Groß Machnow
Groß Machnow Gemeinde Rangsdorf | |
|---|---|
| Koordinaten: | 52° 16′ N, 13° 28′ O |
| Höhe: | 38 m |
| Fläche: | 16,65 km² |
| Einwohner: | 1304 (31. Dez. 2017)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 78 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 26. Oktober 2003 |
| Postleitzahl: | 15834 |
| Vorwahl: | 033708 |
Lage von Groß Machnow innerhalb der Gemeinde Rangsdorf
| |
| Blasonierung: „In Grün mit goldenem Bord eine silberne Trappe, darüber waagerecht an der linken Seite ein mit der Spitze nach rechts zeigendes goldenes Schwert.“ | |
Partnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Groß Machnow hat seit den 1990er Jahren eine Partnerschaft mit der italienischen Gemeinde Fardella (Prov. Potenza) in der Basilikata.
Sehenswürdigkeiten und Kultur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Baudenkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ort besitzt mit der mittelalterlichen Dorfkirche und dem Ensemble des Gutshofes Groß Machnow zwei herausragende Baudenkmäler. Die Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert ist ein Feldsteinbau bestehend aus einem querstehenden Westturm, Schiff, eingezogenem Chor und einer halbrunden Apsis. Die Feldsteine von Schiff, Chor und Apsis sowie dem Unterbau des Westturms sind gequadert. Im höheren Teil des Turms ist das Mauerwerk dagegen unregelmäßig mit Feldsteinen, Ziegelbruch und gemauerten Ziegelecken. An der Südseite des Chors wurde eine zweigeschossige Patronatsloge angebaut. Die Inneneinrichtung mit dem Altaraufsatz und der Kanzel sowie die Patronatsloge ist barockzeitlich. Bemerkenswert ist außerdem ein großes steinernes Hängeepitaph für Otto von Schlabrendorf († 1721).
Das Ensemble der Gutsanlage mit Gutshaus und diversen Wirtschaftsgebäuden wurde einheitlich 1815 von Jean Simon Coste in klassizistischem Baustil errichtet. Das Gutshaus ist ein eingeschossiger Putzbau auf hohem Sockelgeschoss. Es wird nach seiner Sanierung in den 2010er-Jahren von der Gemeinde als Grundschule, Bibliothek, Trauzimmer und Versammlungsraum für den Ortsbeirat genutzt. Die Wirtschaftsgebäude des Gutshofes einschließlich des weithin sichtbaren Uhrenturms wurden 2007–2009 renoviert.
- Gutsanlage vor Beginn der Renovierung (2010)
- Feuerwehrhaus und Bibliothek
Naturdenkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Darüber hinaus befinden sich in der Gemeinde folgende eingetragene Naturdenkmale:[25]
- eine Stieleichengruppe am nördlichen Ortsausgang
- die Lindenallee an der B 96 südlich der Kirche
- eine Kopfweidenallee südlich des Dorfes
- ein Maulbeerbaum im Gutshof
- zwei Eichen am Zülowkanal
- eine Baumgruppe aus Eichen und Linden um den Dorfplatz beim Kriegerdenkmal
- eine Reihe von Eichenbäumen entlang eines Weges nordnordwestlich des Ortes
- Naturschutzgebiet Großmachnower Weinberg.
Bodendenkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bodendenkmalliste des Landes Brandenburg (Landkreis Teltow-Fläming) verzeichnet über 30 Bodendenkmale, die von steinzeitlichen Siedlungen, steinzeitlichen Rast- und Werkplätzen, über bronzezeitliche Siedlungen, eisenzeitliche Siedlungen, Siedlungen der römischen Kaiserzeit, slawische Siedlungen bis zu Siedlungsresten des deutschen Mittelalters reichen.[15]
Gewerbe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf der Gemarkung von Groß Machnow befindet sich das Südring Center, ein großes Einkaufszentrum. Eine ganze Reihe weiterer Betriebe sind im Gewerbegebiet Theresenhof angesiedelt, früher ein Vorwerk von Groß Machnow. Am nördlichen Ortsrand von Groß Machnow hat ein größeres Unternehmen der Solarbranche ein Niederlassung sowie ein Unternehmen der Haus- und Gebäudetechnik und eine Agrargenossenschaft. Im Ortskern gibt es einige kleinere, handwerkliche Betriebe, eine Gastwirtschaft und andere kleinere Einzelhandelsgeschäfte.
