Kadymka liegt neun Kilometer nordöstlich von Osjorsk(Darkehmen/Angerapp) an der Kommunalstraße 27K-372 von Jablonowka(Wilhelmsberg) nach Dubrawa(Buylien/Schulzenwalde). Ein Bahnanschluss besteht nicht mehr, seit die bis 1945 bestehende Bahnstrecke Gumbinnen–Angerburg mit Eszerningken (Eschingen) als Bahnstation geschlossen wurde. Die südliche Ortsgrenze bildet das Flüsschen Rasliwnaja (Friedrichsberger Fließ), das dort in die Wika (Wiek) mündet.
Der ehemals Eszerningken genannte Ort war ein altes Gutsdorf.[2] Im Jahre 1818 zählte man dort 89 Einwohner, 1863 waren es bereits 174. Die Einwohnerzahl betrug 1910 noch 101,[3] stieg aber bis 1925 auf 300, lag 1933 bei 288 und betrug 1939 noch 287[4].
Am 31. Dezember 1913 wurden die Landgemeinden Bindszuhnen (1936–1938 Bindschuhnen, 1938–1946 Bindemark, ab 1946 Gremjatsche) und Kariotkehmen (1938–1946 Karkeim, ab 1946 Nowoselje) teilweise in den Gutsbezirk Eszerningken eingegliedert. Am 6. September 1917 wurde der Gutsbezirk Eszerningken in eine Landgemeinde umgewandelt. 1936 veränderte man die Ortsnamensschreibweise in Escherningken und am 3. Juli 1938 (mit amtlicher Bestätigung vom 16. Juli 1938) in Eschingen.
Im Januar 1945 wurde der Ort von der Roten Armee besetzt. Die neue Polnische Provisorische Regierung ging zunächst davon aus, dass er mit dem gesamten Kreis Darkehmen (Angerapp) unter ihre Verwaltung fallen würde. Im Potsdamer Abkommen (Artikel VI) von August 1945 wurde die neue sowjetisch-polnische Grenze aber unabhängig von den alten Kreisgrenzen anvisiert, wodurch der Ort unter sowjetische Verwaltung kam. Die polnische Umbenennung des Ortes in Eżerninki im Juli 1947[5] wurde (vermutlich) nicht mehr wirksam. Im November 1947 erhielt er den russischen Namen „Kadymka“ und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Bagrationowski selski Sowet im Rajon Osjorsk zugeordnet.[6] Von 2008 bis 2014 gehörte Kadymka zur Landgemeinde Gawrilowskoje selskoje posselenije, von 2015 bis 2020 zum Stadtkreis Osjorsk und seither zum Munizipalkreis Osjorsk.
Am 12. Januar 1939 wurde der dann Eschingen genannte Ort namensgebend für einen Amtsbezirk, der bis dahin nach Dinglauken (1938–1946 Altdingelau, ab 1946 Sarodoschnoje) benannt war.[7] Am 1. Januar 1945 gehörten die fünf Gemeinden Brenndenwalde (bis 1938 Ischdaggen, ab 1946 Schilowo), Dingelau (bis 1938 Dinglauken, ab 1946 Borok), Eschingen (Eszerningken/Escherningken/Kadymka), Großbachrode (bis 1938 Groß Kolpacken) und Kleedorf (bis 1938 Karteningken, ab 1946 Sobinowo) zum Amtsbezirk Eschingen.
↑Таблица 1.10 «Численность населения городских округов, муниципальных районов, муниципальных округов, городских и сельских поселений, городских населенных пунктов, сельских населенных пунктов» Программы итогов Всероссийской переписи населения 2020 года, утвержденной приказом Росстата от 28 декабря 2021г. № 963, с данными о численности постоянного населения каждого населенного пункта Калининградской области. (Tabelle 1.10 „Bevölkerungsanzahl der Stadtkreise, munizipalen Rajons, Munizipalkreise, städtischen und ländlichen Siedlungen [insgesamt], städtischen Orte, ländlichen Orte“ der Ergebnisse der Allrussischen Volkszählung von 2020 [vollzogen am 1. Oktober 2021], genehmigt durch die Verordnung von Rosstat vom 28. Dezember 2021, Nr. 963, mit Angaben zur Zahl der Wohnbevölkerung jedes Ortes der Oblast Kaliningrad.)
↑Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947)