Jilin
| Abkürzung: 吉 (Pinyin: Jí) | ||||||
| Hauptstadt | Changchun | |||||
| Fläche – Gesamt |
Rang 14 von 33 187.400 km² | |||||
| Bevölkerung
– Gesamt 2020 |
Rang 21 von 33
24.073.453 Einwohner | |||||
| Verwaltungstyp | Provinz | |||||
| Gouverneur | Jing Junhai | |||||
| ISO-3166-2 | CN-JL | |||||
| Bezirksebene | 8 Städte, 1 autonomer Bezirk | |||||
| Kreisebene | 21 Stadtbezirke, 20 kreisfreie Städte, 16 Kreise, 3 autonome Kreise[1] | |||||
| Gemeindeebene | 344 Straßenviertel, 426 Großgemeinden, 153 Gemeinden, 28 Nationalitätengemeinden[1] | |||||
| Verwaltungs- einheit |
Chin. | Hanyu Pinyin | Verwaltungs- zentrum |
Fläche (km²) |
Einwohner (2020)[5] | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Jilin | 吉林省 | Jílín Shěng | Changchun | 191.202,36 | 24.073.453 | |
| — Provinzunmittelbare Stadt — | ||||||
| Changchun | 长春市 | Chángchūn Shì | Nanguan | 24.734,13 | 9.066.906 | |
| — Bezirksfreie Städte — | ||||||
| Jilin | 吉林市 | Jílín Shì | Chuanying | 27.711,41 | 3.623.713 | |
| Siping | 四平市 | Sìpíng Shì | Tiexi | 10.241,73 | 1.814.733 | |
| Liaoyuan | 辽源市 | Liáoyuán Shì | Longshan | 5.140,45 | 996.903 | |
| Tonghua | 通化市 | Tōnghuà Shì | Dongchang | 15.611,54 | 1.812.114 | |
| Baishan | 白山市 | Báishān Shì | Hunjiang | 17.505,26 | 951.866 | |
| Songyuan | 松原市 | Sōngyuán Shì | Ningjiang | 21.169,77 | 2.252.994 | |
| Baicheng | 白城市 | Báichéng Shì | Taobei | 25.758,73 | 1.551.378 | |
| — Autonomer Bezirk — | ||||||
| Yanbian | 延边朝鲜族自治州 | Yánbiān Cháoxiǎnzú Zìzhìzhōu | Yanji | 43.329,34 | 1.941.700 | |
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | Einwohnerzahl |
|---|---|
| 1954 | 11.290.073 |
| 1964 | 15.668.663 |
| 1982 | 22.560.053 |
| 1990 | 24.658.721 |
| 2000 | 26.802.191 |
| 2010 | 27.452.815 |
| 2020 | 24.073.453 |
Nach der Volkszählung 2020 hatten in der Provinz 24.073.453 Personen ihren ständigen Wohnsitz. Dies entsprach im Vergleich zur vorangegangenen Volkszählung 2010 einem Rückgang der Einwohnerschaft um 3.379.362 Personen (−12,31 %).[7] Die Gründe für diesen deutlichen Rückgang sind am ehesten in der verschlechterten wirtschaftlichen Lage der Provinz zu suchen, so dass viele Personen im Arbeitsalter in wirtschaftlich besser prosperierende Provinzen abwanderten. Diese Annahme wird durch die Tatsache gestützt, dass die Hukou-Bevölkerung (die offiziell in der Provinz gemeldete Bevölkerung) um etwa zwei Millionen Personen höher lag, als die tatsächlich dauerhaft ortsansässige Bevölkerung (letztere wird beim Zensus erfasst). Etwa zwei Millionen Personen aus der Provinz lebten und arbeiteten also größtenteils oder dauerhaft außerhalb der Provinz.[4]
Im Jahr 2020 waren 91,33 % der Bevölkerung (21.985.839 Personen) Han-Chinesen und 8,67 % (2.087.614 Personen) gehörten ethnischen Minderheiten an.[7]
Die Provinz Jilin war die erste chinesische Provinz, in der Frauen eine künstliche Befruchtung erlaubt wurde.