Heute kaum noch bekannt ist, dass 1863 auf der Gemarkung Groß Machnow etwa 1,5 Millionen Feldgurken geerntet wurden, und Groß Machnow damit neben Lübbenau, Quedlinburg und Erfurt einer der größten (Feld-)Gurkenproduzenten in Deutschland war.[26]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2; Veröffentlichungen der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin. Band VIII, 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940 (Digitalisat in Universitätsbibliothek Potsdam).
- Gerhard Schlimpert: Brandenburgisches Namenbuch, Teil 3, Die Ortsnamen des Teltow. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1972.
- Lieselott Enders (Bearbeitung), Margot Beck (Mitarbeit): Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teltow. Mit einer Übersichtskarte im Anhang (= Friedrich Beck [Hrsg.]: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil IV; Veröffentlichungen des Staatsarchivs Potsdam, Band 13). Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1976, DNB 770698638 (gibt einen Nachdruck von 2011).
- Klaus Zernack: Großmachnow (Kr. Teltow/Zossen). In: Gerd Heinrich (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Berlin und Brandenburg. Mit Neumark und Grenzmark Posen-Westpreußen. 3., überarbeitete und ergänzte Auflage. In: Handbuch der historischen Stätten, 10. Band; Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 3-520-31103-8, S. 264.
- Gerhard Vinken et al.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. 1. Auflage, Hrsg. Georg Dehio Nachfolge/Dehio-Vereinigung e. V., Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2000, ISBN 3-422-03054-9, S. 406–408.
- Heidi Kansy: Groß Machnow – Ein Beitrag zur Ortsgeschichte. 64 S., Gemeinde Groß Machnow, Möller Druck & Verlag, 2002.
- Heidi Kansy: Groß Machnow – Ein Beitrag zur Ortsgeschichte, Teil 2. 64 S., Gemeinde Groß Machnow, Möller Druck & Verlag, 2003.
- Heidi Kansy: Groß Machnow – Ein Beitrag zur Ortsgeschichte, Teil 3. 80 S., Gemeinde Groß Machnow, Möller Druck & Verlag, 2009 (Kansy3).
- Heidi Kansy: Groß Machnow – Ein Beitrag zur Ortsgeschichte, Teil 4. 94 S., Gemeinde Groß Machnow, 2012.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Einwohnerstatistik Januar 2018. (PDF; 1,2 MB) In: Allgemeiner Anzeiger für Rangsdorf Groß Machnow Klein Kienitz, 22. Jahrgang, Nummer 4, 14. April 2018.
- ↑ Änderung der Schreibweise des Namens der Gemeinde Großmachnow. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 21. Februar 1995. In: Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 6. Jahrgang, Nummer 23, 29. März 1995, S. 318.
- ↑ Hauptsatzung der Gemeinde Rangsdorf. ( vom 4. März 2016 im Internet Archive; PDF) rangsdorf.de
- ↑ Landkreis Teltow-Fläming. ( des vom 5. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF) Statistisches Jahrbuch 2010, S. 29 .
- ↑ Enders und Beck (1976: S. 169–172)
- ↑ Schlimpert (1972: S. 130–132)
- ↑ Groß Machnow – Ein Beitrag zur Ortsgeschichte. Teil 2. S. 4 ff.
