1992 wurde das Unternehmen in LandTechnik Aktiengesellschaft Schönebeck umbenannt. 1993 wurde das Traktorenprogramm des insolventen Herstellers Schlüter übernommen und die Firma LandTechnik Aktiengesellschaft Schönebeck in LandTechnik-Schlüter GmbH geändert.[1] Im Anschluss wurde die Fertigung des Schlüter Euro Trac in Schönebeck wieder aufgenommen, welche zuvor von Schlüter in Freising eingestellt worden war. 1993 begann außerdem die Fertigung des SystemschleppersLTS Systra sowie des Feldhäckslers LTS Maral 150.[4] 1994 begann die Produktion des Kommunalfahrzeugs MT 2000 sowie des Feldhäckslers LTS Maral 190. Zusätzlich wurde zusammen mit dem Kirowwerk in Sankt Petersburg ein Joint-Venture mit dem Namen LandTechnik Kirovets gegründet, welches Maral-Feldhäcksler aus von LTS zugelieferten Baugruppen und Komponenten montierte.[7] 1994 wurde LTS des Weiteren mit sieben weiteren Unternehmen zu Tochtergesellschaften der EFBE Verwaltungs GmbH & Co. Management KG, deren Kommanditistin die Treuhandanstalt war.[1] Im gleichen Jahr wurde nach einer öffentlichen Ausschreibung mit der Emans & Partner GbR ein Investor für LTS sowie die weiteren EFBE-Unternehmen des BvS gefunden und ein Privatisierungsvertrag geschlossen.[8]
1995 endete die Produktion des Euro Tracs nach wenigen gebauten Exemplaren, außerdem wurde die Treuhandanstalt in Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) umbenannt. LTS wurde im Zuge der Privatisierung in LandTechnik Schönebeck GmbH umbenannt, zusätzlich wurde die Muttergesellschaft in die LINTRA Beteiligungsgesellschaft GmbH überführt.[1] Zudem wurde die Tochtergesellschaft GS Fahrzeug- und Systemtechnik GmbH gegründet. Für die Sanierung der EFBE-Unternehmen erhielt LINTRA insgesamt Beihilfen in Höhe von rund 622 Millionen D-Mark, davon rund 168 Millionen D-Mark für LTS. 1996 begann die Serienproduktion des Feldhäckslers Gigant 400 im Auftrag von Deutz-Fahr, es wurden bis zum Jahr 2000 ca. 140 Häcksler verkauft.[4][9][10] Zudem wurde mit Mercedes-Benz ein Lizenzvertrag geschlossen, um einen Nachfolger des MB-trac zu entwickeln. Daraus entstand der trac 160, dessen Produktion im Jahr 1997 begann. Des Weiteren begann man mit der Entwicklung weiterer Typen.[11] Der Vertrieb der tracs sollte nach der Privatisierung über die Trac-Technik-Vertriebsgesellschaft erfolgen. Bereits Ende 1996 waren die Mittel ohne erfolgreiche Sanierung verbraucht und die Privatisierung wurde für gescheitert erklärt. Um eine Insolvenz der LINTRA-Gruppe zu vermeiden schritt das BvS Anfang Januar 1997 ein und übernahm die wirtschaftliche Verantwortung. Die BvS suchte anschließend nach einem neuen Investor, an den die LINTRA-Tochtergesellschaften ganz oder teilweise weiterverkauft werden sollten. Die Vorgänge um die Beihilfen für die LINTRA-Unternehmen zogen ein Verfahren der Europäischen Kommission nach sich.[8] Außerdem gaben 1997 unter anderem Markus Liebherr und Deutz-Fahr Angebote für die Übernahme ab, wobei Deutz-Fahr nur die Häckslerproduktion übernehmen wollte. Die Verhandlungen scheiterten jedoch.
1998 kam es zu Verhandlungen mit dem Landmaschinenhersteller Claas, im Sommer des Jahres wurde ein Vorvertrag unterzeichnet.[12] Ende 1998 gab auch die Doppstadt Umwelttechnik GmbH ein Angebot ab, wobei Claas weiterhin als klarer Favorit galt.[2][13] Im Mai 1999 erhielt überraschend die Doppstadt den Zuschlag, im Zuge dessen entstand die Doppstadt GmbH.[14][15][16] Die Produkte von LTS wurden zunächst weiter hergestellt, zudem wurden auf der Agritechnica 1999 Prototypen der neu entwickelten trac 2000-Familie präsentiert, deren Entwicklung bereits von LTS begonnen wurde.[6][17]
12Werner Schmeing, Hans-Jürgen Wischhof: Traktoren der Daimler AG – Vom Unimog zum MB-trac und warum es keinen Nachfolger gab. DLG-Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2011, ISBN 3-7690-0734-4, S.266.