Klein Kienitz
Klein Kienitz Gemeinde Rangsdorf | ||
|---|---|---|
| Koordinaten: | 52° 18′ N, 13° 29′ O | |
| Höhe: | 42 m ü. NN | |
| Fläche: | 4,47 km² | |
| Einwohner: | 175 (31. Dez. 2017)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 39 Einwohner/km² | |
| Eingemeindung: | 1. April 1974 | |
| Postleitzahl: | 15834 | |
| Vorwahl: | 033708 | |
Lage von Klein Kienitz in Brandenburg | ||
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1375 | 120–150 (30 Hufen, 7 Kossäten) |
| 1652 | 40–60 (4 Hufen, 5 Kossäten) |
| 1800 | 85 |
| 1933 | 176 |
| 1939 | 181 |
| 2008 | 158 |
Carl Wrede war der letzte Besitzer des Gutes bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. 1945 wurden im Zuge der Bodenreform 362 ha Gutsland enteignet und 333 ha an Neubauern übergeben. Am 21. August 1952 wurde die LPG Klein Kienitz (LPG Typ I) mit zunächst neun Mitgliedern gegründet. 1954 wurde sie in eine LPG Typ III umgewandelt; diese hatte bereits 39 Mitglieder und bewirtschaftete 230 ha. 1961 hatte die LPG Klein Kienitz bereits 56 Mitglieder und bewirtschaftete 355 ha landwirtschaftliche Nutzfläche. 1973 entstand die Kooperative Schweinefleischproduktion zusammen mit den LPG's in Rangsdorfs und Groß Machnow. Am 1. April 1974 verlor Klein Kienitz seine Selbständigkeit und wurde nach Rangsdorf eingemeindet.[9]
Nach der Wende 1990 erwarb Dipl.-Ing. Christoph Wrede, ein Nachfahre des letzten Gutsbesitzers Carl Wrede das Gutshaus Klein Kienitz und ehemalige Gutsländereien durch Rückkauf.
Die Entwicklung der Einwohnerzahl kann der Tabelle entnommen werden.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Baudenkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die mittelalterliche Dorfkirche Klein Kienitz aus der Zeit um 1300 ist ein eingetragenes Baudenkmal.[10] Es handelt sich um ein rechteckiges Kirchengebäude mit einem barockzeitlich aufgesetzten westlichen Dachturm. Auf der Südseite hat sich, wenn auch zugesetzt, ein gestuftes Spitzbogenportal erhalten. Auch das Westportal in der Vorhalle dürfte noch zum ursprünglichen Bestand gehören. Die Fenster sind alle verändert, jedoch sind z. T. noch Spuren der älteren, zugesetzten Fenster zu erkennen. Das Innere wird geprägt von einem Umbau von 1739. Aus dieser Zeit stammen der Altar, die Kanzel und das Gestühl beiderseits des Altars. Das Gemeindegestühl stammt dagegen aus dem 19. Jahrhundert. Bemerkenswert sind zwei Sandsteinepitaphe von 1712 und 1715 sowie ein Kindergrabstein von 1603, die in der Kirche aufgestellt sind.[11]
Bodendenkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Denkmalliste des Landes Brandenburg, Landkreis Teltow-Fläming vom 30. Dezember 2009 verzeichnet 14 Bodendenkmale, ein Rast- und Werkplatz der Steinzeit, eine neolithische Siedlung, mehrere Siedlungen und ein Gräberfeld der Bronzezeit, eine eisenzeitliche Siedlung, mehrere Siedlungen aus der römischen Kaiserzeit, mehrere slawische Siedlungen und den Dorfkern aus dem deutschen Mittelalter.[10]
Naturdenkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Denkmalliste des Landkreises Teltow-Fläming verzeichnet zwei Naturdenkmale, zwei Eiben im Gutspark sowie eine landschaftliche Hohlform, das sog. „Hohle Feld“, ca. 1,1 km nördlich der Dorfkirche.[12]
Gutshaus
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Das Gutshaus entstand um 1800 auf Initiative von Bogislav Friedrich Emanuel von Tauentzien. Das Gebäude war zunächst möglicherweise nur eingeschossig und wurde zu einem späteren Zeitpunkt aufgestockt und um einen Turm ergänzt. Im Jahr 1902 war ein zweigeschossiger Bau mit abgewalmten Satteldach entstanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gutshaus von der Gemeinde übernommen, die es als Wohnhaus an mehrere Familien vermietete. Der Turm wurde nach 1945 abgerissen. Die Familie Wrede übernahm in der Mitte des 1990er-Jahre das Gutshaus, sanierte es und ließ das Dachgeschoss ausbauen.[13] Es steht nicht unter Denkmalschutz.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Lieselott Enders, Margot Beck: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil IV Teltow. 396 S., Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1976.
