Kombatit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem, konnte jedoch bisher nur in Form unregelmäßiger, trüber Körner bis etwa 0,2mm Größe gefunden werden. Das Mineral ist durchscheinend und zeigt auf den Oberflächen der hellgelben Körner einen diamantähnlichen Glanz. Auch seine Strichfarbe ist blass- beziehungsweise hellgelb.
Erstmals entdeckt wurde Kombatit im gleichnamigen Kupfer-Bergwerk nahe der privaten Siedlung Kombat in der namibischen Region Otjozondjupa. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch R. C. Rouse, Pete J. Dunn und J. Innes, die das Mineral nach dessen Typlokalität benannten.
Rouse, Dunn und Innes sandten 1985 ihre Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangs-Nr. der IMA: 1985-056[1]), die den Kombatit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Publikation der Erstbeschreibung wurde im Folgejahr in englischer Sprache in der Fachzeitschrift Neues Jahrbuch für Mineralogie (Monatshefte) veröffentlicht.
Die seit 2001 gültige und von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte[7]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Kombatit dagegen in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung der „Phosphate usw. mit zusätzlichen Anionen; ohne H2O“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen und dem Stoffmengenverhältnis der zusätzlichen Anionen (OH etc.) zum Phosphat-, Arsenat- bzw. Vanadatkomplex (RO4), so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit ausschließlich großen Kationen; (OH,usw.):RO4≥1:1“ zu finden ist, wo es nur noch zusammen mit Sahlinit die „Sahlinitgruppe“ mit der System-Nr. 8.BO.20 bildet.
Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Kombatit in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung der „Wasserfreie Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen“ ein. Hier ist er ebenfalls zusammen mit Sahlinit in der unbenannten Gruppe 41.01.04 innerhalb der Unterabteilung „Wasserfreie Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen mit (A2+)m (XO4)p Zq, mit m:p>4:1“ zu finden.
Die Analyse mithilfe der Elektronenmikrosonde ergab eine durchschnittliche Zusammensetzung von 92,4% PbO, 5,9% V2O5, 4,2% Chlor (Cl) und 0,9% O=Cl (Σ= 101,6 Gew.-%), was der empirischen Formel Pb13,7V2,1O17,1Cl3,9 für (O,Cl)=21 entspricht.[8]
Das Ergebnis der Analyse kommt sehr nah an die idealisierte chemische Zusammensetzung Pb14[Cl4|O9|(VO4)2], die 84,91% Blei, 4,15% Chlor, 2,98% Vanadium und 7,96% Sauerstoff enthält.[9]
Die Kristallstruktur von Kombatit besteht aus Doppelschichten parallel der b-Fläche (010) beziehungsweise rechtwinklig zur y-Achse. Je zwei Schichten aus PB(O,Cl)5-8-Polyedern sind mit VO4-Tetraeder verknüpft und durch eine Schicht aus Cl-Atomen mit den benachbarten Doppelschichten verbunden.[3]
Außer an seiner Typlokalität, der Kombat Mine in Namibia, kennt man das Mineral bisher nur noch aus der Wesley Mine bei Westbury on Trym knapp 5km nördlich von Bristol in England (Stand 2021).[10]
R. C. Rouse, Pete J. Dunn, J. Innes:Kombatite, the vanadium analogue of sahlinite, from the Kombat mine, South West Africa. In: Neues Jahrbuch für Mineralogie, Monatshefte. 1986, S.519–522.
John Leslie Jambor, Kenneth W. Bladh, T. Scott Ercit, Joel D. Grice, Edward S. Grew:New mineral names. In: American Mineralogist. Band73, 1988, S.927–935 (rruff.info[PDF; 900kB; abgerufen am 30.Oktober 2021]).
Mark Cooper, Frank C. Hawthorne:The crystal structure of kombatite, Pb14(VO4)2O9Cl4. In: American Mineralogist. Band79, 1994, S.550–554 (minsocam.org[PDF; 542kB; abgerufen am 30.Oktober 2021]).
Pete J. Dunn:Rare minerals of the Kombat mine. In: The Mineralogical Record. Band22, Nr.6, 1991, S.421–425.
Richard V. Gaines, H. Catherine W. Skinner, Eugene E. Foord, Brian Mason, Abraham Rosenzweig:Dana’s New Mineralogy. 8. Auflage. John Wiley & Sons, New York (u. a.) 1997, ISBN 0-471-19310-0, S.817.
Kombatite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy;abgerufen am 30.Oktober 2021(englisch).
Kombatite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 30.Oktober 2021(englisch).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.469 (englisch).
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Kombatite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org[PDF; 66kB; abgerufen am 30.Oktober 2021]).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑John Leslie Jambor, Kenneth W. Bladh, T. Scott Ercit, Joel D. Grice, Edward S. Grew:New mineral names. In: American Mineralogist. Band73, 1988, S.927–935 (rruff.info[PDF; 900kB; abgerufen am 30.Oktober 2021]).
↑David Barthelmy:Kombatite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 30.Oktober 2021(englisch).
↑
Fundortliste für Kombatit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 30. Oktober 2021.