Größte Städte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die zehn größten Städte der Provinz mit Einwohnerzahlen der eigentlichen städtischen Siedlung auf dem Stand der Volkszählung 2020 sind die folgenden:[8]
| Rang | Stadt | Einwohnerzahl | Rang | Stadt | Einwohnerzahl |
| 1 | Changchun | 4.557.356 | 6 | Tonghua | 408.403 |
| 2 | Jilin | 1.509.292 | 7 | Liaoyuan | 407.296 |
| 3 | Yanji | 630.612 | 8 | Baishan | 391.234 |
| 4 | Songyuan | 551.749 | 9 | Gongzhuling | 384.715 |
| 5 | Siping | 485.710 | 10 | Baicheng | 372.519 |
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Jilin ist ein bedeutendes landwirtschaftliches Gebiet. Etwa 7,03 Millionen ha (70.300 km², etwa 37 % der Landfläche) gelten als landwirtschaftlich nutzbar, was die Provinz landesweit auf den neunten Rang positioniert. Etwa 832.000 ha sind fruchtbare Schwarzerdeböden. Auf diesen Böden wird mehr als die Hälfte der Getreideernte der Provinz eingefahren. Ungefähr 43,8 % der der Fläche sind von Wald bedeckt und die Forstwirtschaft spielt dementsprechend eine wichtige Rolle. Die Provinz ist ein Zentrum des Ginseng-Anbaus.[9]
Jilin ist reich an Bodenschätzen. Hier fanden sich Vorkommen an Ölschiefer, Molybdän, Nickel, Magnesium, Wollastonit, Kieselgur, Bentonit, Vulkanschlacke und Blähton. Jilin ist ein Zentrum der Schwerindustrie. Die abbauwürdigen Kohlevorkommen wurden im Jahr 2015 auf 800 Millionen Tonnen geschätzt, was bei einer jährlichen Förderkapazität der damals 209 Kohlebergwerke 54,16 Mio. t noch für maximal 20 Jahre reichen würde. Zusätzlich gibt es noch große Erdgas-Reserven, die auf mindestens 151,8 Milliarden m³ geschätzt wurden. Seit Jahren gibt es Bemühungen, die erneuerbaren Energien, insbesondere die Windkraft auszubauen.[9]

Die drei Nordostprovinzen gehörten in den Anfangsjahrzehnten der Volksrepublik zu den wirtschaftlich am weitesten entwickelten Provinzen. Zum Teil mit sowjetischer Unterstützung wurde hier eine Stahl- und Schwerindustrie aufgebaut. Weitere große Staatsbetriebe, beispielsweise der Textilindustrie, chemischen Industrie etc. kamen hinzu. Mit dem Fortschreiten der marktwirtschaftlichen Reformen ab den 1980er Jahren gerieten viele Staatsbetriebe aufgrund von Unrentabilität in die Krise. Das Wirtschaftswachstum der ganzen Nordostregion fiel deutlich gegenüber dem Wirtschaftswachstum der prosperierenden Küstenregionen zurück. Die Schwerindustrie geriet in eine Dauerkrise. Das Pro-Kopf-Einkommen der Provinz befindet sich im unteren Drittel der Provinzen Chinas.[9]
In der Provinzhauptstadt Changchun wurde in den 1950er Jahren mit Hilfe der Sowjetunion das Erste Automobilwerk gebaut, das über dreißig Jahre lang den Lastwagentyp Jiefang (= Befreiung) mit 95 PS produzierte, ohne dass irgendeine Änderung vorgenommen wurde. Den ersten Modellwechsel gab es im Jahr 1987, der Viertonner wurde zum Fünftonner mit stärkerem Motor aufgerüstet. Der Bedeutung dieses Werkes tragen auch westliche Konzerne Rechnung: Volkswagen ließ hier den Golf IV sowie den Jetta zusammenbauen, für Daimler-Chrysler wurden verschiedene Mercedes-Modelle montiert.
Seit 1958 wurde hier auch der klassische Funktionärswagen „Rote Fahne“ (Hongqi) gebaut.
Tourismus
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Das 220.000 Hektar große Naturschutzgebiet des Changbai-Gebirges, das größte Schutzgebiet Chinas, erstreckt sich 250 Kilometer an der Grenze zu Korea. Es wurde in das internationale Naturschutzprogramm der UNESCO aufgenommen. Die Felsen des Changbai schimmern weiß, wovon sich der Name ableitet (immer weiß). Einer der Gipfel ist der 2.155 Meter hohe Baitoushan Weißkopf-Berg, ein erloschener Vulkan. Auf dessen Spitze breitet sich der bekannte, 9,2 km² große Himmelssee aus, ein über 300 Meter tiefer Krater, der bei einem Vulkanausbruch im Jahr 1702 entstand und sich mit Wasser füllte.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 吉林省(2020年) – „Provinz Jilin (2020)“. xzqh.org, 2020, abgerufen am 4. Oktober 2024 (chinesisch (vereinfacht)).
- 1 2 Mareile Flitsch: Das große China-Lexikon. Hrsg.: Brunhild Staiger, Stefan Friedrich, Hans W. Schütte, Reinhard Emmerich. Sonderausgabe, Nachdruck der 1. Auflage 2003. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-534-21627-7, Jilin, S. 360–361.
- 1 2 3 4 5 6 Geography. China.org.cn, 28. Oktober 2016, abgerufen am 4. Oktober 2024 (englisch).
- 1 2 3 Croddy, Eric: China’s Provinces and Populations – A Chronological and Geographical Survey. Springer-Verlag, 2022, ISBN 978-3-031-09164-3, 20 Jilin Province, S. 383–406, doi:10.1007/978-3-031-09165-0 (englisch).
- ↑ 吉林省第七次全国人口普查公报(第二号) („Bulletin der Provinz Jilin zur siebten Volkszählung (Nr. 2)“). Statistikbehörde der Provinz Jilin, 24. Mai 2021, abgerufen am 4. Oktober 2024 (chinesisch (vereinfacht)).
- ↑ China: Provinzen und größere Städte – Einwohnerzahlen, Karten, Grafiken, Wetter und Web-Informationen. Abgerufen am 7. Mai 2018.
- 1 2 吉林省第七次全国人口普查公报(第一号) („Bulletin der Provinz Jilin zur siebten Volkszählung (Nr. 1)“). Statistikbehörde der Provinz Jilin, 24. Mai 2021, abgerufen am 5. Oktober 2024 (chinesisch (vereinfacht)).
- ↑ Jílín (China): Präfekturebene & Städte - Einwohnerzahlen, Karten, Grafiken, Wetter und Web-Informationen. Abgerufen am 13. Januar 2025.
- 1 2 3 Ressources. In: http://jilin.china.org.cn. 14. Juli 2015, abgerufen am 5. Oktober 2024 (englisch).
Koordinaten: 43° 50′ N, 126° 18′ O