- Stefan Pratsch: Verkohlte Holzeinbauten. Zwei spätslawische Gruben von Klein Kienitz, Landkreis Teltow-Fläming. In: Archäologie in Berlin und Brandenburg, 1995–1996: 91–92, Stuttgart 1997, ISBN 3-8062-1331-3.
Quellen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Versicherung des Rittergutes Klein Kienitz\(Besitzer: Karl Wrede); 1902-1931 (Akte), In: Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA) 55F Teltow RG 5.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Einwohnerstatistik Januar 2018. Allgemeiner Anzeiger für Rangsdorf Groß Machnow Klein Kienitz, 22. Jahrgang, Nummer 4, vom 14. April 2018 PDF.
- ↑ 13. Ausgabe des Statistischen Jahrbuches des Landkreises Teltow-Fläming, 2006 (PDF; 829 kB). S. 26: Gebiet und Bevölkerung: 2.1 Fläche, Bevölkerung und Bevölkerungsdichte der Ämter, Städte und Gemeinden sowie deren Ortsteile.
- ↑ Funde aus der Eisenzeit. ( des vom 8. November 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Website von Klein Kienitz.
- ↑ Ausgrabungen und Funde. Bd. 19, 1974, Heft 1–4, S. 145–46 (Hrsg. Zentralinstitut für Alte Geschichte und Archäologie).
- ↑ Gerhard Schlimpert: Brandenburgisches Namenbuch Teil 3: Die Ortsnamen des Teltow. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1972.
- ↑ Historisches Ortslexikon. S. 124–25.
- ↑ Hubert Otto: Brandenburgische Kornmüller und Mühlenmeister. In: Archiv für Sippenforschung. Bd. 39, 1973, Heft 49, S. 65–72.
- ↑ Olaf Thiede, Jörg Wacker: Chronologie Potsdam und Umgebung – die Kulturlandschaft von 800 bis 1918; Brandenburg, Potsdam, Berlin. Bd. 3: Ereignisse, Bauwerke. Rüss, Potsdam 2007, S. 825–1305, ISBN 978-3-00-021100-3 u. ISBN 3-00-021100-4.
- ↑ Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Hrsg.: Statistisches Bundesamt.
- 1 2 BLDAM Brandenburg (Hrsg.): Denkmalinformationen/17. TF. Internet-16.PDF, In: Denkmalliste des Landes Brandenburg Landkreis Teltow-Fläming. Stand: 31. Dezember 2016.
- ↑ Gerhard Vinken u. a.: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Brandenburg. 1. Auflage, Hrsg. Georg Dehio Nachf./Dehio-Vereinigung e. V., Deutscher Kunstverlag, München 2000, ISBN 3-422-03054-9.
- ↑ Verordnungen zur Festsetzung von Naturdenkmalen im Landkreis Teltow-Fläming vom 27. April 2015. In: Amtsblatt für den Landkreis Teltow-Fläming. 16/2015, S. 27, 58.
- ↑ Hiltrud Preuß, Carsten Preuß: Die Guts- und Herrenhäuser im Landkreis Teltow-Fläming, Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte, 1. Auflage, Berlin 29. November 2011, ISBN 978-3-86732-100-6, S. 116 ff.


