Udolph (im Auftrag der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen), Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2021.
  9. ↑ Quelle: Carl Wilhelm Wippermann: Regesta Schaumburgensia: Die gedruckten Urkunden der Grafschaft Schaumburg, Kassel 1853. (Antigonos Verlage, 2025, ISBN 978-3-563-43774-2)
  10. ↑ Der schwedische Feldmarschall Dodo zu Innhausen und Knyphausen (* 1583, † 1636) befehligte in der Schlacht bei Hessisch Oldendorf wesentliche Teile des schwedischen Kontingents. Peter Melander, der Graf von Holzappel (* 8. Februar 1589, † 17. Mai 1648) befehligte die Truppen der Landgrafschaft Hessen-Kassel. Der schwedische Generalmajor Lars Kagg (* 1. Mai 1595, † 19. November 1661) befehligte den wichtigen rechten Flügel der protestantischen Armee. Schlachtentscheidend war die von den Kaiserlichen unbemerkte Attacke des ortskundigen lokalen Rittmeisters Cord Meyer im Blauen/Cavallerieregiment des Herzogs von Celle in den Rücken der kaiserlichen Truppen, während gleichzeitig der finnische Oberst und schwedische General Torsten Stalhandske (* 1593 oder 1594, † 21. April 1644) die Kaiserlichen frontal angriff. Dies führte in eine tödliche Zweifronten-Schlacht und zum Sieg der Protestanten bei Hessisch Oldendorf, sowie in der Folge zur Befreiung der Festung Hameln von den katholisch-kaiserlichen Besatzungstruppen.
  11. ↑ Walter Uhlenbrock: Historisches und Wissenswertes der Forstgenossenschaft Lachem. In: https://www.fgl-lachem.de/historie.php abgerufen am 2. Oktober 2026.
  12. ↑ In der Chronik des Dorfes und der Vogtei Lachem der Heimatgruppe Lachem wurden die historischen Akten und Protokolle aufgearbeitet. Dies sind insbesondere die Inventare des damaligen Amtmanns Arnold Heinrich Wagemann von 1797 und Berichte aus den späten 1790er Jahren über die Lage im Ort.
  13. ↑ Walter Uhlenbrock: Historisches und Wissenswertes der Forstgenossenschaft Lachem. In: https://www.fgl-lachem.de/historie.php abgerufen am 2. Oktober 2026. Walter Uhlenbrock zitiert das Einrichtungswerk der Forstgenossenschaft Lachem/Abschätzwerk von 1876 durch die königliche Forstinspektion Hannover-Springe.
  14. ↑ Quelle: HKLH: Artikel Lachem. In: https://kirchengemeindelexikon.de/einzelgemeinde/lachem/ abgerufen am 2. Oktober 2026.
  15. ↑ Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. In: https://www.eirenicon.com/rademacher/www.verwaltungsgeschichte.de/hameln.html abgerufen am 2. Oktober 2026.