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Kemco

Gesichtet
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Kemco
Logo
Rechtsform Limited
Gründung 1984
Sitz Japan Japan
Mitarbeiterzahl 139 (September 2017)[1]
Branche Softwareentwicklung
Website www.kemco-games.com

Kemco (jap. ケムコ) ist ein japanisches Videospielunternehmen mit Niederlassungen in Kure und Higashihiroshima. Die auch unter dem Namen Kotobuki System operierende Firma wurde 1984 gegründet und produzierte zahlreiche Titel für verschiedene Konsolen, darunter die Rennspielserie Top Gear und die Crazy-Castle-Reihe.[2]

Das hauptsächlich als Publisher tätige Unternehmen entwickelte auch die Plattformspiel-Reihe Kid Klown, zu der unter anderem Kid Klown in Night Mayor World (1992) und Kid Klown in Crazy Chase (1994) gehören.

Seit einer Umstrukturierung Anfang der 2000er-Jahre wird der Name „Kemco“ von der Spieleabteilung der Kotobuki Solution Co., Ltd. geführt, die einen starken Fokus auf die Veröffentlichung von japanischen Rollenspielen legt.[3]

Unternehmensgeschichte

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Kemco bzw. der Kemco-Markeneigner Kotobuki System Co., Ltd wurde 1984 als Tochtergesellschaft der seit 1979 bestehenden Industriemaschinenfirma Kotobuki Engineering & Manufacturing Co., Ltd gegründet.[4][5] Als einer der ersten Nintendo-Lizenznehmer entwickelte Kemco zunächst Spiele für das Nintendo Entertainment System (NES) bzw. Famicom.[6] Dezember 1985 kam mit Dough Boy (ダウボーイ), einer Portierung eines C64-Kriegspiels von Synapse Software, Kemcos erstes Spiel für das Famicom heraus. Im folgenden Jahr erschienen mit dem Action-Adventure Space Hunter und dem Anime-Ableger Toki no Tabibito: Time Stranger Kemcos erste Eigenentwicklungen. Für Nintendos Disketten-Erweiterung Famicom Disk System veröffentlichte die Firma zwei Titel: Electrician (1986) und Roger Rabbit (1989). 1988 markierten die NES-Titel Spy vs Spy und Superman das Nordamerika-Debüt, wobei die Firma Seika als Distributionspartner fungierte. Unter dem Label Kemco/Seika (in der Wort-Bild-Marke als KEMCO▲SEIKA dargestellt) wurden zwischen 1989 und 1991 weitere Spiele für den nordamerikanischen Markt veröffentlicht.

Das ursprünglich für das Super Nintendo Entertainment System veröffentlichte Rennspiel Top Gear (1992) wurde zu einer plattformübergreifenden Serie ausgebaut, mit Ablegern für den Game Boy Color, den Nintendo 64 und den Game Boy Advance. Während das Unternehmen lange Zeit ausschließlich Titel für Nintendo-Konsolen produzierte (mit Ausnahme von Top Gear 2 für das Sega Mega Drive), veröffentlichte es ab Mitte der 1990er Jahre auch Spiele für die Konkurrenzsysteme PlayStation, Xbox und Playstation 2. Aus der Zusammenarbeit mit DC Comics, Disney und Warner Bros. gingen mehrere erfolgreiche Lizenzspiele hervor.[7]

2001 gründete Kemco die US-amerikanische Tochterfirma Kemco U.S.A., zog sich aber ab 2007 völlig vom nordamerikanischen und europäischen Markt zurück.[8][9] Mit Chicago Enforcer und Dai Senryaku VII erschienen im Februar 2005 die letzten Kemco-Spiele in den USA. Angekündigte Titel wie Top Gear: Downforce für den Nintendo DS und Lobo für Xbox und Playstation 2 blieben unveröffentlicht.[10] Nach einer Umstrukturierung wurde der Markenname „Kemco“ für die Spielesparte der 2004 aufgestellten Softwarefirma Kotobuki Solution Co., Ltd. übernommen. Über mehrere Jahre widmete sich das Unternehmen dem Vertrieb von Handy- und Smartphone-Anwendungen.

Zwischen 1984/85 und 1999 verwendete das Spieleunternehmen dasselbe Logo wie die auf Industriemaschinen spezialisierte Muttergesellschaft. Auf das Emblem vor dem Namenszug wurde ab 1994 weitgehend verzichtet.