- ↑ Ingo Materna, Wolfgang Ribbe (Hrsg.): Brandenburgische Geschichte. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002508-5, S. 61
- ↑ Christoph Schilz: Schatten der Germanen Gräber und Siedlung der späten Römischen Kaiserzeit in Groß Machnow, Landkreis Teltow-Fläming. In: Archäologie in Berlin und Brandenburg, 1999, S. 79–81, Stuttgart
- ↑ M.-J. Brather, U. Wiegmann: Bestattungsplatz über Jahrhunderte. Unterschiedliche Kultureinflüsse in Groß Machnow, Lkr. Teltow-Fläming. In: Archäologie in Berlin und Brandenburg, 2007, S. 89–91, Theiss-Verlag
- ↑ Ulrich Wiegmann: Ein mehrperiodiger Fundplatz bei Groß Machnow. Vortrag beim Archäologentag Teltow-Fläming 2008
- ↑ Gustaf Kossinna, Martin Jahn (Hrsg.): Nachrichtenblatt für deutsche Vorzeit. C. Kabitzsch, Leipzig 1932 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Ausgrabungen und Funde, 19/20: S. 145, 148
- ↑ Verborgene Schätze sichtbar machen – Vorträge zum Archäologentag 2008 in Wünsdorf
- 1 2 Landkreis Teltow-Fläming. ( vom 28. Mai 2013 im Internet Archive; PDF) Denkmalliste des Landes Brandenburg.
- 1 2 Kansy (2009: S. 29 ff.)
- ↑ Paul Ellerholz, H. Lodemann, H. von Wedell: General-Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer im Deutschen Reiche. I. Das Königreich Preussen. I. Lieferung Die Provinz Brandenburg. Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker, Berlin 1879, S. 262–263 (hu-berlin.de).
- ↑ Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1906. In: "Der Gotha". 7. Auflage. Winterfeld(t), 2. Ast: Menkin; 1. Haus. Justus Perthes, Gotha 4. November 1905, S. 858–859 (uni-duesseldorf.de).
- ↑ Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1906. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). In: „Der Gotha“. 7. Auflage. Schierstädt Schierstedt, II. Linie. Justus Perthes, Gotha 4. November 1905, S. 689–691 (uni-duesseldorf.de).
- ↑ Karte von Berlin und Umgebung in 12 Blättern, 1:50.000, Blatt X Zossen, Preußische Landesaufnahme 1901, Berichtigt 1920 (JPG-Bild auf Wikimedia Commons)
- ↑ Walter von Leers: Die Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H. 1705–1913. Hrsg.: Verein der ehemaligen Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H. Band 1, Zögling-No.: 1471. Selbstverlag. Druck P. Riemann, Belzig / Ludwigslust 1913, S. 337 (staatsbibliothek-berlin.de).
- ↑ Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht (Hrsg.): Niekammer’s Landwirtschaftliches Adressbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg 1929. 4. Auflage. 7. Regierungsbezirk Potsdam, Kreis Teltow. Niekammer Adressbuch GmbH, Leipzig 1929, S. 113 (martin-opitz-bibliothek.de).
- ↑ Günter Morsch: Totenbuch des KZ Sachsenhausen 1936-1945. Hrsg.: Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, Oranienburg 2014, S. Miterbe Hermann von Schierstädt-Dahlen (stiftung-bg.de [abgerufen am 30. Juni 2022]).
- ↑ Divide By Zero Pte Ltd: Bürgerämter in Groß Machnow - Öffnungszeiten - Ortsdienst.de. Abgerufen am 4. Januar 2025 (deutsch).
- ↑ Naturdenkmal Teltow-Fläming, Bäume. ( vom 14. Dezember 2007 im Internet Archive; PDF)
- ↑ Oscar Teichert: Geschichte der Gemüse. In: Hamburger Garten- und Blumenzeitung, 1863, 24, S. 86–89, 111–120, 153–160, 203–217, 294–300, 370–377, 417–422, 505–514; Hamburg (S. 508)





