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Keiselwitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Keiselwitz
Große Kreisstadt Grimma
Koordinaten: 51° 12′ N, 12° 49′ OKoordinaten: 51° 12′ 3″ N, 12° 49′ 20″ O
Höhe: 177 m
Fläche: 10,28 km²[1]
Einwohner: 82 (2025)[2]
Bevölkerungsdichte: 8 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1950
Eingemeindet nach: Leipnitz
Postleitzahl: 04668
Vorwahl: 034386
Keiselwitz (Sachsen)
Keiselwitz (Sachsen)
Lage von Keiselwitz in Sachsen

Keiselwitz ist ein zur Ortschaft Leipnitz der Großen Kreisstadt Grimma gehöriger Ortsteil im sächsischen Landkreis Leipzig.[3] Es wurde am 1. Juli 1950 nach Leipnitz eingemeindet, mit dem es am 1. Januar 1994 zur Gemeinde Thümmlitzwalde und am 1. Januar 2011 zur Stadt Grimma kam.

Geographische Lage

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Keiselwitz befindet sich südöstlich von Grimma an der Kreisstraße 8335 zwischen Leipnitz und Kössern. Nördlich und westlich des Orts fließen der Thümmlitzbach und der Mühlbach, südlich von Keiselwitz liegt der Thümmlitzwald, welcher zu einem großen Teil in der Keiselwitzer Flur liegt. Zu Keiselwitz gehören die im Tal des Mühlbachs/Thümmlitzbachs liegenden Mühlen Pfannkuchenmühle nordwestlich des Orts und Papstmühle südwestlich des Orts.

Höfgen, Schkortitz, Naundorf Zeunitz Leipnitz
Förstgen, Kössern Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Sermuth Erlln, Maaschwitz Thümmlitzwald (Forstgebiet)

Urkundlich wurde das Gassendorf Keiselwitz 1340 das erste Mal als „Kyselwicz“, „Kiselwitz“ genannt. Weitere Nennungen waren:

  • 1446/48: Keyßelwitcz
  • 1529: Keißelitz
  • 1548: Keuselitz
  • 1551: Keiselwitz

Bezüglich der Grundherrschaft gehörte Keiselwitz bis ins 19. Jahrhundert zum Rittergut Leipnitz.[4] Der Ort lag bis 1856 im kurfürstlich-sächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Colditz.[5] Bei den im 19. Jahrhundert im Königreich Sachsen durchgeführten Verwaltungsreformen wurden die Ämter aufgelöst. Dadurch kam Keiselwitz im Jahr 1856 unter die Verwaltung des Gerichtsamts Leisnig und 1875 an die neu gegründete Amtshauptmannschaft Döbeln.[6] Kirchlich gehört Keiselwitz seit jeher zu Leipnitz. Der Thümmlitzwald, Sachsens ältester Forstwald, wurde vom Forstwissenschaftler Johann Heinrich Cotta in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts neu geplant. Seit 1820 wurde er vermessen und mittels Flügeln und Schneisen in Rechtecke gegliedert.[7] Zwischen 1820 und 1958 wurde im nördlichen Teil des Tümmlitzwaldes mit Unterbrechung von 1894 bis 1901 Braunkohle gefördert, dabei bis 1894 nur im Tagebau. In den Jahren 1923 bis 1958 wurden durchgehend Briketts erzeugt. Am nordwestlichen Waldrand fand von 1845 bis 1875 von Keiselwitz aus Kohlenabbau statt. Im südlichen Teil des Thümmlitzwalds erfolgte der Braunkohlenabbau bei Seidewitz von 1873 bis 1922 und von 1947 bis 1956. Heute befindet sich in der ehemaligen Grundschule Leipnitz eine Ausstellung über das Königlich-Sächsische Braunkohlewerk im Thümmlitzwald.

Am 1. Juli 1950 wurde Keiselwitz nach Leipnitz eingemeindet.[8] Durch die zweite Kreisreform in der DDR im Jahr 1952 wurde Keiselwitz als Ortsteil der Gemeinde Leipnitz dem Kreis Grimma im Bezirk Leipzig angegliedert, der im Jahr 1990 als sächsischer Landkreis Grimma weitergeführt wurde und 1994 im Muldentalkreis bzw. 2008 im Landkreis Leipzig aufging. Durch den Zusammenschluss der Gemeinden Böhlen, Dürrweitzschen, Leipnitz, Ragewitz und Zschoppach wurde Keiselwitz am 1. März 1994 ein Ortsteil der Gemeinde Thümmlitzwalde. Am 1. Januar 2011 fusionierte diese mit der Großen Kreisstadt Grimma.[9][10] Seitdem ist Keiselwitz einer von sechs Ortsteilen der Grimmaer Ortschaft Leipnitz.

Entwicklung der Einwohnerzahl

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JahrEinwohnerzahl[11]
1548/5111 besessene Mann, 12 Inwohner, 914 Hufen
176411 besessene Mann, 10 Häusler, 914 Hufen
1834142
1871162
JahrEinwohnerzahl
1890133
1910110
1925118
1939131
JahrEinwohnerzahl
1946170
200793[12]
201184[13]
201979[14]

Sehenswürdigkeiten

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In der Liste der Kulturdenkmale in Keiselwitz sind die Kulturdenkmale des Ortes aufgeführt.

Commons: Keiselwitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Gemarkung Keiselwitz, Kreisstadt Grimma. In: GEOindex. Abgerufen im Februar 2026.
  2. Einwohner-Statistik. Stadt Grimma, abgerufen im Februar 2026.
  3. Hauptsatzung. (PDF; 133 kB) § 19. In: Webauftritt. Stadt Grimma, abgerufen im Februar 2026.
  4. Das Rittergut Leipnitz auf www.sachsens-schloesser.de
  5. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 58 f.
  6. Die Amtshauptmannschaft Döbeln im Gemeindeverzeichnis 1900. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 20. Dezember 2022; abgerufen am 31. Juli 2025.
  7. Beschreibung des Forsthauses Kössern auf www.sachsensdoerfer.de
  8. Keiselwitz im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 5. September 2025.
  9. Thümmlitzwalder Einwohner stimmen für Fusion mit Grimma (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2022. Suche im Internet Archive )
  10. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2011
  11. Vgl. Keiselwitz im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  12. Landkreis Leipzig – Nahverkehrsplan. (PDF; 3,2 MB) Landkreis Leipzig, S. 10, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 17. November 2023.
  13. Kleinräumiges Gemeindeblatt für Grimma, Stadt. (PDF; 1,8 MB) Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, September 2014, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 8. Februar 2015.
  14. Einwohner-Statistik. Stadt Grimma, archiviert vom Original am 4. September 2024; abgerufen im Februar 2026.