Ab 2014 folgten ersten Spiele für Windows-Systeme. Zwischen Januar 2015 und Juni 2023 veröffentlichte Kemco 55 Titel auf der Spieleplattform Steam. Das Gros der Spiele ist dem Genre der japanischen Rollenspiele (englisch mit JRPG abgekürzt) zuzuordnen und bis auf wenige Ausnahmen im Stile von 16-Bit- bzw. Super-Nintendo-Rollenspielen à la Secret of Mana (1993) oder Chrono Trigger (1995) gehalten. Eine Low-Poly-Optik wie sie typisch für JRPGs der ersten PlayStation-Generation war, versuchten unter anderem die Kemco-Veröffentlichungen Revenant Dogma (2018) und Ambition Record (2022) zu simulieren. Zwei Drittel aller Steam-Titel wurden vom japanischen Entwicklerstudio Exe-Create entwickelt, zehn Titel steuerte das in Nagoya und Kyoto beheimatete Studio Hit-Point bei. Lediglich zwei der bis Mitte 2023 veröffentlichten Steam-Spiele stammten aus eigener Entwicklung: die Visual Novel Raging Loop und das von japanischer Folklore inspirierte Rogue-like Yōdanji (beide 2017).

Nachdem sich Kemco etwa ein Jahrzehnt lang auf Smartphone- und Tabletspiele konzentriert hatte, kehrte das Unternehmen Ende der 2010er Jahre zum Konsolenspielmarkt zurück und veröffentlichte Spiele und Spielekompilationen für Nintendo Switch, PlayStation 5, Xbox One und andere Systeme.[11]

Spiele (Auswahl)

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  • Dough Boy (Famicom, 1985)
  • Electrician (Famicom Disk System, 1986)
  • Spy vs Spy (NES/Famicom, 1986)
  • Superman (NES/Famicom, 1987)
  • The Bugs Bunny Crazy Castle (Game Boy, 1989)
  • Mickey's Dangerous Chase (Game Boy, 1991)
  • X-Zone (SNES, 1992)
  • Top Gear (SNES, 1992)
  • Kid Klown in Crazy Chase (SNES, 1994)
  • Kid Klown in Crazy Chase 2: Love Love Hani Soudatsusen (Playstation, 1996)
  • Top Gear Rally (Nintendo 64, 1997)
  • John Romero's Daikatana (Nintendo 64, Game Boy Color, 2000)
  • Top Gear GT Championship (Game Boy Advance, 2001)
  • Rogue Ops (PlayStation 2, Xbox, GameCube, 2003)
  • Raging Loop (Android, iPhone und andere Systeme, ab 2015)
Commons: Kemco – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Company Profile. In: kemco-games.com. Abgerufen am 18. März 2026 (englisch).
  2. kemcogames.com: Kemco U.S.A. - Company Info (Memento vom 7. Februar 2003 im Internet Archive)
  3. Interview mit den Kemco-Mitarbeitern Megumi Kuroki und Shuhei Nobuki: ケムコって、ファミコン時代のメーカーでしょ? ざんねん!! ケムコの ぼうけんは モバイルアプリしじょうで つづいていた!! In: denfaminicogamer.jp. 30. Januar 2017, abgerufen am 18. März 2026 (japanisch).
  4. About Us. In: kemco.co.jp. Abgerufen am 18. März 2026 (englisch).
  5. Company Info. In: kemcogames.com. Archiviert vom Original; abgerufen am 18. März 2026 (englisch).
  6. Kemco fesselt die Spielewelt mit Rogue Ops. In: pressrelations.de. 14. Mai 2003, archiviert vom Original; abgerufen am 18. März 2026.
  7. Winnie Forster: Computer- und Videospielmacher. Gameplan, 2008, ISBN 978-3-00-021584-1, S. 172.
  8. Corporate. 2007, archiviert vom Original; abgerufen am 18. März 2026 (englisch).
  9. KEMCO U.S.A., INC. In: wacompanygo.com. Archiviert vom Original; abgerufen am 18. März 2026 (englisch).
  10. Jeremy Dunham: Lobo Definitely Dead. In: ign.com. 19. Mai 2012, abgerufen am 18. März 2026 (englisch).
  11. Munetatsu Matsui: Play Through the History of Kemco Games with the Kemco: 50 RPGs Celebratory Bundle. In: xbox.com. 1. August 2023, abgerufen am 18. März 2026 (englisch).