Urkunde aus dem Jahr 1303, in der Kobylin erwähnt wirdUrkunde aus dem Jahr 1622, in der Kobylin erwähnt wird
Die erste urkundliche Erwähnung eines Dorfes namens Kobylin stammt vom 15. August 1289 als der Erzbischof Jakub Świnka die Kirche des Ortes besuchte. Die nächste urkundliche Erwähnung vom 6. Februar 1303 stellt die Vergabe des Stadtrechtes fest.[3] Die Stadt wurde nach Neumarkter Recht gegründet.[4] Der Name der Stadt, welche neben dem Dorf errichtet werden sollte, wurde auf Venetia festgelegt, aber der Name Kobylin setzte sich auch für die Stadt durch.[5] Am 21. Dezember 1430 wurde das Stadtrecht durch Władysław II. Jagiełło nach Magdeburger Recht bestätigt.[3] Als Folge der Gegenreformation kam es um 1630 durch eine Massenflucht aus Schlesien zu einem bedeutenden Zuzug von Protestanten, die zu einer deutlichen Erweiterung Kobylins beitrugen.[6] Durch eine Urkunde des Grundherrn Peter Sziminuta von Lachowo vom 6. September 1637 wurden zuwandernde Deutsche von allen Dienstbarkeiten befreit.[7] Im Jahr 1793, bei der Zweiten Polnischen Teilung, wurde die Stadt Teil Preußens. Sie wurde dem Landkreis Krotoschin zugeordnet. Am 15. August 1835 wurde die Preußische Städteordnung übernommen.[7]
Im September 1939 wurde die Stadt von der deutschen Wehrmacht im Rahmen des Überfalls auf Polen besetzt. Der Stadtname wurde am 18. Mai 1943 in Koppelstädt geändert.[9] Im Jahre 1945, am Ende des Zweiten Weltkrieges, wurde die Gegend von der Roten Armee besetzt und in der Folge wieder Teil Polens.
Als Folge des massenhaften Zuzuges von Protestanten wurde am 4. März 1632 die evangelische Kirche „Zum Schifflein Christi“ geweiht und damit das evangelische Kirchspiel Kobylin gegründet. Ein zweiter Kirchenbau ersetzte 1692 den bisherigen Kirchenbau.[10] Die dritte Kirche mit vorgesetztem Kirchturm wurde als Fachwerkbau mit doppelten Emporen errichtet.[11] Im Januar 1945 verwaiste die Kirchengemeinde mit Verlassen fast aller Deutschen. Im folgenden Jahr wurde das Kirchenschiff abgerissen.[10]
Es gab eine jüdische Gemeinde. Am 12. Februar 1855 wurde die neue Synagoge eingeweiht, nachdem die alte baufällig geworden war.[12]
Durch Kobylin führt in ost-westlicher Richtung die Landesstraße DK36. Im Westen führt sie nach 30 Kilometern durch Rawicz und kreuzt dabei die DK5. Nach etwa 15 Kilometern Richtung Osten kreuzt sie in Krotoszyn die DK15.
Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 334–335.
↑Martin Helwig:Silesiae typvs. Ortelius, Antwerpen 1598 (mzk.cz[abgerufen am 6.Januar 2019]).
12Historia.Website der Stadt,abgerufen am 10.Mai 2026(polnisch).
↑Julius Kohte: Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Provinz Posen. Band III. Die Landkreise des Regierungsbezirks Posen, Berlin 1896, S. 310–316 Online: PDF, abgerufen am 29. Dezember 2010
↑Joachim Rogall (Hrsg.): Land der großen Ströme, von Polen nach Litauen. Siedler Verlag, Berlin 1996, S. 136.
1234567Heinrich Wuttke (Hrsg.):Städtebuch des Landes Posen (=Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten). Leipzig 1864, S.334f. (digitale-sammlungen.de).